Handelsblatt

  • Studium in Corona-Zeiten: Länderbeschluss: Das Sommersemester wird nicht verschoben
    Hochschulen Die Sitze im Hörsaal der Universität Köln sind leer. Die Hochschulen in Nordrhein-Westfalen wollen das diesjährige Sommersemester ab dem 20. April mit reiner Online-Lehre starten. (Foto:& dpa) Die Bundesländer haben sich darauf geeinigt, das Sommersemester trotz Corona nicht zu verschieben. „Das Sommersemester 2020 wird ein ungewöhnliches, es soll jedoch kein verlorenes Semester sein“, heißt es in einer Mitteilung der Kultusministerkonferenz (KMK). Die Hochschulen könnten allerdings je nach Entwicklung der Lage die Vorlesungszeit flexibel gestalten, also etwa innerhalb des Semesters, das auch die „Semesterferien“ umfasst, nach hinten schieben. Damit hat die KMK Forderungen einzelner Länder und der Hochschulrektoren nach einer Verschiebung eine Absage erteilt. De facto entsteht dennoch ein zeitlicher Puffer von einem Monat, denn das nächste Wintersemester 2020/21 soll bundesweit an Unis und Fachhochschulen einheitlich erst am 1. November beginnen. Normalerweise läuft das Sommersemester der Universitäten vom 1. April bis zum 30. September, das Wintersemester vom 1. Oktober bis Ende März. Die „Semesterferien“ sind jeweils Teil des Semesters. Die Semester der Fachhochschulen beginnen meist einen Monat früher.  Die Termine für das Bewerbungs- und Zulassungsverfahren für die Bachelor-Studiengänge für das Wintersemester 2020/2021 werden angepasst, teilte die KMK mit. Die Öffnung der Bewerbungsportale bei der Stiftung für Hochschulzulassung für die Fächer mit zentraler Vergabe wird verschoben. Der Termin werde frühestens am 01. Juli sein, genaueres werde in Kürze entschieden. Die Kultusminister erkennen gleichwohl an, dass die Hochschulen in diesen Zeiten vor „Herausforderungen neuen Ausmaßes“ stehen. Man wolle sie daher „nach Kräften unterstützen“. Zugleich dankten die Minister den Unis und Fachhochschulen für ihre vielfältigen Bemühungen zur Sicherstellung des Lehr- und Forschungsbetriebs - insbesondere durch die Bereitstellung digitaler Lehr- und Lernformate.HRK-Präsident André Alt hatte im Vorfeld vor „Chaos“ gewarnt: Es könne nicht sein, „dass eine Fakultät die Lehre zu 100 Prozent digital anbietet, die andere zu 30 und eine dritte zu 70 Prozent“. Zudem könnten praktische Kurse in Werkstätten und Laboren nicht stattfinden, solange die Corona-Kontaktbeschränkungen gelten. Auf diesen Punkt gehen die Kultusminister nicht ein. Offenbar hoffen sie, dass diese spätestens in den Semesterferien nachgeholt werden können.  Studenten, die keine oder nicht alle vorgesehenen Leistungen aufgrund der Folgen der Covid-19-Pandemie und dem damit eingeschränkten Lehrangebot erbringen können, „sollen grundsätzlich keine Nachteile erleiden“, versichern die Kultusminister. Sie wollen sich daher beim Bund dafür einsetzen, dass beispielsweise beim BAföG, dem Kindergeld oder der Krankenversicherung entsprechende flexible Regelungen gefunden werden.  Mehr: Student berichtet aus Studienalltag: „Studium? Läuft bei uns alles online“https://www.handelsblatt.com/politik/deutschland/semflex-modell-thueringen-schlaegt-drei-flexi-semester-vor-fuer-ganz-deutschland/25702890.html Let's block ads! (Why?)
    Quelle: Handelsblatt SchlagzeilenPubliziert am 03-04-2020By Barbara Gillmann
  • Energieversorger: Uniper-Aufsichtsratschef Reutersberg gibt seinen Posten ab
    Bernhard Reutersberg Der Aufsichtsratsvorsitzende gibt seinen Posten bei Uniper ab. (Foto:& dpa) Nach der Übernahme durch den Konkurrenten Fortum gibt Uniper-Aufsichtsratschef Bernhard Reutersberg einem Insider zufolge seinen Posten ab. Auch weitere Mitglieder des Kontrollgremiums wollten sich zurückziehen, sagte eine mit der Angelegenheit vertraute Person am Freitag der Nachrichtenagentur Reuters. Fortum hatte kürzlich die Mehrheit an Uniper übernommen. Uniper lehnte eine Stellungnahme ab.Mehr: Fortum hält die Mehrheit an Uniper Let's block ads! (Why?)
    Quelle: Handelsblatt SchlagzeilenPubliziert am 03-04-2020
  • Dax aktuell: Dax schließt leicht im Minus – US-Arbeitsmarktdaten zeigen kaum Effekte
    Dax-Kurve Blick auf die Dax-Kurve im Frankfurter Handelssaal. (Foto:& dpa) Der Dax reagiert am Freitag gelassen auf schwache Konjunktur- und Arbeitsmarktdaten. Nach der Veröffentlichung der Zahlen gab der Index nur leicht nach und schloss schließlich 0,5 Prozent tiefer bei 9526 Punkten.Dabei haben es die neuen US-Arbeitsmarktdaten durchaus in sich: Im vorigen Monat wurden in den USA 701.000 Stellen außerhalb der Landwirtschaft abgebaut, wie die Regierung am Freitag mitteilte. Von Reuters befragte Ökonomen hatten für März lediglich mit 100.000 gerechnet, nachdem im Vormonat noch 273.000 Jobs geschaffen wurden. Jetzt weiterlesen Erhalten Sie Zugriff zu diesem und jedem weiteren Artikel imWeb und in unserer App für 4 Wochen kostenlos. Weiter
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    Quelle: Handelsblatt SchlagzeilenPubliziert am 03-04-2020
  • Dax aktuell: Dax schließt leicht im Minus – Analyst sieht typische Merkmale einer „Bärenmarkt-Rally“
    Dax-Kurve Blick auf die Dax-Kurve im Frankfurter Handelssaal. (Foto:& dpa) Der Dax hat am Freitag verhältnismäßig gelassen auf den Jobabbau in den USA reagiert. Nach einem zunächst unsteten Auf und Ab gab der deutsche Leitindex nach Veröffentlichung der US-Arbeitsmarktdaten nur leicht nach und schloss 0,5 Prozent tiefer bei 9526 Punkten. Im Wochenverlauf liegt das Minus bei mehr als ein Prozent. Jetzt weiterlesen Erhalten Sie Zugriff zu diesem und jedem weiteren Artikel imWeb und in unserer App für 4 Wochen kostenlos. Weiter
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    Quelle: Handelsblatt SchlagzeilenPubliziert am 03-04-2020
  • Roland Boekhout und Michael Mandel : Commerzbank-Vorstände warnen: „Der Höhepunkt der Krise liegt noch vor uns“
    Die Commerzbank wird derzeit von Unternehmen förmlich überrannt. „Wir haben im Zuge der Coronakrise bereits mehr als 18.000 neue Finanzierungsanfragen bekommen“, sagt Firmenkundenvorstand Roland Boekhout im Handelsblatt-Interview. Ein großer Teil davon erfülle nach einer ersten Einschätzung die Kriterien für das Kreditprogramm der Förderbank KfW.Boekhout berichtet jedoch auch von Firmen, denen mit Förderprogrammen aktuell nicht geholfen werden kann. „Es gibt Sektoren, in denen es Firmen schwer haben werden, sich schnell genug von der Coronakrise zu erholen, um die aufgebaute Schuldenlast zu tragen“, erklärte der Niederländer. „Solche Unternehmen brauchen frisches Eigenkapital, sonst ist es für Banken nicht möglich, ihnen weitere Kredite zu gewähren.“Der „absolute Großteil“ der Commerzbank-Firmenkunden könne die Coronakrise bisher relativ gut managen, sagte Boekhout in seinem ersten großen Interview als Firmenkundenvorstand der Commerzbank. Aber natürlich werde der erwartete Einbruch der deutschen Wirtschaft deutliche Spuren bei den Kunden hinterlassen. „Der Höhepunkt der Krise liegt noch vor uns“, fürchtet der Banker. Dass die Commerzbank wie in der Finanzkrise selbst in Bedrängnis gerät und vom Staat gestützt werden muss, glaubt Privatkundenvorstand Michael Mandel nicht. „Wir haben unsere Bilanzsumme in den vergangenen Jahren massiv heruntergefahren und unser Eigenkapital gestärkt“, sagte er. Auch die Liquiditätsausstattung sei viel besser als vor der Finanzkrise. „Unsere Puffer sind deutlich größer, das ist der große Unterschied zu 2008.“An ihrer Strategie will die Commerzbank wegen der Coronakrise nicht rütteln. „Oberste Priorität hat für uns, den Geschäftsbetrieb am Laufen zu halten und unseren Kunden durch die Krise zu helfen“, sagte Mandel. „Aber das heißt nicht, dass wir auch nur ein Jota von unserer Strategie abweichen.“Bisher sei die Krise eher eine Bestätigung, „dass wir die richtigen Dinge tun“, betont Mandel. „Das gilt beispielsweise für unseren Fokus auf „Mobile first“, also die Weiterentwicklung von Banking-Angeboten für das Smartphone.“ Auch die Pläne, mehr Geschäfte mit Bestandskunden zu machen und die Digitalisierung durch die Integration der Onlinebank Comdirect voranzutreiben, seien auch nach der Krise noch richtig. Lesen Sie hier das gesamte Interview:Herr Boekhout, Herr Mandel, wie reagieren die Firmen auf die Coronakrise?Boekhout: Die Unsicherheit ist gewaltig, weil niemand weiß, wie sich die Situation weiterentwickelt. Wir führen gerade extrem viele Kundengespräche. Die Lage unterscheidet sich von Sektor zu Sektor stark. Bei Reisebüros, Reisebusunternehmen oder Gaststätten sind schlagartig alle Umsätze weggefallen. Andere Firmen haben lediglich Umsatzrückgänge, können aber weiterarbeiten wie zuvor.Was können Sie als Bank für betroffene Unternehmen tun? Boekhout: Viele Unternehmen haben bestehende Kreditlinien in Anspruch genommen und sich so zusätzliche Liquidität besorgt. Und wir haben im Zuge der Coronakrise bereits mehr als 18.000 neue Finanzierungsanfragen bekommen. Ein großer Teil davon erfüllt nach unserer ersten Einschätzung die Kriterien für das Kreditprogramm der Förderbank KfW. In vielen Fällen ist dieses Programm die attraktivste Lösung für Kunden, die sich Liquidität sichern wollen. Wir müssen natürlich jeden Einzelfall weiterhin genau prüfen. Auf was kommt es im Einzelfall an?Boekhout: Wir müssen für das KfW-Programm eine Kreditprüfung machen – und die nehmen wir sehr ernst. Wir haben unsere Prozesse beschleunigt und die internen Kapazitäten aufgestockt. Aber wir können und dürfen Kredite nicht einfach durchwinken, nur weil der Staat im Rahmen des KfW-Programms 80 bis 90 Prozent der Haftung übernimmt. Die KfW verlangt eine saubere Prüfung im Einzelfall von uns, und am Ende müssen wir Stand heute die regulatorische Haftung dafür übernehmen. Keine Chancen auf KfW-Hilfen gemäß dem Programm haben beispielsweise Firmen, die schon Ende 2019 kein nachhaltiges Geschäftsmodell hatten, oder die die Rahmenbedingungen in bestehenden Kreditverträgen, die sogenannten Covenants, nicht mehr eingehalten haben. Wie vielen Unternehmen werden Sie nicht helfen können?Mandel: Das ist schwer abzuschätzen. Bei vielen Firmen kann man das erst nach einer detaillierten Prüfung beantworten. Grundsätzlich finde ich es toll, wie schnell die Politik reagiert und drei Programme aufgelegt hat: den Stabilisierungsfonds für große Unternehmen, das KfW-Kreditprogramm für mittelgroße Firmen sowie direkte Zuschüsse für Kleinunternehmen und Selbstständige. Aber natürlich gibt es dazwischen Grenzbereiche mit Unternehmen, für die keines der Programme so richtig passt. Ich bin aber zuversichtlich, dass die Politik da noch mal nachbessert.
    Vitae Roland Boekhout und Michael Mandel Wo sehen Sie Anpassungsbedarf?Boekhout: Es gibt viele Firmen, die zu groß sind, um Zuschüsse für Kleinunternehmen zu bekommen, aber zu klein für den Wirtschaftsstabilisierungsfonds. Das sind oft Firmen mit einem Jahresumsatz zwischen 500.000 Euro und 50 Millionen Euro. Davon gibt es in Deutschland sehr viele. Insgesamt erwirtschaften diese Unternehmen pro Jahr einen Umsatz von mehr als zwei Billionen Euro.Sparkassen-Präsident Schleweis sagte kürzlich im Handelsblatt-Interview, dass vielen Kunden Kredite nicht weiterhelfen, sondern dass sie Eigenkapital brauchen. Sehen Sie das ähnlich?Boekhout: Ja. Es gibt Sektoren, in denen es Firmen schwer haben werden, sich schnell genug von der Coronakrise zu erholen, um die aufgebaute Schuldenlast zu tragen. Solche Unternehmen brauchen frisches Eigenkapital, sonst ist es für Banken nicht möglich, ihnen weitere Kredite zu gewähren. Am Kapitalmarkt ist es für solche Firmen aktuell schwer, Eigenkapital aufzunehmen. Aber vielleicht kann der Stabilisierungsfonds von der Politik so gestaltet werden, dass diesen Unternehmen geholfen werden kann. Wann erwarten Sie Details zur Ausgestaltung des Fonds?Boekhout: Ich bin an den Gesprächen nicht beteiligt. Aber ich hoffe, dass alle Beteiligten in den nächsten Wochen Klarheit bekommen. Die Entscheidungsträger in Berlin wissen: Die Zeit drängt bei vielen Firmen. Der Wille zu helfen ist derzeit überall groß. Sehen Sie die Gefahr, dass dem Untergang geweihte Firmen mit Hilfsprogrammen künstlich am Leben gehalten werden?Boekhout: Diese Gefahr existiert. Man kann es Unternehmern ja nicht übelnehmen, dass sie nach Möglichkeiten suchen, ihre Firma zu retten – auch durch die Nutzung von Hilfsprogrammen. Aber es ist wirtschaftlich nicht verantwortlich, Firmen kurzfristig mit Finanzierungen zu helfen, die sie dauerhaft nicht zurückzahlen können. In Einzelfällen mussten auch wir Unternehmen leider schon mitteilen, dass wir ihnen keine weiteren Mittel zur Verfügung stellen können. Ich bin in solchen Fällen hin und wieder dabei und kann Ihnen sagen: Das sind keine Gespräche, die mir Freude bereiten.Einige Unternehmen klagen, dass es bei vielen Banken derzeit keine Bereitschaft gibt, neue Kunden aufzunehmen.Boekhout: Wir sind nach wie vor offen für Neukunden, aber unser Fokus liegt aktuell ganz klar auf den Bestandskunden, bei denen wir oft seit Jahrzehnten Hausbank sind. Viele
    Quelle: Handelsblatt SchlagzeilenPubliziert am 03-04-2020By Andreas Kröner
  • Ausschüttungen: Immer mehr Banken setzen ihre Dividendenzahlungen aus – nun auch die Helaba
    Helaba Wie andere Geldhäuser auch setzt die Landesbank Hessen-Thüringen die Dividendenzahlung vorerst aus. (Foto:& dpa) Zusehends mehr Banken folgen der Empfehlung der Aufsichtsbehörden und setzen Ausschüttungen an ihre Eigentümer aus. Die Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba) zahlt nun vorerst auch keine Dividende. Ein Helaba-Sprecher sagte auf Anfrage, die Gremien der Bank würden die Entscheidung bis ins vierte Quartal dieses Jahres zurückstellen. Vor etwas mehr als einer Woche hatte die Helaba noch erklärt, sie plane eine Ausschüttung. Dabei ging es um eine Summe von 90 Millionen Euro. Die Landesbank gehört mehrheitlich den Sparkassen in Hessen und Thüringen, Träger sind daneben die beiden Bundesländer. Mehrere Aufsichtsbehörden hatten Zurückhaltung bei den Auszahlungen angemahnt. Sie riefen die Geldhäuser dazu auf, die europäische Wirtschaft in der Coronakrise zu unterstützen – im Zweifel zulasten von Boni und Dividenden. Die Europäische Zentralbank (EZB) forderte konkret, eine Dividendenausschüttung mindestens bis zum 1. Oktober auszusetzen. Die Bayrische Landesbank teilte ebenfalls am Freitag mit, sie werde vorerst auf eine Ausschüttung verzichten. Vorgesehen war eine Auszahlung von 150 Millionen Euro. Die Landesbank Baden-Württemberg hat noch nicht abschließend entschieden. Sie erklärte: „Wir prüfen selbstverständlich die Aufforderung der EZB und sind dabei in engem Austausch mit unseren Eigentümern.“ Sie hatte Mitte März noch angekündigt, knapp 260 Millionen Euro auszuschütten.Finanzkreisen zufolge will auch die DZ Bank Beschluss und Auszahlung der Dividende vertagen. Das Spitzeninstitut der Volks- und Raiffeisenbanken hatte Ende Februar noch angekündigt, dass es 320 Millionen Euro ausschütten wolle. Die DZ Bank gehört den rund 840 Genossenschaftsbanken in Deutschland. Zuvor hatte der Branchendienst „Platow Brief“ darüber berichtet.Die nach der DZ Bank zweitgrößte deutsche Genossenschaftsbank, die Deutsche Apotheker- und Ärztebank (Apobank), will an einer Dividendenzahlung festhalten. Statt der ursprünglich angepeilten 48 Millionen Euro sollen nun aber 24 Millionen Euro ausgeschüttet werden, wie das Geldhaus am Mittwoch mitteilte. Die Auszahlung soll erst nach dem 1. Oktober erfolge. Die Commerzbank wiederum hatte nach der Empfehlung der EZB angekündigt, ihre geplante Ausschüttung zu streichen.Mehr: Die europäische Bankenaufsicht Eba fordert in deutlichen Worten zum Dividendenverzicht auf. Let's block ads! (Why?)
    Quelle: Handelsblatt SchlagzeilenPubliziert am 03-04-2020By Elisabeth Atzler
  • US-Arbeitsmarkt: Arbeitslosenquote in den USA steigt wegen Coronavirus an
    USA Die rasante Ausbreitung des Coronavirus hat das öffentliche Leben in weiten Teilen der USA zum Erliegen gebracht. (Foto:& dpa) Die Arbeitslosenquote in den USA ist infolge der Coronakrise deutlich angestiegen. Sie stieg von 3,5 Prozent im Vormonat auf 4,4 Prozent im März, wie die US-Regierung am Freitag mitteilte. Die Zahl der Beschäftigten sei um 700.000 gesunken. Vor allem im Hotel- und Gastgewerbe machten sich die Auswirkungen der Epidemie demnach bemerkbar, allein dort fielen 460.000 Stellen weg.Aufgrund einer verzögerten Erhebung der Statistik vermitteln die neuen Daten jedoch ein zu rosiges Bild. Die jüngste Zuspitzung am Arbeitsmarkt ist davon nur begrenzt widergegeben: Die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe sind seit Mitte März auf rund 10 Millionen in die Höhe geschnellt. Experten gehen daher davon aus, dass die Arbeitslosenquote daher eigentlich bereits bei 10 Prozent oder sogar darüber liegen könnte.Die rasante Ausbreitung des neuartigen Coronavirus Sars-CoV-2 hat das öffentliche Leben in weiten Teilen der USA zum Erliegen gebracht. Rund drei Viertel der rund 330 Millionen Amerikaner unterliegen inzwischen von Bundesstaaten verhängten Ausgangsbeschränkungen. Viele Geschäfte sind geschlossen, Restaurants und Hotels bleiben leer, zahllose Reisen wurden abgesagt. Viele Mitarbeiter geschlossener Unternehmen müssen Arbeitslosenhilfe beantragen.Viele Mitarbeiter geschlossener Unternehmen müssen daher Arbeitslosenhilfe beantragen. Entlassungen sind in den USA in der Regel wesentlich schneller möglich als etwa in Deutschland. In den USA gab es bislang auch keine Regelung wie das Kurzarbeitergeld, um den in Krisensituationen zu stabilisieren.Mit einem Konjunkturpaket, mit dem der US-Kongress rund 2 Billionen Dollar in die Wirtschaft pumpen will, wurde die bislang sehr begrenzte Arbeitslosenhilfe vergangene Woche ausgeweitet.Nun soll es Arbeitgebern auch möglich sein, Angestellte für bis zu vier Monate zu beurlauben anstatt sie zu entlassen. In dieser Zeit würde der Staat für das Gehalt aufkommen. Die Neuregelung hatte jedoch wohl noch kaum Auswirkungen auf die jüngsten Daten vom Arbeitsmarkt.Im Februar – also noch vor der rasanten Ausbreitung des Virus in den USA – lag die Arbeitslosenquote noch bei 3,5 Prozent, dem niedrigsten Stand seit Jahrzehnten. Die US-Konjunktur brummte, an der Börse wurden Höchststände vermeldet. Präsident Donald Trump, der sich im November um eine Wiederwahl bewirbt, rühmte sich seiner erfolgreichen Wirtschaftspolitik. Doch der Coronavirus machte die guten Aussichten zunichte.Trump verspricht derweil, die Wirtschaft werde nach dem Ende der Epidemie wieder „wie eine Rakete“ durchstarten. Viele Analysten rechnen jedoch mit einer langsamen Erholung.Das gesamte Ausmaß der wirtschaftlichen Verwerfungen der Coronavirus-Pandemie für die USA ist noch nicht absehbar. Trotzdem rechnen viele Analysten inzwischen mit einem dramatischen Einbruch im zweiten Quartal und einer Rezession aufs ganze Jahr betrachtet.In den USA gab es bis Freitagmorgen (Ortszeit) Forschern der Universität Johns Hopkins zufolge rund 250.000 bestätigte Infektionen mit dem neuartigen Coronavirus. Mehr als 6000 Menschen sind infolge der vom Virus ausgelösten Erkrankung Covid-19 gestorben.Mehr: Amerikas Offenbarungseid: Corona und die Systemfehler der USA. Lesen Sie hier mehr. Let's block ads! (Why?)
    Quelle: Handelsblatt SchlagzeilenPubliziert am 03-04-2020
  • Luftfahrt: Airline LOT benötigt Staatshilfe – Condor-Übernahme in Gefahr
    LOT-Flugzeug in Warschau Wegen der Coronavirus-Pandemie könnte der Flugbetrieb für die nächsten Monate vollständig eingestellt werden. (Foto:& Reuters) Die Übernahme des deutschen Ferienfliegers Condor durch die polnische Airline LOT wackelt zunehmend. Denn die staatliche LOT braucht nach Angaben der Warschauer Regierung wahrscheinlich Unterstützung vom polnischen Staat. LOT arbeite an einem Rettungsplan, sagte der Minister für Staatsbeteiligungen, Jacek Sasin, am Freitag dem Fernsehsender TVN24. Wegen der Coronavirus-Pandemie könnte der Flugbetrieb für die nächsten Monate vollständig eingestellt werden. „LOT wird es ohne staatliche Hilfe nicht schaffen“, sagte er. Er sei in ständigem Kontakt mit dem LOT-Management.Die geplante Übernahme von Condor droht Insidern zufolge ohnehin an Forderungen des LOT-Eigners PGL zu scheitern. Für Condor zeichnet sich deshalb eine vorübergehende Verstaatlichung ab. Im Gespräch ist auch, dass der staatliche Brückenkredit der KfW von 380 Millionen Euro über den 15. April hinaus verlängert wird, wie mehrere mit der Sache vertraute Personen sagten. Wegen der Coronakrise und des deutlich reduzierten Flugbetriebs beantragte der Ferienflieger Insidern zufolge bereits zusätzlich einen 200-Millionen-Euro Kredit bei der KfW als Liquiditätshilfe. Offen war auch, ob es einen neuen Verkaufsprozess geben könnte.Condor selbst wollte die sich abzeichnende Staatshilfe für LOT nicht konkret kommentieren. Man sei weiter in Gesprächen mit PGL und bewerte die Situation gemeinsam, sagte eine Sprecherin. Der Ferienflieger hat über 4000 Beschäftigte, die alle von Kurzarbeit betroffen sind – allerdings nicht in gleichem Umfang. Denn viele Mitarbeiter sind noch mit Rückholflügen deutscher Urlauber aus dem Ausland beschäftigt.Die insolvente Condor hatte sich im Herbst wegen der Pleite der damaligen Muttergesellschaft Thomas Cook unter einen Schutzschirm geflüchtet. Die Gläubigergruppen von Condor hatten den Insolvenzplan dann Mitte März zwar mehrheitlich angenommen, der Pensionssicherungsverein (PSV) legte allerdings Einspruch dagegen ein. Der PSV lehnte eine Stellungnahme hierzu ab. Die Condor-Sprecherin sagte, man sei auf den Einspruch vorbereitet und gehe davon aus, dass das Landgericht Frankfurt hier rasch entscheide und der Plan dann als rechtskräftig eingestuft werde. „Wir sind sehr zuversichtlich, dass wir das Schutzschirmverfahren in den kommenden Wochen verlassen werden.“Der PSV wird von den Arbeitgebern finanziert und springt ein, wenn Unternehmen in Schieflage ihre Betriebsrenten nicht mehr zahlen können. Das macht ihn bei Insolvenzen oft zu einem der größten Gläubiger. Der PSV ist Insidern zufolge im Insolvenzplan für Condor besser gestellt als andere Gläubiger. Mehr: Condor-Übernahme wackelt – Staat könnte als Eigentümer einspringen Let's block ads! (Why?)
    Quelle: Handelsblatt SchlagzeilenPubliziert am 03-04-2020
  • Jahresbilanz: BayernLB hält trotz Corona an der Neuausrichtung fest
    Die BayernLB will ihre strategische Neuausrichtung trotz der Coronakrise weiter vorantreiben. „Wir sind unverändert vollkommen davon überzeugt“, sagte Vorstandschef Stephan Winkelmeier am Freitag bei der Vorstellung der Bilanz für das abgelaufene Geschäftsjahr.Kurz vor Weihachten 2019 hatte Winkelmeier einen Mehrjahresplan bis ins Jahr 2024 präsentiert, zu dessen Kern der Ausbau der Onlinebank DKB, des Immobilien- und des Verbundgeschäfts mit den Sparkassen gehört. Dafür soll aus der bislang weitgehend als Universalbank tätigen BayernLB eine Spezialbank mit Fokus auf Zukunftsthemen und Digitalisierung werden. Der Mehrjahresplan mit dem Titel „Zukunftsbank BayernLB“ ist das erste Großprojekt, das Winkelmann nach seinem Amtsantritt im vergangenen Sommer angegangen ist.Auch wenn die Ziele unverändert sind: Die Prioritäten haben sich für die Bank seit dem Jahreswechsel verschoben. „Wir werden den Umbau angemessen steuern, um nah bei den Kunden zu sein“, betonte Winkelmeier. So führt die Coronakrise dazu, dass innerhalb der Bank ein Sektor wieder in den Vordergrund rückt, der in den Plänen für die künftige Ausrichtung eher eine Nebenrolle gespielt hat: der Unternehmensbereich Als Hausbank des Freistaates Bayern kommt der Landesbank in diesen Tagen eine besondere wichtige Position zu: Sie soll gemeinsam mit den Sparkassen im Land dafür sorgen, dass Fördermittel der KfW Bankengruppe und der LfA Förderbank Bayern bei den Unternehmen ankommen.Auf die Konten der Landesbank wurden bisher mehr als 300 Millionen Euro an betroffene Unternehmen weitergeleitet. Mit bis zu 10.000 Anträgen insgesamt rechnet die Landesbank. Deshalb wurde das für Fördermittel zuständige Team um Mitarbeiter aus anderen Bereichen verstärkt. Im Mehrjahresplan bis 2024 ist jedoch weiterhin die Verschmelzung des Firmenkundengeschäft mit dem Finanzmarktgeschäft geplant. Daran soll sich auch durch die Coronakrise nichts ändern, hieß es am Freitag.Finanzmarktgeschäft macht VerlustBeide Bereiche gehören schon seit Längerem zu den ertragsschwachen Teilen der Bank – daran hat sich auch im vergangenen Jahr nichts geändert. Das Firmenkundengeschäft, das offiziell den Namen Corporates & Mittelstand trägt, schaffte nur noch einen kleinen Gewinn von 13 Millionen Euro, nachdem an dieser Stelle im Jahr 2018 noch 161 Millionen Euro standen. Hohe Auflösungen der Risikovorsorge führten zu dem deutlichen Rückgang.Das Finanzmarktgeschäft rutschte gar in die roten Zahlen. Nach einem leichten Vorsteuerergebnis von zwölf Millionen Euro stand diesmal ein Verlust von 21 Millionen Euro. Vor allem negative Bewertungseffekte bei Emissionen und Derivaten führten zu dem Minus.Das Ende des Finanzmarktgeschäfts in seiner bisherigen Form war schon Ende vergangenen Jahres besiegelt. Da wurde bekannt, dass insgesamt 400 Stellen wegfallen sollen, davon etwa ein Drittel direkt im Kapitalmarktgeschäft und zwei Drittel in den Marktfolgebereichen. Für die BayernLB bedeutete dies einen Arbeitsplatzabbau von fünf Prozent. Inzwischen haben bereits 150 Mitarbeiter das Haus verlassen, hieß es am Freitag. Die restliche Zahl von 250 Mitarbeitern soll in nächster Zeit folgen. Allerdings soll es dabei nicht bleiben. „Eine weitere Reduktion wird kommen. Das geben wir später im Jahr bekannt“, kündigte Bankchef Winkelmeier an. Schon lange zeichnet sich ab, dass die internationalen Großbanken vor allem aus den USA das Finanzmarktgeschäft mehr und mehr an sich reißen. Für kleinere Häuser wie die BayernLB bleibt kaum mehr die Möglichkeit, nachhaltig Gewinne zu erzielen. Zumal die IT-Kosten in diesem Segment sehr hoch sind.Zwei Gewinntreiber bleibenAuf der Gegenseite besitzt die Landesbank mit dem Immobilien- und Verbundgeschäft mit den Sparkassen sowie besonders mit der Online-Bank DKB weiterhin zwei Gewinntreiber. Besonders der kombinierte Bereich Immobilien und Verbund legte im abgelaufenen Jahr zu. Mit einem Vorsteuerergebnis von 298 Millionen Euro trug er über 45 Prozent zum Gesamtergebnis von 653 Millionen Euro bei.Die Begründung dafür ist einfach: Das Neugeschäft im Immobiliensektor war im vergangenen Jahr noch weit von jeglicher Krisenstimmung entfernt. Das dürfte seit Ausbruch der Coronakrise anders sein. Dennoch erwartet BayernLB-Chef Winkelmeier beispielsweise für Einzelhandelsflächen keine negativen Auswirkungen aus dem Effekt, dass die Kunden in den vergangenen Wochen nur weitgehend via Internet einkaufen konnten. „Den Trend zum Online-Shopping gab es schon vorher“, sagte Winkelmeier.Der größte Gewinnbringer der BayernLB bleibt jedoch die Online-Bank DKB – auch wenn sie mit einem Vorsteuerergebnis von 301 Millionen Euro etwas weniger verdient hat als im Jahr 2018. Damit liegt sie nur noch knapp über dem Segment Immobilien und Verbund mit den Sparkassen. Die Berliner Onlinebank, die am deutschen Markt hinter der führenden ING an Nummer zwei liegt, konnte ihre Kundenzahl im vergangenen Jahr um 300.000 auf 4,3 Millionen steigern. „Die DKB bleibt unser Wachstumsmotor und ein unabkömmlicher Bestandteil der BayernLB“, stellte Winkelmeier am Freitag noch einmal klar.Immer wieder hatte es in der Vergangenheit Gerüchte gegeben, die wachstumsstarke Onlinebank könnte verkauft oder möglicherweise an die Börse gebracht werden. Winkelmeier hatte dem bereits bei seinem ersten öffentlichen Auftritt als Chef der Landesbank im vergangenen Sommer eine klare Absage erteilt. Stattdessen hielt er auch am Freitag an der Planung aus der Vorweihnachtszeit fest. Danach soll die Kundenzahl der DKB bis ins Jahr 2024 auf acht Millionen wachsen.Keine GewinnprognoseZum aktuellen Niveau käme das beinahe einer Verdoppelung gleich. Trotzdem bleibt Stephan Winkelmeier Optimist: Bereits die vergangenen Wochen, als viele Menschen zuhause Zeit hatten, ihre persönlichen Finanzprodukte zu überprüfen, hätten ein deutliches Plus gebracht.Zudem soll es für Privatkunden neue Lösungen im Zahlungsverkehr sowie ein vergrößertes Produktangebot geben. Für Geschäftskunden, die bei der DKB vor allem aus den Bereichen Wohnungswirtschaft, Erneuerbare Energien, Landwirtschaft und Ernährung sowie den freien Berufen kommen, soll das Angebot an Finanzierungslösungen ausgebaut werden.Eine Gewinnprognose für das laufende Jahr, die bei der BayernLB in normalen Zeiten traditionell im mittleren dreistelligen Millionenbereich liegt, wagte der Vorstandschef diesmal nicht. „Wir rechnen mit der tiefsten Rezession seit dem zweiten Weltkrieg, da wäre es vermessen, einen Ausblick zu geben“. Stattdessen spielte er auf die Rettung der Bank mit staatlichen Milliarden in Zeiten der Finanzkrise an. „Wir sind uns unserer Verantwortung als ehemals selbst gerettetes Institut in diesen Zeiten sehr bewusst.“Mehr: Was Verbraucher tun können, wenn durch Corona die Immobilienfinanzierung wackelt. Let's block ads! (Why?)
    Quelle: Handelsblatt SchlagzeilenPubliziert am 03-04-2020
  • Coronavirus: Es droht eine globale Schuldenkrise
    Minenarbeit in Afrika Die Corona-Pandemie hat die Industrieländer kalt erwischt und bisher nicht dagewesene wirtschaftliche und finanzielle Ausfälle verursacht. Doch die reichen Länder haben riesige Mittel, sich dem entgegenzustemmen und die Folgen abzumildern – und sie nutzen sie. Die Entwicklungsländer haben nichts dergleichen. Dabei werden sie von den Folgen der Pandemie mindestens ebenso hart getroffen.Wie die ständige Handels- und Entwicklungskonferenz der Vereinten Nationen (Unctad) in einer am 30. März veröffentlichten Analyse feststellt, waren die Folgen der Pandemie in Form von Kapitalflucht, höheren Kreditzinsen, Währungsabwertung und sinkenden Exporterlösen schlimmer für die Entwicklungsländer als das, was sie 2008 nach dem Zusammenbruch von Lehman Brothers verkraften mussten. In nur einem Monat wurden 60 Milliarden Dollar an Kapital abgezogen, zweimal so viel wie damals.Der Wert der Währungen der Entwicklungsländer gegenüber dem Dollar ist um fünf bis 25 Prozent gesunken, was den Schuldendienst für Auslandsschulden in Dollar entsprechend teurer macht. Zu den von Abwertung am stärksten betroffenen Ländern zählen Brasilien, Mexiko, Indonesien, Russland und Südafrika. Gleichzeitig ist nicht nur der Tourismus zum Erliegen gekommen, sondern auch der Preis für Rohstoffe eingebrochen, die für viele Länder Hauptexportprodukte sind. Seit Jahresanfang beträgt der Rückgang nach Unctad-Berechnungen 37 Prozent. Hinzu kommt, dass die Handelspartner aufgrund der Einstellung der Produktionen viel weniger abnehmen.Es braucht also noch nicht einmal eine Ansteckung der eigenen Bevölkerung, damit die Pandemie für die Entwicklungsländer eine Katastrophe ist.Die absehbare Folge: Laut Unctad werden den Entwicklungsländern 2020 und 2021 zwei Billionen (2000 Milliarden) Dollar fehlen, um ihre finanziellen Verpflichtungen zu erfüllen.Das hat das Zeug, eine Schuldenkrise auszulösen, die viele direkte und indirekte Kreditgeber in den Industrieländern mit in ihren Sog zieht. „Wenn nicht sofort gehandelt wird, wird sich die Verschuldungskrise rasch in einen Tsunami von Zahlungsausfällen verwandeln“, sagte Unctad-Direktor Richard Kozul-Wright.Die Entwicklungsländer stehen vor zwei riesigen Problemen. Anders als die Industrieländer mit ihren großen internationalen Reservewährungen können sie nicht einfach Geld drucken, um die Folgen der Pandemie zu bewältigen. Sie haben keine Möglichkeit, auch nur annähernd so große Hilfsprogramme für ihre Bürger und Wirtschaft aufzulegen, wie das die Industrieländer bereits getan haben. Außerdem schlittern sie mit einer in Relation zu ihrer Wirtschaftsleistung rekordhohen Verschuldung in diese Krise. Schon 2018 lag ihre Gesamtverschuldung bei fast 200 Prozent der Jahreswirtschaftsleistung. Das beinhaltet die Schulden des Staates und der Privaten, sowohl im Inland als auch im Ausland.Hinter der starken Zunahme stehen nach Unctad-Angaben vor allem die Unternehmen, deren Schulden zu einem Drittel auf ausländische Währung laufen und von ausländischen Gläubigern gehalten werden. China ist dabei nicht eingerechnet.Schattenbanken im FokusKreditgeber seien demnach in großem Umfang ausländische Schattenbanken, also Finanzinstitute, die bankähnliche Geschäfte tätigen, ohne wie Banken reguliert zu werden. Sie wären die ersten Betroffenen, wenn es zu Zahlungsausfällen in großem Stil kommt. Da diese Schattenbanken sich wiederum bei normalen Banken verschulden, könnte eine Zahlungskrise auch diese in ihren Sog ziehen.Ausgerechnet in diesem Jahr stehen besonders viele Regierungsanleihen zur Tilgung an. Allein von den Ländern mit niedrigen und mittleren Einkommen, China nicht gerechnet, laufen 2020 Staatsanleihen im Volumen von 415 Milliarden Dollar aus, 2021 nochmal 147 Milliarden  Dollar. Wegen der Kapitalflucht wird es kaum möglich sein, diese zu bezahlbaren Zinsen durch die Ausgabe neuer Anleihen zu refinanzieren.Die anstehenden Rückzahlungen der privaten Unternehmen kommen hinzu. Von diesen dürften viele in Anbetracht der desolaten wirtschaftlichen Lage während der Pandemie kaum in der Lage sein, den Schuldendienst zu leisten. „Diese Probleme können nicht durch die Politik eines einzelnen Landes eingedämmt werden“, mahnt Jayati Gosh, Ökonomieprofessorin in Neu Delhi: „Die Weltgemeinschaft braucht Führung, um die Coronavirus-Pandemie gemeinsam zu bewältigen.“Appell an das EigeninteresseDie Unctad appelliert deshalb auch an das Eigeninteresse der Industrieländer, wenn sie jetzt ein großes Hilfsprogramm zur Abwendung einer Schuldenkrise und einer humanitären Katastrophe fordert.Dazu soll zusätzliche Liquidität von einer Billion Dollar in Form von neuen Sonderziehungsrechten des Internationalen Währungsfonds (IWF) ausgegeben werden. Sonderziehungsrechte sind eine Währung mit der Regierungen und Notenbanken untereinander Zahlungen leisten oder die sie zum Beispiel in Dollar oder Euro eintauschen können.Zweitens soll ein sofortiges Moratorium für den Schuldendienst der Entwicklungsländer beschlossen werden, gefolgt von einer Schuldenrestrukturierung nach dem Vorbild des Londoner Abkommens, mit dem nach dem Zweiten Weltkrieg die deutschen Schulden teilweise erlassen, gestreckt und von ausreichenden Exporterlösen abhängig gemacht wurden. Auch hier stellt sich die Unctad ein Volumen von einer Billion Dollar an Schuldenerleichterungen vor.Und drittens fordert sie 500 Milliarden Dollar an Wiederaufbauhilfen für die armen Länder zur Wiederankurbelung der Volkswirtschaften nach dem Ende der Coronakrise. Den IWF drängt die Unctad, ausdrücklich Kapitalverkehrskontrollen als Krisenmaßnahmen gutzuheißen. Das würde bedeuten, dass Entwicklungsländer verfügen könnten, dass aus den betreffenden Ländern zeitweise nur noch mit Genehmigung Geld ins Ausland überwiesen werden darf.Kritik an der Federal ReserveKritik der Unctad erntet die US-Notenbank Federal Reserve dafür, dass sie trotz der zentralen Rolle des Dollars für den globalen Handel und das Weltfinanzsystem nur einer kleinen Gruppe „strategisch ausgewählter“ Länder Dollar-Kreditlinien (Swaps) eingeräumt habe, die es diesen Ländern ermöglichen, sich dringend benötigte Dollar zu besorgen. Dazu gehörten mit Mexiko, Brasilien und Singapur nur drei Schwellenländer und keine Entwicklungsländer.Nach Medienberichten sollen bereits mindestens 85 Länder Hilfen des IWF beantragt haben. Die bestehenden Kreditlinien dürften kaum ausreichen, weshalb über eine Ausweitung diskutiert wird.Allerdings würden die stark verschuldeten Länder dann nur Kredite bekommen, die normalerweise auch noch mit harten Auflagen einhergehen. Bei einer Verteilung von Sonderziehungsrechten ist das anders.Insofern ist die Diskussion hier ähnlich, wie in Europa, wo die einen den besonders betroffenen und besonders klammen Ländern nur über Kredite mit Auflagen helfen wollen, während die anderen Euro-Bonds mit gemeinschaftlicher Haftung fordern.Mehr: IWF ruft Staaten zur Zusammenarbeit im Kampf gegen die Krise auf. Lesen Sie hier mehr. Let's block ads! (Why?)
    Quelle: Handelsblatt SchlagzeilenPubliziert am 03-04-2020By Norbert Häring
  • Mischkonzern: Trump will 3M per Gesetz zwingen, mehr Masken für die USA zu produzieren
    Donald Trump Der US-Präsident übt auf Twitter scharfe Kritik an 3M. (Foto:& AP) Zu Beginn der Coronakrise feierte der US-Präsident 3M noch als Retter in der Not. Doch nun hat sich Donalds Trumps Gemütslage bezüglich des Mischkonzerns geändert: Das US-Unternehmen produziert seiner Meinung nach zu viele Atemschutzmasken fürs Ausland. Der Sender Fox-News hatte zuvor über einen Mangel in US-Krankenhäusern berichtet. Nun will der Präsident 3M zwingen, deutlich mehr Masken für den Heimatmarkt herzustellen. 3M werde einen hohen Preis zahlen, schimpfte Trunp auf Twitter. Er teilte mit, dass er das Kriegswirtschaftsgesetz anwenden will, „nachdem wir gesehen haben, was sie mit ihren Masken machen“. Das Gesetz war zu Zeiten des Korea-Kriegs erlassen worden. Damit kann die Regierung Unternehmen zwingen, ohne große Aufpreise für das Land zu produzieren. In vielen US-Krankenhäusern fehlt es derzeit an Schutzkleidung. Zum Teil benutzen Ärzte und Pfleger dieselbe Montur für mehrere Schichten. In einigen Fällen versuchen sie sogar, sich mit Regenponchos und Mülltüten vor einer möglichen Infektion zu schützen. 3M ist in Minnesota beheimatet und gehörte bisher zu den Krisengewinnern. Das Unternehmen stellt nicht nur verschiedene Atemschutzmasken her, sondern auch Ganzkörper-Schutzanzüge und Beatmungsgeräte. Nach Trumps harscher Anweisung steht der Konzern in den sozialen Medien in der Kritik. Auf Twitter mehren sich Rücktrittsforderungen an den CEO und Boykottaufrufe. 3M teilte mit, dass man schon seit Tagen mit der Regierung zusammenarbeite, um die Lieferung von Masken zu erhöhen. Das Problem bestehe vor allem darin, die in China produzierten Masken in die USA einzuführen.Die Regierung habe 3M auch aufgefordert, den Export von Beatmungsgeräten nach Kanada und Lateinamerika einzustellen. Das habe jedoch „erhebliche humanitäre Implikationen“, gab das Unternehmen zu bedenken.Mehr: Größter Kurssprung seit Jahrzehnten – Trump-Tweet lässt Ölpreis um 30 Prozent steigen. Let's block ads! (Why?)
    Quelle: Handelsblatt SchlagzeilenPubliziert am 03-04-2020By Katharina Kort
  • 4,4 Milliarden ausgezahlt: Der Run auf Corona-Soforthilfen geht weiter
    Soforthilfen Die Höhe der Soforthilfen hängt von der Betriebsgröße ab. (Foto:& dpa) Der Run auf die Corona-Sofortzuschüsse hält an. Bis Freitagmittag gingen bei den Landesförderbanken mindestens 1,42 Millionen Anträge auf Corona-Soforthilfen ein. Etwa 520.000 davon wurden bereits bewilligt und Zuschüsse in Höhe von 4,4 Milliarden Euro ausgezahlt oder zur Zahlung angewiesen. Dies ergab eine Umfrage des Handelsblatts unter den 16 Landeswirtschaftsministerien und Landesförderbanken.Von den 4,4 Milliarden Euro entfallen allein 2,33 Milliarden Euro auf Nordrhein-Westfalen und 1,3 Milliarden Euro auf Berlin. Der durchschnittliche Zuschuss pro Unternehmen schwankt von Bundesland zu Bundesland erheblich. So liegt er im Saarland etwa aktuell bei etwa 4500 Euro, in Hessen dagegen bei 10.500 Euro.Die Höhe der Soforthilfen hängt von der Betriebsgröße ab. Unternehmen mit bis zu fünf Beschäftigten erhalten vom Bund einmalig 9000 Euro, Unternehmen mit sechs bis zehn Beschäftigten 15.000 Euro. Darüber hinaus können die Bundesländer die Zuschüsse über eigene Mittel aufstocken. In Berlin etwa war das Landesprogramm schon nach wenigen Tagen ausgeschöpft.Einige Länder haben zudem Zuschuss-Programme für größere Firmen aufgelegt. Bayern etwa stellt allen Unternehmen mit bis zu 249 Beschäftigten Direkthilfen zur Verfügung. Für Unternehmen mit mehr Mitarbeitern hat der Bund einen eigenen Rettungsschirm gespannt.Die Überweisung der Zuschüsse verzögert sich jedoch zum Teil. Dies liegt unter anderem daran, dass Landesförderbanken nach eigenen Angaben mit vielen fehlerhaften Anträgen zu kämpfen haben. Die Investitionsbank in Sachsen-Anhalt gab etwa an, die Hälfte der gestellten Anträge sei nicht vollständig ausgefüllt worden. Dies führt dazu, dass Bankmitarbeiter erst Kontakt zu den Antragsstellern aufnehmen müssen, um fehlende Daten abzufragen, bevor die Hilfen freigegeben werden können. Mehr: Bis zu 14.000 Euro für Kleinunternehmen – wie der Antrag auf Corona-Geld funktioniert. Let's block ads! (Why?)
    Quelle: Handelsblatt SchlagzeilenPubliziert am 03-04-2020
  • Finanzaufsicht: Bafin stellt klar: Unternehmen dürfen Zulieferer mit Garantien unterstützen
    Felix Hufeld Der Bafin-Präsident erklärt, wie sich Unternehmen untereinander unterstützen können. (Foto:& dpa) Diese Klarstellung dürfte vielen Unternehmen helfen: Ihnen ist es gestattet, Zulieferer mit Garantien oder Bürgschaften zu unterstützen. Das erklärte Bafin-Präsident Felix Hufeld in einem Brief an den Parlamentarischen Geschäftsführers der FDP, Florian Toncar. Der Brief liegt dem Handelsblatt vor.Hufelds Aussage ist für Unternehmen wichtig: Die Coronakrise zeigt, wie schnell sie in Liquiditätsprobleme geraten können und damit ganze Lieferketten sprengen. Denn die ausgeprägte Arbeitsteilung in der deutschen Volkswirtschaft sorgt für eine hohe Abhängigkeit untereinander. Fällt ein wesentlicher Lieferant aus, kann der gesamte Produktionsprozess ins Stocken geraten. Garantien könnten eine Lösung sein, wenn diese nicht prinzipiell Banken vorbehalten sind.Hufeld weist zwar darauf hin, dass die Stellung von Bürgschaften grundsätzlich Garantiegeschäft sei, das Kreditinstituten vorbehalten ist. Aber der Eintritt als Bürge für einen Zulieferer in einer vertikalen Wertschöpfungskette sei eine Konstellation, „die nach Auffassung meines Hauses unter dem Gesichtspunkt des Merkmals ‚Übernahme für andere’ aus dem Tatbestand des Garantiegeschäfts scheiden kann“. Der Ausfall würde schließlich auch für den Bürgen Schwierigkeiten bedeuten, so Hufeld weiter. Letztlich wolle der Bürge mit der Stellung der Bürgschaft sein eigenes Geschäft schützen. Sein eigenes wirtschaftliches Interesse dokumentiere der Bürge auch dadurch, dass er für die Bürgschaft keine Gebühr erhebe.Anlass war ein Brief von Toncar an Hufeld, der dem Handelsblatt vorliegt. In diesem hatte der FDP-Politiker um konkrete Hilfen für Unternehmen geworben. „Gerade kleine und mittlere Unternehmen sind oft von einzelnen hochspezialisierten Zulieferern abhängig und Ausfälle sind selbst mittelfristig kaum zu kompensieren“, schreibt Toncar.Hufeld zeigt sich zuversichtlich, das von Toncar angerissene Problem im Rahmen der bestehenden Gesetze und Auslegungspraxis zu lösen. „Ich habe Ihren Hinweis zum Anlass genommen, eine entsprechende Klarstellung in das Merkblatt aufzunehmen“, schreibt der Bafin-Präsident. Toncar ist mit dem Ergebnis seines Vorstoßes zufrieden. „Wenn Unternehmen als Bürgen für ihre Lieferanten Verantwortung übernehmen und Arbeitsplätze schützen wollen, muss der Staat ihnen gerade jetzt alle Möglichkeiten dazu geben.“ Daher freue er sich, dass die Bafin hier so schnell aktiv werde und die entsprechenden Regeln anpasse.Mehr: So sichern Unternehmen in der Coronakrise ihre Liquidität. Let's block ads! (Why?)
    Quelle: Handelsblatt SchlagzeilenPubliziert am 03-04-2020By Frank Matthias Drost
  • Dow Jones, Nasdaq, S&P 500: US-Wirtschaft verliert 701.000 Arbeitsplätze – Börsen nur leicht im Minus
    Wall Street Der Parketthandel ist wegen der Coronavirus-Pandemie ausgesetzt und auch auf der Wall Street ist wenig los. (Foto:& AFP) Trotz schlechter US-Arbeitsmarktdaten haben die US-Börsen am Freitag nur leicht im Minus eröffnet. Der US-Leitindex Dow Jones sackte um 0,4 Prozent ab auf 21.335 Punkte. Der breiter aufgestellte S&P 500 startete 0,2 Prozent im Minus bei 2520 Punkten und die technologielastige Nasdaq gab 0,2 Prozent nach auf 7476 Zähler. Zuvor hatte der deutsche Leitindex Dax ohne große Ausschläge auf die Veröffentlichung der Zahlen reagiert.Noch am Donnerstag hatte die Hoffnung auf ein rasches Ende des Ölpreis-Kriegs zwischen Saudi-Arabien und Russland ein Kursfeuerwerk bei Rohöl ausgelöst und Anleger an die Wall Street zurückgelockt – die Erwartung der Arbeitsmarktdaten trat in den Hintergrund. Der US-Leitindex Dow Jones schloss 2,2 Prozent im Plus auf 21.413 Punkte. Der technologielastige Nasdaq rückte 1,7 Prozent auf 7487 Punkte vor und der breit gefasste S&P 500 legte 2,3 Prozent auf 2527 Punkte zu.Am Freitag eine Stunde vor Eröffnung der US-Börsen veröffentlichte die Regierung dann die neuen Arbeitsmarktdaten: Nach dem Ausbruch der Coronavirus-Krise sind in den USA um ein Vielfaches mehr Jobs gestrichen worden als erwartet. Im vorigen Monat wurden 701.000 Stellen außerhalb der Landwirtschaft abgebaut. Von Reuters befragte Ökonomen hatten für März lediglich mit 100.000 gerechnet. Dazu kommt: In den vergangenen beiden Wochen meldeten sich in den USA zehn Millionen Menschen arbeitslos – so viele wie nie zuvor. Und die Auswirkungen dieser Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe sind in den Arbeitslosenzahlen noch kaum zu erkennen. „Der Stichtag für die sogenannten ‚Payrolls' lag vor der Explosion der Erstanträge. Voll durchschlagen werden diese Zahlen erst im nächsten Monat“, hatte Commerzbank-Volkswirt Bernd Weidensteiner schon vor der Veröffentlichung gewarnt. Die Arbeitslosenquote stieg aber dennoch bereits von zuvor 3,8 Prozent auf 4,4 Prozent an.Für die Börsen könnten die schockierenden Zahlen aber auch Glück im Unglück sein, sagte Timo Emden, Marktanalyst beim gleichnamigen Analysehaus. „Je gravierender die Weltwirtschaft unter den Auswirkungen der Coronavirus-Pandemie zu leiden hat, desto größer die Hoffnung auf weitere Notenbanker-Schützenhilfe.“Die Analysten der US-Bank Morgan Stanley halten einen Einbruch der US-Wirtschaftsleistung um 38 Prozent im zweiten Quartal für möglich – das ist so viel wie seit dem Nachkriegsjahr 1946 nicht mehr. Auch in Europa bricht die Wirtschaft ein, die Einkaufsmanagerindizes kollabierten. „Unsere Daten deuten auf einen Einbruch der Euro-Wirtschaftsleistung von annähernd zehn Prozent hin“, sagte Markit-Chefvolkswirt Chris Williamson. „Schlimmeres scheint in naher Zukunft unausweichlich.“Blick auf andere AssetklassenInvestoren fassen nach Berechnungen der Bank of America dennoch wieder etwas Mut und greifen zu Anleihefonds, die in Unternehmenspapiere mit schlechter Bonität investieren. In der Woche bis Mittwoch summierten sich die Zuflüsse auf 6,9 Milliarden Dollar, das ist so viel wie nie zuvor. Aktienfonds zogen mit 8,1 Milliarden Dollar so viel Geld an wie seit sieben Wochen nicht mehr. Zugleich war aber auch Bargeld gefragt: Mit 194,2 Milliarden Dollar wurde hier eine neue Bestmarke markiert.Am Ölmarkt spekulieren Investoren derweil auf eine bevorstehende Einigung der großen Förderländer (Opec-Plus) auf weitere Produktionskürzungen. Der Preis für ein Barrel Nordseeöl der Sorte Brent legte mehr als fünfzehn Prozent zu auf 34,65 Dollar. Im Gespräch ist Insidern zufolge eine Drosselung um zehn Millionen Barrel (Fass zu je 159 Liter) pro Tag. Blick auf EinzelwerteElectroCore: Die Pläne zum Einsatz eines Nerven-Stimulators zur Behandlung von Coronavirus-Patienten beschert ElectroCore einen Kurssprung. Die Aktien der Medizintechnik-Firma stiegen am Freitag zum Handelsstart um 81 Prozent auf 1,35 Dollar. Das Unternehmen beantragte den Angaben zufolge eine Notfall-Genehmigung zur Untersuchung der Wirksamkeit des Geräts GammaCore Sapphire, das zur Behandlung von Migräne mit Hilfe sanfter Elektrostöße zugelassen ist. In einigen Pilot-Studien sei GammaCore zur Linderung von Atemwegsproblemen eingesetzt worden.Mehr: Die Furcht vor einer Schwellenländer-Krise wächst Let's block ads! (Why?)
    Quelle: Handelsblatt SchlagzeilenPubliziert am 03-04-2020
  • Dow Jones, Nasdaq, S&P 500: US-Wirtschaft verliert 701.000 Arbeitsplätze – Börsen starten mit Minus in den Handel
    Wall Street Der Parketthandel ist wegen der Coronavirus-Pandemie ausgesetzt und auch auf der Wall Street ist wenig los. (Foto:& AFP) Trotz schlechter US-Arbeitsmarktdaten haben die US-Börsen am Freitag nur leicht im Minus eröffnet. Der US-Leitindex Dow Jones verlor 0,4 Prozent und eröffnete mit 21.335 Punkten. Der breiter aufgestellte S&P 500 startete 0,2 Prozent im Minus bei 2520 Punkten, und der technologielastige Nasdaq gab 0,2 Prozent nach auf 7476 Zähler. Zuvor hatte der deutsche Leitindex Dax ohne große Ausschläge auf die Veröffentlichung der Zahlen reagiert.Noch am Donnerstag hatte die Hoffnung auf ein rasches Ende des Ölstreits zwischen Saudi-Arabien und Russland ein Kursfeuerwerk bei Rohöl ausgelöst und Anleger an die Wall Street zurückgelockt – die Erwartung der Arbeitsmarktdaten trat in den Hintergrund. Der US-Leitindex Dow Jones schloss daraufhin 2,2 Prozent im Plus bei 21.413 Punkten. Der Nasdaq rückte 1,7 Prozent auf 7487 Punkte vor und der S&P 500 legte 2,3 Prozent auf 2527 Punkte zu.Kurz vor Eröffnung der US-Börsen an diesem Freitag hat die US-Regierung die neuen Arbeitsmarktdaten für März veröffentlicht: Nach dem Ausbruch der Coronavirus-Krise sind in den USA um ein Vielfaches mehr Jobs gestrichen worden als erwartet. Im vorigen Monat wurden 701.000 Stellen außerhalb der Landwirtschaft abgebaut. Von Reuters befragte Ökonomen hatten für März lediglich mit 100.000 gerechnet. Dazu kommt: Allein in den vergangenen beiden Wochen meldeten sich in den USA zehn Millionen Menschen arbeitslos – so viele wie nie zuvor. Die Auswirkungen dieser hohen Zahl an Erstanträgen auf Arbeitslosenhilfe sind in den Arbeitslosenzahlen allerdings noch kaum abgebildet. „Der Stichtag für die sogenannten ‚Payrolls' lag vor der Explosion der Erstanträge. Voll durchschlagen werden diese Zahlen erst im nächsten Monat“, hatte Commerzbank-Volkswirt Bernd Weidensteiner schon vor der Veröffentlichung gewarnt. Die Arbeitslosenquote stieg aber dennoch bereits von zuvor 3,8 Prozent auf 4,4 Prozent an.Für die Börsen könnten die schockierenden Zahlen aber auch Glück im Unglück sein, sagte Timo Emden, Marktanalyst beim gleichnamigen Analysehaus. „Je gravierender die Weltwirtschaft unter den Auswirkungen der Coronavirus-Pandemie zu leiden hat, desto größer die Hoffnung auf weitere Notenbanker-Schützenhilfe.“Die Analysten der US-Bank Morgan Stanley halten einen Einbruch der US-Wirtschaftsleistung um 38 Prozent im zweiten Quartal für möglich – das ist so viel wie seit dem Nachkriegsjahr 1946 nicht mehr. Auch in Europa bricht die Wirtschaft ein, die Einkaufsmanagerindizes kollabierten. „Unsere Daten deuten auf einen Einbruch der Euro-Wirtschaftsleistung von annähernd zehn Prozent hin“, sagte Markit-Chefvolkswirt Chris Williamson. „Schlimmeres scheint in naher Zukunft unausweichlich.“Blick auf andere AssetklassenInvestoren fassen nach Berechnungen der Bank of America dennoch wieder etwas Mut und greifen zu Anleihefonds, die in Unternehmenspapiere mit schlechter Bonität investieren. In der Woche bis Mittwoch summierten sich die Zuflüsse auf 6,9 Milliarden Dollar, das ist so viel wie nie zuvor. Aktienfonds zogen mit 8,1 Milliarden Dollar so viel Geld an wie seit sieben Wochen nicht mehr. Zugleich war aber auch Bargeld gefragt: Mit 194,2 Milliarden Dollar wurde hier eine neue Bestmarke markiert. Am Ölmarkt spekulieren Investoren derweil auf eine bevorstehende Einigung der großen Förderländer (Opec-Plus) auf weitere Produktionskürzungen. Der Preis für ein Barrel Nordseeöl der Sorte Brent legte mehr als fünfzehn Prozent zu auf 34,65 Dollar. Im Gespräch ist Insidern zufolge eine Drosselung um zehn Millionen Barrel (Fass zu je 159 Liter) pro Tag.Blick auf EinzelwerteElectroCore: Die Pläne zum Einsatz eines Nerven-Stimulators zur Behandlung von Coronavirus-Patienten beschert ElectroCore einen Kurssprung. Die Aktien der Medizintechnik-Firma stiegen am Freitag zum Handelsstart um 81 Prozent auf 1,35 Dollar. Das Unternehmen beantragte den Angaben zufolge eine Notfall-Genehmigung zur Untersuchung der Wirksamkeit des Geräts GammaCore Sapphire, das zur Behandlung von Migräne mit Hilfe sanfter Elektrostöße zugelassen ist. In einigen Pilot-Studien sei GammaCore zur Linderung von Atemwegsproblemen eingesetzt worden.Mehr: Die Furcht vor einer Schwellenländer-Krise wächst Let's block ads! (Why?)
    Quelle: Handelsblatt SchlagzeilenPubliziert am 03-04-2020