N24 News

  • EU will Google, Facebook und Amazon stärker zur Verantwortung ziehen
    Margrethe Vestager, die geschäftsführende Vizepräsidentin der EU-Kommission, warnt davor, dass große US-Tech-Konzerne in der Corona-Krise noch dominanter geworden sind, als sie es ohnehin schon waren. „In den vergangenen Wochen waren wir alle fasziniert davon, was digital alles möglich ist. Aber Corona hat gezeigt, wie abhängig wir von US-Konzernen sind, und das war ein Weckruf“, sagte die dänische Politikerin im Gespräch mit WELT AM SONNTAG. „Dass die großen Tech-Unternehmen durch die Corona-Krise gestärkt wurden, macht es nur noch dringender, dass auch auf digitalen Märkten alle nach den gleichen Spielregeln spielen.“ Die mächtige EU-Beamtin, die gleichzeitig die Wettbewerbs- und die Digitalpolitik der Europäischen Union verantwortet, kündigt an, in den kommenden Monaten die Tech-Regulierung zu verschärfen. Der Vorstoß richtet sich offenbar vor allem gegen die dominanten US-Konzerne wie Google, Facebook und Amazon. Verstager lehnt neue Monopole ab „Wir müssen digitale Märkte künftig besser regulieren als bisher und sammeln dafür gerade Ideen“, sagte Vestager gegenüber WELT AM SONNTAG. „Ich habe nichts dagegen, wenn erfolgreiche Firmen groß werden. Aber ich will verhindern, dass sich monopolartige Situationen, wie wir sie bei Amazon, Google und Facebook erleben, auf neuen Märkten wiederholen. Dafür brauchen wir Instrumente, mit denen wir verhindern, dass Märkte kippen und nur noch ein Unternehmen den Markt kontrolliert.“ Vestager hat gerade eine entsprechende öffentliche Konsultation gestartet.
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    ARCHIV - 05.02.2020, Bayern, München: Joe Kaeser, Vorstandsvorsitzender von Siemens, nimmt an einer Pressekonferenz im Rahmen der Siemens-Hauptversammlung in der Olympiahalle teil. (Zu dpa "Siemens kippt die Prognose nach Gewinneinbruch") Foto: Peter Kneffel/dpa +++ dpa-Bildfunk +++ Siemens wird gespalten Die dänische Politikerin will die großen Internetkonzerne zudem künftig stärker zur Verantwortung ziehen als bisher. Das schließt offenbar sowohl wirtschaftliches Verhalten als auch Inhalte ein, die auf den großen Plattformen wie Facebook und Twitter veröffentlicht werden. „Wir können die großen Internetkonzerne nicht zwingen, kleiner und weniger dominant zu werden. Sie können nicht ändern, wer sie sind, aber sie können ihr Verhalten ändern, und das werden wir in Europa künftig erwarten“, sagte die linksliberale Politikerin zu WELT AM SONNTAG. „Digitalunternehmen müssen künftig Verantwortung für ihre Angebote übernehmen. Das schließt die großen Konzerne ein.“ Sie machte dabei sehr deutlich, dass es gerade auch um politische und soziale Fragen gehe. „Das Internet muss europäisch reguliert werden, das ist ganz klar. Wir haben sehr genaue Vorstellungen davon, wie Gesellschaften und Volkswirtschaften aussehen sollten, und die unterscheiden sich teilweise erheblich von den Vorstellungen in den USA und China. Wir wollen Wettbewerb, aber wir wollen auch Demokratie, und wir lehnen die negativen Konsequenzen eines unregulierten Kapitalismus ab.“
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    Münchner Sicherheitskonferenz Unruhen in den USA
    Quelle: WELT AM SONNTAG Let's block ads! (Why?)
    Quelle: N24Publiziert am 07-06-2020By Tobias Kaiser
  • Mehr als jeder dritte Asylbewerber reiste per Flugzeug ein
    Mehr als jeder dritte Asylbewerber kam laut Eigenauskunft mit dem Flugzeug in der Bundesrepublik an. In der ersten großen Reisewegbefragung des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge (BAMF), deren Ergebnis dieser Zeitung vorliegt, erklärten 15.401 volljährige Asylerstantragsteller des Jahres 2019, auf dem Luftweg nach Deutschland eingereist zu sein. Laut BAMF wurden „etwas mehr als 40.000“ der insgesamt 71.000 volljährigen Asylerstantragsteller befragt. Erst seit April 2019 befragt das Amt alle erwachsenen Schutzsuchenden zu ihrem Reiseweg. Zuvor waren es kleinere Stichproben einiger Herkunftsländer. Mit Bezug darauf hatte BAMF-Präsident Hans-Eckhard Sommer schon im März vergangenen Jahres gesagt, dass etwa ein Drittel angebe, über Flughäfen eingereist zu sein. Das BAMF gibt aber auf Anfrage nicht an, wie viele Antragsteller unerlaubt und wie viele legal – mit Visum für Ausbildung, Besuch oder Familiennachzug – eingereist sind. Seit Jahren weigert sich die Bundesregierung offenzulegen, in welchem Umfang Migranten per Visum ankommen, die unmittelbar oder nach Ablauf ihres Visums Asyl beantragen.
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    17.03.2020, Thüringen, Suhl: Die Polizei ist bei der Landeserstaufnahmestelle für Asylbewerber in Suhl im Einsatz. In der Thüringer Erstaufnahmeeinrichtung für Flüchtlinge war es in den vergangenen Tagen immer wieder zu Unruhen gekommen. Die Bewohner stehen wegen eines Coronafalls in ihren Reihen unter Quarantäne. Foto: WichmannTV/dpa-Zentralbild/dpa +++ dpa-Bildfunk +++ Coronavirus-Krise
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    Abschiebung in Sachsen: Polizeibeamte begleiten einen Afghanen auf dem Flughafen Leipzig-Halle in ein Flugzeug EU-Migrationspolitik Sicher ist nur, dass unter den Asylbewerbern auch legal eingereiste nachziehende Angehörige von hier lebenden Flüchtlingen sind, die einen Asylantrag stellen. So hatten 2019 unter allen Asylbewerbern schon 3689 zum Zeitpunkt der Antragstellung einen Aufenthaltstitel für die Familienzusammenführung zu einem Schutzberechtigten, 2265 davon waren Kinder. Entweder wollen die Bundesregierung und die Ministerien selbst nicht genau wissen, wie bedeutend das Phänomen „Asylantrag nach Visum“ ist, oder sie wollen diese Informationen der Öffentlichkeit vorenthalten. Auch das oben geschilderte Ergebnis der Reisewegbefragung wurde nur für den internen Dienstgebrauch erhoben. Ein Indiz dafür, dass viele spätere Antragsteller legal mit Visa einreisten, sind die geringen Feststellungen von Asylbewerbern an den Flughäfen. Bei der Bundespolizei wurden 2019 nur 1078 Schutzersuchen nach der Feststellung einer vollendeten unerlaubten Einreise auf dem Luftweg gestellt. Zusätzlich verzeichnete die Behörde 1732 Asylgesuche bei der Feststellung des unerlaubten Einreiseversuchs. Letztere führen meist zur Zurückweisung.
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    Manche Migranten stellen in der EU mehrere Asylanträge. Wie kann Deutschland damit umgehen? Illegale Weiterreisen Zwar ist allen Fachleuten klar, dass es ein erhebliches Dunkelfeld gibt. Die Bundespolizei verweist darauf, dass unerlaubte Einreisen mit erschlichenen Visa oder gefälschten Dokumenten „nur erschwert zum Zeitpunkt der Einreise an den Flughäfen festgestellt werden können“, da bei Flügen innerhalb des Schengen-Raumes in der Regel „keine grenzpolizeilichen Kontrollen stattfinden“. Doch wenn 2019 jeder Dritte der 111.000 eingereisten Asylerstantragsteller an Flughäfen ankam, dort aber nur etwas mehr als 1000 Schutzersuchen gestellt wurden, ist wohl entweder das Dunkelfeld riesig oder das Phänomen „Asyl nach Visum“ bisher unterschätzt. Genaueres könnte nur die Regierung in Erfahrung bringen. Dieser Text ist aus der WELT AM SONNTAG. Wir liefern Sie Ihnen gerne regelmäßig nach Hause.
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    Quelle: N24Publiziert am 07-06-2020By Marcel Leubecher
  • „Wir dürfen in der Zusammenarbeit mit China nicht naiv sein“
    Der Bundesverband der Deutschen Industrie fordert ein selbstbewussteres Auftreten gegenüber China. „Wir dürfen in der Zusammenarbeit mit China nicht naiv sein. Wir müssen unsere eigenen Interessen aktiv durchsetzen“, sagte BDI-Präsident Dieter Kempf gegenüber WELT AM SONNTAG. Die Corona-Pandemie habe vor Augen geführt, welche große Abhängigkeit internationale Lieferketten schaffen. „Diese Abhängigkeiten zu verringern, ohne die Vorteile globalisierter Wirtschaft aufzugeben, ist jetzt die Aufgabe für viele Unternehmen.“ Insgesamt aber dürfe man nicht übers Ziel hinausschießen. „China mag ein Wettbewerber und ein systemischer Rivale sein – es bleibt ein wichtiger Partner für die EU und für Deutschland“, sagte Kempf.

    China hängt Deutschland bei Spitzen-Patenten ab

    Mit ihren Zukunftstechnologien lässt China Deutschland zunehmend alt aussehen. Die Bertelsmanns-Stiftung hat die Zahl der Spitzen-Patente ermittelt. Die Bundesrepublik wird im weltweiten Vergleich abgehängt.

    Quelle: WELT Laut Berechnungen der Commerzbank für WELT AM SONNTAG hingen im vergangenen Jahr rund vier Prozent der deutschen Wertschöpfung ausschließlich an der Nachfrage aus China. Grundlage dieser Berechnungen waren Waren und Dienstleistungen, die in die Volksrepublik exportiert wurden – bereinigt um Vorprodukte, die Deutschland importiert hatte. Gleichzeitig wurden aber auch Waren und Vorprodukte berücksichtigt, die zwar an andere Länder geliefert wurden, aber von dort nach China exportiert wurden.

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    Hongkong:
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    Quelle: N24Publiziert am 07-06-2020By Jan Dams, Anne Kunz

  • „Fatal, dass die Rechte von Kindern monatelang keine Rolle spielten“
    Die Vorsitzende der Partei Bündnis 90/Die Grünen, Annalena Baerbock, hat den Umgang mit Familien in der Corona-Krise beklagt. Im Interview mit WELT AM SONNTAG sagte Baerbock: „Fast jedes zehnte Kind hat während des Lockdowns Gewalt erlebt. Diese Studien zeigen, wie fatal es ist, dass Kinder und ihre Rechte monatelang keine Rolle spielten. Dabei sind Kinder das zerbrechlichste Glied unserer Gesellschaft. Aber statt die Voraussetzungen zu schaffen, damit Kitas und Schulen als erstes wieder öffnen, wurde ewig über die Öffnung der Fußball-Bundesliga und von Möbelhäusern diskutiert.“
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    Wo bleibt die Innovationsbereitschaft, wenn es um Kitas und Schulen geht, fragt sich Kristina Schröder Corona-Krise Es habe Spitzentreffen mit der Industrie gegeben, aber keinen Schul- und Kitagipfel der Regierung. „Dazu lade ich jetzt als Oppositionspolitikerin ein – Gewerkschaften, Kita-Träger, Grundschullehrerverband, Kindermediziner. Am Mittwoch werden wir digital beraten, welche Voraussetzungen man schaffen muss, damit Schulen und Kitas nach den Ferien wieder komplett geöffnet werden können und die Gesundheit von Kindern, Erziehern, Lehrerinnen geschützt wird.“ Baerbock hält den Kinderbonus, den die Bundesregierung in ihrem Konjunkturpaket beschlossen hat, für nicht ausreichend.
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    Wer über ein hohes zu versteuerndes Einkommen verfügt, der hat am Ende womöglich nicht mehr Geld in der Tasche als ohne Bonus Verheiratet, alleinstehend, getrennt „Er ist kein Ersatz für eine gute, verlässliche Kinderbetreuung, gemeinsames Lernen und holt Kinder nicht aus der Armut. Dafür bräuchte es eine Kindergrundsicherung, die allen Kindern gibt, was sie zum Leben brauchen. Und solange die Schulen und Kitas noch nicht wieder voll geöffnet sind, wäre ein Corona-Elterngeld nötig. Sonst zerreiben sich Mütter und Väter zwischen Betreuung und Homeoffice, und das vielleicht noch mit der Angst im Nacken, gekündigt zu werden“, so Baerbock in WELT AM SONNTAG.
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    Quelle: N24Publiziert am 07-06-2020
  • Corona-Infizierte flogen mit Lufthansa
    Für die Fluggesellschaften gelten keine zwingenden Abstandsregeln zum Schutz vor einer Corona-Infektion an Bord – obwohl mehrfach infizierte Passagiere mitflogen. „Es gab Reisende auf Flügen der Lufthansa-Group-Airlines, bei denen nachträglich eine Infektion mit dem Coronavirus festgestellt wurde“, bestätigte ein Unternehmenssprecher WELT AM SONNTAG. Genaue Zahlen nannte er nicht. Bekannt wurde ein Fall bei einem Charterflug Ende Mai von deutschen Firmenvertretern und Ingenieuren nach China. Nach der Landung wurde ein Passagier positiv getestet. Ob die infizierten Passagiere Mitreisende angesteckt haben, ist nicht bekannt.

    „Es wird verdammt hart, dass die Lufthansa wieder der strahlende Kranich wird“

    Der Aufsichtsrat der Lufthansa gibt grünes Licht für das milliardenschwere Rettungspaket der Bundesregierung. Welche Auswirkungen das auf die Aktie hat, darüber spricht Dietmar Deffner mit Kapitalmarktanalyst Robert Halver.

    Quelle: WELT/ Dietmar Deffner Nach Ansicht der Lufthansa und anderer Fluggesellschaften macht die Kombination aus Mundschutzmasken, Kabinenluft-Spezialfiltern sowie dem Luftstrom von der Decke zum Boden Flugreisen sehr sicher vor einer Corona-Ansteckung. Mit einem immer freien Mittelplatz dagegen könnten Flugzeuge nicht wirtschaftlich betrieben werden. Der Branchendachverband IATA hält für diesen Fall Ticketpreissteigerungen von bis zu 54 Prozent für erforderlich.

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    Verkehrsminister Hendrik Wüst (CDU) spricht im Landtag Die Lufthansa-Tochter Eurowings will nach Angaben einer Sprecherin allerdings „noch im Sommer auf allen Strecken innerhalb Europas“ eine Ticket-Zusatzoption für einen freien Mittelplatz anbieten. „Sicher ist bereits, dass wir diese Option preislich sehr attraktiv gestalten werden“, sagte sie WELT AM SONNTAG.
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    Quelle: N24Publiziert am 06-06-2020By Gerhard Hegmann, Philipp Vetter

  • Das verklemmte Verhältnis der FDP zum Staat
    Die Partei der Freiheitsfreunde macht derzeit keine gute Figur. Da stellt sich schnell jene Schadenfreude ein, die von Anfang an ein treuer Wegbegleiter der FDP gewesen ist. Und von der die Grünen in ihren Phasen des Schwächelns und Strauchelns stets gnädig verschont geblieben sind. Das hat natürlich auch damit zu tun, dass es dem Liberalismus auch nach 70 Jahren liberaler Demokratie nicht gelungen ist, in Deutschland starke Wurzeln zu schlagen. Wie tief das Misstrauen gegen die Freiheit und das Denken ohne Geländer sitzt, beweisen täglich und wöchentlich als liberal geltende Blätter wie „Süddeutsche Zeitung“ und „Zeit“, die ihre Gemeinde bedienen, denen aber der Mut fehlt, sich notfalls auch mit ihr anzulegen. Die Abneigung gegen das Liberale ist in Deutschland keine Domäne nur von Konservativen und Sozialisten: Sie kommt auch und nicht zuletzt aus dem Bürgertum selbst. Dass sich das deutsche Bürgertum und zum Teil auch die es repräsentierenden liberalen Parteien willig mit dem nationalsozialistischen Totalitarismus arrangierten, haben beide danach lange hartnäckig beschwiegen. Mit der Folge, dass die emphatische Zone der liberalen Idee von der FDP meist wie ein Tabu gemieden wurde.
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    Marco Buschmann (FDP) Meinung Lockdown und FDP So kam es, dass die liberale Partei mitunter von einem mittelständischen Interessenverband kaum zu unterscheiden war. Und dass ausgerechnet sie dem Wertewandel fast immer hinterherhinkte und die Grünen, gefolgt von den Helmut-Schmidt-fernen Milieus der SPD, dieses Feld triumphal besetzen konnten. Dieses notorische Zu-spät-Kommen der FDP, das sie gerne durch Lautstärke zu kompensieren versucht, erklärt zu einem guten Teil, warum die Partei – unter welcher Führung auch immer und trotz guter Ansätze – das Leichtmatrosenhafte nicht loswird. In Corona-Zeiten hat es die FDP noch schwerer als ohnehin schon. Das wird meist damit erklärt, dass die untertänigen Deutschen in Krisenzeiten gerne unter dem weiten Mantel der großen regierenden Partei zusammenglucken und bereitwillig auf Freiheitsrechte verzichten. Dass das nicht stimmt, konnte man dieser Tage an vielen Locations beobachten, an denen die Freizügigkeit einen großen Auslauf hatte. Und es stimmt auch deswegen nicht, weil die Grünen derzeit zwar ihren Götterstatus eingebüßt, aber längst nicht so viel an Zustimmung verloren haben wie Christian Lindners Truppe. Deren Schwäche muss noch einen anderen Grund haben.
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    "Es rumort und rattert bei der FDP", schreibt WELT-Chefredakteur Ulf Poschardt, "statt in Zeiten wie diesen die Lockerungsagenda in mündiger Freiheitsverantwortung zu prägen" Corona und die FDP Er liegt in dem seltsam unklaren und im Grunde verklemmten Verhältnis der FDP zum Staat. So viel Eigeninitiative wie nur möglich und nur so viel Staat wie gerade einmal nötig: Mit dieser Weisheit aus den Annalen des Liberalismus mogelt sich die FDP immer wieder um die Staatsfrage herum. Gar kein Staat, die Bürger machen und regulieren untereinander alles selbst – das wäre der FDP am liebsten, das ist ihr verlorenes Paradies. Der Staat erscheint in dieser Philosophie als ein Moloch, als ein nimmersattes Ungeheuer, das alles selbst regulieren und die Bürger am liebsten vollkommen entmachten und entmündigen möchte. Für diesen Verdacht gibt es gute Gründe. Denn alle anderen Parteien haben einen mehr oder minder starken Hang zum Etatismus. Sie haben es meist lieber staatlich als privat. Mehr Staat: Das klingt gut in den Ohren ihrer Anhänger. Deswegen steht die liberale Partei – zumindest propagandistisch und in ihrer öffentlichen Darstellung – in Staatsfragen am liebsten auf der Bremse. Man kann es auch negativ formulieren: Sie hat dazu fast nichts zu sagen. Das wirkt in einem Moment, in dem sich (fast) alle Staaten weltweit gezwungen sehen, rigoros in den Selbstlauf des gesellschaftlichen Lebens einzugreifen, seltsam entrückt. Ja weltfremd: Lehrbuch ohne Praxis. Das führt bei den Liberalen zu allerlei Verrenkungen. Viele Sachpolitiker der FDP mühen sich emsig und nach bestem Wissen und Gewissen mit den unendlich vielen Detailfragen einer Politik ab, die nun einmal das große Staatsrad dreht und davon gar nicht lassen kann. Es wirkt dann immer etwas komisch und entrückt, wenn diese Politiker in ihren kurzen TV-Statements am Ende pflichtschuldigst ihr liberales Credo hervorkramen.

    Umfrage ergibt rechnerische Möglichkeit für Schwarz-Gelb

    Steigende Beliebtheitswerte für Union und FDP rücken nach einer Umfrage rechnerisch wieder eine schwarz-gelbe Koalition in den Bereich des Denkbaren. Im Sonntagstrend von „Bild am Sonntag“ können beide Parteien zulegen.

    Quelle: WELT Stärker noch als die Finanzkrise von 2009 hat die Corona-Pandemie bewiesen, dass in höchster Not Selbsthilfe, Eigeninitiative und Selbstorganisation nicht bloß schwach und unzureichend sind. Da sie zentrale Schaltstellen qua Existenz nicht kennen, können sie in dieser Situation grundsätzlich nicht veranlassen und bewegen, was bewegt werden muss. Das kann nur der geschmähte Staat. Über Nacht ist er allmächtig, und alle stimmen dem zu. Wie vor den Kopf gestoßen auch die FDP, die mehrere Wochen lang gezwungenermaßen genau so staatsfromm war wie alle anderen. Bis der FDP-Vorsitzende dann vor sechs Wochen im Deutschen Bundestag abrupt und etwas theatralisch die „große Einmütigkeit in der Frage des Krisenmanagements“ aufkündigte. Mit einer Idee kam er jedoch nicht. Wie alle, die sich aufs Nörgeln und Besserwissen verlegten, stellte er den drohenden wirtschaftlichen Kollaps in den Raum und kritisierte die schier grenzenlose Entschlossenheit der Regierung zum Geldverteilen. Das mag im Einzelnen berechtigt sein. Es gibt aber keine Antwort auf grundsätzliche Fragen, die zwar schon länger im Raum stehen, die die erwartet-unerwartete Ankunft des Virus aber mit neuer Dringlichkeit aufgeworfen hat. Liberale Antworten darauf wären dringend gefragt. Freiheitlicher Staat Um nur ein paar zu nennen: Warum ist ein freiheitlicher Staat bisher nicht in der Lage gewesen, Krankenschwestern, Pflegern, Polizisten etc. die ihnen zustehende Anerkennung zu geben und sie angemessen zu entlohnen? Ist der „Beruf“ der Kassiererin einem Menschen auf Dauer zumutbar? Gibt es eine

    Quelle: N24Publiziert am 06-06-2020By Thomas Schmid

  • Das Meisterstück des FC Bayern München
    Sollte es vor dem Spiel in Leverkusen noch Zweifel gegeben haben, dass der deutsche Meister auch am Ende dieser speziellen Saison FC Bayern heißen wird, dürften sie nach dem 4:2 (3:1) der Münchner ausgeräumt sein. Mindestens sieben Punkte und eine Tordifferenz von 60 ist das Polster vier Spieltage vor Saisonschluss dick. Dass am kommenden Wochenende in Robert Lewandowski und Thomas Müller zwei Leistungsträger gegen Mönchengladbach gelbgesperrt fehlen – unerheblich. Leverkusen war als größter Stolperstein auf dem Restweg zur achten Meisterschaft in Folge ausgemacht worden. Mönchengladbach, Bremen, Freiburg und Wolfsburg wird nicht wirklich zugetraut, den Vorsprung der Münchner zu verringern. Bayer, der Bayern-Experte, sollte es zumindest versuchen – die letzten beiden Vergleiche hatten die Leverkusener für sich entschieden. Den ersten Dämpfer auf dem Weg zum dritten Sieg in Folge musste der Herausforderer allerdings schon vor dem Anpfiff hinnehmen. Kai Havertz, herausragender Akteur dieser Bundesligasasion, fehlte in der Leverkusener Startaufstellung, nachdem er beim 1:0 in Freiburg einen Schlag aufs Knie erhalten hatte. Havertz saß mit Mundschutz auf der Tribüne, das Bein über die Sitzschale vor ihm gelegt. Verletzt. Gegen die Bayern. Ausgerechnet.
    FBL-GER-BUNDESLIGA-LEVERKUSEN-BAYERN MUNICH
    Kai Havertz fiel gegen die Bayern verletzungsbedingt aus
    Quelle: AFP/MATTHIAS HANGST Bayer-Trainer Peter Bosz setzte stattdessen voll auf Tempo, um die Münchner Hintermannschaft in Schwierigkeiten zu bringen. Moussa Diaby, Karim Bellarabi, Leon Bailey und Nadiem Amiri sollten auf den Außenbahnen um Lucas Alario wirbeln. Erste Akzente aber setzten die Münchner. Zumindest politisch. Bayerns setzt Zeichen gegen Rassismus Beim Warmmachen trugen die Spieler T-Shirts, die die klubeigene Kampagne „Rot gegen Rassismus“ in Erinnerung riefen. Die Aktion hatte angesichts der Situation in den USA traurige Aktualität erhalten, und auch während der Partie dokumentierte der Rekordmeister in Form einer schwarzen Armbinde seine Solidarität mit George Floyd.
    FBL-GER-BUNDESLIGA-LEVERKUSEN-BAYERN MUNICH-RACISM-US
    Bayerns Ersatztorwart Sven Ulreich beim Warmmachen
    Quelle: AFP/MATTHIAS HANGST Sportlich dagegen fehlte es dem Meister in spe zunächst an Timing. Ungenauigkeiten im Passpiel fanden in zu vielen verlorenen Bällen und Abseitssituationen Niederschlag. Auf der Gegenseite stand Alario nach einem Einwurf und dem folgenden Pass Julian Baumgartlingers die entscheidenden Zentimeter vor der verbotenen imaginären Linie. Die Hinzuziehung des Video-Assistenten bestätigte die Gültigkeit des Treffers. Der Argentinier hatte per Außenrist zur Führung vollendet (9.). „Es war ganz gut, dass wir in Rückstand geraten sind, weil die Mannschaft sich dann aufgerappelt hat“, konnte Hansi Flick dem ungewöhnten Gefühl sogar Positives abgewinnen. Letztmals hatte seine Elf am 15. Spieltag zurückgelegen, damals in Bremen aber noch 6:1 gewonnen. „Dass wir dann auch zurück ins Spiel finden über den Kampf und über die Zweikämpfe, zeichnet uns aktuell aus. Gegen so eine starke Mannschaft musst du das Spiel erst einmal drehen, das haben wir gut gemacht“, sagte Leon Goretzka, der in der 27. Minute Kingsley Coman zum 1:1 bediente. Kurz vor der Pause war das Spiel dann komplett gedreht, nachdem Goretzka eine Ballstafette zur Führung vollendet (42.) und Serge Gnabry einen Lupfer zum 3:1 verwertet hatte (45.).
    Bayer Leverkusen - FC Bayern München
    Gelbgesperrte unter sich: Robert Lewandowski (r.) und Thomas Müller fehlen den Bayern im Spiel gegen Gladbach
    Quelle: dpa/Matthias Hangst Ein Ballverlust vor dem ersten Gegentor, ein eigener Eckball vor dem zweiten und ein unentschlossener Lukas Hradecky vor dem dritten – Leverkusen brachte sich selbst um die gute Ausgangsposition. Ob es mit Havertz erfolgreicher verlaufen wäre? Nur eine weitere Hypothese in Addition der zahlreichen Spekulationen, die sich um den gebürtigen Aachener ranken.
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  • FDP kann von der Corona-Krise nicht profitieren
    Mehrere FDP-Politiker haben den strikten Kurs der Regierung in der Corona-Krise kritisiert. Profitieren kann die Partei davon jedoch nicht. Während die Union in der Wählergunst zulegt, stagnieren die Umfragewerte der FDP. © Axel Springer SE. Alle Rechte vorbehalten. Let's block ads! (Why?)
    Quelle: N24Publiziert am 06-06-2020
  • Auch das Coronavirus fährt den Grünen in die Parade
    Nach einer mehrstündigen Debatte haben die Hamburger Grünen am Sonnabend den Koalitionsvertrag mit der SPD gebilligt. Auf einem kleinen Parteitag stimmten 30 der 35 der Delegierten dem Vertrag und der Verteilung der Senatsposten zu. Es gab drei Gegenstimmen und eine Enthaltung, ein Delegierter nahm an der Abstimmung nicht teil. Mit dem Votum ist der Weg für die Wiederwahl von Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) am kommenden Mittwoch praktisch frei. Es wurde erwartet, dass auch die Parteitagsdelegierten der SPD am Sonnabend bei einer Online-Abstimmung mehrheitlich für den Vertrag votieren, das Ergebnis soll am Abend vorliegen. Im Vorfeld hatte es Kritik am Verhandlungsergebnis der Sozialdemokraten gegeben, weil diese nur zwei Frauen in den Senat senden wollen, aber fünf Männer.
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    Am Dienstag stellen SPD und Grüne in Hamburg den neuen Koalitionsvertrag vor Koalitionsvertrag Bei den Koalitionsverhandlungen hatten die Grünen in zahlreichen Punkten eigene Vorstellungen einbringen können. „Das ist ein Koalitionsvertrag mit einer deutlichen grünen Handschrift“, sagte Wissenschaftssenatorin Katharina Fegebank. Alle neuen Vorhaben stehen jedoch unter einem Finanzierungsvorbehalt. Seit langem geplante und für die Wirtschaft wichtige Infrastrukturprojekte wie der Bau der Hafenautobahn A26-Ost oder der Köhlbrandtunnel sollen auf jeden Fall gebaut werden.
    Wegen der Corona-Abstandsregeln waren nur 35 Delegierten der Hamburger Grünen zusammengekommen
    Wegen der Corona-Abstandsregeln waren nur 35 Delegierten der Hamburger Grünen zusammengekommen
    Quelle: dpa In Einzelpunkten gab es in der Debatte aber auch Kritik an dem Verhandlungsergebnis der Grünen. Harburger Delegierte verwiesen darauf, dass der Bau der A 26 Ost „eine bittere Pille“ sei, zudem hätte das Finanzressort ergattert werden müssen. Ein Sprecher aus Wandsbek kritisierte, dass mitten in der durch das Coronavirus ausgelösten Krise das Gesundheitsressort in seiner Eigenständigkeit aufgelöst werde. Fegebank verwies darauf, dass man zwar nur „vier Köpfe“ im Senat habe, aber die Zahl der Ressorts in seiner Gesamtheit durch die Zuschnitte größer sei. Die SPD sei auch mit dem Selbstbewusstsein eines Wahlsiegers in die Verhandlungen gegangen, zudem seien die Folgen und die Bekämpfung der Coronavirus-Pandemie nicht zuträglich in den Verhandlungen gewesen. Die Wissenschaft aber werde deutlich gestärkt, ebenso könne die Verkehrspolitik in dem neuen von den Grünen verantworteten Ressort künftig „mit Vollgas“ angegangen werden. Hier sollen deutlich mehr Radwege als zuletzt gebaut werden, auf der Agenda steht auch der Umbau der Innenstadt, damit diese „autoarm“ werde.
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    Lange Zeit galt Peter Tschentscher (SPD) als etwas sehr ruhiger Vertreter seiner Zunft. Doch nach und nach gewann er an Profil Frauenquote verfehlt SPD und Grüne regieren in Hamburg bereits seit 2015 gemeinsam. Vier der elf Senatsposten werden künftig von den Grünen besetzt – einer mehr als bisher. Fraktionschef Anjes Tjarks übernimmt die Verkehrsbehörde. Justizsenator Till Steffen macht Platz für die Landeschefin der Grünen, Anna Gallina. Jens Kerstan (Umwelt) und Katharina Fegebank (Wissenschaft) sollen ihre Posten behalten.
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    Eine erste Hürde auf dem Weg zur Kanzlerkandidatur hat Finanzminister Olaf Scholz (SPD) bereits genommen Machtfrage in der SPD Auf SPD-Seite scheidet Gesundheitssenatorin Cornelia Prüfer-Storcks auf eigenen Wunsch aus. Ihre Behörde wird als Amt für Gesundheit der Sozialbehörde zugeordnet, die von Melanie Leonhard geleitet wird. Dorothee Stapelfeldt bleibt Stadtentwicklungssenatorin. Ihre Ämter behalten auch Andy Grote (Inneres), Andreas Dressel (Finanzen), Ties Rabe (Bildung) und Carsten Brosda (Kultur). Der parteilose Senator Michael Westhagemann soll weiterhin für Wirtschaft zuständig sein, den Bereich Verkehr muss er abgeben. Bei der Bürgerschaftswahl am 23. Februar hatten die Grünen ihren Stimmenanteil mit 24,2 Prozent (2015: 12,3) fast verdoppelt. In der Bürgerschaft verfügen sie über 33 Sitze. In der vorherigen Legislaturperiode hatten sie 15. Die SPD blieb mit 39,2 Prozent (2015: 45,6) stärkste Kraft, ihre Fraktion verkleinerte sich aber von 58 auf 54 Mandate. Zusammen haben beide Fraktionen eine Zweidrittelmehrheit der insgesamt 123 Sitze im Hamburger Stadtparlament. Let's block ads! (Why?)
    Quelle: N24Publiziert am 06-06-2020
  • Red Bull erlässt Leipzig 100 Millionen Euro Schulden
    RB Leipzig kann Geisterheimspiele offenbar nicht gewinnen. Den Sachsen gelang auch in der dritten Partie in ihrer leeren Arena nur ein Remis. Kellerkind SC Paderborn erkämpfte sich in der Nachspielzeit ein 1:1 (1:0), bleibt aber abgeschlagen auf dem letzten Platz. Ein Platzverweis kurz vor der Pause hatte das bis dahin starke Leipzig aus dem Rhythmus gebracht – und die Gäste zurück ins Spiel. Bitter für RB: Nach dem Patzer von Mönchengladbach in Freiburg, verpasste es das Team von Trainer Julian Nagelsmann, seine Chancen auf die lukrative Königsklasse zu steigern.
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    Quelle: N24Publiziert am 06-06-2020
  • Bayern überrennt Leverkusen und stellt einen Rekord auf
    Der FC Bayern München hat seine Super-Serie unter Trainer Hansi Flick auch bei Bayer Leverkusen fortgesetzt und eilt dem achten deutschen Meistertitel entgegen. Die Münchner gewannen nach frühem Rückstand souverän mit 4:2 (3:1) und könnten nach dem elften Pflichtspiel-Sieg in Folge im Idealfall schon nächste Woche als Meister feststehen. Quasi nebenbei sicherten sich die Bayern auch rechnerisch die Champions-League-Teilnahme. Kingsley Coman (27. Minute), der starke Leon Goretzka (42.) und Serge Gnabry (45.) drehten das Spiel nach dem frühen Rückstand durch Lucas Alario (9.) schon vor der Pause. Der Argentinier hatte den kurzfristig verletzten Kai Havertz ersetzt, der vom FC Bayern umworben wird. Robert Lewandowski mit seinem 30. Saisontor nach dem 20. Assist von Thomas Müller legte nach (66.).
    Virus Outbreak Germany Soccer Bundesliga
    Kingsley Coman überwindet Leverkusens Torwart Hradecky und trifft zum 1:1
    Quelle: AP/Matthias Hangst Sowohl Lewandowski als auch Müller werden den Bayern aber am kommenden Samstag gegen Borussia Mönchengladbach gelbgesperrt fehlen. Der 17 Jahre alte Florian Wirtz verkürzte für Leverkusen mit seinem ersten Tor im vierten Bundesliga-Spiel kurz vor Schluss noch auf 4:2 (89.).
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  • Demonstration gegen Rassismus wird viel größer als angemeldet
    Mehrere Tausend Menschen haben am Sonnabend in der Hamburger Innenstadt gegen Rassismus und Polizeigewalt demonstriert. Die Polizei sprach zunächst von 9000 Teilnehmern und später von 11.000 Menschen am Jungfernstieg, erlaubt waren wegen der Coronamaßnahmen nur 525. Es sei sehr eng vor Ort und die Polizei sprach mit den Veranstaltern, die die Kundgebung von sich aus für beendet erklärten. Eine weitere Kundgebung war für den nahgelegenen Rathausmarkt angemeldet, auch hier kamen Tausende, und auch hier sagten daraufhin die Veranstalter die weitere Demonstration ab.
    Teilnehmer der Demonstration gegen Rassismus und Polizeigewalt protestieren mit einem Schild mit der Aufschrift „Black Lives Matter“
    Teilnehmer der Demonstration gegen Rassismus und Polizeigewalt protestieren mit einem Schild mit der Aufschrift „Black Lives Matter“
    Quelle: dpa Die Hamburger Polizei hatte bereits vor den Demonstrationen ihre Solidarität erklärt. „Wir sind an eurer Seite!“, twitterte sie vor Beginn der Kundgebungen. „Rassismus darf in unserer Gesellschaft keinen Platz haben. Wir arbeiten täglich dafür, dass sich alle Menschen in Hamburg sicher fühlen können.“
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    Rassismus gegen Schwarze – ein amerikanisches Problem? Mitnichten Erfahrungsbericht Die Polizei rief alle Teilnehmer auf, die Auflagen wie Abstandsregeln und das Tragen von Mund-Nasen-Bedeckungen einzuhalten. Die Teilnehmerzahlen seien wegen der Corona-Krise begrenzt. Die Polizei erklärte in den Tweets, ihr Auftrag sei es, Straftaten zu verfolgen und Gefahren abzuwehren. „Wenn wir entsprechend einschreiten, dann tun wir dies unabhängig von Hautfarbe, Religion oder sozialem Status einer Person.“
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    Cover_neu_Inside USA Etwa 4500 Menschen hatten bereits am Freitag in Hamburg vor dem US-Konsulat am Alsterufer gegen Rassismus und Polizeigewalt demonstriert – angekündigt waren hier lediglich 250. Die Kundgebung sei dennoch störungsfrei verlaufen, sagte ein Polizeisprecher nach Abschluss. Auch Teilnehmer sprachen von einer bunten und friedlichen Kundgebung. Unter dem Motto „Justice for Floyd – stop killing blacks – stop the racial terrorism in the USA“ war die Demonstration angemeldet worden. Anlass war der Tod des Amerikaners George Floyd bei einem Polizeieinsatz in Minneapolis. In den USA gibt es seit Tagen große Proteste.
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    Brennendes Anliegen: Proteste in Ferguson, Missouri, nach dem Tod von George Floyd Rassismus in den USA Angesichts der großen Menge und weil Demonstranten gegen die coronabedingten Auflagen wie Abstandhalten und das Tragen eines Mund-Nase-Schutzes verstießen, wurde die Kundgebung nach nur einer halben Stunde von der Polizei offiziell für beendet erklärt. Die Versammlungsleiterin appellierte an die Demonstranten, friedlich nach Hause zu gehen. Am späten Nachmittag löste sich die Ansammlung langsam auf. Let's block ads! (Why?)
    Quelle: N24Publiziert am 06-06-2020
  • Jetzt steht bei Wirecard der komplette Vorstand unter Verdacht
    Freitagfrüh marschierten die Staatsanwälte ein. Sie kamen in die Konzernzentrale von Wirecard in Aschheim bei München und suchten nach Belegen für einen Verdacht, der das Dax-Unternehmen seit Ende April begleitet: dass der Aktienkurs im Frühjahr mit irreführenden Informationen in die Höhe getrieben wurde – bevor er am 27. April einbrach. Die Staatsanwaltschaft ermittelt dabei nicht gegen das Unternehmen, sondern „gegen den gesamten Vorstand, vier Beschuldigte“, heißt es bei der Behörde. „Der Verdacht beruht darauf, dass die Verantwortlichen der Wirecard durch die Ad-hoc-Mitteilungen vom 12.03.20 und vom 22.04.20 irreführende Signale für den Börsenpreis der Aktien der Wirecard AG gegeben haben könnten“, schreibt die Staatsanwaltschaft.
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    Die Macht des Zinseszins Für Markus Braun, den Chef und Großaktionär von Wirecard, ist das ein neuer Tiefschlag. Er hat das Unternehmen von einem kleinen Zahlungsabwickler für teilweise zwielichtige Online-Seiten zu einem internationalen Konzern gemacht, der am Wachstum des bargeldlosen Bezahlens in Läden und im Netz massiv verdient und an der Börse mehr als doppelt so viel wert ist wie die Commerzbank. Seit Monaten aber muss sich sein Unternehmen gegen Betrugs- und Manipulationsvorwürfe wehren. Eine selbst in Auftrag gegebene Sonderprüfung durch die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG brachte dabei keine Entlastung, sondern nur neuen Ärger. Und die Mitteilungen vor dem KPMG-Report haben ihm nun das Ermittlungsverfahren eingebrockt. Anstoß für das Verfahren war eine Strafanzeige der Finanzaufsicht Bafin. Sie ermittelt bereits seit mehr als einem Jahr gegen Spekulanten, die den Wirecard-Kurs immer wieder mit Skandalmeldungen zum Absturz gebracht haben. Und gegen das Unternehmen selbst. „Wir untersuchen regelmäßig, ob börsennotierte Unternehmen den Kapitalmarkt rechtzeitig, vollständig und nicht irreführend über Insiderinformationen informieren“, sagt eine Sprecherin der Behörde. „Finden wir Anhaltspunkte dafür, dass das nicht der Fall war, erstatten wir Anzeige bei der Staatsanwaltschaft.“
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    Bei Profi-Anlegern sind Fonds mit wahren Werten gefragt Geldanlage in der Krise Solche Anzeigen erstattet die Bafin relativ selten, vor allem, wenn es um Dax-Unternehmen geht. Doch offensichtlich hält sie die Wirecard-Mitteilungen für so irreführend, dass sie eine verbotene Marktmanipulation darstellen dürften. Auf den ersten Blick erwecken die Mitteilungen nicht gerade den Eindruck, dass die KPMG-Prüfer in den Büchern des Unternehmens auf große Unregelmäßigkeiten gestoßen wären. „Belege für die öffentlich erhobenen Vorwürfe der Bilanzmanipulation wurden nicht gefunden“, lautet der Kernsatz der April-Mitteilung. Das stimmte, wie sich bei Vorlage des Berichts herausstellte. Aber in einem anderen Sinne als gedacht: KMPG hatte nämlich für Teile des Wirecard-Geschäfts gar keine Belege gefunden, weil das Unternehmen sie nicht dokumentiert hatte. Das vernichtende Urteil der Prüfer: „Hinsichtlich der Höhe und Existenz der Umsatzerlöse aus den TPA-Geschäftsbeziehungen (…) kann KPMG als Ergebnis der durchgeführten forensisch geprägten Untersuchungshandlungen in Bezug auf den Untersuchungszeitraum 2016 bis 2018 weder eine Aussage treffen, dass die Umsatzerlöse existieren und der Höhe nach korrekt sind noch die Aussage treffen, dass die Umsatzerlöse nicht existent und in der Höhe nicht korrekt sind.“ Mit TPA (Third-Party Acquiring) sind Zahlungen gemeint, die Wirecard zwar abwickelt, bei denen aber Partnerunternehmen den Kontakt zu den Händlern vor Ort halten. Solche Geschäfte macht das Unternehmen in Ländern, für das es keine eigene Lizenz als Zahlungsdienstleister hat, vor allem im Mittleren Osten. Die Prüfer schreiben in diesem Zusammenhang unter anderem von „nicht hinreichend nachgewiesenen Einzahlungen auf Treuhandkonten im Umfang von rund EUR einer Mrd.“
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    So verdienen Sie Geld mit der Gier der anderen Paradigmenwechsel Auch andere Vorwürfe konnte der Bericht nicht ausräumen. So ist ungeklärt, wer die Hintermänner eines Fonds sind, von dem Wirecard im Jahr 2015 ein Unternehmen in Indien zu einem extremen Preis gekauft hat. Brauns Firma hatte dafür fast 300 Millionen Euro bezahlt, obwohl der Fonds die Firma kurz zuvor für nur 37 Millionen Euro erworben hatte. Die Konzernprüfer von Wirecard, EY, hatten diese und andere Geschäfte im Rahmen ihrer Jahresabschlussprüfungen untersucht – und offenbar keinen Anlass gesehen, der Bilanz des Unternehmens ihr Testat zu verweigern. Jetzt allerdings stehen die Prüfer unter einem deutlich höheren Druck. Wirecard hatte ihnen vorsorglich nach der Veröffentlichung des KPMG-Berichts den Rücken gestärkt und in einem eigenen Papier die Unterschiede zwischen einer Bilanzprüfung und einer forensischen Untersuchung herausgearbeitet. Doch ganz so einfach scheint die Bilanzprüfung nicht zu sein. Nach wiederholten Verschiebungen sollen die Jahreszahlen von Wirecard am 18. Juni vorgelegt werden. Zu spät wohl für die Frankfurter Wertpapierbörse. Dort wird ein Sanktionsverfahren geprüft, weil im Prime Standard gelistete Unternehmen ihre Bilanzen binnen vier Monaten nach Ende des Geschäftsjahres vorlegen müssen. Diese Probleme wird Markus Braun aber sicher nicht in den Vordergrund rücken, wenn die Zahlen endlich kommen. Er hat bereits angekündigt, dass dann ein satter Gewinn unter dem Strich stehen wird. Und er hofft, dass sich das neue Ermittlungsverfahren möglichst rasch in Luft auflöst. So zumindest verkündet es seine Sprecherin am Abend nach der Razzia: „Der Vorstand ist zuversichtlich, dass der Sachverhalt sich aufklären wird und die Vorwürfe sich als unbegründet erweisen werden.“ Let's block ads! (Why?)
    Quelle: N24Publiziert am 06-06-2020By Daniel Zwick
  • Franzosen töten Al-Qaida-Chef in Mali
    Französische Soldaten haben in Mali den Anführer der Dschihadistenmiliz Al-Kaida im Islamischen Maghreb getötet. Der Algerier Abdelmalek Droukdal soll im Norden des Landes nahe der algerischen Grenze getötet worden sein. © Axel Springer SE. Alle Rechte vorbehalten. Let's block ads! (Why?)
    Quelle: N24Publiziert am 06-06-2020
  • Der rot-rot-grüne Irrsinn hat Methode
    An vielen Hauswänden Berlins finden sich vier Buchstaben, die nicht allen etwas sagen dürften: ACAB. Sie stehen für „All Cops Are Bastards“, alle Bullen sind Schweine. Eine Parole aus den guten alten Zeiten des westdeutschen Linksradikalismus, als der Kapitalismus noch das „Schweinesystem“ war und die Polizei der „Büttel“ der faschistischen Staatsmacht. Das ist allerdings schon ein paar Jahre her. Nicht so in Berlin. Zwar regiert das links-grüne Lager die Stadt, stellt den Regierenden Bürgermeister, die Wirtschaftssenatorin und den Justizsenator, doch der Kampf gegen Kapitalismus und Reaktion wird entschlossen weitergeführt, jetzt eben aus den Amtssesseln heraus. Die neueste Waffe heißt „Landesantidiskriminierungsgesetz“. Gerade wurde es im Abgeordnetenhaus beschlossen. Wie beim „Mietendeckel“ geht das rot-rot-grüne Berlin auch hier revolutionäre Wege und stellt alle Behörden der eigenen Verwaltung samt Feuerwehr und Polizei unter einen Generalverdacht in Sachen Rassismus und Diskriminierung.
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    Zu Hause bei Issa Remmo. Journalistin Christine Kensche im Gespräch Zu Besuch bei Issa Rammo Des Pudels Kern ist Paragraf 7, die „Vermutungsregelung“: „Werden Tatsachen glaubhaft gemacht, die das Vorliegen eines Verstoßes gegen §2 oder §6 überwiegend wahrscheinlich machen, obliegt es der öffentlichen Stelle, den Verstoß zu widerlegen.“ Die Polizei muss also beweisen, dass die Durchsuchung einer Shisha-Bar oder die Beschlagnahmung des Protzautos eines Clan-Chefs kein Fall von Diskriminierung war – sonst droht Schadensersatz. Das ist nichts anderes als eine rechtsstaatswidrige Umkehr der Beweislast, eine Einladung zum Missbrauch und eine abenteuerlich lebensferne Schwächung der sowieso schon auf dem Zahnfleisch krauchenden Sicherheitsbehörden. Bayern und NRW prüfen, ob sie künftig noch Polizisten nach Berlin schicken. Kein Wunder, dass die bürgerliche Opposition Sturm läuft. Dass die SPD bei diesem Unfug mitmacht, nimmt man nur noch achselzuckend zur Kenntnis. Der eigentliche Skandal aber ist das Schweigen des grünen Spitzenduos.

    „Empörung, wie man so mit der Polizei umgehen kann“

    Quelle: WELT Dieser Text ist aus der WELT AM SONNTAG. Wir liefern Sie Ihnen gerne regelmäßig nach Hause. Let's block ads! (Why?)

    Quelle: N24Publiziert am 06-06-2020By Reinhard Mohr