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  • Podcast Handelsblatt Disrupt: Uniklinik-Direktor Werner: „Corona wird das gesamte Gesundheitssystem verändern“
    In vielen Kliniken werden zu viele der wichtigsten Prozesse „noch mit dem Faxgerät geregelt“, beklagt Jochen Werner, ärztlicher Direktor und Vorstandsvorsitzender des Universitätsklinikums Essen, das falle in der aktuellen Coronakrise besonders negativ ins Gewicht.Im Podcast Handelsblatt Disrupt erklärt Werner, wie seine Klinik auf die Herausforderungen reagiert, welche Rolle dabei die Digitalisierung spielt – und warum er Gesichtsmasken im Alltag für sinnvoll hält. Er will seine Klinik, die er heute schon ein „Smart Hospital“ nennt, zu einer „smarten Gesundheitsplattform“ weiterentwickeln.Die Folgen der Coronakrise für Konzerne, Mittelständler und Selbstständige wurden intensiv diskutiert. Was aber bedeutet der scharfe wirtschaftliche Einbruch für Start-ups? Dazu ein kurzes Interview mit dem Chef des Bundesverbands Deutsche Start-ups, Christian Miele. Er warnt, dass Deutschland in Folge der Krise viele innovative Unternehmen verlieren könnte. Und dann noch ein Gespräch mit Handelsblatt-Technologiereporter Stephan Scheuer, der sich diese Woche mit den Vorbehalten von Datenschützern in Deutschland und den USA gegen den Videokonferenz-Anbieter Zoom beschäftigt hat. Haben Sie Fragen, Kritik oder Anregungen? Dann treten Sie unserer Handelsblatt Disrupt LinkedIn-Gruppe bei und schreiben Sie.Mehr: Die vorherige Folge von Handelsblatt Disrupt finden Sie hier. Let's block ads! (Why?)
    Quelle: Handelsblatt TechnikPubliziert am 03-04-2020By Sebastian Matthes
  • Kampf gegen Pandemie: Internetwirtschaft will mit Kampagne für Corona-Warn-App werben
    Bundeswehrsoldaten Die Technik zur Nachverfolgung von Corona-Infektionsketten wird aktuell in Berlin von Soldaten in der Julius-Leber-Kaserne Soldaten getestet. (Foto:& AFP) Der Internet-Verband eco mit seinen mehr als 1.000 Mitgliedsunternehmen will mit einer Kampagne für die Nutzung von Handydaten im Kampf gegen die Coronavirus-Pandemie werben. „Ich unterstütze den Gedanken, mithilfe einer Kampagne auf eine Anti-Corona-App aufmerksam zu machen und dadurch mehr Nutzer zu gewinnen“, sagte eco-Vorstandschef Oliver Süme dem Handelsblatt. „Die Internetwirtschaft kann hier mit ihrer enormen Reichweite einen wichtigen Beitrag leisten.“Zuvor hatte der Beauftragte für digitale Wirtschaft und Start-ups im Bundeswirtschaftsministerium, Thomas Jarzombek (CDU), eine Pro-Corona-App-Kampagne ins Spiel gebracht. „Zumeist ist es schwierig, die Nutzer zu bewegen, eine solche App aktiv zu installieren“, sagte Jarzombek dem Handelsblatt. „Daher wäre eine Kampagne gut, mit der die Internetwirtschaft diese App intensiv bewirbt.“Bislang scheinen viele Deutsche nicht von der Einführung einer Anti-Corona-App überzeugt zu sein. Speziell bei einer App, die auch Standortdaten dokumentiert, wären nur etwa 47 Prozent aller Wahlberechtigten wären bereit, eine solche auf ihrem Smartphone zu installieren und zu nutzen, wie aus einer am Donnerstag veröffentlichten Erhebung von Infratest Dimap für den ARD-„Deutschlandtrend“ hervorgeht. Rund 45 Prozent der Befragten würden eine solche App jedoch nicht nutzen. Als Hauptgründe für eine Ablehnung der neuen Technologie nannten 41 Prozent der Befragten Datenschutz, Angst vor Überwachung oder Eingriffe in Persönlichkeitsrechte. Andere halten eine solche Maßnahme für unnütz oder technisch zu schwierig. Dabei rückt nun eine technische Lösung näher, die insgesamt sparsamer mit Daten umgeht - und auf Bluetooth setzt statt Standortdaten zu dokumentieren.Europäische Wissenschaftler stellten am Mittwoch eine solche Technik für Corona-Tracing-Apps vor, die nun erprobt werden soll. Ziel sei, die Technologie für alle Länder verfügbar zu machen. Es geht dabei um eine App, die Bürger freiwillig installieren könnten und die sie ohne Preisgabe von Namen oder Standortdaten anonymisiert warnt, wenn sie Kontakt mit einem bestätigten Infizierten hatten. Die Bundesregierung will um den 16. April herum eine App präsentieren. Dies gilt als eine der Voraussetzungen für eine Lockerung der Regeln für das öffentliche Leben nach dem 20. April.Merkel würde Tracking-App nutzenKanzleramtschef Helga Braun begrüßte die Initiative der rund 130 Wissenschaftler aus acht europäischen Ländern. Das Gesundheitsministerium betonte dagegen, dass dies nur eine von verschiedenen denkbaren Varianten sei. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) sprach sich für den Einsatz von Tracking-Apps aus, wenn diese in Tests erfolgversprechende Ergebnisse liefern. Merkel würde eine solche App nach eigenen Angaben auch selbst nutzen. Eco-Vorstandschef Süme hält es für sehr sinnvoll, digitale Techniken zu nutzen, um die weltweiten Corona-Folgen einzugrenzen und zu überstehen. „Voraussetzung für eine Anti-Corona-App sollte sein, dass sie den Schutz von Nutzerdaten garantiert und auf dem Prinzip der Freiwilligkeit beziehungsweise dem ausdrücklichen Einverständnis der Bevölkerung beruht“, sagte Süme.Der Präsident des IT-Verbands Bitkom, Achim Berg, plädierte für Anreize wie einen erleichterten Zugang zu Tests, damit Bürger die App auf ihre Smartphones laden. „Je mehr Menschen diese App nutzen, desto größer ihr Effekt – nicht nur bundesweit, sondern überall auf der Welt“, sagte Berg dem Handelsblatt. Die Digitalbranche unterstütze diese Lösung, die die Wahrung von individuellen Freiheitsrechen und allgemeinem Gesundheitsschutz bestmöglich vereinbare. „Wir brauchen diese App jetzt und müssen damit so schnell wie möglich an den Start gehen.“ Berg sieht in einer mobilen App, die Nutzer im Fall eines Kontaktes zu Infizierten warnt, einen wichtigen Baustein im Kampf gegen die Ausbreitung des Coronavirus. „Und sie wird dringend gebraucht, um zum gegebenen Zeitpunkt den Restart unseres wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Lebens erfolgreich und sicher zu bewältigen“, sagte der Bitkom-Präsident. BDI will „schnellstmöglich“ digitale Lösung Berg betonte die Vorteile einer technischen Lösung für die Bevölkerung. Der flächendeckende Einsatz dieser App sei „die smarte Antwort auf Ausgangssperren und Kontaktverbote“. Anstatt die Allgemeinheit in Zwangsquarantäne zu versetzen, ermögliche die digitale Kontaktnachverfolgung in Verbindung mit konsequenten Tests die gezielte Isolation von Infizierten und besonders Gefährdeten. „Das von dem internationalen Konsortium aus Forschungsinstituten und Unternehmen vorgestellte Framework kann einfach in bestehende Apps oder aber auch Betriebssysteme integriert werden, die Funktion könnte etwa mit Zustimmung der Nutzer per Update aufgespielt werden“, erläuterte Berg. Auch der Bundesverband Digitale Wirtschaft (BVDW) warb für die Technologie des Expertenteams. „Diese App zeigt vor allem, dass vor allem digitale Ansätze entscheidender Teil der Lösung der aktuellen gesamtgesellschaftlichen Herausforderung sind“, sagte BVDW-Geschäftsführer Marco Junk dem Handelsblatt. Kaum etwas sei für die Menschen einschneidender als die derzeitige Einschränkung ihrer Bewegungsfreiheit. „Wenn sich Möglichkeiten ergeben, dem irgendwie entgegenzuwirken, sollten wir diese nutzen“, betonte Junk. Kernvoraussetzung für die Akzeptanz sei natürlich eine datenschutzkonforme Umsetzung der Anwendung und damit eine eindeutige Zweckbindung. „Klar ist aber auch, dass diese Anwendung nur funktionieren kann, wenn ein Großteil der Bevölkerung sie auch verwendet. Das sollten wir alle nach Kräften unterstützen.“Darauf setzt auch der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI). Die „zeitlich begrenzte verstärkte Verarbeitung von Handydaten“ im Kampf gegen das Coronavirus biete die Chance, Leben zu retten, sagte BDI-Präsident Dieter Kempf. „Sie muss helfen, dass Quarantänemaßnahmen Erfolg haben.“ In Deutschland müsse es daher „schnellstmöglich“ digitale Lösungen geben, um die Bevölkerung vor Ansteckung zu schützen und die Krise zu überwinden. Aus Sicht des BDI-Präsidenten erlaube es die Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) ausdrücklich, Daten zu verarbeiten, um lebenswichtige Interessen zu schützen. „Eine totale Überwachung mit einer Veröffentlichung detaillierter Bewegungsprofile wird und darf es in Deutschland unter keinen Umständen geben“, fügte Kempf hinzu.Wann eine einsatzfähige App zur Verfügung steht und angeboten werden kann, ist noch offen. Klar ist allerdings jetzt schon: Die Technik zur Nachverfolgung von Corona-Infektionsketten wird aktuell in Berlin von Soldaten in der Julius-Leber-Kaserne Soldaten getestet.Mehr: Chris Boos hat die Technologie mitentwickelt, die datenschutzkonforme Corona-Tracking-Apps möglich machen soll. Er verspricht maximale Privatsphäre. Let's block ads! (Why?)
    Quelle: Handelsblatt TechnikPubliziert am 03-04-2020By Dietmar Neuerer
  • Standortdaten: Wie Google den Behörden im Kampf gegen Covid-19 helfen will
    Google Der US-Internetriese will Menschen in der Coronakrise mit Standortdaten helfen. (Foto:& dpa) Der Techkonzern Google teilt im Kampf gegen das Coronavirus Erkenntnisse aus anonymisierten Daten seiner Nutzer mit der ganzen Welt. Sie sollen Behörden dabei helfen, kritische Entscheidungen im Zusammenhang mit Covid-19 zu treffen, teilt der Konzern mit.„Wir haben von Vertretern des öffentlichen Gesundheitswesens gehört, dass diese Art von aggregierten, anonymisierten Daten hilfreich sein kann“, schreiben die Google-Managerinnen Jen Fitzpatrick und Karen DeSalvo in einem am Freitag veröffentlichten Blog-Beitrag. In 131 Ländern weltweit können Menschen nun einsehen, wie sich die Verbreitung des Coronavirus und verhängte Ausgangsbeschränkungen auf die Aufenthaltsorte der Bürger auswirken. Konkret gibt Google Einblick in sechs Kategorien: Arbeitsplatz,Bahnhöfe, Lebensmittelgeschäfte und Apotheken, Handel und Orte der Freizeitgestaltung, Parks und Wohnraum. Die Trends für Deutschland sind auf Ebene der Bundesländer einsehbar. Bereits seit Tagen wird diskutiert, welche Rolle die großen Internetunternehmen in der Viruskrise spielen können. Die weit verbreitete Hoffnung: Mit der Macht von Big Data wird sich Covid-19 eindämmen lassen – ob durch spezielle Tracing-Apps oder Prognosemodelle. Die Washington Post hatte unter anderem von Gesprächen zwischen US-Behörden mit 60 Tech-Unternehmen berichtet. Sogar in Europa wurden Stimmen lauter, dass der Datenschutz dem Gesundheitsschutz nicht im Wege stehen dürfe. Vor diesem Hintergrund sind Googles Datenberichte allerdings ernüchternd. Denn Google hat sehr viel mehr relevante Informationen über das Verhalten seiner Nutzer als es preisgibt.Verbesserungen im StadtmanagementDie Google-Managerinnen hoffen laut ihrem Schreiben, dass die Mobilitätsberichte zusammen mit anderen Ressourcen der Gesundheitsbehörden helfen werden, die Covid-19-Pandemie zu managen. Laut Google könnte mit den Daten die Nahverkehrsplanung verbessert werden. „Die Informationen könnten beispielsweise helfen, Veränderungen bei essentiellen Ausgängen zu verstehen, um Empfehlungen für Öffnungszeiten auszusprechen und Lieferdienste in Kenntnis zu setzen“, heißt es in dem Blogbeitrag. Die anhaltende Frequentierung von Verkehrsknotenpunkten könne zeigen, dass zusätzliche Busse oder Züge benötigt werden, damit Menschen bei notwendigen Reisen Abstand halten könnten. So gut diese Ideen sind, so wenig hilfreich sind dafür die auf Bundeslandebene aggregierten Daten. Google verweist auf die Schwierigkeit, bei detaillierteren Einblicken die Anonymität der Nutzer zu gewährleisten. Für die Berichte werden zwar nur die Daten von Nutzern verwendet, die aktiv die Speicherung von Standortdaten.Mehr: Südkorea tauscht Daten gegen Bewegungsfreiheit – daraus kann Deutschland lernen Let's block ads! (Why?)
    Quelle: Handelsblatt TechnikPubliziert am 03-04-2020By Larissa Holzki
  • Datenschutz: Videokonferenz-Dienst Zoom schließt Sicherheitslücken nach Kritik
    Zoom-Logo Der Dienst wurde für den Einsatz in Unternehmen entwickelt, in der aktuellen Krise sprangen aber auch in großem Stil Schulen, Kirchen und Verbraucher auf. (Foto:& dpa) Der Videokonferenz-Dienst Zoom, dessen Nutzung in der Coronavirus-Krise explodierte, gelobt Besserung nach Kritik an seinen Datenschutz-Vorkehrungen. Mehrere von Sicherheitsforschern aufgedeckte Sicherheitslücken seien gestopft worden, schrieb Firmenchef Eric Yuan in einem Blogeintrag am Donnerstag.Zudem entfernte Zoom die Funktion, die dem Organisator einer Videokonferenz erlaubte, zu kontrollieren, welche Teilnehmer die App im Vordergrund haben und welche sich mit anderen Dingen beschäftigen.Zoom wurde für den Einsatz in Unternehmen entwickelt, in der aktuellen Krise sprangen aber auch in großem Stil Schulen, Kirchen und Verbraucher auf den Dienst auf. Dadurch seien im März bis zu 200 Millionen Nutzer an einem Tag aktiv gewesen, schrieb Yuan. Die neue Art der Nutzung habe „unvorhergesehene Probleme mit unserer Plattform“ zu Tage gefördert, räumte er ein. Dazu gehört das sogenannte „Zoombombing“, bei dem Fremde in Videokonferenzen reinplatzen. Das ist möglich, wenn der Link für die jeweilige Konferenz öffentlich wird und die Teilnehmer nicht erst im virtuellen Warteraum landen und vom Organisator hinzugefügt werden. So wurden allein in den USA mehrere Fälle bekannt, in denen Schulstunden und Zoom-Gottesdienste mit Beschimpfungen und dem Vorzeigen von Nazi-Symbolen gestört wurden. Bei Schulstunden auf Zooms Bildungsplattform kommen die Teilnehmer nun standardmäßig zunächst in einen Warteraum.Zoom musste auch klarstellen, dass entgegen der früheren Darstellung des Dienstes die Daten nicht in allen Fällen mit Komplett-Verschlüsselung übertragen werden, bei der sie nur für die Teilnehmer zugänglich sind. Das funktioniert verlässlich nur solange alle in einer Konferenz Zoom-Software nutzen, wählt sich jemand per Telefonanruf ein, kann die Verschlüsselung des Dienstes dort nicht genutzt werden, wie aus einem Blogeintrag hervorgeht. Zugleich betonte Zoom, man habe keine Technik entwickelt, um die Verschlüsselung von Konferenzen für die Überwachung durch Behörden zu knacken.Mehr: Live-Schalte mit dem Chef – So überzeugen Sie bei Videokonferenzen Let's block ads! (Why?)
    Quelle: Handelsblatt TechnikPubliziert am 02-04-2020
  • Start-up-Investor: Rocket Internet macht mehr Gewinn und steigt bei Online-Plattform Jumia aus
    Rocket Internet Der Investor konnte im seinen Gewinn im vergangenen Jahr um 43 Prozent steigern. (Foto:& dpa) Der Berliner Start-up-Investor Rocket Internet machte im vergangenen Jahr einen Gewinn von 280 Millionen Euro und damit 43 Prozent mehr als 2018. Trotz der Coronavirus-Krise, die sich laut Finanzchefin Bettina Curtze sicherlich negativ auf viele Start-ups auswirken wird, will das Unternehmen weiterhin in Unternehmen investieren sowie Start-ups gründen. Zuletzt ist es vor allem bei letzteren relativ ruhig um die Berliner geworden.Man erwarte eine höhere Insolvenzquote als in den Vorjahren, teilte Vorstandschef Oliver Samwer am Donnerstag den Aktionären mit. Aus seiner Sicht werden bei vielen Beteiligungen die Umsätze langsamer steigen oder sogar sinken. „Allerdings haben wir Kapital zur Verfügung, um weiterhin attraktive Unternehmen und hervorragende Teams zu unterstützen“, hob Samwer hervor. Viele erfolgreiche Unternehmen seien in Rezessionszeiten gegründet worden.Rocket Internet hat sich inzwischen von seiner Beteiligung an der afrikanischen Online-Plattform Jumia getrennt. Der Ausstieg sei zwischen November und der Zeit vor dem Corona-Ausbruch erfolgt, sagte Finanzchefin Curtze am Donnerstag. Details zu den Einnahmen oder dem genauen Zeitpunkt nannte sie nicht. Im November war Rocket noch mit elf Prozent an dem weiterhin Verluste schreibenden afrikanischen Amazon-Konkurrenten beteiligt, der vor rund einem Jahr an die New Yorker Börse gegangen war und sich seither auf Talfahrt befindet.Als bekannteste Start-ups bleiben damit noch Home24 sowie die Global Fashion Group, die beide börsennotiert sind, in Rockets Portfolio. Anteile an anderen Firmen wie dem Kochbox-Lieferanten Hello Fresh haben die Berliner ebenfalls bereits verkauft. Gerüchte, wonach Rocket Internet sich von der Börse zurückziehen könnte, wollte Curtze nicht kommentieren.Das Unternehmen ist im Oktober 2014 zu einem Ausgabekurs von 42,50 Euro an die Börse gegangen, erreichte diesen Preis seit Juni 2015 aber nicht mehr. Am 31. März beliefen sich die liquiden Mittel der Berliner auf 2,1 Milliarden Euro, während die Marktkapitalisierung bei rund 2,6 Milliarden Euro lag. Bisher hält Rocket Internet daran fest, dass die Hauptversammlung am 15. Mai stattfindet. Mehr: Der Rocket-Gründer holt sich Soheil Mirpour als neuen Vorstand an seine Seite. Let's block ads! (Why?)
    Quelle: Handelsblatt TechnikPubliziert am 02-04-2020
  • Coronakrise: Warum vor allem Digital-Health-Start-ups um ihre Existenz bangen
    Start-ups Führt die Coronakrise die Digital-Health-Szene in den Abgrund? (Foto:& dpa) Die Panik ist groß. „Bei unseren Mitgliedern, egal welcher Größe, gibt es vielfach unmittelbare existenzbedrohliche Situationen“, warnt Paul Brandenburg, Vorstand des Spitzenverbands digitale Gesundheitsversorgung. In einer Umfrage des Bundesverbands Deutsche Start-ups unter 1000 jungen Unternehmen gaben 80 Prozent an, dass die Coronakrise für sie existenzgefährdend sei. Die Besonderheit der Digital-Health-Szene: Die Branche ist noch sehr jung, viele der Unternehmen verdienen mit ihren Produkten noch kein Geld. „Vom Tagesgeschäft können die Start-ups deshalb meist noch nicht überleben und sind auf Kapitalgeber angewiesen“, sagt Henrik Matthies, Geschäftsführer des Health Innovation Hub (HIH). „Viele standen vor Finanzierungsrunden, die jetzt aber ausfallen.“ Verbandsvertreter Brandenburg bestätigt dies: „Viele Investoren weichen massiv zurück.“ Zwar hat die Politik Start-ups beim 600 Milliarden Euro schweren Corona-Rettungsschirm aufgenommen, sofern diese in den vergangenen drei Jahren eine Bewertung von mindestens 50 Millionen Euro bekommen haben. „Die Bewertungsgrenze erreichen aber nur die allerwenigsten“, sagt Matthies. Außerdem sind viele Start-ups nicht kreditwürdig, sie können deshalb nicht von Finanzhilfen profitieren, die über die Hausbank abgewickelt werden.Die Bundesregierung will deshalb nachlegen, wie sie am Dienstag ankündigte. Erstens durch einen Matching-Fonds, mit dem Investments mit Fördergeld aufgestockt werden sollen. Bestehende öffentliche Förderfonds wie KfW Capital und der Europäische Investitionsfonds EIF sollen zusätzliches Geld erhalten, mit dem sie Start-up-Investitionen von privaten Risikokapitalgebern aufstocken können. Dieses Programm soll die KfW Capital koordinieren.Auch beim Ausfall von Investoren will der Staat den Risikokapitalgebern zur Seite springen. In solchen Fällen sollen öffentliche Geldgeber wie der EIF zum Zug kommen können. Zusätzlich will die Bundesregierung bei der EU die Erlaubnis einholen, auch kleine Start-ups und Mittelständler bis 75 Millionen Euro Umsatz unterstützen zu können, die bislang keinen Investor an Bord haben.Forderung nach sofortiger ErstattungMit den umfangreichen Vorhaben zieht die Bundesregierung offenbar einen Teil eines länger angedachten Programms vor. Bereits seit Ende 2019 plant Berlin einen Dachfonds von bis zu zehn Milliarden Euro, um deutschen Start-up-Finanzierer zu unterstützen. Ursprünglich sollte der Fonds zum Start nur eine Milliarde Euro umfassen. Jetzt ist das neue Ad-hoc-Programm doppelt so groß.Der Spitzenverband Digitale Gesundheitsversorgung (SVDGV) hält grundsätzlich Finanzhilfen allein für nicht ausreichend. Denn viele Digital-Health Start-ups seien auf die Marktöffnung durch das Digitale-Versorgung-Gesetz (DVG) angewiesen, wonach bestimmte digitale Gesundheitsanwendungen erstmals von der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) erstattet werden.Am Dienstag hätte die finale Rechtsverordnung zum DVG vorgestellt werden sollen, der Termin ist wegen der Coronakrise verschoben worden – auf wann ist noch offen. Brandenburg ist sich sicher: „Ich halte es nicht für realistisch, dass die Regelerstattung digitaler Gesundheitsanwendungen noch in diesem Jahr starten wird.“Dabei sei das DVG die einzige Aussicht auf eine Öffnung des Marktes. „Kommt diese nicht, verlieren die Investoren massiv und dauerhaft an Vertrauen. Da hilft auch der Ausbau des Rettungsschirms nicht. Zu Beginn der Krise haben wir uns vom Gesundheitsministerium und vom HIH noch sehr unterstützt gefühlt, doch mittlerweile ist da kaum noch etwas zu hören. Es scheint, als habe die Bundesregierung das Thema Digital Health fallen gelassen.“Deshalb brauche es eine andere schnelle Lösung: Die gesetzliche Krankenversicherung müsse ab sofort alle als Medizinprodukt zugelassenen digitalen Gesundheitsanwendungen für die Dauer der Krise erstatten. Der Verband fordert, die geplanten mehr als 100 Kriterien, die für die Erstattung einer Anwendung künftig geprüft werden sollen, erst einmal zu ignorieren. „Das Bundesministerium für Gesundheit muss das schnellstmöglich anordnen“, sagt Brandenburg.Bei den Krankenkassen stößt der Vorstoß auf Unverständnis. „Wenn die Digitallobby jetzt eine beschleunigte Erstattung von bisher nicht bewerteten digitalen Gesundheitsanwendungen ohne Nutzennachweis und Qualitätsprüfung fordert, dann klingt das nach ökonomischer Trittbrettfahrerei. So verspielt man Glaubwürdigkeit“, sagt der Vorsitzende des AOK-Bundesverbands, Martin Litsch. Dieser Beitrag ist ein Auszug aus unserem neuen Newsletter „Handelsblatt Inside Digital Health“. Zweimal in der Woche analysieren wir dort die neuesten Entwicklungen im Bereich digitale Gesundheit. Zur Anmeldung geht es hier. „Im Moment gibt es für uns keine Erkenntnisse, dass der Aufbau der digitalen Versorgung mittels Apps durch die Coronakrise negativ beeinflusst wird. Auch hier müssen erst Erfahrungswerte entstehen, bevor man sagen kann, dass etwas nicht klappt und dass es (finanzielle) Hilfen braucht“, heißt es vom GKV-Spitzenverband.Zudem könne das Gesundheitsministerium eine Sonderregelung nicht einfach anordnen, dafür brauche es eine Gesetzesänderung. Der BKK-Dachverband mahnt, man dürfe „jetzt nicht Datenschutz und Datensicherheit über Bord“ werfen.Mitarbeit: Moritz Koch, Martin Greive, Christoph KapalschinskiMehr: Welche Chiphersteller von der Coronakrise profitieren – und welche leiden. Let's block ads! (Why?)
    Quelle: Handelsblatt TechnikPubliziert am 02-04-2020By Julian Olk
  • Telekom-Chef im Interview: Tim Höttges: „Die Telekom ist so etwas wie der Ackergaul, der den Pflug durchs Feld zieht“
    Timotheus Höttges Für den CEO sind funktionierende Netze aktuell die Hauptaufgabe der Telekom. (Foto:& AFP) Der CEO der Deutschen Telekom, Timotheus Höttges, unterstützt Pläne, die Ausbreitung des Coronavirus mit Hilfe einer Smartphone-App einzudämmen. „Ich selbst wäre bereit, meine persönlichen Daten mit einer App zu teilen, um meinen Beitrag zu leisten, Leben zu retten“, sagte er dem Handelsblatt. „Aber solch eine App wird nur auf freiwilliger Basis funktionieren.“ Am Mittwoch hatten Entwickler und Forscher aus mehreren europäischen Ländern eine Plattform für entsprechende Smartphone-Apps präsentiert.Bei der Deutschen Telekom arbeiteten seit Ausbruch der Corona-Pandemie Zehntausende Mitarbeiter aus dem Homeoffice, auch viele andere Firmen stellten ihre Arbeit um. „Ich bin mir sicher, dass wir auch nach Ende der Pandemie einen Digitalisierungsschub sehen werden“, zeigte sich Höttges überzeugt.Als Konzernchef habe er sich zu Änderungen in seinem Verhalten entschlossen. „Ich werde meine Reisetätigkeit nach der Krise deutlich verringern. Ich bin viel produktiver, als wenn ich die ganze Zeit unterwegs bin“, kündigte Höttges an. Lesen Sie hier das komplette Interview:Herr Höttges, die Corona-Pandemie trifft die Firmen weltweit. Wie läuft es bei der Telekom?Die Telekom ist sehr gefragt. In unserer Industrie sind wir sind so etwas wie der Ackergaul, der den Pflug durch das Feld zieht. Wir haben sehr früh ausreichend Schutzausrüstung für unsere Mitarbeiter geordert.Hält das Netz der Dauerbelastung in Zeiten von Corona stand?Die Infrastruktur der Telekom meistert die Last. Alleine am Montag haben wir 50 Prozent mehr Anrufe im Festnetz abgewickelt als im Vormonat. Unser Netz läuft komplett problemlos ohne einen einzigen großen Ausfall. Ich bin mächtig stolz auf meine Truppe.Noch nie war die Wirtschaft in Deutschland so angewiesen wie heute auf die digitalen Netze. Merken Sie das auch in der Nachfrage nach bestimmten Produkten?Unsere erste Aufgabe sind funktionierende Netze. Wir wollen aber auch für unsere Kunden da sein. Unsere kostenlosen Angebote, um diese schwierige Phase besser zu bewältigen, kommen gut an: Innerhalb von zwei Tagen hatten wir 250.000 Bestellungen für den Videodienst Disney+, den es für unsere Kunden für sechs Monate kostenlos gibt. Wir haben zudem 30.000 kostenlose Lizenzen für Videoübertragung an Schulen ausgegeben. Im Mobilfunk haben sofort eine Million Kunden das Angebot von zusätzlichen 10 Gigabyte Datenvolumen im Monat in Anspruch genommen.Wie können Sie sicherstellen, dass die Netze auch weiter funktionieren, falls sich mehr Mitarbeiter bei Ihnen anstecken oder vorsorglich in Quarantäne müssen?Wir haben in den vergangenen Jahren so viel wie nie zuvor in den Ausbau unserer Netze investiert. Das zahlt sich heute aus. Wir sind bei keinem unserer Dienste an der Kapazitätsgrenze. An einigen Stellen mussten wir kurzfristig aufrüsten. Das Festnetztelefon feiert gerade eine Renaissance. Wir haben eine Verdoppelung des Datenverkehrs. Im Mobilfunk ist die Datennutzung etwas zurückgegangen, weil viele Kunden zu Hause sind und das WLAN nutzen. Wir haben aktuell alle Netzparameter auf grün.„Unsere Infrastruktur läuft stabil“Zwischenzeitig gab es Schwierigkeiten mit Videodiensten. Woran liegt das?Jedenfalls nicht an den Netzen. Unsere Infrastruktur läuft stabil. Es gibt einige Dienste, wie etwa Videokonferenz-Anbieter, die mit ihren Kapazitäten an Grenzen stoßen. Manchmal sind es die Kapazitäten von Firmennetzen. Aber es liegt nicht an den Telekommunikationsnetzen – die laufen. Toi, toi, toi. Müssen Sie denn jetzt den Netzausbau pausieren – etwa was die Einführung des 5G-Mobilfunks angeht?Wir tun, was wir unter diesen erschwerten Bedingungen tun können. Ich habe mit einer Reihe von Kollegen ausländischer Netzbetreiber telefoniert. Dort gibt es teilweise Probleme und Ausfälle. Da melden sich zum Beispiel Mitarbeiter krank, weil sie Angst vor Infektionen haben. Das ist bei uns nicht der Fall. Wir haben aktuell genug Schutzausrüstung und Desinfektionsmittel. Bei uns können unsere Servicetechniker auch weiter in die Wohnung von Kunden, um bei technischen Problemen zu helfen. Wir können ihnen dabei den aktuell höchsten Schutz bieten.Aber reicht das für eine außergewöhnliche Situation wie die Corona-Pandemie?Die Telekom ist erfahren im Managen von Krisen wie das Oder-Hochwasser oder Sturmschäden. Wir haben kontinuierliche Routinen, für den Ernstfall zu üben. Ich habe noch nie so viele positive Rückmeldungen wie heute von Kunden bekommen, die sich bedanken, dass wir derzeit schnell helfen können, wenn es irgendwo Probleme gibt. Alle Call-Center-Mitarbeiter arbeiten von zuhause und das funktioniert problemlos.In mehreren Ländern, auch in Deutschland, ist auch eine Corona-App in Vorbereitung, die individuelle Bewegungen verfolgen würde. Würden Sie sich eine solche App installieren?Meine persönliche Meinung ist, dass es hier nicht darum geht, unnötig Daten zu sammeln. Hier geht es wirklich darum, Menschenleben zu schützen. Ich selbst wäre bereit, meine persönlichen Daten mit einer App zu teilen, um meinen Beitrag zu leisten, Leben zu retten. Aber solch eine App wird nur auf freiwilliger Basis funktionieren.Es gab noch nie einen so großen Digitalisierungsschub wie jetzt in Corona-Zeiten. Was wird davon auch nach der Pandemie in Deutschland bleiben?Wir erleben gerade digitale Nähe bei physischer Distanz. Ich bin mir sicher, dass wir auch nach Ende der Pandemie einen Digitalisierungsschub sehen werden. Sehr viele Menschen erleben gerade ganz neue, sehr positive Effekte der Digitalisierung. Auch ich selbst: Ich werde meine Reisetätigkeit nach der Krise deutlich verringern. Ich bin viel produktiver, als wenn ich die ganze Zeit unterwegs bin.Herr Höttges, vielen Dank für das Interview.Mehr: Telekom stellt Firma ein, die Handydaten ans RKI übermittelte. Let's block ads! (Why?)
    Quelle: Handelsblatt TechnikPubliziert am 02-04-2020By Stephan Scheuer
  • Telekommunikationsanbieter: United Internet beschließt neues Aktienrückkaufprogramm
    United Internet Der Vorstand von United Internet hat mit Zustimmung des Aufsichtsrats ein Aktienrückkaufprogramm aufgelegt. (Foto:& dpa) Der Internet- und Mobilfunkanbieter will ein neues Aktienrückkaufprogramm auflegen. Im Rahmen dieses Programms sollen bis zu fünf Millionen Aktien der Gesellschaft über die Börse zurückgekauft werden, teilt das im MDax notierte Unternehmen in einer Pflichtmitteilung mit.Das Volumen des Aktienrückkaufprogramms beträgt insgesamt bis zu 150 Millionen Euro. Das Programm solle am 3. April beginnen und werde längstens bis zum 31. August 2020 laufen.Mehr: United Internet peilt stabile Geschäfte an. Let's block ads! (Why?)
    Quelle: Handelsblatt TechnikPubliziert am 01-04-2020
  • Telekommunikation: United Internet will Aktien für 150 Millionen Euro zurückkaufen
    United Internet Der Vorstand von United Internet hat mit Zustimmung des Aufsichtsrats ein Aktienrückkaufprogramm aufgelegt. (Foto:& dpa) Der Internet- und Mobilfunkanbieter United Internet will ein neues Aktienrückkaufprogramm auflegen. Im Rahmen dieses Programms sollen bis zu fünf Millionen Aktien der Gesellschaft über die Börse zurückgekauft werden, teilt das im MDax notierte Unternehmen in einer Pflichtmitteilung mit. Das Volumen des Aktienrückkaufprogramms beträgt insgesamt bis zu 150 Millionen Euro. Das Programm solle am 3. April beginnen und werde längstens bis zum 31. August 2020 laufen. Weitere Einzelheiten will das Unternehmen vor Beginn des Aktienrückkaufs veröffentlichen.Mit dem Beschluss mache United Internet „von der durch die ordentliche Hauptversammlung am 18. Mai 2017 erteilten Ermächtigung Gebrauch“, heißt es in der Mitteilung weiter. Auf Basis dieser Ermächtigung habe das Unternehmen bisher 12.635.523 Aktien, was den Angaben nach 6,51 Prozent des Grundkapitals ausmache. Derzeit halte die Gesellschaft 6.338.513 eigene Aktien. United-Internet-Chef Ralph Dommermuth will mit der Telekommunikationstochter 1&1 Drillisch Deutsche Telekom, Vodafone und Telefónica herausfordern und in den Kreis der Netzbetreiber aufsteigen.Doch das Projekt verzögert sich. Der eigentlich geplante Zeitplan sei nicht mehr zu halten, sagte Dommermuth bei der Bilanzpressekonferenz Ende März. Grund sei der Ausbruch der Coronavirus-Pandemie, die den Netzwerkausbau erschwert. Es werden Genehmigungen benötigt, die derzeit schwer zu erhalten seien, da viele Bauämter geschlossen haben.Stagnierendes Geschäft in diesem JahrObwohl das Unternehmen einen starken Anstieg bei Telefongesprächen sowie dem Datenverbrauch im Festnetz festgestellt habe, geht die Firma insgesamt für dieses Jahr von einem stagnierenden Geschäft aus. Die Auswirkungen der Pandemie sind jedoch nur eine von mehreren Herausforderungen für das Unternehmen. Für den Aufbau einer eigenen Infrastruktur will United Internet zumindest zwischenzeitig die bestehenden Netze in Deutschland mitnutzen können.Seit Monaten sei sein Unternehmen mit Telekom, Vodafone und Telefónica im Gespräch. Aber noch sei es zu keiner Einigung gekommen. „Die drei potenziellen Verhandlungspartner haben es da nicht besonders eilig“, sagte Dommermuth.Mehr: United Internet peilt stabile Geschäfte an. Let's block ads! (Why?)
    Quelle: Handelsblatt TechnikPubliziert am 01-04-2020
  • Mobilfunk: US-Traum der Telekom wird wahr: Die Fusion von T-Mobile und Sprint ist besiegelt
    Filialen von Sprint und T-Mobile in New York Seit zwei Jahren arbeitete die Deutsche Telekom an der Fusion. (Foto:& imago images/wolterfoto) Nach mehr als zwei Jahren hat die Deutsche Telekom in den USA ihren größten Sieg errungen. Die Fusion ihrer Mobilfunktochter T-Mobile US mit dem Rivalen Sprint wurde am Mittwoch besiegelt. Die letzten Schritte waren alles andere als einfach, sagte Telekom-Konzernchef Timotheus Höttges dem Handelsblatt. Aufgrund des Ausbruchs des Coronavirus und zahlreichen Reisebeschränkungen seien die Verhandlungen über die letzten Details per Videokonferenz abgelaufen. Am Ende steht die Einigung.Mit dem Zusammenschluss entsteht ein mächtiger Spieler auf dem amerikanischen Mobilfunkmarkt. Das neue T-Mobile soll es auf eine Marktkapitalisierung mehr rund 110 Milliarden Dollar bringen. Die Summe der Kunden beider Unternehmen beläuft sich Stand Ende 2019 auf 140 Millionen, der Umsatz auf 77 Milliarden Dollar. Der große Wert aus dem Zusammenschluss liegt für die Telekom jedoch an einer anderen Stelle. Sprint besitzt wichtige Mobilfunkfrequenzen. Auf einen Schlag kann sich das vereinigte Unternehmen ein rund doppelt so großes Frequenzspektrum im Vergleich zu den Rivalen AT&T und Verizon sichern. Mehr Spektrum bedeutet, dass die bestehenden Mobilfunkmasten eine bessere Leistung liefern können. Zudem erhält T-Mobile Zugang zu den Mobilfunkstandorten von Sprint. Die höhere Dichte an Standorten ist besonders für den nächsten Mobilfunkstandard 5G wichtig, den T-Mobile als erster Anbieter landesweit am ausrollen ist.In der Vergangenheit äußerten Analysten immer wieder die Sorge, dass Sprint Zahlen geschönt und dem Umfang seiner Kunden und seines Geschäfts übertrieben haben könnte. Telekom-Finanzchef Christian Illek räumte bei der Bilanzpressekonferenz Mitte Februar ein, dass der Dax-Konzern erst mit Abschluss der Fusion den vollen Überblick über die Geschäfte von Sprint erhält. Der Zugang zum Spektrum und zu den Standorten von Sprint ist jedoch sicher. Und der speist vor allem die erwarteten Synergien von 43 Milliarden Dollar nach Abzug der Kosten.Vor zwei Jahren hatte das Telekom-Management um Timotheus Höttges die Details des Deals mit Sprint-Eigentümer Softbank abgesprochen. Doch seitdem hat sich viel getan. T-Mobile konnte Quartal für Quartal mehr als eine Million Neukunden verbuchen. Sprint hingegen geriet in immer neue Schwierigkeiten. Schwäche von Softbank ausgenutztTelekom-Chefunterhändler und Vorstand Thorsten Langheim nutze die Situation, um im letzten Moment die Konditionen für den Zusammenschluss um etwa fünf Milliarden Dollar verbessern. Softbank steht unter Druck wegen einer Reihe von schwierigen Investments – unter anderem um den geplatzten Börsengang des Co-Working-Anbieters WeWork.Die Telekom will jetzt in den USA durchstarten. „Wir können die Nummer eins auf dem Markt werden“, sagte Höttges. Bislang rangierte T-Mobile beim Marktanteil in den USA deutlich abgeschlagen auf Platz drei. Jetzt schließt das fusionierte Unternehmen auf einen Schlag zu den Branchenführern AT&T und Verizon auf.Trotz aller Erfolge geht die Telekom jedoch auch ein Risiko ein. Eigentlich stehen noch zwei Zustimmungen aus. Zwar haben alle Bundesbehörden zugestimmt. Doch noch fehlt die richterliche Genehmigung der Entscheidung der Kartellbehörde, der so genannte ‚Tunney Act‘. Das ist ein Gesetz, wonach ein Gericht das Okay für die Entscheidungen der Wettbewerbsaufsicht im Justizministerium geben muss. Auch die Aufsichtsbehörde für öffentliche Versorgungsunternehmen in Kalifornien – die California Public Utilities Commission (CPUC) - hatte die Fusion an Bedingungen geknüpft. Auch mit der Landesbehörde gibt es noch keine Einigung.Das Telekom-Management entschied sich jedoch dazu, die Fusion doch abzuschließen. „Wir haben alle wichtigen Genehmigungen bekommen – auch vom Staat Kalifornien“, sagte Höttges. Er sei sich sicher, dass es auch mit CPUC eine Einigung geben werde. Aber der Entschluss sei gefallen, wegen der Verhandlungen den Abschluss der Fusion nicht länger aufzuhalten.
    Die CPUC hatte am 11. März bekanntgegeben, unter welchen Bedingungen sie ihr Okay für den Zusammenschluss gibt. Formal müssten danach noch 30 Tage verstreichen, damit sich die Parteien äußern können. Erst danach wird eine fünfköpfige Kommission die endgültige Entscheidung treffen. Die Behörde hatte ihre Zustimmung an bestimmte Bedingungen wie Mindestabdeckung und Mindestgeschwindigkeiten, aber auch eine Vorsorge für einen Katastrophenfall gebunden. Für Sprint und T-Mobile wäre das leistbar, aber teuer. T-Mobile hatte hingegen immer argumentiert, die CPUC sei im Fall der Fusion gar nicht zuständig. Der Zusammenschluss der Firmen schmiedet einen Mobilfunkkonzern, und die Behörde ist eigentlich vor allem für das Thema Festnetz zuständig. In Kalifornien besitzt Sprint jedoch ein kleines Festnetzgeschäft.T-Mobile und Sprint hatten bereits im Vorfeld die wichtigsten Hürden genommen. Unter anderem hatte das Justizministerium und auch die Telekommunikationsaufsicht FCC der Fusion zugestimmt. Damit die Verbraucher auch weiterhin zwischen vier Mobilfunkanbietern wählen können, muss Sprint seine Prepaid-Lizenzen an den Fernseh-Satelliten-Betreiber Dish abgeben. Dish bekommt außerdem günstigen Zugang zum Netz der neuen T-Mobile. So soll Dish in der Lage sein, einen schlagkräftigen Wettbewerber aufzubauen. Corona birgt RisikenDie Fusion kommt zu einem Zeitpunkt, in dem die Coronakrise auch in den USA alles überschattet. Eigentlich hatte T-Mobile geplant, noch am gleichen Tag der Einigung überall die Schilder der Sprint-Läden mit den magentafarbenen T-Mobile-Schildern zu ersetzen. Doch nun sind fast alle Geschäfte geschlossen.Derzeit sitzen auch in den USA die meisten Menschen zuhause und die bisher vier Mobilfunkanbieter überbieten sich gegenseitig mit Aktionen, den Amerikanern zu helfen, miteinander im Kontakt zu bleiben. Sie bieten für die meisten Verträge unbeschränktes Datenvolumen. T-Mobile ist außerdem mit einem günstigen 15-Dollar-Angebot auf den Markt gekommen und gibt seinen Kunden Youtube Premium gratis dazu.Der scheidende CEO John Legere hat sich im Magenta-Look ins Homeoffice zurückgezogen, feiert den World Doctors Day und ruft die Menschen auf, zuhause zu bleiben. Außerdem lässt er T-Mobile für wohltätige Aktionen wie „Feeding America“ spenden, die Menschen Essen bringt. Am Sonntag fand sein jüngster „Slowcooking“-Stream statt.Aus Sicht von T-Mobile sind die Auswirkungen der Corona-Pandemie sowohl ein Risiko also auch eine Chance. Zunächst dürfte das fusionierte Unternehmen von zahlreichen Zahlungsfällen seiner Kunden getroffen werden. T-Mobile aber auch Sprint hatte immer wieder Angebote gemacht, die sich gerade an Kunden mit geringerem Budget richteten. Daher könnten die Auswirkungen der Krise aufgrund von Entlassungen größer sei als bei AT&T und Verizon.Dass die Shops der Telekommunikationsfirmen geschlossen sind, führt jedoch auch dazu, dass weniger Kunden ihren Tarif wechseln dürften. Ein großer Ansturm von Sprint-Kunden, die schnell die Details der Umstellung wissen
    Quelle: Handelsblatt TechnikPubliziert am 01-04-2020
  • Europäische Tech-Initiative: Neue Technologie für die Corona-App: Eine Chance auf Normalität
    [unable to retrieve full-text content]Europäische Wissenschaftler und Technologieexperten haben eine europaweite Plattform für Corona-Tracking-Apps gebaut. Sie soll helfen, Maßnahmen wie Kontaktverbote zurückzufahren.
    Quelle: Handelsblatt TechnikPubliziert am 01-04-2020
  • Europäische Tech-Initiative: Experten haben datenschutzkonforme Plattform für Corona-Tracking-Apps entwickelt
    Corona-App Experten haben eine datenschutzkonforme Plattform für Corona-Tracking-Apps entwickelt. (Foto:& dpa) 130 Wissenschaftler und Technologie-Experten haben eine Plattform entwickelt, mit der Corona-Apps in Europa datenschutzkonform arbeiten können. Auch die deutsche App wird wahrscheinlich darüber laufen. Die Plattform nennt sich Pepp-pt. Das steht für Pan-European Privacy-Preserving Proximity Tracing. Sie wurde seit dem 4. März entwickelt.Das Team stellte seine Technologie am Mittwochmorgen per Videokonferenz vor. Beteiligt an dem Projekt sind in Deutschland unter anderem das Robert-Koch-Institut (RKI), das Fraunhofer-Heinrich-Hertz-Institut Berlin, verschiedene Universitäten und der Mobilfunkbetreiber Vodafone.Über Pepp-pt werden Technologien und Serviceleistungen für Corona-Tracking-Apps angeboten, damit sie konform mit dem strengen europäischen Datenschutzrecht arbeiten können. Die Arbeitsgruppe will sicherstellen, dass solche Apps freiwillig sind, keine persönlichen Daten freigeben, das System sicher ist und es eine Einheitlichkeit in der EU gibt, damit die Menschen sich bald wieder frei bewegen können.Die Technologie für die Apps funktioniert folgendermaßen: Die App merkt sich, wem der Nutzer in den vergangenen zwei Wochen länger und enger begegnet ist. Das bedeutet: Gespeichert werden die App-Erkennungsnummern von Personen, die sich wenige Minuten in der Nähe des jeweiligen Nutzers aufgehalten haben. Die Daten werden verschlüsselt und lokal auf dem Smartphone der Nutzer gespeichert. Stellt ein Nutzer fest, dass er krank ist, kann er seinen Status in der App ändern. Die Gesundheitsbehörden müssen das dann noch bestätigen, damit niemand das System ausnutzt, um seine Nachbarn oder Eltern in Quarantäne zu schicken. Die App erzeugt für jeden Nutzer eine individuelle und regelmäßig wechselnde Identifikationsnummer (ID). Diese ID sendet die App per Bluetooth-Signal regelmäßig in die Welt und sucht gleichzeitig nach Signalen von anderen IDs. Findet sie diese, werden sie für zwei Wochen verschlüsselt auf dem Handy des Nutzers gespeichert. Er hat darauf keinen Zugriff. Vodafone Labs und andere deutsche Institute arbeiten daran, die Bluetooth-Signale richtig zu messen, damit die Distanz richtig eingeschätzt werden kann. Diese variiert bei unterschiedlichen Smartphone-Modellen. Dafür kooperieren sie mit der Bundeswehr, die mit ihren Soldaten Messungen vornimmt.Der Nutzer muss keine persönlichen Daten angeben, es reicht die Installation auf dem Smartphone. Die App soll über Updates direkt von den Betriebssystem-Betreibern, also Apple oder Google, auf das Telefon gespielt werden. Der Nutzer muss dem dann zustimmen oder widersprechen. Damit soll eine möglichst große Abdeckung erreicht werden. Das Ziel: Ansteckungsquote senkenRund 60 Prozent der Bevölkerung sollten laut den Forschern mindestens eine solche App nutzen, damit sie bestmöglich funktioniert. Ziel ist es, die Ansteckungsquote von derzeit 2,5 auf unter 1 zu senken. Das bedeutet, dass eine infizierte Person nicht mehr im Schnitt 2,5 andere ansteckt wie derzeit, sondern weniger als eine.Das System sei sehr sicher, sagten Chris Boos, Gründer von Arago und Mitglied im Digitalrat der Bundesregierung, Thomas Wiegand, Leiter des Heinrich-Hertz-Instituts in Berlin und Marcel Salathé, Leiter des Schweizer Digital Epidemiology Lab bei einer Pressekonferenz am Mittwochmorgen.Die Plattform und die Technologie wurden von IT-Sicherheitsexperten überprüft. Die Entwickler laden zudem auch andere ein, die Sicherheit zu testen. Der Quellcode ist noch nicht öffentlich als Open-Source verfügbar, aber das soll noch kommen. Weil die Apps nur Daten speichert, die andere Telefone aktiv versenden, wird damit kein Tor für Angreifer geöffnet, so die Entwickler. Sogar wenn jemand die Daten stehlen sollte, könnten diese nicht einer einzelnen Person zugeordnet werden. Bisher gibt es in den meisten europäischen Ländern keine Apps, wie sie beispielsweise in Asien genutzt werden. Da die europäischen Datenschutzvorgaben vergleichsweise sehr hoch sind, soll diese Plattform die Entwicklung für alle einfacher und einheitlicher machen. Bisher sind in der Pepp-pt-Initiative Österreich, Belgien, Dänemark, Frankreich, Deutschland, Italien, Spanien und die Schweiz vertreten. In Deutschland arbeitet ein Team rund um das Robert Koch-Institut noch an einer App, die wahrscheinlich genau so aussehen soll. Laut Informationen der Nachrichtenagentur Reuters ist sie derzeit für den 16. April geplant. Bis dahin wird die Technologie von Pepp-pt noch getestet. Der Bundesbeauftragte für den Datenschutz und die Informationsfreiheit, Ulrich Kelber, sagte, dass er und das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) Hinweise gegeben und Fragen der Projektinitiatoren beantwortet hätten. Man sei aber nicht Teil der Initiative: „Wir können kein Siegel geben, weil wir uns natürlich nicht alles ansehen konnten. Wir waren also mehr Lotsen, um im Bild zu bleiben.“Grundsätzlich betonte Kelber erneut, dass er Forderungen nach verpflichtenden digitalen Datenerhebungen für absurd halte: „Genaue Daten von Handys wird man nur bekommen, wenn die Leute in großer Zahl mitmachen. Zwangsauswertung via aufgespielter App oder eine Auswertung der Betriebssysteme können leicht boykottiert werden: Akku raus, Einstellungen verändern, Handy liegenlassen. Zwang ist uneffektiv.“ Die Pepp-Pt-Initiative hingegen verfolge gute Ansätze wie die lokale Speicherung und Pseudonymisierung der Daten.In der Politik stößt die App-Initiative auf großen Zuspruch: „Ich bin überzeugt, dass viele diese App freiwillig nutzen werden, um sich und andere zu schützen“, sagte die stellvertretende Vorsitzende der SPD-Bundestagsfraktion, Bärbel Bas. „Im Kampf gegen die Corona-Pandemie können Handys helfen, Infektionsketten sichtbar zu machen.“ IT-Branche begrüßt Corona-Warn-AppBas erinnerte daran, dass die Inkubationszeit, also der Zeitraum vom Tag der Ansteckung bis zu dem Tag, an dem sich erste Symptome zeigen, bis zu 14 Tage dauern könne. „Umso wichtiger ist es, Kontaktpersonen von Infizierten schnell ausfindig zu machen“, betonte die SPD-Politikerin. Dabei helfe die App.Auch der SPD-Digitalpolitiker Jens Zimmermann ist überzeugt: „Eine vertrauenswürdige Handytracking-App könnte einen großen Beitrag zur Eindämmung des Coronavirus leisten.“ Singapur und Südkorea arbeiteten bereits mit Apps, jedoch erfüllten diese europäische Datenschutzstandards nicht. Eine deutsche App-Lösung müsse daher dafür sorgen, dass in puncto Datenschutz keinerlei Fragen offenblieben. „Dazu gehört eine komplette Anonymisierung und vertrauensvolle Nutzung der Daten“, so Zimmermann. Die Installation und Nutzung der App müsse zudem freiwillig sein.Aus Sicht der FDP ist für die vorgestellte App-Lösung keine spezielle gesetzliche Regelung notwendig. Die Initiative zeige, „dass Gesundheitsschutz und Datenschutz auch in dieser Krise nicht gegeneinander ausgespielt werden müssen“, sagte der Vorsitzende des Digitalausschusses im Bundestag, Manuel Höferlin. Bewegungs- und Kontaktdaten könnten auch im Rahmen des geltenden Datenschutzes genutzt werden. Es brauche keine neue gesetzliche Grundlage, mit der die Bevölkerung zur Datenweitergabe verpflichtet werde, zumal es eine „enorme Bereitschaft“ gebe, bei einer Corona-App mitzumachen. Großer Zuspruch zu der Corona-Warn-App kommt auch aus der IT-Branche: „Es freut
    Quelle: Handelsblatt TechnikPubliziert am 01-04-2020
  • Europäische Tech-Initiative: Corona-App: Experten haben rechtskonforme Technik gegen die Virusausbreitung entwickelt
    Corona-App Experten haben eine datenschutzkonforme Plattform für Corona-Tracking-Apps entwickelt. (Foto:& dpa) 130 Wissenschaftler und Technologie-Experten haben eine Plattform entwickelt, mit der Corona-Apps in Europa datenschutzkonform arbeiten können. Auch die deutsche App wird wahrscheinlich darüber laufen. Die Plattform nennt sich Pepp-pt. Das steht für Pan-European Privacy-Preserving Proximity Tracing. Sie wurde seit dem 4. März entwickelt.Das Team stellte seine Technologie am Mittwochmorgen per Videokonferenz vor. Beteiligt an dem Projekt sind in Deutschland unter anderem das Robert Koch-Institut (RKI), das Fraunhofer-Heinrich-Hertz-Institut Berlin, verschiedene Universitäten und der Mobilfunkbetreiber Vodafone.Über Pepp-pt werden Technologien und Serviceleistungen für Corona-Tracking-Apps angeboten, damit sie konform mit dem strengen europäischen Datenschutzrecht arbeiten können. Die Arbeitsgruppe will sicherstellen, dass solche Apps freiwillig sind, keine persönlichen Daten freigeben, das System sicher ist und es eine Einheitlichkeit in der EU gibt, damit die Menschen sich bald wieder frei bewegen können.Die Technologie für die Apps funktioniert folgendermaßen: Die App merkt sich, wem der Nutzer in den vergangenen zwei Wochen länger und enger begegnet ist. Das bedeutet: Gespeichert werden die App-Erkennungsnummern von Personen, die sich wenige Minuten in der Nähe des jeweiligen Nutzers aufgehalten haben. Die Daten werden verschlüsselt und lokal auf dem Smartphone der Nutzer gespeichert. Stellt ein Nutzer fest, dass er krank ist, kann er seinen Status in der App ändern. Die Gesundheitsbehörden müssen das dann noch bestätigen, damit niemand das System ausnutzt, um seine Nachbarn oder Eltern in Quarantäne zu schicken. Die App erzeugt für jeden Nutzer eine individuelle und regelmäßig wechselnde Identifikationsnummer (ID). Diese ID sendet die App per Bluetooth-Signal regelmäßig in die Welt und sucht gleichzeitig nach Signalen von anderen IDs. Findet sie diese, werden sie für zwei Wochen verschlüsselt auf dem Handy des Nutzers gespeichert. Er hat darauf keinen Zugriff. Vodafone Labs und andere deutsche Institute arbeiten daran, die Bluetooth-Signale richtig zu messen, damit die Distanz richtig eingeschätzt werden kann. Diese variiert bei unterschiedlichen Smartphone-Modellen. Dafür kooperieren sie mit der Bundeswehr, die mit ihren Soldaten Messungen vornimmt.Der Nutzer muss keine persönlichen Daten angeben, es reicht die Installation auf dem Smartphone. Die App soll über Updates direkt von den Betriebssystem-Betreibern, also Apple oder Google, auf das Telefon gespielt werden. Der Nutzer muss dem dann zustimmen oder widersprechen. Damit soll eine möglichst große Abdeckung erreicht werden. Das Ziel: Ansteckungsquote senkenRund 60 Prozent der Bevölkerung sollten laut den Forschern mindestens eine solche App nutzen, damit sie bestmöglich funktioniert. Ziel ist es, die Ansteckungsquote von derzeit 2,5 auf unter 1 zu senken. Das bedeutet, dass eine infizierte Person nicht mehr im Schnitt 2,5 andere ansteckt wie derzeit, sondern weniger als eine.Das System sei sehr sicher, sagten Chris Boos, Gründer von Arago und Mitglied im Digitalrat der Bundesregierung, Thomas Wiegand, Leiter des Heinrich-Hertz-Instituts in Berlin und Marcel Salathé, Leiter des Schweizer Digital Epidemiology Lab bei einer Pressekonferenz am Mittwochmorgen.Die Plattform und die Technologie wurden von IT-Sicherheitsexperten überprüft. Die Entwickler laden zudem auch andere ein, die Sicherheit zu testen. Der Quellcode ist noch nicht öffentlich als Open-Source verfügbar, aber das soll noch kommen. Weil die Apps nur Daten speichert, die andere Telefone aktiv versenden, wird damit kein Tor für Angreifer geöffnet, so die Entwickler. Sogar wenn jemand die Daten stehlen sollte, könnten diese nicht einer einzelnen Person zugeordnet werden. Bisher gibt es in den meisten europäischen Ländern keine Apps, wie sie beispielsweise in Asien genutzt werden. Da die europäischen Datenschutzvorgaben vergleichsweise sehr hoch sind, soll diese Plattform die Entwicklung für alle einfacher und einheitlicher machen. Bisher sind in der Pepp-pt-Initiative Österreich, Belgien, Dänemark, Frankreich, Deutschland, Italien, Spanien und die Schweiz vertreten. In Deutschland arbeitet ein Team rund um das Robert Koch-Institut noch an einer App, die wahrscheinlich genau so aussehen soll. Laut Informationen der Nachrichtenagentur Reuters ist sie derzeit für den 16. April geplant. Bis dahin wird die Technologie von Pepp-pt noch getestet. Der Bundesbeauftragte für den Datenschutz und die Informationsfreiheit, Ulrich Kelber, sagte, dass er und das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) Hinweise gegeben und Fragen der Projektinitiatoren beantwortet hätten. Man sei aber nicht Teil der Initiative: „Wir können kein Siegel geben, weil wir uns natürlich nicht alles ansehen konnten. Wir waren also mehr Lotsen, um im Bild zu bleiben.“Grundsätzlich betonte Kelber erneut, dass er Forderungen nach verpflichtenden digitalen Datenerhebungen für absurd halte: „Genaue Daten von Handys wird man nur bekommen, wenn die Leute in großer Zahl mitmachen. Zwangsauswertung via aufgespielter App oder eine Auswertung der Betriebssysteme können leicht boykottiert werden: Akku raus, Einstellungen verändern, Handy liegenlassen. Zwang ist uneffektiv.“ Die Pepp-Pt-Initiative hingegen verfolge gute Ansätze wie die lokale Speicherung und Pseudonymisierung der Daten.In der Politik stößt die App-Initiative auf großen Zuspruch: „Ich bin überzeugt, dass viele diese App freiwillig nutzen werden, um sich und andere zu schützen“, sagte die stellvertretende Vorsitzende der SPD-Bundestagsfraktion, Bärbel Bas. „Im Kampf gegen die Corona-Pandemie können Handys helfen, Infektionsketten sichtbar zu machen.“ IT-Branche begrüßt Corona-Warn-AppBas erinnerte daran, dass die Inkubationszeit, also der Zeitraum vom Tag der Ansteckung bis zu dem Tag, an dem sich erste Symptome zeigen, bis zu 14 Tage dauern könne. „Umso wichtiger ist es, Kontaktpersonen von Infizierten schnell ausfindig zu machen“, betonte die SPD-Politikerin. Dabei helfe die App. Auch der SPD-Digitalpolitiker Jens Zimmermann ist überzeugt: „Eine vertrauenswürdige Handytracking-App könnte einen großen Beitrag zur Eindämmung des Coronavirus leisten.“ Singapur und Südkorea arbeiteten bereits mit Apps, jedoch erfüllten diese europäische Datenschutzstandards nicht. Eine deutsche App-Lösung müsse daher dafür sorgen, dass in puncto Datenschutz keinerlei Fragen offenblieben. „Dazu gehört eine komplette Anonymisierung und vertrauensvolle Nutzung der Daten“, so Zimmermann. Die Installation und Nutzung der App müsse zudem freiwillig sein.Aus Sicht der FDP ist für die vorgestellte App-Lösung keine spezielle gesetzliche Regelung notwendig. Die Initiative zeige, „dass Gesundheitsschutz und Datenschutz auch in dieser Krise nicht gegeneinander ausgespielt werden müssen“, sagte der Vorsitzende des Digitalausschusses im Bundestag, Manuel Höferlin. Bewegungs- und Kontaktdaten könnten auch im Rahmen des geltenden Datenschutzes genutzt werden. Es brauche keine neue gesetzliche Grundlage, mit der die Bevölkerung zur Datenweitergabe verpflichtet werde, zumal es eine „enorme Bereitschaft“ gebe, bei einer Corona-App mitzumachen. Großer Zuspruch zu der Corona-Warn-App kommt auch aus der IT-Branche:
    Quelle: Handelsblatt TechnikPubliziert am 01-04-2020
  • Microsoft-Gründer: Bill Gates fordert Vorbereitung auf Massenproduktion von Covid-19-Impfstoff
    Bill Gates Seine Bill & Melinda Gates Stiftung unterstützt weltweit die Behandlung und Bekämpfung von Krankheiten. (Foto:& dpa) Zur Eindämmung des Coronavirus sollten sich die USA und andere Nationen mit Steuermitteln noch vor der Entwicklung eines wirksamen Impfstoffes auf die Massenproduktion der Impfdosen vorbereiten. Das hat Microsoft-Gründer Bill Gates in einem Artikel in der „Washington Post“ gefordert. „Wenn wir alles richtig machen, könnten wir in weniger als 18 Monaten einen Impfstoff entwickeln“, schrieb der Mitbegründer der Bill & Melinda Gates Stiftung, die weltweit die Behandlung und Bekämpfung von Krankheiten unterstützt. 18 Monate wäre die schnellste Zeit, in der je ein Impfstoff entwickelt wurde. „Aber die Entwicklung eines Impfstoffs ist nur die halbe Miete. Um die Amerikaner und die Menschen auf der ganzen Welt zu schützen, müssen wir Milliarden von Dosen herstellen.“Gates setzte sich dafür ein, mit dem Bau von verschiedenartigen Anlagen zu beginnen, in denen diese Impfstoffe hergestellt werden sollen. Da viele der erfolgversprechenden Forschungsansätze einzigartige Ausrüstungen verwendeten, müsse man jetzt für jeden Top-Kandidaten eine spezielle Anlage bauen, „auch wenn wir wissen, dass einige dann nicht genutzt werden“. Private Unternehmen könnten dieses Risiko nicht eingehen, aber die (amerikanische) Bundesregierung könne es.In dem Meinungsartikel forderte Gates weiterhin, die Ausgangseinschränkungen einheitlich anzuwenden und keine regionalen Unterschiede zu machen. „In einigen Bundesstaaten sind die Strände noch immer geöffnet, in anderen gibt es noch Restaurants, in denen man sich zum Essen hinsetzen kann. Dies ist ein Rezept für eine Katastrophe. Denn die Menschen können sich frei über die Staatsgrenzen hinweg bewegen, und das Virus auch.“Zudem müsse die Regierung der USA die Tests intensivieren. „Es sollten weit mehr Tests zur Verfügung gestellt werden.“ Die Ergebnisse sollten zusammengeführt werden, etwa, um schnell potenzielle Freiwillige für klinische Studien identifizieren können. Mit diesem Vorgehen könne man zudem erkennen, wann es Zeit ist, zur Normalität zurückzukehren.Mehr: Warum die Impfstoffentwicklung gegen das Coronavirus so lange dauert Let's block ads! (Why?)
    Quelle: Handelsblatt TechnikPubliziert am 01-04-2020
  • Scout24: Autoscout24 wird verkauft
    Zentrale von Scout24 Das Unternehmen will sich künftig auf die Vermittlung von Immobilien konzentrieren. (Foto:& Reuters) Portalbetreiber Scout24 meldet Vollzug beim Verkauf seiner Tochter Autoscout24. Die Private-Equity-Gesellschaft Hellman & Friedman hat für den Vermittler von Neu- und Gebrauchtwagen 2,84 Milliarden Euro gezahlt. Der Preis von ursprünglich knapp 2,9 Milliarden Euro wurde an das vorläufig ermittelte Netto-Finanz- und Umlaufvermögen angepasst und leicht nach unten korrigiert. Ab dem ersten April übernimmt der Käufer nun die Kontrolle der ehemaligen Autosparte des Münchner M-Dax-Konzerns. Zur Autoscout24 gehören auch die ehemaligen Scout24-Töchter Financescout24 und Finanzcheck. Sie helfen Autokäufern etwa beim Finanzieren des Autokaufs. Scout24 wird sich künftig auf seinen digitalen Immobilienmarktplatz Immoscout24 konzentrieren. Mit Abschluss der Transaktion beginnt ein Programm zur Kapitalrückführung: Scout24 will 780 Millionen Euro Schulden abbezahlen, 94,3 Millionen Euro in Dividenden ausschütten und Aktien im Wert von bis zu 1,69 Milliarden Euro zurückkaufen. Die erste Tranche in Höhe von 490 Millionen soll kurzfristig gestartet werden, teilte das Unternehmen mit.Mehr: Scout24 sieht in der Coronakrise keine Beeinträchtigung des Immobilienbooms Let's block ads! (Why?)
    Quelle: Handelsblatt TechnikPubliziert am 01-04-2020By Larissa Holzki