Welt

  • Jetzt steht für Deutschland alles auf dem Spiel
    Es war wieder eine jener Runden, die sich derzeit überall in der Republik zusammenfinden. Mediziner, Wirtschaftsexperten, Politiker, Ministeriale, Wissenschaftler, eher willkürlich berufen als repräsentativ zusammengesetzt. In einem Konferenzsaal einer deutschen Landesregierung, in regelkonformem Abstand voneinander platziert, berieten die Experten am Mittwoch über Bedingungen und Ablauf eines Ausstiegs aus dem Corona-Ausnahmezustand. Über die Frage des Wann und des Wie, über die Reihenfolge, in der man die in den vergangenen Wochen verhängten Notstandsmaßnahmen wieder zurückfahren könne, in Richtung Normalität. So viel steht heute schon fest: Let's block ads! (Why?)
    Quelle: Welt NewsPubliziert am 03-04-2020By Ulrich Exner, Ricarda Breyton, Kristian Frigelj, Thomas Vitzthum
  • Wie die USA anderen Ländern die Schutzmasken wegkaufen
    Die Meldungen häuften sich in den vergangenen drei Tagen: Erst klagte am Mittwoch der Präsident der französischen Region Grand-Est, Jean Rottner, die USA hätten Frankreich Atemmasken abgejagt, „vom Rollfeld“ eines chinesischen Flughafens einfach weggekauft. „Sie zückten Bargeld und zahlten drei- oder viermal so viel wie unseren Bestellpreis“, sagte Rottner. Am Donnerstag berichtete Kanadas Premierminister Justin Trudeau von einem Fall, in dem es ebenso gelaufen sei: Die USA hätten ihren Nachbarn Schutzausrüstung vor der Nase weggeschnappt. Und am Freitag zog Brasilien nach. Gesundheitsminister Luiz Mandetta gab an, chinesische Hersteller hätten bestehende Verträge über die Lieferung von 200 Millionen Schutzmasken gekündigt – weil die USA deutlich mehr bezahlen würden. Let's block ads! (Why?)
    Quelle: Welt NewsPubliziert am 03-04-2020By Anette Dowideit
  • „Wir in Bayern bewachen die Masken mit der Polizei“
    Markus Söder spricht im Interview mit WELT über die kommenden Maßnahmen zur Corona-Krise. Dass die USA Atemschutzmasken für Deutschland konfisziert hätten, sei nicht überraschend, weil sie derzeit öfter mit „robusten Mitteln“ arbeiteten. (Video, 10 Min.) Let's block ads! (Why?)
    Quelle: Welt NewsPubliziert am 03-04-2020By Christina Lewinsky
  • Exponentielles Wachstum gestoppt – Deutschland nimmt Kurs auf den „best case“
    Noch am Mittwoch hatte Bundeskanzlerin Angela Merkel für die Deutschen wenig Tröstliches und viel Bitteres verkündet: Kein Ostereier-Suchen im großen Familienkreis, Kontaktsperren bis mindestens 19. April. Und für alle, die auf eine Lockerung hofften, legte sie die Latte noch höher. Erst müsse der täglich Anstieg der Infektionszahlen auf fünf bis sechs Prozent gedrückt werden. Eine Woche zuvor hatte sie gut sieben Prozent für ausreichend gehalten. Was die Kanzlerin nicht sagte, teilte das Robert-Koch-Institut (RKI) als hoffnungsvolle Botschaft nicht einmal 48 Stunden später etwas verklausuliert mit: Die Kontaktsperren haben Erfolg, das exponentielle Wachstum der Infektionen ist gestoppt. Die Zahl der Neu-Ansteckungen sollte zudem in den nächsten Tagen sogar zurückgehen. Übersetzt heißt dies für die Regierungs-Szenarien: Deutschland ist auf dem Pfad des „best case“. Und vielleicht sogar einen Tick besser. Geschwindigkeit der Ausbreitung der Epidemie nahezu halbiert Die verschärften Kontaktsperren gelten nun seit zwölf Tagen. Da die Inkubationszeit beim Coronavirus – also die Zeit zwischen Ansteckung und Symptomen – zwischen 5 und 14 Tagen beträgt, muss sich die Wirkung gezeigt haben. Und tatsächlich hat sich die Geschwindigkeit der Ausbreitung der Epidemie nahezu halbiert. In der vergangenen Woche lag im Schnitt der tägliche Zuwachs an Infektionen bei neun Prozent, in der Woche zuvor waren es noch 17 Prozent. Damit hätte man die früher von Merkel genannte Maßgabe für eine Lockerung der Einschränkungen von gut sieben Prozent bereits beinahe erreicht. RKI-Chef Lothar Wieler hatte eine noch bessere Nachricht parat: Die sogenannte Reproduktionsrate sei auf eins gedrückt. Das bedeutet: Ein Infizierter steckt nur jeweils einen weiteren an, das exponentielle Wachstum ist gestoppt. Und er habe die Hoffnung, dass die Rate in den nächsten Tagen unter eins sinke, sagte Wieler. Damit würde die Epidemie sogar zurückgehen.
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    A medical employee collects a smear at a special corona test center for public service employees such as police officers, nurses and firefighters during a media presentation as the spread of the coronavirus disease (COVID-19) continues, in Cologne, Germany, March 31, 2020. REUTERS/Thilo Schmuelgen Ausmaß der Corona-Pandemie Auch Bayerns Ministerpräsident Markus Söder sprach so von einem „leicht positiven“ Trend, lehnte aber jedes Signal der Entwarnung ab. Denn klar sei, dass die Epidemie jederzeit mit hohen Raten wieder ausbrechen könnte, solange es keinen Impfstoffe gibt. Die Politik will deswegen kein Signal der Entwarnung geben und fordert weiter Disziplin. Greift das Szenario 1, „schnelle Kontrolle“? Ende März hatte die Bundesregierung Szenarien entwickelt, die bis zu einer Million Toten vorhersagten – im schlimmsten Fall. Tatsächlich bewegen sich die Zahlen aber in dem internen Papier beim besten Fall, des „Szenarios 1 (Schnelle Kontrolle)“. Die wirtschaftliche Bilanz wäre zwar dann ähnlich der Weltwirtschaftskrise 2009, was in dem Papier dennoch als „Hoffnungsschimmer“ bezeichnet wird. Entscheidend für dieses Szenario sei, dass es gelinge, „die exponentielle Verbreitung des Virus zu stoppen und die Ansteckungsrate vor Ostern auf unter 1 zu senken“. Exakt dies hat RKI-Chef Wieler in Aussicht gestellt.
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    Corona-Pandemie Das Papier skizziert zudem für dieses Szenario einen Verlauf, den die Autoren damals selbst als optimistisch einschätzten: Ab 6. April – also Montag – werde die Ansteckungsrate mit 0,8 unter eins liegen. Unter eins werde sie bis zum 20. April – also für die Dauer der Kontaktsperren – auch bleiben. Das bedeutet dann laut Regierungsszenario: „Schrittweise Lockerung der Ausgangsbeschränkungen, Wiederaufnahme des Schulbetriebs, sobald dies ohne erneutes Aufflammen der Epidemie möglich ist.“ Krankenhäuser sehen sich ohnehin gerüstet Die Autoren weisen aber selbst in diesem „Best Case Szenario“ auf ein Risiko hin: Die Kapazitäten der Krankenhäuser könnten dennoch überfordert sein. Auch darauf wies RKI-Chef Wieler hin. „Ich persönlich habe die Einschätzung, dass sie nicht reichen werden. Und ich freue mich, wenn ich mich täusche.“
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    "Bei den Masken gibt es hierzulande eine große Unsicherheit", sagt Ethnologe Hansjörg Dilger Corona und die Deutschen Gerald Gaß, Chef der Deutschen Krankenhausgesellschaft, zeigte sich zuversichtlich, dass die 15.000 bis 20.000 freien Intensivbetten ausreichen würden. Beatmungsgeräte würden in den kommenden zwei Wochen für alle Covid-19 Patienten zur Verfügung stehen. Setzt sich der Trend bei den Neuinfektionen fort, sollte nach den zwei Wochen dann auch die Zahl neuer Patienten sinken. Let's block ads! (Why?)
    Quelle: Welt NewsPubliziert am 03-04-2020
  • An diesem Tag könnte der Shutdown in Deutschland enden
    Die Olympischen Spiele sind verschoben, die Europameisterschaft 2020 ebenfalls abgesagt. Sogar das Familienfest Ostern wird nicht im gewohnten Rahmen stattfinden können. Jeder dieser Beschlüsse wäre in normalen Zeiten für sich genommen schon als historisch zu bezeichnen. Doch die wahre Entscheidung steht noch aus: Wann endet der Shutdown, und wann beendet Deutschland damit seine pandemische Pause? Antworten darauf könnte die Brandeis-Studie der US-Wissenschaftlerin Anna Scherbina liefern. Sie hat versucht, die optimale Dauer eines Shutdowns zu bestimmen und damit der Politik eine Indikation zu geben. Let's block ads! (Why?)
    Quelle: Welt NewsPubliziert am 03-04-2020By Anja Ettel, Holger Zschäpitz
  • Warum die Corona-Krise keine Übertreibung ist
    Eine Jahrhundertpandemie geht um, Land für Land verhängt den Lockdown. Todeszahlen und Berichte über überlastete Notaufnahmen beherrschen die Nachrichten. Nur drastische Maßnahmen unter großen wirtschaftlichen Opfern werden noch größeres Leid verhindern – so legen es die Analysen der Wissenschaftler nahe. Doch einige Epidemiologen und Virologen erheben inzwischen Einspruch. Sie stellen die Gefährlichkeit des Virus infrage und kritisieren: Für die verhängten Schutzmaßnahmen gäbe es keine ausreichende wissenschaftliche Evidenz. Schon Mitte März beklagte der renommierte Statistiker John Ioannidis in einem Beitrag auf der amerikanischen Nachrichtenseite „Statnews“ die schlechte Datenlage und unzureichenden Informationen. Bei der Jahrhundertepidemie, so der Harvard-Forscher, könne es sich in Wahrheit auch um ein „Jahrhundertfiasko“ in Sachen Evidenz handeln, schließlich gäbe es keine verlässlichen Daten darüber, wie viele Menschen sich bereits mit dem neuen Virus angesteckt hätten und weiterhin anstecken. Die Virologin Karin Moelling äußert sich in einem YouTube-Interview besorgt über die ihrer Meinung nach unverhältnismäßigen Maßnahmen: „Es ist eine milde Erkrankung, aber das darf man ja heutzutage gar nicht mehr sagen.“ Bis zu ihrer Emeritierung 2008 hat Moelling das Institut für Medizinische Virologie an der Universität Zürich geleitet.
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    Coronavirus Für viel Aufsehen sorgt auch der angesehene Mikrobiologe Sucharit Bhakdi mit einem eigenen YouTube-Kanal, auf dem er die Maßnahmen in der Corona-Krise als „grotesk, überbordend und direkt gefährlich“ bezeichnet. Auch er ist emeritiert, 22 Jahre hat er das Institut für Medizinische Mikrobiologie und Hygiene der Universität Mainz geleitet. In seinem neuesten Videobeitrag hat er einen offenen Brief an die Bundeskanzlerin verlesen. Die entscheidende Frage sei: „Wissen wir genug, um all das zu verantworten, was wir den Menschen in diesem Lande gerade zumuten?“ Kritisch äußert sich nun auch Ulrich Keil gegenüber WELT. Keil ist emeritierter Professor der Universität Münster, wo er bis 2009 das Institut für Epidemiologie und Sozialmedizin geleitet hat, sein Fachgebiet war die Prävention chronischer Erkrankungen. Über Jahrzehnte hinweg hat er die WHO beraten. Keil spricht von „Angstkampagnen“ und „Überreaktionen“, auch er kritisiert eine völlig unzureichende Datenlage. Hier die wesentlichen Argumente der Kritiker und eine Einordnung: Coronaviren gab es schon immer, und jedes Jahr zirkulieren viele andere Viren, die grippeähnliche Symptome verursachen. „Die Virologen sagen schon länger Pandemien mit einem ‚Killervirus‘ voraus, dem Millionen Menschen weltweit zum Opfer fallen würden“, sagt Ulrich Keil. In Wahrheit aber gäbe es in jeder Saison eine Vielzahl verschiedener Erreger, die zu den „grippeähnlichen Symptomen“ führen können, unter denen nun auch die Menschen leiden, bei denen das neue Coronavirus festgestellt wurde. Auch Sucharit Bhakdi bezweifelt, dass Sars-CoV-2 bedeutend gefährlicher ist als die bereits kursierenden Coronaviren. Tatsächlich gibt es vier andere Coronaviren – sie sind weitverbreitet, der größte Teil der Menschheit dürfte sich bereits mit ihnen angesteckt haben. Sie verursachen Erkältungssymptome, gelten als vergleichsweise harmlos, sind aber auch noch wenig erforscht worden. Hinzu kamen 2003 und 2012 zwei neue Coronaviren, Sars und Mers. Diese beiden lösen schwere Atemwegserkrankungen aus, gelten als sehr gefährlich, sind aber weit weniger ansteckend als das neue Coronavirus Sars-CoV-2. Sars 1 ist nach den Eindämmungsmaßnahmen wieder verschwunden. Mers existiert bis heute, wird aber nur schwer von Mensch zu Mensch übertragen. Zwischen den vier weitverbreiteten Coronaviren und Sars-CoV-2 gebe es aber einen bedeutsamen Unterschied, sagt der Virologe Jonas Schmidt-Chanasit vom Bernhard-Nocht-Institut Hamburg: „Bei dem neuen Coronavirus haben wir es mit einem völlig neuen Virus zu tun, gegen das es noch keinerlei Immunität gibt. Das unterscheidet das neue Virus auch von allen zirkulierenden Grippeviren. Es werden sich daher voraussichtlich sehr viel mehr Menschen in kurzer Zeit damit anstecken, erkranken und zum Teil auf intensivmedizinische Behandlung angewiesen sein. Bei den gemeldeten Corona-Toten weiß man gar nicht, ob sie wirklich an dem neuen Virus gestorben sind oder in Wahrheit an anderen Erkrankungen oder anderen Krankheitserregern. „Niemand weiß genau, ob ein Todesfall wirklich ursächlich auf eine Corona-Infektion zurückzuführen ist“, sagt Ulrich Keil und spricht in dem Zusammenhang von einem „Datensalat“. Auch Sucharit Bhakdi kritisiert: „Weltweit wird der Fehler begangen, virusbedingte Tote zu melden, sobald festgestellt wird, dass das Virus beim Tod vorhanden war – unabhängig von anderen Faktoren.“ „Das ist ein geschicktes Argument, wenn man Zweifel sähen will“, entgegnet Jonas Schmidt-Chanasit. Die Frage nach der eigentlichen Todesursache sei tatsächlich ein kritischer Punkt, denn viele der meist älteren Verstorbenen hatten auch andere Erkrankungen. Das Robert-Koch-Institut aber zählt alle Menschen, bei denen zum Zeitpunkt des Todes eine Virusinfektion nachgewiesen wurde, als Opfer der neuen Infektion.
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    Als Feiern noch erlaubt war: Schlange stehen vor dem Berliner Club „Kater Blau“ Corona-Fall im „Kater Blau“ „Man fordert hier knallharte Beweise, die man in einer akuten pandemischen Lage gar nicht erbringen kann“, sagt Schmidt-Chanasit. Für einen echten Beweis müsse man eine aufwendige Obduktion durchführen, die Verteilung des Virus untersuchen und nach anderen Erregern fahnden. „Ich fände es gut, wenn es diese Untersuchungen gäbe und hätte mir da auch schon mehr Erkenntnisse aus China gewünscht“, so der Hamburger Virologe. Man dürfe aber deswegen nicht im Umkehrschluss das Virus für harmlos erklären. „Es ist doch offensichtlich, dass es sich bei dem Geschehen in Wuhan, Italien, in Madrid und New York um Ausnahmesituationen handelt – das ist einfach nicht normal.“ Es ist möglich, dass nicht alle der offiziellen Corona-Toten tatsächlich an dem Virus gestorben sind. Es ist aber andererseits auch möglich, dass Menschen unerkannt an dem Virus sterben. Eine aktuelle Analyse aus Italien kommt zu dem Schluss, dass zwischen dem 21. Februar und 21. März 8740 mehr Menschen starben als in den Vorjahren in diesem Zeitraum. Gemeldet wurden aber in dieser Zeitspanne nur 4825 Tote durch Corona. Vermutlich sind viel mehr Menschen infiziert als bekannt. Die Sterberaten sind daher viel niedriger als angenommen, die Gefahr durch das Virus wird überschätzt. „Ohne genügend große repräsentative Zufallsstichproben, die die Ausbreitung und Gefährlichkeit der Virusinfektionen in der Bevölkerung untersuchen, sind Prognosen über zukünftige Todesfälle nicht haltbar“, sagt Ulrich Keil. In
    Quelle: Welt NewsPubliziert am 03-04-2020By Birgit Herden
  • Merkel beendet Quarantäne – Einschränkungen in Berlin wohl „das ganze Jahr“
    Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) ist am Freitag nach zweiwöchiger Corona-Quarantäne ins Kanzleramt zurückgekehrt. Wie Regierungssprecher Steffen Seibert sagte, hat sie ihre Geschäfte wieder persönlich in der Regierungszentrale aufgenommen. Selbstverständlich würden dort die bestehenden Abstandsregelungen beachtet. Gespräche mit anderen Regierungschefs führe sie per Telefon oder per Videoschalte. „Jetzt geht die Arbeit wieder aus dem Kanzleramt weiter“, sagte Seibert. Merkel hatte drei Corona-Test machen lassen, die alle drei negativ waren. Sie hatte aber zunächst die Dienstgeschäfte noch aus ihrer häuslichen Quarantäne wahrgenommen, um die übliche zweiwöchige Quarantäne einzuhalten. Merkel war dort seit dem 22. März, nachdem sie darüber unterrichtet worden war, dass sie am 20. März mit einem Arzt Kontakt hatte, der dann positiv auf das Coronavirus getestet worden war. Der Mediziner hatte Merkel vorbeugend gegen Pneumokokken geimpft. Der Berliner Innensenator Andreas Geisel (SPD) geht davon aus, dass noch das ganze Jahr mit Einschränkungen durch die Corona-Krise zu rechnen ist. Zwar sei eine Lockerung des sogenannten Lockdowns im April oder Mai möglich, sagte er am Freitag im Rundfunk Berlin-Brandenburg. „Aber die Beschränkungen, Abstandsregelungen, die Veränderung unserer Lebensgewohnheiten – ich fürchte, das wird uns das ganze Jahr über begleiten.“ Coronavirus live im Ticker: Alle aktuellen Entwicklungen Let's block ads! (Why?)
    Quelle: Welt NewsPubliziert am 03-04-2020
  • Virus-Angst in Tokio – „Wir stehen kurz vor dem Aus“
    Japan bereitet sich auf einen gravierenden Anstieg der Coronavirus-Infektionen vor. Das sagen hochrangige Beamte, während die Regierung darauf verzichtet, den Ausnahmezustand zur Bekämpfung der Pandemie zu erklären. „Wir stehen wirklich kurz vor dem Aus“, sagte Wirtschaftsminister Yasutoshi Nishimura am Freitag in Tokio gegenüber Reportern. Die Regierung sei besorgt über die Entwicklung in der Hauptstadt Tokio, in der sich die bestätigten Infektionen innerhalb einer Woche auf fast 700 mehr als verdoppelt haben. Tokio verzeichnete am Donnerstag seine größte eintägige Bilanz mit 97 neu registrierten Fällen. Premierminister Shinzo Abe teilte dem Parlament am Freitag mit, dass die Situation noch keine Notfallerklärung rechtfertige, sagte aber, er würde nicht zögern, dies zu tun, wenn es so weit sei. Abe forderte die Japaner auf, den Empfehlungen der Regierung zu folgen, um strengere Maßnahmen zu vermeiden. Japan ist aufgrund der Pandemie, einer Mehrwertsteuererhöhung im Oktober und der Verschiebung der Olympischen Spiele von einer Rezession bedroht. Der Absturz würde sich deutlich verstärken, falls die Metropolregion Tokio, auf die etwa ein Drittel der japanischen Wirtschaftskraft entfällt, in einen Lockdown muss.
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    Sozialistischer Realismus in China: Peking will sich als Helfer in der Not inszenieren Coronakrise und die Folgen Obwohl Japan eines der ersten Länder außerhalb Chinas mit einer Coronavirus-Infektion war, schneidet es mit etwa 2600 gemeldeten Fällen besser ab als die meisten anderen. Möglicherweise findet Japan jedoch weniger milde Fälle, weil es eine relativ kleine Anzahl von Tests durchführt. Das Land hat bisher 63 Todesfälle gemeldet. In Südkorea stehen mehr als 27.000 Menschen wegen des neuartigen Coronavirus unter Quarantäne. Fast 20.000 seien kürzlich aus dem Ausland eingereist und müssten sich deshalb für 14 Tage isolieren, der Rest habe Kontakt mit Infizierten gehabt, sagte ein Sprecher des Innenministeriums. In Südkorea sind mittlerweile mehr als 10.000 Coronavirus-Infektionen bestätigt. 86 Neuinfektionen seien von Donnerstag bis Freitag hinzugekommen, rund die Hälfte davon im Großraum Seoul, teilte die südkoreanische Gesundheitsbehörde mit. Südkorea ist es bisher gelungen, das Virus nach zahlreichen Infektionen zu Beginn der Epidemie im Land einzudämmen. Um die Ausbreitung des Virus zu verlangsamen, schließt Hongkong Bars und Lokale für zwei Wochen. Bei Verstößen drohen bis zu sechs Monate Gefängnis und eine Geldstrafe, teilte die Regierung der Finanzmetropole in einer Erklärung mit. Alkohol werde weiterhin in Supermärkten und Lebensmittelläden erhältlich sein.
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    Für die Deutschen gelten wegen Corona strenge Regelungen. Nur an den Flughäfen sieht es anders aus Trotz Corona-Gefahr China meldete am Freitag 31 Neuinfektionen, 29 davon aus dem Ausland eingeschleppt. In der Millionenmetropole Wuhan, dem Epizentrum der Virusepidemie, fordern hohe Funktionäre die Einwohner auf, ihre Schutzmaßnahmen zu verstärken und das Verlassen der Wohnung zu vermeiden. Ähnlich wie in Südkorea sorgt man sich in China, dass es durch Reisende aus dem Ausland zu einer zweiten Welle kommen könnte. Unterdessen wird China am Samstag eine nationale Trauerfeier für „Märtyrer“ abhalten, die im Kampf gegen die Epidemie gestorben sind, wie die staatliche Nachrichtenagentur Xinhua weiter berichtet. Wie der Staatsrat in Peking mitteilte, sollen die Flaggen landesweit auf halbmast gesetzt werden. Zudem soll es drei Schweigeminuten geben. China gedenkt an diesem Samstag ohnehin traditionell seiner Toten. Während des Qingming-Festes pilgern Angehörige zu den Friedhöfen, wo die Gräber gesäubert werden. Blumen, Essen und andere Gegenstände werden für die Toten abgelegt, außerdem werden Totengeld und Räucherstäbchen verbrannt. Das Datum des Totengedenktags wird nach einem traditionellen Kalender bestimmt und fällt in der Regel auf den 4. oder 5. April. Let's block ads! (Why?)
    Quelle: Welt NewsPubliziert am 03-04-2020
  • „Maskenklau“ durch die USA? Auch in Kanada liegen die Nerven blank
    Erst klagten die Franzosen, nun auch die Kanadier: Aggressive Akquisitionen von US-Behörden im Kampf um die in der Corona-Epidemie lebenswichtigen Gesichtsmasken nehmen angeblich zu. Kanadas Premierminister Justin Trudeau äußerte sich besorgt über Berichte, wonach für sein Land bestimmte medizinische Schutzausrüstung in die USA umgeleitet worden sein soll. Trudeau wies seine Minister für öffentliche Sicherheit und für Verkehr an, den Berichten nachzugehen. Sie müssten sicherstellen, dass die von Kanada georderte Schutzausrüstung auch nach Kanada gelange. Die Zeitung „Journal de Montreal“ hatte gemeldet, dass eine Bestellung von 10.000 Schutzmasken, die von Hongkong nach Québec geliefert werden sollte, aus unerklärlichen Gründen nach Ohio umgeleitet worden sei. Ein Privatunternehmer hatte die Masken geordert. Dem Bericht angehängte Screenshots zum Versand durch DHL sollen die Umleitung der Lieferung in die USA belegen. DHL Kanada allerdings stritt eine Kaperung durch die USA am Donnerstag ab. Bereits seit Sonntag befänden sich die Masken in Montreal, schrieb das Unternehmen bei Twitter. Man warte noch auf die Zahlung der Zollgebühren, dann erfolge eine Auslieferung. Die Lage ist unübersichtlich, die Nerven liegen blank. Er wisse, dass der Bedarf in den USA groß sei, sagte Trudeau. doch das sei auch in Kanada der Fall. Seine Regierung habe nun bei einem Hersteller von Hockey-Ausrüstung Hunderttausende Schutzmasken bestellt. Zuvor hatte bereits der Regionalratspräsident des von der Corona-Pandemie schwer getroffenen französischen Grand-Est in einem Interview beklagt, US-Vertreter seien auf einem chinesischen Flughafen erschienen, um eine von Frankreich bestellte Ladung Schutzmasken wegzuschaffen. „Auf dem Rollfeld erscheinen die Amerikaner, holen Bargeld raus und zahlen drei- oder viermal mehr für unsere Bestellung, deshalb müssen wir wirklich kämpfen“, so Jean Rottner, selbst Arzt in einer Notaufnahme in Mülhausen (Mulhouse). Frankreich hatte zuletzt eine Milliarde Masken bestellt – unter anderem aus China. Erstmals haben sich nun auch die USA selbst zu den Medienberichten geäußert. Laut Deutschlandfunk zitiert die Nachrichtenagentur AFP einen Regierungsvertreter mit folgendem Statement: Die USA hätten keine einzige Maske gekauft, die nach Frankreich geliefert werden sollte. Anderslautende Angaben seien falsch. USA planen Empfehlung zum Tragen eines Mundschutzes US-Präsident Donald Trump hat derweil allerdings eingeräumt, dass die Lagerbestände des Bundes an persönlicher Schutzausrüstung für Ärzte und Pflegepersonal im Kampf gegen das Coronavirus fast aufgebraucht seien. Außerdem planen die USA offenbar, ihren Bürgern das Tragen eines Mundschutzes zu empfehlen, was die Nachfrage noch einmal erheblich anheben würde. Eine neue Richtlinie dazu werde derzeit ausgearbeitet, erfuhr die Nachrichtenagentur AP am Donnerstag aus informierten Kreisen. Gelten soll die Empfehlung demnach zunächst für Menschen in jenen Teilen des Landes, in denen es besonders viele Fälle des neuartigen Coronavirus gibt.
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    Verschwörungstheorien Normalbürger sollen den Angaben zufolge aufgerufen werden, Nase und Mund mit nicht medizinischen Masken, Schals oder Tüchern abzudecken, unter anderem wenn sie einkaufen gehen. Medizinische Gesichtsmasken, die vielerorts knapp sind, sollen für jene reserviert bleiben, die in direktem Kontakt mit Kranken sind, also vor allem das Personal in den Kliniken. Dreifachen Preis gezahlt Französische Politiker blieben bei ihren Vorwürfen gegen die USA. Renaud Muselier, Präsident der Region Provence-Alpes-Côte d‘Azur, erzählte dem Fernsehsender BFMTV am Donnerstag ebenfalls die Geschichte vom angeblichen Aufkauf von Masken noch auf dem Rollfeld chinesischer Flughäfen. Auf Nachfrage hin erklärte Muselier, dass es sich bei dem aggressiven Käufer um die USA gehandelt habe. Seinen Angaben zufolge wurde der dreifache Preis für die Sendung bezahlt. Offiziell bestätigt sind die Vorgänge aber noch nicht: Aus dem französischen Außenministerium hieß es am Donnerstagabend, dass die Vorwürfe überprüft würden. Das Gesundheitsministerium reagierte auf Nachfrage nicht.
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    Gouverneur von New York Auch der Regionalpräsident der schwer von der Coronavirus-Pandemie getroffenen Region Grand Est, Jean Rottner, erhob Vorwürfe gegen die USA. „Es ist wahr, dass die Amerikaner auf dem Rollfeld ankommen, das Geld herausnehmen und drei- oder viermal mehr für die Bestellungen bezahlen“, sagte Rottner am Mittwochabend dem Radiosender RTL. Er sprach von einem täglichen Kampf. Eine Arbeitsgruppe seiner Region bemühe sich gemeinsam mit Geldgebern darum, „diese Märkte zu gewinnen“, sagte Rottner. Millionen anderer Masken kamen an Er betonte am Donnerstag auf Twitter, dass eine Lieferung von rund zwei Millionen Masken aus China für seine Region in Grand Est angekommen sei. Die beschriebenen Vorgänge an den chinesischen Flughäfen seien aber gängige Praxis, schrieb Rottner. Die Region Grand Est grenzt an Deutschland. In China gebe es „eine Schlammschlacht auf allen Ebenen“, sagte der Präsident des Exekutivrats der französischen Mittelmeerinsel Korsika, Gilles Simeoni, der Nachrichtenplattform „Franceinfo“.
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    DWO_Teaser_Trump_aw Weltweit meiste Fälle Er warf der chinesischen Regierung vor, Bestellungen wegen Anfragen anderer Staaten zu konfiszieren. Auch seine Region habe Masken bestellt, er hoffe, dass ein erster Teil der Lieferung in dieser Woche ankomme. Let's block ads! (Why?)
    Quelle: Welt NewsPubliziert am 03-04-2020
  • Abstandsregeln werden das ganze Jahr gelten, glaubt Berlins Innensenator
    Der Berliner Innensenator Andreas Geisel (SPD) geht davon aus, dass noch das ganze Jahr mit Einschränkungen durch die Corona-Krise zu rechnen ist. Zwar sei eine Lockerung des sogenannten Lockdowns im April oder Mai möglich, sagte er am Freitag im Rundfunk Berlin-Brandenburg. „Aber die Beschränkungen, Abstandsregelungen, die Veränderung unserer Lebensgewohnheiten – ich fürchte, das wird uns das ganze Jahr über begleiten.“ „Mitte April ist eine seriöse Beurteilung der Zahlen möglich“, sagte Geisel. Er erinnerte daran, dass es darum gehe, „die Infektionsgeschwindigkeit so zu verringern, dass wir das Gesundheitssystem nicht überlasten und Zustände wie in Spanien oder Italien verhindern.“ Bund und Länder hatten sich am Mittwoch darüber verständigt, die bestehenden scharfen Kontaktbeschränkungen vorerst mindestens bis zum Ende der Osterferien am 19. April zu verlängern. Am Dienstag nach Ostern wollen Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Ministerpräsidenten der Länder die Lage neu bewerten. Coronavirus live im Ticker: Alle aktuellen Entwicklungen Let's block ads! (Why?)
    Quelle: Welt NewsPubliziert am 03-04-2020
  • Sternstunde der Paranoia
    Das Virus beflügelt die Fantasie – auch bei Verschwörungstheoretikern. Wie immer bei weltpolitisch bedeutenden Ereignissen – man denke nur an die Terrorattacken vom 11. September 2001 – verbreitet in den USA eine kleine, aber lautstarke Minderheit ihre kruden Ideen. Und schon bald kursieren diese in der Öffentlichkeit. So ist es auch diesmal, nur mit zwei Unterschieden. Erstens: Das Internet, in dem man sich bestens anonym betätigen kann, ist wichtiger denn je. Zweitens: Let's block ads! (Why?)
    Quelle: Welt NewsPubliziert am 03-04-2020By Daniel Friedrich Sturm, Washington
  • US-Flugzeugträger-Kapitän geschasst – UN befürchten Hungerkrise
    Die US-Marine hat den Kapitän eines Flugzeugträgers nach einem Corona-Ausbruch auf seinem Schiff seines Amtes enthoben. Kapitän Brett Crozier habe „äußerst schlechtes Urteilsvermögen“ an den Tag gelegt, als er in einer Nachricht an zahlreiche Stellen um Hilfe für seine Mannschaft gefleht habe, sagte Marine-Minister Thomas Modly am Donnerstag. Außerdem habe er Panik verbreitet, als er vor dem Tod von bis zu 50 seiner Besatzungsmitglieder gesprochen habe. Das Welternährungsprogramm der Vereinten Nationen (WFP) rechnet mit einer großen Hungerkrise infolge der Corona-Pandemie. „Wir läuten richtig die Alarmglocken“, sagte Bettina Lüscher, Sprecherin des Berliner WFP-Büros, dem Evangelischen Pressedienst (epd). „Wir befürchten, dass es eine ganz große Krise wird.“ Schon bisher müsse das WFP 87 Millionen Menschen in über 80 Ländern mit Nahrungsmitteln versorgen. Dies werde durch Kriege, Klimawandel, Dürren und Fluten immer schwieriger. Nun komme die Corona-Pandemie hinzu.
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    Corona-Experte Anthony Fauci (r.) während eines Briefings mit Donald Trump im Weißen Haus Coronakrise Coronavirus live im Ticker: Alle aktuellen Entwicklungen Let's block ads! (Why?)
    Quelle: Welt NewsPubliziert am 03-04-2020
  • „Es ist ein Witz. Wir befinden uns auf einem Schlachtfeld“
    In den USA ist die bislang weltweit höchste Zahl von Todesfällen durch das neuartige Coronavirus binnen 24 Stunden innerhalb eines Landes verzeichnet worden. Nach Angaben der Johns-Hopkins-Universität in Baltimore wurden zwischen Mittwoch 20.30 Uhr US-Ostküstenzeit und der gleichen Uhrzeit am Donnerstagabend 1169 weitere Todesfälle registriert. Der traurige Rekord war bislang von Italien mit 969 verzeichneten Corona-Toten am 27. März gehalten worden. Am stärksten in den USA von der Pandemie betroffen sind die Stadt und der Bundesstaat New York. Nach Angaben der örtlichen Gesundheitsbehörden gibt es in New York City bereits mehr als 1500 Corona-Tote. Die Zahl der dortigen Infektionsfälle stieg auf fast 50.000. Hoffnung, die sich anbahnende humanitäre Krise zu lindern, ruhte auf dem Lazarettschiff „Comfort“, das vom US-Militär nach New York beordert wurde. Das Schiff bietet rund 1000 Krankenhausbetten für Patienten, die nicht an Covid-19 leiden. Die Lungenkrankheit wird von dem neuartigen Coronavirus Sars-CoV-2 verursacht. Doch wie US-Medien wie die „New York Times“ berichten, ist das Schiff, das seit Beginn der Woche in New York im Einsatz ist, bislang keine große Hilfe. So seien von den 1000 Betten, bislang gerade einmal 20 belegt, die 1200 Mann starke Crew sei bislang kaum im Einsatz. Die Idee des Einsatzes war, dass auf dem Schiff Patienten behandelt werden könnten, die kein Corona haben – um die Kapazitäten der Kliniken zu entlasten und diese vor dem Kollaps zu bewahren. „Die ,Comfort‘ ist mehr als ein schwimmendes Krankenhaus“, kündigte New Yorks Bürgermeister Bill de Blasio großspurig an, „sie ist ein Symbol.“ Das Schiff zeige, dass „die Nation uns nicht im Stich lässt.“ „Das ist ein Witz“ "Wenn ich es unverblümt sage, ist es ein Witz", sagte nun Michael Dowling, Leiter von Northwell Health, dem größten New Yorker Krankenhausnetzwerk. "Jeder kann sagen: 'Danke, dass Sie diese wunderbaren Orte errichtet und diese Hallen geöffnet haben. Aber wir befinden uns hier in einer Krise, wir befinden uns auf einem Schlachtfeld".
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    Gouverneur von New York Laut der Zeitung sei es „ein Gewirr von Militärprotokollen und bürokratischen Hürden“, die einen effizienteren Einsatz der USNS „Comfort“ bislang verhinderten. So werden dort offenbar nicht nur Covid-19-Patienten nicht behandelt. Auf einer Liste, die an die Krankenhäuser der Metropole gesandt wurde, sind 49 weitere medizinische Konditionen verzeichnet, die einen Patienten von der Aufnahme auf das Schiff ausschließen. Ein weiteres Problem: Zwar arbeitet das Gesundheitssystem in New York am Limit. Immer wieder machen Berichte von Patienten die Runde, die auf Krankenhausfluren sterben, Fotos und Videos zeigen, wie Gabelstapler die Leichen abtransportieren, die Leichenhäuser sind überfüllt. Aber: die Zahl der Nicht-Corona-Patienten ist auf einem niedrigen Level. Die „New York Times“ berichtet: „Da sich die meisten New Yorker in ihren Häusern isoliert haben, gibt es weniger Verletzungen durch Autounfälle, Schüsse und Bauunfälle, die einen Besuch in der Notaufnahme erfordern würden.“
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    DWO_Teaser_Trump_aw Weltweit meiste Fälle Das haben nun offenbar auch die Verantwortlichen erkannt. Vom US-Militär errichtete Feldlazarette in der Ostküstenmetropole New York sollen entgegen der ursprünglichen Planung nun doch Patienten behandeln, die an der Lungenkrankheit Covid-19 leiden, hieß es am Donnerstagabend. Die Regierung entspreche damit einer Bitte des betroffenen Bundesstaats, erklärte US-Präsident Donald Trump am im Weißen Haus. „Ganz Amerika steht den Menschen in New York in ihrer Stunde der Not bei“, sagte Trump. Feldlazarette in einem Messezentrum in New York sollen mindestens 2500 Patienten aufnehmen können und komplett von medizinischem Personal der Streitkräfte betrieben werden, wie Trump erklärte. Das gelte auch für Feldlazarette in den Bundesstaaten Louisiana und Texas, wo es solche Einrichtungen in den Städten New Orleans und Dallas geben werde, erklärte Trump. Let's block ads! (Why?)
    Quelle: Welt NewsPubliziert am 03-04-2020
  • Sehnsucht nach dem starken Staat, Skepsis gegenüber Globalisierung
    Viele Grenzen sind geschlossen, die meisten Menschen verbringen ihre Zeit zu Hause. Europa ist räumlich so stark voneinander getrennt wie seit Jahrzehnten nicht – und doch so nah wie vielleicht noch nie: Die Corona-Krise betrifft den ganzen Kontinent, die Folgen sind für alle Europäer ähnlich. Das hat zu Streit geführt, Italien wirft Deutschland vor, kaltherzig reagiert und höchstens halbherzig geholfen zu haben. Zugleich gibt es auch Zeichen der Solidarität, so wurden Patienten aus Frankreich und Italien in deutsche Krankenhäuser geflogen und milliardenschwere EU-Hilfen freigegeben. Spaltet die Krise, oder lässt sie Europa näher zusammenrücken? Erste Anhaltspunkte liefern die Ergebnisse einer exklusiven Umfrage von YouGov in acht europäischen Ländern und den USA. Die Erhebung wurde beauftragt von WELT und ihren Partnerzeitungen aus sechs weiteren europäischen Ländern, die in der Leading European Newspaper Alliance (LENA) verbunden sind, der größten redaktionellen Partnerschaft europäischer Medien. Die repräsentative Umfrage unter 11.000 Befragten fand zwischen dem 24. und dem 30. März statt. Das sind die vier zentralen Botschaften: 1. Viele sehnen sich nach dem starken Staat Eine überwältigende Mehrheit der Menschen hält die starke Beschneidung der persönlichen Freiheiten zur Bekämpfung der Corona-Krise für richtig. In allen Staaten sagt eine deutliche Mehrheit der Menschen, die staatlichen Eingriffe seien angemessen – oder dass sie sich sogar schärfere Beschränkungen wünschen.
    Coronavirus - Polizeikontrollen
    Mecklenburg-Vorpommern: Polizeikontrolle an der Landesgrenze zu Schleswig-Holstein
    Quelle: dpa/Jens Büttner In Deutschland waren zum Zeitpunkt der Umfrage 85 Prozent der Befragten dafür, dass der Lockdown bestehen bleibt, in Italien und in Frankreich sogar 90 Prozent, in Spanien 92 Prozent. In Großbritannien sind es 87 Prozent, in den USA und Polen je 75 Prozent. Die Schweizer hadern am meisten mit den Einschränkungen, hier ist aber noch eine Mehrheit von 66 Prozent für eine Beibehaltung oder Ausweitung.
    Quelle: Infografik WELT „Der Ruf nach einem starken Staat wird derzeit immer lauter. Am stärksten ist das ausgeprägt in den Ländern, die am härtesten von der Krise betroffen sind“, sagt Studienleiter Peter Mannott. „Wir erwarten aber, dass mit Dauer der Krise der Anteil der beunruhigten Menschen steigen wird.“ Dies gelte vor allem mit Blick auf die Ausgangssperren. 2. Gesundheit ist wichtiger als Geld Die Sorge um die eigene Gesundheit und das Wohlergehen von Familie und Freunden steht für die Menschen in allen Ländern an erster Stelle. Die Angst vor „Ansteckung, Krankheit und schwieriger Genesung“ ist dort am stärksten verbreitet, wo es schon viele Todesfälle gegeben hat wie in Italien, Spanien oder Frankreich. Sie treibt aber auch im bisher von schweren medizinischen Folgen verschonten Deutschland sehr viele Menschen um.
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    Verlauf einer Coronainfektion Die stärksten Unterschiede gibt es beim Blick auf die eigene wirtschaftliche Situation. In wirtschaftlich stärkeren Staaten mit relativ guter sozialer Absicherung sind die Befürchtungen am geringsten: So fürchtet in Deutschland und Frankreich etwa nur ein Viertel der Befragten den Verlust von Einkommen, Arbeitslosigkeit oder Insolvenz. In Italien und Spanien, wo die Erinnerung an die schwere Rezession im Zuge der Euro-Krise noch frisch ist, sorgen sich mehr als 40 Prozent vor solchen finanziellen Folgen. Auch in Polen und den USA, zwei Ländern mit geringer sozialer Absicherung, ist es fast die Hälfte der Befragten, die solche Auswirkungen befürchten.
    Quelle: Infografik WELT In allen Ländern verblasst angesichts von medizinisch und finanziell existenziellen Ängsten die Sorge um die konkrete aktuelle Lebenssituation: Angst vor einer Verlängerung der Reise- oder Ausgangsbeschränkungen nennen nur wenige Menschen. Am höchsten liegt dieser Wert noch in Deutschland mit 21 Prozent der Befragten. 3. EU-Bürger wünschen sich mehr Europa In allen Staaten spricht sich die Mehrheit der Menschen für mehr europäische Zusammenarbeit aus. In den Ländern, die am stärksten von der Krise betroffen sind und die auf medizinische und finanzielle Hilfe stärkerer Staaten dringen, liegt dieser Anteil am höchsten – in Spanien bei 84 Prozent, in Italien bei 74 Prozent. Aber auch im weniger stark betroffenen Polen favorisieren 75 Prozent der Menschen eine engere europäische Kooperation bei der Lösung der Corona-Krise. In Deutschland hingegen, das schwächeren Ländern über den Krisenrettungsschirm ESM helfen will, aber sich gegen die Aufnahme gemeinsamer Schulden sperrt, liegt der Anteil der Menschen, die für mehr europäische Kooperation plädieren, nur bei 60 Prozent. In Frankreich sind es nur 61 Prozent. Hier gibt es mit 28 Prozent auch den höchsten Anteil der Menschen, die sich für vorwiegend nationale Antworten auf die Krise aussprechen. In Deutschland liegt dieser Wert mit 23 Prozent ebenfalls relativ hoch.
    Quelle: Infografik WELT „Wir sehen immer wieder, dass die Menschen in Europa die Verantwortung für die Lösung globaler Probleme bei der EU sehen, das war auch beim Klimaschutz so“, sagt Studienleiter Mannott. Die hohen Werte in Italien und Spanien überraschten ihn nicht. „Besonders in dieser Krise, wo der Grad der europäischen Zusammenarbeit bisher als eher gering wahrgenommen wird.“ 4. Das Unbehagen mit der Globalisierung wächst Weltweiter Handel und Reisen rund um den Globus – in der modernen Welt konnte sich das Virus schnell verbreiten. Eine eindeutige Mehrheit der Menschen ist der Ansicht, um künftige Pandemien zu verhindern, müsse der Grad der Globalisierung sinken. In Deutschland sprechen sich 43 Prozent der Menschen für weniger Globalisierung aus, nur 39 Prozent sind für die Beibehaltung auf aktuellem Niveau oder eine noch stärkere weltweite Verzahnung.
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    Quelle: Welt NewsPubliziert am 02-04-2020By Martina Meister