Wiessen

  • Hasso-Plattner-Institut: Sicherheit zuerst: Wie die Schul-Cloud Pannen behebt
    Lernen mit dem Tablet Die Schul-Cloud des Hasso-Plattner-Instituts bietet Schulen eine Plattform für das digitale Lernen. (Foto:& dpa) Lehrer können Hausaufgaben verteilen, Schüler gemeinsam Referate vorbereiten, Eltern mit dem Lehrpersonal chatten: Die Schul-Cloud des Hasso-Plattner-Instituts (HPI) bietet Schulen eine Plattform für das digitale Lernen – und zwar mit starkem Datenschutz, wie die Initiatoren immer betonen. Dieses Image hat jedoch gelitten. Das ARD-Magazin „Kontraste“ berichtete Mitte Mai über Datenschutzprobleme, die Externen den Zugriff auf die Namen von Schülern ermöglichte.Die Probleme haben die Entwickler des HPI behoben, nach eigenen Angaben innerhalb weniger Stunden. Dabei will es die Institution aber nicht bewenden lassen: So ruhe derzeit die Entwicklung neuer Funktionen, um die Sicherheit zu stärken, sagt Direktor Christoph Meinel. Man führe zudem Gespräche mit einzelnen Bundesländern bezüglich externer Prüfungen, im Fachjargon Audits genannt. „Sicherheit und Datenschutz haben bei der Schul-Cloud von Beginn des Projekts an hohe Priorität, und wir stärken sie jetzt weiter“, sagt Meinel.Das HPI begann 2016 mit der Entwicklung der Plattform, gefördert vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF). Bislang haben sich Thüringen, Brandenburg und Niedersachsen für eine landesweite Nutzung entschieden. Aufgrund der Coronakrise hat das Bildungsministerium das System aber für alle Schulen geöffnet, die kein vergleichbares Angebot innerhalb des Bundeslandes oder des Schulträgers nutzen können. 3000 haben sich seither angemeldet.Inmitten dieses Andrangs tauchten zwei Probleme auf. So konnten sich Externe unerlaubt Nutzerkonten anlegen und Nutzernamen lesen. Dabei habe sich ein Eindringling aber lediglich eine Liste mit den Namen von 103 Schülern verschafft, betonte Meinel. Zusätzlich konnten bestimmte Informationen aus dem Ticketsystem ausgelesen werden, das bei IT-Projekten für die Meldung von Problemen genutzt wird. Diese Lücke sei schon vor dem Hinweis geschlossen worden, so das HPI. Die Kritik fiel trotzdem heftig aus. „Aus der Schul-Cloud regnet es Daten“, schrieb beispielsweise die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“. Meinel ärgert die Darstellung in den Medien, er hält sie teilweise für irreführend. Der Vorfall sei bedauerlich, der Schaden aber gering, zumal im Vergleich zu anderen Hackerangriffen. Zu einem ähnlichen Zeitpunkt erbeuteten Hacker beispielsweise bei Easyjet die Daten von neun Millionen Nutzern, inklusive E-Mail-Adressen und Kreditkartendaten.Klar ist: Die Schul-Cloud steht nun unter besonderer Beobachtung. So stoppte Niedersachsen wegen der Vorfälle zwischenzeitlich die Einführung des Systems. Meinel verspricht daher deutliche Verbesserungen. „Wir überlegen mit den Ländern, die die Schul-Cloud einsetzen, wie wir im Zuge der Weiterentwicklung für bestmögliche Sicherheit und Vertrauen sorgen können“, sagt der HPI-Direktor. „In jedem Fall tun wir unser Bestes.“ Das Fazit: „Wenn man etwas Neues entwickelt, kann mal etwas schieflaufen.“ Dabei gehöre es zum Open-Source-Prinzip, den Quellcode offenzulegen und andere zur Mitarbeit und Verbesserung einzuladen. Hinweise von außen seien dafür sogar notwendig. Die Kritik komme aber nicht von ungefähr: „Ich stelle den Datenschutz immer in den Mittelpunkt – deswegen habe ich jetzt die Häme abbekommen“, sagte Meinel. Mehr: Wettstreit um die Digitalisierung der Schulen Let's block ads! (Why?)
    Quelle: Handelsblatt TechnikPubliziert am 06-06-2020By Christof Kerkmann
  • Podcast Handelsblatt Disrupt: Andy von Bechtolsheim über Tech-Trends, Chancen für Start-ups – und die Zukunft des Internets
    Andy von Bechtolsheim gehört zu den wichtigsten Technologiegründern im Silicon Valley. Er stammt aus Deutschland, hat unter anderem Sun Microsystems mit aufgebaut, war einer der ersten Investoren von Google – und hat mittlerweile in über 100 Start-ups investiert.Im Podcast Handelsblatt Disrupt spricht von Bechtolsheim über die wichtigsten Technologietrends und den Tech-Wettstreit zwischen den USA und China. Und darüber, warum er als Multimilliardär immer noch jeden Tag zur Arbeit geht. Das Interview wurde bei einer Veranstaltung von Techfounders aufgezeichnet, dem Start-up-Accelerator des Münchner Gründerzentrums UnternehmerTUM.Trotz aller Klagen aus der Investorenszene gibt es sie noch, die guten Nachrichten: Dem Münchner Start-up-Investor Earlybird ist gerade ein Rekord-Exit gelungen. Das Portfolio-Unternehmen Peak Games wurde für 1,8 Milliarden Dollar von dem US-Spieleentwickler Zynga übernommen. Wie es dazu kam und was das alles bedeutet, das erklärt Earlybird-Mitgründer Hendrik Brandis. Und am Ende noch ein Gespräch mit Handelsblatt-Technologiereporterin Larissa Holzki, die sich mit den neuesten Trends auf dem Podcast-Markt auseinandergesetzt hat. Haben Sie Fragen, Kritik oder Anregungen? Dann treten Sie unserer Handelsblatt Disrupt LinkedIn-Gruppe bei und schreiben Sie.Mehr: Die vorherige Folge von Handelsblatt Disrupt finden Sie hier. Let's block ads! (Why?)
    Quelle: Handelsblatt TechnikPubliziert am 05-06-2020By Sebastian Matthes
  • Tesla-Chef: Elon Musk fordert die Zerschlagung von Amazon
    Elon Musk Der Start-up Gründer teilt auf Twitter gegen den Unternehmern Jeff Bezos aus. (Foto:& AFP) Keine drei Tage hatte Elon Musk es ohne Twitter ausgehalten. Am Montag hatte der Chef des E-Autobauers Tesla noch angekündigt, die Kurznachrichten-Plattform „für eine Weile“ zu verlassen. Am Donnerstag meldete sich Musk dann mit einem seiner berüchtigten, kontroversen Tweets zurück.„Es ist Zeit, Amazon zu zerschlagen. Monopole sind falsch“, schrieb Musk unter den Tweet des Autors Alex Berenson. Berenson ist ein ehemaliger Reporter der „New York Times“, der in den vergangenen Monaten vor allem als Kritiker der weltweiten Maßnahmen gegen Covid-19 aufgefallen ist. 2019 hatte er auch schon ein Buch über die negativen Folgen von Marihuana veröffentlicht, das in der Fachwelt zerrissen wurde. Entgegen aller medizinischen Erkenntnisse über das Coronavirus hält Berenson die Gefahr durch das Virus für völlig überschätzt und vermutet sinistre politische Motive hinter den Ausgangssperren – für rechte Krisen in den USA ist er damit zum Liebling geworden. Auch Musk behauptet seit Monaten, das Coronavirus sei viel ungefährlicher als Experten glauben. Im März prophezeite er, Ende April werde es in den USA keine Neuansteckungen mehr geben – seitdem ist die Zahl der Todesfälle in dem Land auf mehr als 100.000 gestiegen. Die Maßnahmen gegen die Ausbreitung des Virus nannte Musk „faschistisch“. „Das ist verrückt, Jeff Bezos“Der Verschwörungs-Autor Berenson wollte nun ein Buch auf Amazons „Kindle Direct Publishing“-Plattform veröffentlichen, quasi im Selbstverlag. Der Titel: „Verheimlichte Wahrheiten über Covid-19 und Ausgangssperren“ Weil der Inhalt jedoch gegen die Nutzungsbedingungen verstieß, erhielt Berenson eine Ablehnung, die er sogleich auf Twitter teilte. „Sie haben es zensiert“, schrieb er.Ein paar Stunden später trat Musk dazu: „Das ist verrückt, Jeff Bezos“, schrieb der rauflustige Tesla-Chef und nochmal eine Stunde später forderte er, das „Monopol“ Amazon aufzubrechen. Es gibt verschiedene Interpretationen, warum Musk den Streit mit Bezos sucht – über seine Haltung zu Covid-19 und das nicht veröffentlichte Buch hinaus. Zum einen sind Bezos und Musk beide im Nebenberuf Weltraumunternehmer, Bezos mit Blue Origin, Musk mit SpaceX, das gerade am Wochenende im Auftrag der Nasa zum ersten Mal Astronauten auf die internationale Raumstation ISS gebracht hat. Die größere Ambition beider ist aber, die ersten Menschen auf den Mars zu bringen.Auf der anderen Seite hat der gebürtige Südafrikaner Musk mit seiner Corona-Kritik und dem geglückten Raketenstart die Gunst von US-Präsident Donald Trump erworben. Trump wiederum verabscheut Bezos, weil er die regierungskritische „Washington Post“ besitzt und hat seinerseits Amazon häufiger mit Kartellmaßnahmen gedroht. Mit Tesla, SpaceX und auch seinem Tunnelbau-Start-up Boring Company ist Musk stark auf staatliche Subventionen und Aufträge angewiesen. Wie wichtig es dabei sein kann, in Trumps Gunst zu stehen, hat Bezos bereits erfahren: Die Amazon-Tochter AWS klagt derzeit gegen die US-Regierung, weil sie nach Trumps Intervention einen großen Milliardenauftrag für Cloud-Dienste für das US-Militär an Microsoft verloren haben soll.Mit dem Digitalselbstverlag von Amazons E-Reader Kindle hat all das aber nichts zu tun, das Geschäft ist für Amazons Bilanz irrelevant. Zudem gibt es jede Menge andere Möglichkeiten, ein Buch zu veröffentlichen – in einem etwaigen Kartellverfahren gegen Amazon werden Berensons Klagen sicher keine Rolle spielen. So ist die dritte Interpretation für Musks Tweets wohl die wahrscheinlichste: Der Tesla-Chef provoziert gerne – und nimmt es dabei mit den Fakten im Zweifel nicht so genau.Mehr: Riesiges Aktienpaket beschert Tesla-Chef Musk einen Gewinn von 775 Millionen Dollar. Let's block ads! (Why?)
    Quelle: Handelsblatt TechnikPubliziert am 04-06-2020By Alexander Demling
  • Coronahilfen: Konjunkturpaket soll Mitarbeiterbeteiligungen bei Start-ups erleichtern
    Start-up-Förderung Für Start-ups soll eine attraktive Möglichkeit der Mitarbeiterbeteiligung geschaffen werden. (Foto:& Imago) Als sich der Start-up-Verband vor einem guten halben Jahr neu formiert hatte, nannte der neue Präsident Christian Miele einen Lobby-Schwerpunkt: die Neuregelung der Mitarbeiterbeteiligung. Deutsche Start-ups seien im europäischen Wettbewerb um Talente benachteiligt, weil sie aus steuerlichen Gründen die Mitarbeiter kaum an künftigen Steigerungen des Unternehmenswerts beteiligen könnten, beklagte Miele.Nun hat er überraschend schnell einen Erfolg erzielt: Im am Mittwochabend verabschiedeten Konjunkturprogramm versprechen die Koalitionäre, das Problem der Mitarbeiterbeteiligung anzugehen. „Dabei werden wir auch auf die besondere Situation von Start-up-Unternehmen eingehen und eine für diese attraktive Möglichkeit der Mitarbeiterbeteiligung schaffen“, heißt es auf der dritten Seite des Papiers. Das soll etwa 100 Millionen Euro Kosten verursachen – wohl durch Steuerausfälle.Das Problem bislang ist, dass Mitarbeiter Optionsprogramme bislang häufig bereits versteuern müssen, bevor Geld geflossen ist. Daher können sie daran praktisch nicht teilnehmen. Für Start-ups sind solche Programme aber deshalb besonders wichtig, weil sie dann gute Mitarbeiter trotz vergleichsweise niedriger Anfangsgehälter mit der Aussicht auf kommende Gewinne locken können.Start-up-Lobbyist Miele begrüßte den Schritt, mahnte aber in einer Stellungnahme an, tatsächlich die Bedürfnisse von Gründern zu berücksichtigen. „Eine bereits im November 2019 vom Koalitionsausschuss angekündigte bloße Erhöhung des Freibetrags bei Mitarbeiterbeteiligungen würde an den Bedürfnissen der Start-ups vorbeigehen“, erklärte der Berliner Partner des Frühphaseninvestors Eventures. Sein Verband wolle sich mit konkreten Vorschlägen in den Prozess einbringen. Finanzstaatssekretär Jörg Kukies, der bereits die Corona-Hilfsprogramme für die Start-up-Szene mit vorangetrieben hatte, erklärte auf Twitter, zu dem Punkt gebe es bereits „vielfache Nachfrage“. Auch an anderen Stellen können innovative Gründer von dem Paket profitieren. So will die Bundesregierung die Investitionen in Künstliche Intelligenz bis 2025 um zwei Milliarden Euro auf insgesamt fünf Milliarden Euro aufstocken. Gescheiterte Start-up-Gründer könnten auch von der Verkürzung des Entschuldungsverfahren natürlicher Personen auf drei Jahre nach einer Insolvenz profitieren.Mehr: Warum manche Start-ups besser durch die Krise kommen Let's block ads! (Why?)
    Quelle: Handelsblatt TechnikPubliziert am 04-06-2020By Christoph Kapalschinski
  • Studie: Hydroxychloroquin schützt nicht vor Ansteckung mit Coronavirus
    Hydroxychloroquin-Tabletten Die Wirksamkeit von Hydroxychloroquin bei bestehender Erkrankung wird derzeit in Studien getestet. (Foto:& dpa) Das Mittel Hydroxychloroquin schützt Kontaktpersonen von Sars-CoV-2-Infizierten nicht vor einer Ansteckung. Das hat eine Studie US-amerikanischer Wissenschaftler ergeben. Sie hatten Personen das Mittel verordnet, die sich ohne Mund- oder Augenschutz mit einem Abstand von weniger als 1,80 Meter für mindestens 10 Minuten in der Nähe eines nachweislich Infizierten aufgehalten hatten. Die Betroffenen erkrankten später selbst mit der gleichen Wahrscheinlichkeit an Covid-19 wie Kontaktpersonen, die ein wirkungsloses Scheinmedikament bekommen hatten. Die Forscher stellen ihre Ergebnisse im „The New England Journal of Medicine“ vor.Teilnehmer für ihre Studie hatte das Team um David Boulware von der University of Minnesota in Social-Media-Kanälen und auf traditionellen Medien-Plattformen gesucht. Die Freiwilligen bekamen das Mittel, das ursprünglich zur Behandlung von Malaria und bestimmten Immunerkrankungen entwickelt wurde, per Post mit der Aufforderung, es den Anweisungen entsprechend einzunehmen. Die Einnahme musste spätestens vier Tage nach dem ungeschützten Kontakt erfolgen. In den Wochen danach befragten die Forscher die Teilnehmer mehrfach nach ihrem Gesundheitszustand.107 der 821 Kontaktpersonen erkrankten innerhalb von 14 Tagen an Covid-19. Nicht bei allen Erkrankten wurde die Infektion mit einem Test bestätigt, in den meisten Fällen schlossen die Forscher aufgrund der Symptome auf die Erkrankung. Der Anteil der Erkrankten war in beiden Gruppen – der Hydroxychloroquin- und der Placebo-Gruppe – etwa gleich hoch. Das Mittel eigne sich somit nicht zur Vermeidung einer Erkrankung, schreiben die Forscher. Sie schränken ein, dass ihre Teilnehmer vornehmlich jung waren und zu keiner Risikogruppe gehörten. Ob das Mittel bei Hochrisikopatienten zur Vorbeugung nutze, müsse weiter untersucht werden. Die Wirksamkeit von Hydroxychloroquin bei bestehender Erkrankung wird derzeit in Studien getestet. Bisherige Untersuchungen brachten keinen Hinweis, dass es die Symptome bessert oder die Erkrankungsdauer verkürzt. Das Mittel steht auch deshalb unter besonderer Beobachtung, weil US-Präsident Donald Trump es wiederholt als Wundermittel gepriesen und angegeben hatte, es prophylaktisch einzunehmen, um sich vor dem Virus zu schützen.Mehr: Neue Analysen zu Covid-19-Therapien fallen ernüchternd aus Let's block ads! (Why?)
    Quelle: Handelsblatt TechnikPubliziert am 04-06-2020
  • Einstieg bei Gojek: Facebook sucht in Asien nach einem Geschäftsmodell für WhatsApp
    Die Mopedfahrer in knallgrünen Jacken sind in Indonesiens Hauptstadt Jakarta mit ihren Taxis zu unverzichtbaren Helfern geworden. Die Mitarbeiter des Mobilitätsdienstes Gojek manövrieren Passagiere durch den dichten Verkehr der Rushhour, liefern Essen von Restaurants und Straßenimbissen und bringen eilige Pakete in meist weniger als einer Stunde zu dem Empfänger. Jetzt vertraut auch das weltgrößte soziale Netzwerk auf die Hilfe von Gojek und seiner Flotte mit mehr als einer Million Fahrern: Facebook verkündete am Mittwoch eine Beteiligung an Indonesiens wertvollstem Start-Up. Der Einstieg bei Gojek ist Teil von Facebooks Versuch, in Asien ein profitables Geschäftsmodell für seinen werbefreien Messengerdienst WhatsApp zu finden. Konzernchef Mark Zuckerberg setzt dafür nicht nur in Indonesien auf lokale Partner. Bereits Ende April erwarb er für 5,7 Milliarden Dollar einen knapp zehnprozentigen Anteil an dem indischen Mobilfunk- und E-Commerce-Unternehmen Jio – so viel Geld hatte der Konzern noch nie für eine Minderheitsbeteiligung ausgegeben. In beiden Fällen ist es Facebooks erklärtes Ziel, WhatsApp als zentrale Plattform für den Austausch zwischen Unternehmen und ihren Kunden zu etablieren. In Indien soll der Chat-Anbieter dafür in ein E-Commerce-Projekt von Jio mit Kioskbetreibern im ganzen Land integriert werden. In Indonesien verspricht sich Facebook offenbar Vorteile durch Gojeks gute Kontakte zu Hundertausenden Restaurants und Läden, die ihre Waren mit den Mopedtaxis des Start-ups verschicken. „Wir arbeiten gemeinsam mit Gojek daran, Millionen kleiner Unternehmen bei ihrem Wachstum zu unterstützen“, schrieb Facebook-Manager Matt Idema, der das operative Geschäft von WhatsApp leitet, in einem Blogeintrag.Für Internetunternehmen sind sowohl Indien als auch Indonesien – nach China die beiden bevölkerungsreichsten Länder Asiens – enorm wichtige Wachstumsmärkte. Indonesiens Digitalwirtschaft hat sich laut einer gemeinsamen Studie von Google, Singapurs Staatsfonds Temasek und dem Beratungsunternehmen Bain seit 2015 auf ein Umsatzvolumen von 40 Milliarden US-Dollar vervierfacht. Bereits 2025 sollen die Unternehmen des Landes 130 Milliarden Dollar online erwirtschaften, prognostiziert der Report. Für Indien rechnet das Beratungsunternehmen Deloitte damit, dass allein die Umsätze im E-Commerce-Geschäft bis 2026 auf 200 Milliarden Dollar wachsen werden. Hohe regulatorische Hürden in IndienFacebook ist nicht der einzige US-Konzern, der von den guten Wachstumsaussichten profitieren will. In Indien wetteifern auch Amazon und Walmart mit milliardenschweren Investitionen um die Vormachtstellung im Online-Handel. Bei Facebooks neuem indonesischen Partner Gojek, an dem sich nun auch der US-Bezahldienst Paypal beteiligte, zählt auch Google bereits zu den Investoren. Während die amerikanischen Unternehmen bei Chinas Digitalboom weitgehend unbeteiligt waren, wollen sie nun ähnliche Chancen in dem zwei Milliarden Einwohner großen Märkten in Indien und Südostasien nicht verpassen. Beim Versuch am Online-Handel Geld mitzuverdienen, legt Facebook große Hoffnungen in den Dienst WhatsApp Pay, mit dem es laut Zuckerberg künftig ebenso einfach möglich sein soll Geld zu verschicken wie derzeit Fotos oder Textnachrichten. Seit vergangenem Jahr verhandelt das Unternehmen mit indonesischen Finanzkonzernen über eine Einführung des Dienstes. In Indien läuft das System bereits seit 2018 im Beta-Test – zuletzt mit einer Million Nutzer. Der landesweite Start verzögerte sich aber immer wieder – auch wegen hoher regulatorischer Hürden. Zuletzt beschäftigte der Vorwurf, Facebook würde seine dominierende Stellung in Indien für den Start von WhatsApp Pay ausnutzen, die indischen Wettbewerbshüter. WhatsApp hat in Indien 400 Millionen Nutzer – so viele wie in keinem anderen Land. Indonesien ist für WhatsApp mit mehr als 100 Millionen Nutzern einer der fünf größten Märkte weltweit. Viel Geld verdient der Konzern mit den vielen Nutzern aber noch nicht: Zuletzt kamen nur 17 Prozent von Facebooks weltweiten Erlösen aus dem Asien-Pazifik-Raum. Die neuen Investitionen in der Region sollen nun auch dazu beitragen, die Abhängigkeit vom Heimatmarkt in den USA zu reduzieren. Dort steht Facebook gerade unter Druck wegen der Debatte über die Frage, inwieweit das Unternehmen umstrittenen Aussagen von US-Präsident Donald Trump eine Plattform bieten soll. Wie viel Facebook nun für seine Beteiligung an Gojek bezahlte, wollten die beiden Unternehmen nicht kommentieren. Medienberichten zufolge soll es sich um einen niedrigen dreistelligen Millionenbetrag handeln. Insgesamt hat das Start-up, das auch in Ländern wie Vietnam und Thailand aktiv ist und mit zehn Milliarden Dollar bewertet wird, in den vergangenen Monaten drei Milliarden Dollar an frischem Kapital eingesammelt, um sich im Wettbewerb mit seinem Konkurrenten Grab aus Singapur zu behaupten. Gojek-Chef Andre Soelistyo präsentierte den Einstieg von Facebook nun als positives Signal für das ganze Land: „Die Coronavirus-Pandemie hat uns gezeigt, dass eine widerstandsfähige Volkswirtschaft auch eine verlässliche digitale Infrastruktur braucht.“Mehr: Die Indien-Wette von Facebook ist riskant, aber zukunftsweisend Let's block ads! (Why?)
    Quelle: Handelsblatt TechnikPubliziert am 04-06-2020By Mathias Peer
  • Soziales Netzwerk: Snapchat sorgt für weniger Sichtbarkeit bei Trumps Beiträgen
    Snapchat Das soziale Netzwerk will Trump keine kostenlose Werbung verschaffen. (Foto:& Reuters) Der Online-Dienst Snapchat wird Beiträge von US-Präsident Donald Trump künftig weniger prominent platzieren. Sein Profil komme nicht mehr im hauseigenen „Discover“-Bereich mit vom Unternehmen ausgewählten Inhalten vor, erklärten die Betreiber der Foto-App am Mittwoch. Dort sind unter anderem Medieninhalte und News zu finden. „Wir werden kein Verstärker für Stimmen sein, die rassistische Gewalt und Ungerechtigkeit anfachen, indem wir ihnen kostenlose Werbung bei Discover geben“, erklärte Snapchat. „Rassistische Gewalt und Ungerechtigkeit haben keinen Platz in unserer Gesellschaft und wir stehen zusammen mit allen, die Frieden, Liebe, Gleichberechtigung und Gerechtigkeit in Amerika erstreben.“ Zugleich soll der Trump-Account, dem rund 1,5 Millionen Snapchat-Nutzer folgen, auf der Plattform bleiben.Snapchat startete als Foto-App, ist inzwischen aber auch für Politiker und Medien zu einem wichtigen Kanal geworden, um jüngere Menschen zu erreichen – auch mit Blick auf die US-Präsidentenwahl im November. Der Dienst wird pro Tag von 229 Millionen Menschen genutzt. Die App dient überwiegend der privaten Kommunikation, bei der Freunde einander kurze Videos und Bilder schicken. Trumps Wahlkampfteam verurteilte das Vorgehen von Snapchat als Versuch, „die Wahl 2020 zu manipulieren“. Die Plattform wolle den demokratischen Herausforderer Joe Biden unterstützen und Trump bremsen, hieß es in einer Stellungnahme von Wahlkampfmanager Brad Parscale. Trump behauptet schon länger, Online-Dienste wollten konservative Ansichten wie seine unterdrücken und unterzeichnete jüngst eine Verfügung, die den Entscheidungsspielraum der Plattformen einengen soll. Um Beiträge von Trump hatte sich in den vergangenen Tagen eine heftige Kontroverse entwickelt. Twitter versah einen seiner Tweets mit einem Warnhinweis, weil er gegen das Verbot von Gewaltverherrlichung auf der Plattform verstoßen habe. Facebook ging hingegen nicht gegen den selben Beitrag beim Online-Netzwerk vor.Trump hatte in dem Tweet auf erste Ausschreitungen in Minneapolis nach dem Tod des Afroamerikaners George Floyd bei einem brutalen Polizeieinsatz reagiert. Der US-Präsident schrieb, man werde die Kontrolle wiederherstellen, und er fügte hinzu: „Wenn Plünderungen beginnen, wird geschossen“ – „when the looting starts, the shooting starts“. Der Satz ist ein historisch behaftetes Zitat. Mit diesen Worten hatte 1967 der damalige Polizeichef von Miami ein hartes Vorgehen gegen die schwarze Bevölkerung angekündigt.Mehr: In den USA macht Donald Trump Front gegen Twitter und Co. In Europa droht den Plattformen von anderer Seite Unheil: Die EU-Kommission arbeitet an strikteren Lösch-Vorgaben. Let's block ads! (Why?)
    Quelle: Handelsblatt TechnikPubliziert am 04-06-2020
  • Facebook: Mitschnitt aus geheimer Sitzung: Wie Zuckerberg mit der Meinungsfreiheit umgeht
    Mark Zuckerberg Der Facebook-Chef ist für seinen Umgang mit strittigen Beiträgen von US-Präsident Trump intern in die Kritik geraten. (Foto:& AP) Um die 25.000 Mitarbeiter von Facebook wollten am Dienstag von CEO Mark Zuckerberg persönlich hören, ob und warum US-Präsident Donald Trump auf ihrer Plattform offenbar alles sagen darf. Nach zwei Entscheidungen über den Umgang mit Gewaltandrohungen und Falschaussagen über Briefwahlen steht der Facebook-Chef intern wie extern mächtig in der Kritik. Bisher zeigt er jedoch keine Bereitschaft, seine Politik zu überdenken. Auch wenn die telefonische Fragerunde mit den Mitarbeitern erwarten lässt, dass die Diskussion darüber für Zuckerberg und Facebook noch lange nicht vorbei ist. Im Gegenteil.Der Streit über zwei Beiträge des US-Präsidenten hat die Diskussion über die Rolle der sozialen Netzwerke neu entfacht. Im Kern geht es um die Frage, ob die Plattformen als öffentliche Orte angesehen werden müssen, die der Meinungsfreiheit verpflichtet sind oder ob sie viel mehr dafür verantwortlich sind, die Öffentlichkeit vor Falschinformationen, Beleidigungen und Gewaltdrohungen zu schützen – selbst wenn diese von gewählten Politikern ausgesendet werden. Trump und Zuckerberg vertreten eher den ersten Standpunkt, während viele Facebook-Mitarbeiter und externe Kritiker die Gegenmeinung vertreten. Zuckerberg steckt auch deshalb in der Klemme, weil Facebook umso profitabler ist, je weniger die Netzwerkbetreiber Verantwortung übernehmen und ihre Plattformen moderieren müssen. Es ist ungewöhnlich für Facebook, dass eigene Mitarbeiter Kritik an ihrem Chef öffentlich machen. Dass am Montag Hunderte Angestellte gar streikten und sich einige via Twitter und LinkedIn dazu sogar namentlich bekannten, bedeutet für das Unternehmen schon für sich genommen eine Krise. Noch brenzliger wird die Situation aber durch die spezifischen Fragen, die diese Mitarbeiter umtreiben und auf die sie von Zuckerberg am Dienstag Antworten einforderten. Dass die Öffentlichkeit davon erfährt, ist Einzelnen zu verdanken, die das virtuelle Treffen aufnahmen und anschließend Mitschnitte an Journalisten schickten. Kritische Phase für FacebookDie Aufnahmen geben sowohl Einblick in den Entscheidungsprozess über die strittigen Trump-Beiträge als auch in Pläne, wie Zuckerberg künftig mit ähnlichen Inhalten umgehen will. Eins lässt sich vorwegnehmen: Wer gehofft hat, empörte Mitarbeiter könnten Zuckerberg schnell umstimmen, wird enttäuscht sein. Er hat nicht vor, wie Twitter-Chef Jack Dorsey künftig Faktenchecks an die Äußerung des US-Präsidenten und anderer Politiker zu heften oder sie auszublenden, wenn sie Gewalt verherrlichen oder gar zur Selbstjustiz anstiften könnten. Wie unter anderem die Mediendienste „The Verge“ und „Recode“ berichten, ist Zuckerberg zwar zu mehr Transparenz gegenüber seinen Mitarbeitern bereit, hält seine Entscheidungen aber grundsätzlich weiterhin für richtig – und nur das ist entscheidend, angesichts seiner alleinigen Macht über die Strategie des Unternehmens, zu dem neben Facebook auch Instagram und WhatsApp gehören. Er selbst sei zwar erschüttert darüber gewesen, dass Trump Demonstranten auf Facebook gedroht hatte, sagte er seinen Mitarbeitern. Aber er müsse seine persönliche Meinung zu spezifischen Inhalten zurückstellen, wenn es um die Politik und die Prinzipien der Plattform gehe. Das gelte auch, wenn Mitarbeiter und Medien ihn dafür in diesem Fall kritisierten. Zuckerberg ist sich demnach bewusst, dass der Streit über Trumps Posting dem Ansehen seines Unternehmens schadet. Die Einschätzung unterstützt auch die Forrester-Analystin Anjali Lai: „Bei den Verbrauchern hat die Marke Facebook im vergangenen Jahr messbar an Zustimmung verloren, die Reaktion von Facebook könnte die Nachfrage jetzt wieder ankurbeln oder zurückgehen lassen“, sagt sie. Forrester-Daten zeigten, dass Verbraucher in Zeiten des Homeoffice sensibler dafür würden, wie Arbeitgeber ihre Mitarbeiter behandeln. „Es ist ein besonders kritischer Zeitpunkt für Facebook, um sicherzustellen, dass Mitarbeiter gehört werden.“Auch weil sich andere Unternehmensführer in der kalifornischen Tech-Szene ganz anders positionieren: Twitter-Chef Jack Dorsey, der Trump die Stirn bietet. Oder Zuckerbergs alter Rivale, Snap-Gründer Evan Spiegel, der angesichts des jahrhundertelangen Rassismus in den USA sogar eine Reparationskommission fordert, um Schwarze zu entschädigen. Für Facebooks Softwareentwickler, die in der Regel mit Jobangeboten überhäuft werden, könnte das ein Grund sein, zu wechseln. Einer von ihnen, Timothy J. Aveni, hat das bereits getan. Am Dienstag veröffentlichte er einen Brief zu seiner Kündigung auf dem Berufsnetzwerk Linkedin und bekam 39.000 Reaktionen. „Mark hat uns immer gesagt, dass Sprache, die zu Gewalt auffordert, die Grenze sei. Am Freitag hat er uns gezeigt, dass das eine Lüge war“, schrieb Aveni, der bei Facebook an der Bekämpfung von Lügen auf der Plattform mitgearbeitet hatte.Aus wirtschaftlicher Sicht ist Zuckerbergs Haltung angesichts der aktuellen Geschehnisse aber dennoch nachvollziehbar. Nachdem ein weißer Polizist vergangene Woche den unbewaffneten Schwarzen George Floyd gewaltsam getötet hatte, kommt es überall im Land zu Protesten und Ausschreitungen. Videos von Gewalt gegen Demonstranten und Vorwürfe gegen die Behörden kursieren ebenso auf Facebook wie Kritik an den Protestierenden. Zudem stehen die US-Wahlen bevor. Es würde Zuckerberg in der aufgeheizten politischen Lage nur sehr kurzfristig helfen, sich an der Bewertung einzelner Beiträge aufzuhalten. Besser ist eine Gesamtstrategie, die möglichst viele Beiträge einschließt und Facebook so weit wie möglich aus der Verantwortung dafür entlässt.Statt sich umstimmen zu lassen, soll er versucht haben, seine Mitarbeiter selbst als Befürworter der weitreichenden Meinungsfreiheit zu begeistern. Sie könnten stolz auf ihr Unternehmen sein, sagte er. Gleichwohl überlegt Zuckerberg, Staatsvertretern vorübergehend Redebeschränkungen aufzuerlegen, wenn die Unruhen in der Bevölkerung eskalieren sollten. Eine längere Phase ziviler Unruhen könnte dazu führen, „dass wir andere Regeln brauchen, wenn auch nur vorübergehend in den Vereinigten Staaten“, sagte Zuckerberg „The Verge“ zufolge. Die Idee erinnert an Notstandsgesetze, mit denen sich etwa in Deutschland in einer Phase des Ausnahmezustands das Grundgesetz mit weiteren Regeln für den Krisenfall ergänzen lässt. Auch Facebook hat mit seinen Gemeinschaftsstandards eine Art Verfassung für seine Nutzer. Zudem hat es jüngst ein unabhängiges Aufsichtsgremium eingesetzt, das über strittige Verstöße gegen diese Regeln im Sinne der Meinungsfreiheit entscheiden soll. Facebook entwickelt damit für seine etwa drei Milliarden monatliche Nutzer über alle Plattformen hinweg zunehmend parallelstaatliche Regeln und Einrichtungen, während Zuckerberg sich mit Blick auf die freie Rede immer wieder als Verfechter der amerikanischen Verfassung darstellt. Ist Facebook der Meinungsfreiheit verpflichtet?In diese Verpflichtung nimmt US-Präsident Trump Facebook und Twitter ebenso. Es sei die „Politik der Vereinigten Staaten, dass große Onlineplattformen wie Twitter und
    Quelle: Handelsblatt TechnikPubliziert am 03-06-2020
  • Corona-Studie: Drosten bleibt bei Aussagen zur Ansteckungsgefahr durch Kinder
    Virologe Christian Drosten Kritik hatte es vor allem an der statistischen Auswertung der Daten gegeben. (Foto:& dpa) In einer überarbeiteten Fassung seiner Studie zur Infektiosität von Kindern in der Coronakrise hält das Forscherteam um den Berliner Virologen Christian Drosten an seiner grundlegenden Aussage fest. Es gebe keine Hinweise darauf, dass Kinder im Bezug auf Sars-CoV-2 nicht genauso ansteckend seien wie Erwachsene, heißt es in der aktualisierten Version der Studie. Sie ist noch nicht in einem begutachteten Fachjournal erschienen, sondern wurde als sogenannter Preprint veröffentlicht.Ein erster Entwurf der Untersuchung war Ende April veröffentlicht worden und hatte Kritik und teils heftige Auseinandersetzungen nach sich gezogen. Die Aussage bereits damals: Kinder tragen eine ebenso hohe Viruslast wie Erwachsene – und sind mithin vermutlich genauso ansteckend. Die Forscher hatten aufgrund dieser Ergebnisse vor einer uneingeschränkten Öffnung von Schulen und Kindergärten in Deutschland gewarnt. In der neuen Fassung heißt es dazu: „Die uneingeschränkte Öffnung dieser Einrichtungen sollte sorgfältig mit Hilfe von vorbeugenden diagnostischen Tests überwacht werden.“Kritik hatte es vor allem an der statistischen Auswertung der Daten gegeben. Die angewandten Methoden seien nicht geeignet, hieß es von Wissenschaftlern unter anderem. Allerdings hatten die Kritiker später betont, dass solche Diskussionen in der Wissenschaft normal seien und Kritik an der Methode nicht zwangsläufig das Ergebnis infrage stelle. Drosten räumte ein, die statistischen Methoden seien eher grob gewesen, hielt aber an der Aussage der Studie fest.„In der neuen Version der Studie werden die Kommentare, die es zur statistischen Analyse der ersten Fassung gab, aus meiner Sicht überzeugend eingearbeitet“, urteilt Christoph Rothe, Statistiker von der Universität Mannheim auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur nach einer ersten Durchsicht der überarbeiteten Ergebnisse. Er gehörte zu den Forschern, die die statistischen Methoden in der ursprünglichen Analyse kritisiert hatten.Der Statistiker Dominik Liebl von der Uni Bonn, der sich ebenfalls mit der ersten Version der Drosten-Studie auseinandergesetzt hatte, schreibt auf dpa-Anfrage: Der methodische Teil der statistischen Analyse in der neuen Version sei aus seiner Sicht deutlich verbessert worden. Und Liebl ergänzt: „Auch die neue Version des Preprints wird sicherlich weiterhin in der Wissenschaft diskutiert werden, und dies ist auch gut so.“ In der vorgestellten Überarbeitung hat das Team die Daten von insgesamt 3303 Sars-CoV-2-Infizierten analysiert. Sie fanden demnach bei 29 Prozent der Grundschulkinder (0 bis 6 Jahren), bei 37 Prozent der Kinder zwischen 0 und 19 Jahren sowie bei 51 Prozent der über 20-Jährigen eine Virusmenge, die für eine Ansteckung wahrscheinlich ausreichend ist. Die Unterschiede zwischen den Gruppen könnten auch auf unterschiedliche Anwendung der Tests zurückzuführen sein. „Wir schlussfolgern, dass ein erheblicher Anteil infizierter Personen aller Altersgruppen - auch unter denen mit keinen oder milden Symptomen – eine Viruslast trägt, die wahrscheinlich Infektiosität bedeutet.“Mehr: Wie der neue Alltag bei Europas größtem Klinikkonzern aussieht Let's block ads! (Why?)
    Quelle: Handelsblatt TechnikPubliziert am 03-06-2020
  • Facebook: Mark Zuckerberg verteidigt Umgang mit Trump-Äußerungen
    Mark Zuckerberg Bürgerrechtler zeigten sich nach dem Treffen mit dem Facebook-Gründer enttäuscht. (Foto:& AFP) Nach der deutlichen Kritik von Mitarbeitern hat Facebook-Chef Mark Zuckerberg den Umgang seines Unternehmens mit aufrührerischen Nachrichten des US-Präsidenten Donald Trump verteidigt. Die Posts seien überprüft worden und es sei richtig gewesen, sie nicht von der Plattform zu nehmen, zitierte eine Sprecherin die Aussagen von Zuckerberg in einem Videochat mit Mitarbeitern am Dienstagabend. Zuvor waren einige Angestellte des weltgrößten Internetnetzwerks in den Ausstand getreten, um ihre Unzufriedenheit mit dieser Entscheidung zu demonstrieren. Ein solch öffentlicher Protest ist bei den großen US-Technologiekonzernen sehr selten.Im Mittelpunkt der Kritik stehen Aussagen Trumps zu den Ausschreitungen in Minneapolis nach dem Tod des Afroamerikaners George Floyd, vor allem die Formulierung „wenn die Plünderungen starten, starten die Schießereien“. Dieselbe Nachricht war vom Kurznachrichtendienst Twitter mit einem Warnhinweis wegen Gewaltverherrlichung versehen worden. Zuckerberg kündigte laut der Sprecherin an, nach Alternativen zu suchen, die es möglich machen, Nachrichten auf der Plattform zu lassen, aber zu kennzeichnen. Mehrere Facebook-Ingenieure teilten am Dienstag mit, sie hätten wegen Zuckerbergs Haltung gekündigt. Der Programmingenieur Timothy Aveni erklärte, er halte die Weigerung Facebooks nicht länger aus, gegen Trumps aufhetzende Botschaften vorzugehen. Deshalb habe er der Firma gekündigt. Manager Owen Anderson twitterte, er könne die Grundsätze von Facebook nicht länger mittragen und scheide aus.Zuckerberg und andere Facebook-Manager sprachen auch mit Bürgerrechtlern. Diese zeigen sich nach dem Treffen vom Montagabend enttäuscht. Zuckerbergs Erklärungen seien unverständlich, schrieben drei Teilnehmer. „Er weigert sich, anzuerkennen, wie Facebook Trumps Ruf nach Gewalt gegen Demonstranten Raum gibt“, fügten sie hinzu. Weltweit haben Regierungen und Organisation soziale Medien aufgefordert, verstärkt gegen Falschinformationen vorzugehen. Trump hat nach Auseinandersetzungen mit Twitter wegen verschiedener Nachrichten eine Verordnung unterzeichnet, die gewisse Schutzmechanismen für Online-Plattformen außer Kraft setzen könnte.Mehr: Wenn Facebook-Chef Zuckerberg nicht handelt, isoliert er sich selbst Let's block ads! (Why?)
    Quelle: Handelsblatt TechnikPubliziert am 03-06-2020
  • Internetkonzern: US-Sammelklage gegen Google wegen Zugriff auf Nutzerdaten
    Google-Zentrale in Mountain View In der Anklageschrift hieß es, durch die Informationen über die Surfgewohnheiten der Nutzer könne Google Rückschlüsse auf Freunde, Hobbys, Lieblingsessen, Einkaufsgewohnheiten ziehen - auch über die „intimsten und potenziell peinlichen Dinge“, die sie Nutzer online suchten. (Foto:& AP) Der Internetgigant Google muss sich in den USA wegen Missachtung von Privatsphäre-Einstellungen auf eine mögliche Sammelklage im Volumen von mindestens fünf Milliarden Dollar einstellen. Laut der Beschwerde, die am Dienstag beim Bundesgericht in San Jose (Kalifornien) eingereicht wurde, soll das Unternehmen über Google Analytics, Google Ad Manager und andere Anwendungen sowie Website-Plug-Ins und Smartphone-Apps Daten von Internet-Nutzern sammeln, obwohl diese die Einstellungen auf „privat“ gesetzt haben. Google dürfe sich nicht an der verdeckten und nicht autorisierten Sammlung von Daten von praktisch jedem Amerikaner mit einem Computer oder Telefon beteiligen, hieß es in der Anklage.Google-Sprecher Jose Castaneda kündigte an, das Unternehmen werde energisch gegen die Vorwürfe vorgehen. „Wir geben jedes Mal klar an, wenn man eine neue Inkognito-Registerkarte öffnet, dass Websites möglicherweise über die Browser-Aktivitäten Informationen sammeln“, sagte er. In der Anklageschrift hieß es, durch die Informationen über die Surfgewohnheiten der Nutzer könne Google Rückschlüsse auf Freunde, Hobbys, Lieblingsessen, Einkaufsgewohnheiten ziehen - auch über die „intimsten und potenziell peinlichen Dinge“, die sie Nutzer online suchten. Google ist mit den Daten in der Lage, individuell angepasste Werbung schalten. Die Sammelklage umfasse „Millionen“ von Google-Nutzern, die seit dem 1. Juni 2016 im Inkognito-Modus im Internet stöberten und auf deren Daten Google dennoch zugriff. Mindestens 5000 US-Dollar Schadenersatz fordert jeder Nutzer aus Verstößen gegen Abhörschutzgesetze des Bundes und die kalifornischen Datenschutzgesetze.Mehr: Die großen US-Techkonzerne betreiben digitalen Kolonialismus Let's block ads! (Why?)
    Quelle: Handelsblatt TechnikPubliziert am 03-06-2020
  • Mobilfunknetz : Die wichtigsten Fragen zu 5G
    Quelle: Handelsblatt TechnikPubliziert am 03-06-2020
  • Videokonferenzen: Zoom übertrifft alle Erwartungen und wächst weiter
    Videokonferenz-App Zoom Das Unternehmen kann aus der Coronakrise Profit schlagen. (Foto:& dpa) Homeoffice, Schulstunden, Sportkurse und sogar Gottesdienste: Der Videokonferenz-Dienst Zoom wird seit Beginn der Coronakrise weltweit verstärkt eingesetzt. Die gesteigerte Beliebtheit schlägt sich nun auch in den Zahlen nieder: Im Ende April abgeschlossenen Quartal stieg der Umsatz des Videokonferenzanbieters aus Kalifornien gegenüber dem Vorjahr um 169 Prozent von 122 auf 328 Millionen Dollar, wie das Unternehmen am Dienstagabend bekanntgab.Der Nettogewinn legte auf 27 Millionen Dollar (9 Cent je Aktie) zu, nach rund 200.000 Dollar im Jahr zuvor. Beide Zahlen lagen weit über den Schätzungen von Analysten. Und Zoom geht von einem dauerhaften Plus aus: Für das laufende Geschäftsjahr rechnet die Plattform mit einem Umsatz von bis zu 1,8 Milliarden Dollar, was praktisch eine Verdopplung zur vorherigen Schätzung darstellt. Der bereinigte Gewinn pro Aktie soll am Ende des Geschäftsjahres zwischen 1,21 Dollar und 1,29 Dollar je Aktie liegen, nach bisher prognostizierten 42 bis 45 Cent.Pro Tag nehmen mittlerweile rund 300 Millionen Menschen an den Videokonferenzen des Unternehmens , teilte Zoom mit. Im Dezember seien es noch zehn Millionen gewesen. Allerdings gibt Zoom keine Nutzerzahlen bekannt, was die Werthaltigkeit der Aussage einschränkt. Ein Teilnehmer kann an einem Tag an mehreren Konferenzen teilnehmen, was vor allem in der Coronakrise für viele zum Standard wurde: Arbeitsplätze wurden ins Homeoffice ausgelagert. Wo man sonst in Büroräumen zusammenkam, treffen sich Kollegen nun in Video-Konferenzen.Einen Orientierungspunkt gibt wiederum die Zahl der Unternehmenskunden mit mehr als zehn Mitarbeitern, die nun auf 265.400 beträgt und damit ein Plus von 354 Prozent aufweist. Im Durchschnitt der vergangenen zwölf Monate stieg die Zahl der Kunden mit mehr als 100.000 Dollar Jahresumsatz um 90 Prozent. Die Ausgabensteigerungen der existierenden Kunden legten laut dem Unternehmen im achten Quartal in Folge um mehr als 130 Prozent zu.Konkurrenten bauen Angebote ausVor allem die angehobene Prognose sorgt bei den Anlegern für Zuversicht. Zuvor hatte sich das Unternehmen noch mit Unsicherheit zur weiteren Entwicklung geäußert, wenn nach der Virenepidemie weltweit die Kontaktbeschränkungen gelockert würden. Jetzt scheint Optimismus vorzuherrschen: Videokonferenzen werden aus dem privaten Alltag, bei der Arbeit oder beim Lernen nicht mehr wegzudenken sein. Zoom-Chef Eric Yuan sprach am Dienstag gegenüber Investoren davon, dass mittlerweile „der Gesamtmarkt weit größer sei als erwartet“. So haben zum Beispiel Firmen wie Facebook angekündigt, dass in fünf bis zehn Jahren bis zu 50 Prozent der Belegschaft von Zuhause aus arbeiten und Videokonferenzen nutzen würden. Das allerdings könnte für Zoom wiederum zum Problem werden.Facebook hat bereits erweiterte Video-Fähigkeiten für das eigene Unternehmensangebot „Workplace“ angekündigt, das laut Facebook-Chef Mark Zuckerberg rasant wachse. Ebenso gibt es Videodienste von Google, Microsoft (Teams) oder Cisco (Webex), die Zoom Kunden abwerben wollen.Nachbörslich fiel der Kurs der Zoom-Aktie leicht, was frühen Investoren jedoch kein Kopfzerbrechen bereiten sollte. Der Kurs liegt weiterhin kurz unter Allzeithoch. Der Börsengang könnte als einer der besten in die Geschichte eingehen. Im April 2019 zu 36 Dollar eingeführt, zog die Aktie am ersten Tag um 72 Prozent an und liegt jetzt bei rund 204 Dollar. Allein in diesem Jahr schoss der Kurs um über 200 Prozent in die Höhe.Die Leistungsfähigkeit des Dienstes unterstrich Zoom am Dienstag dann auch ganz praktisch: An einem Treffen des Vorstands mit Analysten nahmen bis zu 3000 Teilnehmer virtuell auf den Servern des Unternehmens teil.Mehr: Nicht nur das Arbeiten, auch ein Film- oder Spieleabend kann von zu Hause aus funktionieren. Es braucht dafür nur Internet – und die richtigen Apps und Werkzeuge. Let's block ads! (Why?)
    Quelle: Handelsblatt TechnikPubliziert am 02-06-2020By Axel Postinett
  • Mark Zuckerberg: Facebooks CEO bringt seine zögerliche Haltung in Bedrängnis
    Mark Zuckerberg Facebooks CEO sagt, er habe sich mit einer Reaktion auf Trumps Posts schwer getan. (Foto:& imago images / photothek) Wenn Mark Zuckerberg etwas Wichtiges mitzuteilen hat, schreibt er es als Facebook-Post an die mehr als 2,6 Milliarden Facebook-Nutzer. „Ich habe mit meiner Reaktion auf die Tweets und Posts von Präsident Trump den ganzen Tag gerungen“, schrieb er.Auslöser waren die Unruhen nach dem Tod des Afroamerikaners George Floyd durch Polizeigewalt. Trump kommentierte die Ausschreitungen mit einem Spruch, den Rassisten in den 1960er Jahren verwendet hatten: „Wenn geplündert wird, wird geschossen.“Persönlich, schrieb Zuckerberg, habe er ein sehr ungutes Gefühl. Aber sein Netzwerk lösche nur Posts, in denen konkret und direkt Menschen gefährdet werden. Und das sei hier nicht der Fall. Es ist nicht das erste Mal, dass Zuckerberg über dieses Drahtseil balanciert. Seit Trump im Amt ist, müht sich der Facebook-Chef um das Wohlwollen im Weißen Haus.Am Freitag telefonierte er mit dem Präsidenten und soll dort seine Bedenken geäußert haben, aber offenbar ohne den leicht reizbaren Trump zu sehr herauszufordern. IT-Konzerne wie Facebook stehen in Washington aufgrund ihrer Marktmacht in der Kritik. Gleichzeitig will der 36-Jährige seine Mitarbeiter, die Trumps Politik in der Mehrheit ablehnen, nicht vergraulen. Das könnte ihm misslungen sein. Hunderte Facebook-Mitarbeiter legten am Montag ihre Arbeit nieder. „Ich bin nicht stolz, wie wir gerade aussehen“, schrieb Jason Toff, ein Designmanager von Facebook auf Twitter. „Die Mehrheit meiner Kollegen, mit denen ich gesprochen habe, sehen das genauso.“ Menlo Park In Facebooks Firmenzentrale wird die Kritik an Mark Zuckerberg lauter. (Foto:& Reuters) Für Facebook ist das neu. Zwar hat die Stimmung im Unternehmen unter dem politischen Kreuzfeuer seit Trumps Wahl 2016 gelitten, doch offene Revolte gab es kaum. Anders als Twitter-Chef Jack Dorsey, der Trumps gewaltverherrlichende Äußerungen hinter einem Warnhinweis versteckt und seine Anhänger vor Wut schäumen ließ, versucht Zuckerberg noch, politisches Kapital zu halten und Mitarbeiter zufrieden zu stellen. Am Ende könnte er beides verlieren.Mehr: So setzen Konzerne in den USA ein Zeichen gegen Rassismus. Let's block ads! (Why?)
    Quelle: Handelsblatt TechnikPubliziert am 02-06-2020By Alexander Demling
  • Meinungsfreiheit: Aufstand gegen Zuckerberg: Facebook-Mitarbeiter fordern mehr Mut gegen Trump
    Mark Zuckerberg Der Facebook-Chef gerät intern in die Kritik. (Foto:& AP) Hunderte Facebook-Mitarbeiter haben am Montag gestreikt. Viele von ihnen versammelten sich auf der Konkurrenzplattform Twitter unter dem Appell #Takeaction, „Unternimm etwas“. Auslöser der Proteste war die Haltung von Konzernchef Mark Zuckerberg. Er hatte nichts gegen zwei umstrittene Postings von US-Präsident Donald Trump unternommen, während Twitter-Chef Jack Dorsey sie verborgen beziehungsweise mit einem Warnhinweis versehen hatte.Die Proteste werfen die alte Frage nach der Verantwortung digitaler Plattformen für die Beiträge ihrer Nutzer wieder auf. Anders als klassische Medien übernehmen sie keine redaktionelle Verantwortung für ihre Inhalte. Allen Digitalunternehmern voran hatte Zuckerberg zuletzt immer wieder genauere Vorgaben von Regulierern gefordert, welche Äußerungen er löschen lassen soll.Der unterschiedliche Umgang von Twitter und Facebook mit Donald Trumps jüngsten Äußerungen zeigt jedoch, dass die Netzwerke solche Entscheidungen nicht auf Gesetzgeber abwälzen können. Denn die internen Leitlinien zur Bewertung strittiger Inhalte sehen bei beiden Unternehmen eigentlich recht ähnlich aus. Sie wurden schließlich aber unterschiedlich auf die konkreten Äußerungen ausgelegt. In den öffentlichen Bekundungen postulieren zahlreiche Facebook-Mitarbeiter nun selbst, dass ihr Unternehmen wesentlich mehr für den öffentlichen Diskurs tun könnte und die Regeln weiterentwickelt werden sollten. Dabei geht es nicht nur um den Umgang mit konkreten Aussagen, sondern um die damit verbundenen gesellschaftlichen Folgen und die Gestaltungsmöglichkeiten des Netzwerks. Der Software-Ingenieur Brandon Dail schrieb auf Twitter; „Facebooks jüngste Entscheidung, nicht auf Beiträge zu reagieren, die zur Gewalt auffordern, lässt andere Möglichkeiten, wie wir unsere Gemeinschaft schützen, unbeachtet.“ Ähnlich formulierte es die Produktdesignerin Sara Zhang und fügte hinzu: Das aktuelle Regelwerk führe zu einem Schubladenverfahren, nachdem man mit schädlichen Inhalten von Nutzern nur nach dem Schema stehenlassen oder löschen umgehen könne.Internetgesetzgebung steht auf dem SpielDie politische Rolle des Unternehmens wird seit dem Skandal um das Beratungsunternehmen Cambridge Analytica immer wieder diskutiert. Im Jahr 2017 war aufgedeckt worden, dass Daten von Facebook-Nutzern missbraucht wurden, um unter anderem die US-Wahlen 2016 in illegitimer Weise mit irreführender Wahlwerbung zu beeinflussen.Damals stellten sich viele Mitarbeiter hinter ihr Management, das Facebook vor allem als Opfer darstellte. Das Netzwerk wurde aus der Sicht vieler zu Unrecht für eine zunehmende Polarisierung der Öffentlichkeit verantwortlich gemacht. Nun aber stimmen Mitarbeiter externen Kritikern zu und erhöhen den Druck auf Mark Zuckerberg immens. Erst vergangene Woche hatte das Wall Street Journal über interne Facebook-Präsentationen von 2018 berichtet, in denen Befunde diskutiert wurden, Facebook würde die Spaltung der Gesellschaft tatsächlich verstärken. Führungskräfte hätten die Untersuchungen in eigener Sache aber weitgehend eingestellt, berichtete die US-Zeitung.Nach Schätzungen des US-Fernsehsenders CNBC sollen rund 600 Mitarbeiter am Montag dem Demonstrationsaufruf gefolgt sein. Sie sollen sich von ihren digitalen Arbeitsgeräten abgemeldet und die Abwesenheitsfunktionen in E-Mail oder Facebook-Messenger mit dem Hinweis aktiviert haben, man gehe demonstrieren.Viele beteiligten sich unter dem Hashtag „#TakeAction“ auf Twitter und LinkedIn an der digitalen Demonstration. Abteilungsleiter meldeten stellvertretend ihr gesamtes Team zum Digitalstreik an. Facebook hat die Arbeitsniederlegung bestätigt. In einem anderen Statement teilte das Unternehmen mit: „Während wir weitere schwierige Entscheidungen über Inhalte vor uns sehen, suchen wir weiterhin das ehrliche Feedback (unserer Mitarbeiter).“ Für den Streiktag habe niemand einen freien Tag einreichen müssen. Zu dem Streik kommt es nach mehreren Tagen interner Diskussionen über die Behandlung eines Trump-Beitrags, in dem er nach Meinung vieler Beobachter indirekt zu tödlicher Gewalt gegen Plünderer aufrief. Sobald geplündert würde, werde geschossen, hatte der US-Präsident geschrieben. Nach dem gewaltsamen Tod des Afro-Amerikaners George Floyd durch weiße Polizisten in Minneapolis eskalieren die Proteste im Land.Trumps Formulierung „When the looting starts, the shooting starts” ist stark vorbelastet. Die Aussage hatte der Polizeichef von Miami geprägt, als in den 1960er-Jahren die wachsende Bürgerrechtsbewegung in den USA zu schweren Unruhen in vor allem von Afro-Amerikanern bewohnten Stadtteilen führte. Trump gab an, von der Geschichte der Aussage habe er nichts gewusst. Er habe das Zitat irgendwo aufgeschnappt. Weil Trump sich parallel auf Twitter und Facebook ausließ, wurde die Öffentlichkeit anschließend Zeuge, wie Facebook-Chef Zuckerberg und Twitter-Chef Dorsey unabhängig voneinander darauf reagieren mussten. Beide Unternehmen haben eigene, weltweit gültige Richtlinien, was Nutzer bei ihnen posten dürfen und was nicht. Facebook räumt dabei Politikern mehr Rechte ein als anderen Nutzern.Twitter überblendete den Beitrag mit einem Warnhinweis zur Gewaltverherrlichung. Nach eigenen Aussagen hat Jack Dorsey persönlich das Okay dazu gegeben. Es war die zweite Konfrontation mit dem Präsidenten binnen weniger Tage: Dorsey hatte sich schon kurz zuvor getraut, dem Präsidenten ins Wort zu fallen, indem er einen Faktencheck zu einem Tweet des Präsidenten platzieren ließ, in dem dieser behauptete, Briefwahlen führten zu Wahlmanipulationen. Das hatte es in den US-Politik noch nie gegeben.Trump orderte daraufhin per Präsidialdekret das Justizministerium und die zuständigen Aufsichtsbehörden an, zu überprüfen, ob Internetplattformen in Zukunft für die Inhalte Dritter zur Verantwortung gezogen werden könnten. Bisher spricht die Gesetzgebung die US-Techkonzerne davon frei. Die fragliche Gesetzgebung Section 230 gilt als Gründungsprinzip des Internets, mit dem das rasante Wachstum der Digitalkonzerne überhaupt erst ermöglicht wurde. Trump stellt nun infrage, ob sich Plattformen mit Eingriffen wie der Kennzeichnung mit Warnhinweisen und die Überblendung von Posts nicht selbst zu einer redaktionellen Verantwortung bekennen, an die sie sich dann auch in allen anderen Fällen halten müssen.In der EU wird derzeit unter umgekehrten Vorzeichen diskutiert, die Plattformen stärker haftbar zu machen. Hier sollen die Techunternehmen stärker in die Verantwortung genommen werden für das, was ihre Nutzer posten und sehen müssen. Gegen kaum eine Regulierungsmaßnahme lobbyieren die Konzerne stärker. Sie könnte der Profitabilität stark schaden. Viele Mitarbeiter von Facebook hatten geglaubt, dass Mark Zuckerberg die Aussage zur Gewalt gegen Plünderer ebenfalls wegen Gewaltverherrlichung zensieren werde. Zudem gibt es auch bei Facebook interne Leitlinien, nach denen Aussagen von hochrangigen Politikern gelöscht werden, wenn sie das Vertrauen in demokratische Wahlen schädigen. So ließ sich die Briefwahl-Aussage durchaus interpretieren.Doch der Mitgründer und Chef von Facebook lehnte Eingriffe ab. Soziale Medien sollten nicht als Schiedsrichter in die politische Diskussion eingreifen und diese auch nicht auf Wahrheit überprüfen, erklärte Zuckerberg. Das stieß extern und intern auf viel Kritik.Am Freitag schrieb Mark Zuckerberg, er habe
    Quelle: Handelsblatt TechnikPubliziert am 02-06-2020