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  • Merkel und Maas fliegen zum Krisentreffen mit Putin
    Der russische Präsident Wladimir Putin will an diesem Samstag Bundeskanzlerin Angela Merkel und den deutschen Außenminister Heiko Maas empfangen. Als ständiges Mitglied im UN-Sicherheitsrat sei Russland „unverzichtbar“, wenn es um die Lösung politischer Konflikte gehe, sagte Regierungssprecher Steffen Seibert am Montag in Berlin. Daher sei es naheliegend, dass die Kanzlerin mit Putin „über die derzeit aufgebrochenen Konfliktherde“ spreche. Der Kreml teilte mit, Merkel (CDU) werde auf Einladung des russischen Präsidenten zu einem Arbeitsbesuch erwartet. Zentrales Thema des Gesprächs soll demnach die gefährliche Eskalation der Lage im Nahen Osten sein. In der Nacht zum Freitag hatten die Vereinigten Staaten auf Geheiß Präsident Donald Trumps den ranghohen iranischen General Qassem Soleimani mit einem gezielten Raketenangriff im Irak getötet, Iran hatte daraufhin Vergeltung angekündigt. Beide Seiten drohten einander mit Angriffen auf Ziele, die bereits identifiziert seien. Soleimani war der berüchtigte Kommandeur der Quds-Brigaden – jener Eliteeinheit der iranischen Revolutionswächter, die für Auslandsoperationen zuständig ist. Maas hält Trumps Drohungen für falsch Außerdem soll es bei der Unterredung in Moskau um die Lage im Bürgerkriegsland Syrien, den Konflikt in Libyen und die Situation in der Ukraine gehen. Russland hatte zuletzt erklärt, die von Deutschland unterstützte Friedensinitiative für Syrien ebenfalls zu unterstützen. Dazu hatten sich Putin und Merkel auch schon am Telefon ausgetauscht. In Libyen herrscht seit dem Sturz von Langzeitherrscher Muammar al Gaddafi im Jahr 2011 Chaos. Die international anerkannte Regierung unter Ministerpräsident Fajis al Sarradsch liefert sich einen Machtkampf mit dem einflussreichen General Chalifa Haftar, der in Tripolis an die Macht gelangen will. Die Türkei entsendet derzeit Truppen, um das zu verhindern. In der Ukraine hat sich die Lage zuletzt etwas entspannt, als die Regierung in Kiew und die prorussischen Separatisten wie vereinbart Gefangene austauschten. Merkel und Frankreichs Präsident Emmanuel Macron begrüßten diesen Austausch als „eine lang ersehnte humanitäre Geste“. Außenminister Maas (SPD) kritisierte am Montag im Deutschlandfunk Trumps Drohung an den Irak, harte Sanktionen gegen das Land zu verhängen, sollte es auf einem Abzug ausländischer Truppen bestehen. Diese Drohung sei „zum gegenwärtigen Zeitpunkt nicht sehr hilfreich“, sagte Maas. Schließlich sei im Irak viel investiert worden, „nicht nur militärisch, auch an Stabilisierungshilfen, um dieses Land wieder aufzubauen“. Das alles drohe nun verloren zu gehen. „Ich glaube, das geht nicht mit Drohungen, den Irak zu überzeugen, sondern mit Argumenten“, so Maas. Das irakische Parlament hatte am Sonntag für einen Abzug der rund 5000 im Land stationierten amerikanischen Soldaten gestimmt. Es forderte die geschäftsführende Regierung von Ministerpräsident Adel Abdel Mahdi dazu auf, den Abzug aller ausländischen Truppen einzuleiten, die Teil des von den Vereinigten Staaten geführten Bündnisses zum Kampf gegen die Terrormiliz „Islamischer Staat“ (IS) sind. Das Parlament forderte auch, dass ausländische Truppen den irakischen Luftraum und Boden künftig nicht mehr nutzen dürften. Verteidigungsministerium: „sehr schnell reaktionsfähig“ Das deutsche Verteidigungsministerium prüft derweil, ob der Einsatz deutscher Soldaten im Irak angesichts der Politik der Regierung fortgesetzt werden kann. Derzeit verließen die etwa 120 eingesetzten Soldaten ihre Stützpunkte nicht, sagte ein Sprecher des Ministeriums in Berlin. Die Ausbildungsmission bleibe ausgesetzt, wie es das Hauptquartier der Koalition gegen den IS entschieden habe. „Die Sicherheitslage wird sehr genau beobachtet“, so der Sprecher. „Wir sind dann, davon können Sie ausgehen, auch sehr schnell reaktionsfähig.“ Wegen der jüngsten Eskalation schickt die Bundeswehr zunächst keine weiteren Soldaten in den Irak. Die Nato will wegen der Zuspitzung des Konflikts zwischen den Vereinigten Staaten und Iran noch an diesem Montag eine Sondersitzung abhalten. Es sei dazu ein Treffen des Nordatlantikrats auf Ebene der Botschafter angesetzt worden, teilte das Verteidigungsbündnis in Brüssel mit. Unterdessen haben in Iran die Trauerfeierlichkeiten für Soleimani begonnen, der nach Angaben des Staatsfernsehens Millionen Menschen beiwohnten. Let's block ads! (Why?)
    Quelle: FAZPubliziert am 06-01-2020
  • Kommentar zu den Bränden in Australien: Zur Flucht ist es zu spät
    Die Brände im australischen Busch vernichten eine einzigartige Landschaft und eine ebenso einzigartige Tierwelt. Nicht nur Australiens ikonische Beuteltiere wie Koalas, Kängurus und Wombats sind Opfer der Flammen. Auch Reptilien, Insekten und Vögel, sowie Nutztiere wie Schafe und Rinder verenden im Feuer. In malerisch abgelegenen Siedlungen Victorias, den bergigen Hinterhöfen Sydneys und den beliebten Urlaubsorten an der Südostküste müssen Tausende Menschen gerettet und umgesiedelt werden. Bei vielen taucht in diesen Tagen in den Notfall-Apps gar die Warnung auf: „It is too late to leave.“ Zum Flüchten ist es nun zu spät. Seit Wochen und Monaten stemmen sich Anwohner, Rettungskräfte und freiwillige Feuerwehrleute unermüdlich gegen die Feuersbrunst. Sie kämpfen um jedes einzelne Haus, müssen aber immer wieder vor den Flammen kapitulieren. Mehr als 1500 Häuser sollen schon zerstört sein, die genaue Zahl kennt niemand. Mindestens 24 Menschen sind seit Beginn der Brände getötet worden. Über Sydney, Canberra und Melbourne hängt mittlerweile giftige Luft. Besonders früh und außergewöhnlich heftig hatte die Brandsaison schon im September begonnen. Im Verlauf eines Vierteljahrs hat sie sich zu einer Naturkatastrophe bisher nicht gekannter Größe ausgeweitet. Wer sie damit abtut, dass es in Australien schon immer Buschbrände gegeben habe, der hat ihr Ausmaß nicht verstanden. Nur zur Illustration: In Australien ist in ein paar Wochen eine größere Fläche abgebrannt als bei den großen Brandkatastrophen in Kalifornien, am Amazonas und in Indonesien im vergangenen Jahr zusammen. Eine Fläche wurde zerstört, die größer ist als die Niedersachsens, des zweitgrößten Bundeslands. Dass diese außergewöhnlichen Brände eine Laune der Natur sind und nichts mit der Erderwärmung zu tun haben, glauben in Australien nur noch diejenigen, die den Klimawandel für eine Erfindung libertärer Stadtbewohner halten. Eine seit Jahren anhaltende Dürreperiode, die gestiegene Durchschnittstemperatur sowie immer häufigere Wetterextreme haben zu dieser Katastrophe geführt. Das ist richtig, auch wenn sich keine direkte Verbindung von einem Kohlekraftwerk zu dem Blitz ziehen lässt, der die nächste Feuerwalze in Gang setzt. Nach einer Welle der Kritik musste sich auch der konservative Premierminister Scott Morrison dieser Realität stellen. Als Minister hatte er einst zu einer Verteidigungsrede der Kohleindustrie einen schwarzen Klumpen Kohle mit ins Parlament gebracht. Viel zu spät, erst jetzt am Wochenende, hat er die Buschfeuer zu einer nationalen Angelegenheit erklärt. Bis dahin hatte er sich mit seinem „Krisenmanagement“ der Lächerlichkeit preisgegeben. Dass er seinen Urlaub auf Hawaii zu spät abgebrochen hatte, wäre ihm vielleicht noch verziehen worden. Aber ein Bild des Desinteresses, das er verbreitete, dürfte sich in vielen Köpfen festgesetzt haben: Eine schimpfende, aber auch um Hilfe flehende junge Frau zwang er erst zu einem Handschlag – und drehte ihr dann den Rücken zu. Gut möglich, dass Morrison stürzt Der Ärger der Australier richtet sich aber nicht nur gegen einen einzigen Mann. Morrisons Rolle in diesem Drama wird sich am Ende als begrenzt erweisen. Im Zeitraum von Angela Merkels Regierungszeit hat Australien sechs Mal den Premierminister gewechselt. Im Mai des vergangenen Jahres wurde zuletzt gewählt. Morrison wurde mit nur dünner Mehrheit im Amt bestätigt, in das er durch einen innerparteilichen Putsch gekommen war. Spätestens bis Ende 2022 steht die nächste Wahl an. Es ist gut möglich, dass Morrison bis dahin stürzt – direkt oder indirekt über diese Buschfeuerkrise, die sich noch über einige Wochen oder gar Monate hinziehen wird. Viel bedeutender wäre es, wenn die Katastrophe in Australien zu einem Umdenken in der Bevölkerung inklusive der verschiedenen Interessengruppen führen würde. Wie die meisten Industrieländer muss auch Australien mehr tun, wenn die Ausnahmesituation nicht zum Dauerzustand werden soll. Als einer der Staaten mit dem höchsten Pro-Kopf-Ausstoß an Kohlendioxid und weltgrößter Kohleexporteur, der auch seinen Strom zu Dreivierteln aus Kohle gewinnt, wird Australien seiner Verantwortung bisher nicht gerecht. Die Befürworter einer entschlossenen Klimapolitik müssen sich gegen die mächtige Energie- und Bergbauindustrie und eine Presse durchsetzen, die zu 60 Prozent vom Medienimperium des gebürtigen Australiers Rupert Murdoch kontrolliert wird. Auch diese Öffentlichkeit will eine Verbindung zwischen Klimawandel und Buschfeuerkatastrophe nicht sehen. Ihr Verhalten erinnert an den Text eines australischen Protestsongs aus den achtziger Jahren: „Warum schlafen wir, wenn unsere Betten brennen?“ Let's block ads! (Why?)
    Quelle: FAZPubliziert am 06-01-2020
  • Wie geht Deutschland mit Nordkorea um? Kein Handschlag mit Diktator Kim
    Kim Jong-un auf dem Paektusan, dem mythischen Berg der Koreaner. Der Diktator hat seine relative Entspannungspolitik gegenüber Amerika für beendet erklärt. Bild: dpa Nordkorea ist der repressivste Staat der Welt. Gerade hat es Amerika mit „schockierenden Handlungen“ gedroht. Wie soll man bloß umgehen mit diesem Land? Und was tut Deutschland? Er wollte nach Deutschland, aber durfte nicht: Ein Mitarbeiter des nordkoreanischen Gesundheitsministeriums sollte im Dezember nach Deutschland fliegen. Nach Berlin, wo er einst als Stipendiat einer deutschen Stiftung seinen Masterabschluss gemacht hatte. Deutschland ist ihm nicht fremd, er hat hier gelebt. Und er kennt einige wichtige Leute in der deutschen Politik, die sich für seine Reise einsetzten. Vergebens: Kurz vor seinem Abflug wurde sein Visumantrag abgelehnt. Der Nordkoreaner blieb auf gepackten Koffern sitzen. Das ist der jüngste Fall in einer Reihe von Irritationen. Wer sich in diesen Tagen mit deutschen Nordkorea-Fachleuten unterhält, mit Experten von NGOs und Stiftungen, mit Politikern und Wissenschaftlern, erfährt von zunehmender Unzufriedenheit mit der deutschen Nordkorea-Politik. Der Vorwurf an die Diplomaten des Auswärtigen Amts in Berlin: eine Blockade-Haltung, die Nordkorea-Projekte erschwere oder sogar unmöglich mache. Solche Projekte waren schon immer schwierig. Denn Nordkorea ist politisch geächtet und wird international isoliert. Doch im Moment geht noch weniger als sonst. Und zum Jahreswechsel wurde es nicht besser, im Gegenteil: Machthaber Kim Jong-un hat Amerika zur Jahreswende mit der Entwicklung einer neuen Superwaffe gedroht. Let's block ads! (Why?)
    Quelle: FAZPubliziert am 06-01-2020
  • Wie geht Deutschland mit Nordkorea um? Kein Handschlag mit Diktator Kim
    Kim Jong-un auf dem Paektusan, dem mythischen Berg der Koreaner. Der Diktator hat seine relative Entspannungspolitik gegenüber Amerika für beendet erklärt. Bild: dpa Nordkorea ist der repressivste Staat der Welt. Gerade hat es Amerika mit „schockierenden Handlungen“ gedroht. Wie soll man bloß umgehen mit diesem Land? Und was tut Deutschland? Er wollte nach Deutschland, aber durfte nicht: Ein Mitarbeiter des nordkoreanischen Gesundheitsministeriums sollte im Dezember nach Deutschland fliegen. Nach Berlin, wo er einst als Stipendiat einer deutschen Stiftung seinen Masterabschluss gemacht hatte. Deutschland ist ihm nicht fremd, er hat hier gelebt. Und er kennt einige wichtige Leute in der deutschen Politik, die sich für seine Reise einsetzten. Vergebens: Kurz vor seinem Abflug wurde sein Visumantrag abgelehnt. Der Nordkoreaner blieb auf gepackten Koffern sitzen. Das ist der jüngste Fall in einer Reihe von Irritationen. Wer sich in diesen Tagen mit deutschen Nordkorea-Fachleuten unterhält, mit Experten von NGOs und Stiftungen, mit Politikern und Wissenschaftlern, erfährt von zunehmender Unzufriedenheit mit der deutschen Nordkorea-Politik. Der Vorwurf an die Diplomaten des Auswärtigen Amts in Berlin: eine Blockade-Haltung, die Nordkorea-Projekte erschwere oder sogar unmöglich mache. Solche Projekte waren schon immer schwierig. Denn Nordkorea ist politisch geächtet und wird international isoliert. Doch im Moment geht noch weniger als sonst. Und zum Jahreswechsel wurde es nicht besser, im Gegenteil: Machthaber Kim Jong-un hat Amerika zur Jahreswende mit der Entwicklung einer neuen Superwaffe gedroht. Let's block ads! (Why?)
    Quelle: FAZPubliziert am 06-01-2020
  • Merkel und Maas fliegen zum Krisentreffen mit Putin
    Der russische Präsident Wladimir Putin will an diesem Samstag Bundeskanzlerin Angela Merkel und den deutschen Außenminister Heiko Maas empfangen. Als ständiges Mitglied im UN-Sicherheitsrat sei Russland „unverzichtbar“, wenn es um die Lösung politischer Konflikte gehe, sagte Regierungssprecher Steffen Seibert am Montag in Berlin. Daher sei es naheliegend, dass die Kanzlerin mit Putin „über die derzeit aufgebrochenen Konfliktherde“ spreche. Der Kreml teilte mit, Merkel werde auf Einladung des russischen Präsidenten zu einem Arbeitsbesuch erwartet. Zentrales Thema des Gesprächs soll demnach die gefährliche Eskalation der Lage im Nahen Osten sein. In der Nacht zum Freitag hatten die Vereinigten Staaten auf Geheiß Präsident Donald Trumps den ranghohen iranischen General Qassem Soleimani mit einem gezielten Raketenangriff im Irak getötet, Iran hatte daraufhin Vergeltung angekündigt. Beide Seiten drohten einander mit Angriffen auf Ziele, die bereits identifiziert seien. Soleimani war der berüchtigte Kommandeur der Quds-Brigaden – jener Eliteeinheit der iranischen Revolutionswächter, die für Auslandsoperationen zuständig ist. Maas hält Trumps Drohungen für falsch Außerdem soll es bei der Unterredung in Moskau um die Lage im Bürgerkriegsland Syrien, den Konflikt in Libyen und die Situation in der Ukraine gehen. Russland hatte zuletzt erklärt, die von Deutschland unterstützte Friedensinitiative für Syrien ebenfalls zu unterstützen. Dazu hatten sich Putin und Merkel auch schon am Telefon ausgetauscht. In Libyen herrscht seit dem Sturz von Langzeitherrscher Muammar al Gaddafi im Jahr 2011 Chaos. Die international anerkannte Regierung unter Ministerpräsident Fajis al Sarradsch liefert sich einen Machtkampf mit dem einflussreichen General Chalifa Haftar, der in Tripolis an die Macht gelangen will. Die Türkei entsendet derzeit Truppen, um das zu verhindern. In der Ukraine hat sich die Lage zuletzt etwas entspannt, als die Regierung in Kiew und die prorussischen Separatisten wie vereinbart Gefangene austauschten. Merkel und Frankreichs Präsident Emmanuel Macron begrüßten diesen Austausch als „eine lang ersehnte humanitäre Geste“. Außenminister Maas kritisierte am Montag im Deutschlandfunk Trumps Drohung an den Irak, harte Sanktionen gegen das Land zu verhängen, sollte es auf einem Abzug ausländischer Truppen bestehen. Diese Drohung sei „zum gegenwärtigen Zeitpunkt nicht sehr hilfreich“, sagte Maas. Schließlich sei im Irak viel investiert worden, „nicht nur militärisch, auch an Stabilisierungshilfen, um dieses Land wieder aufzubauen“. Das alles drohe nun verloren zu gehen. „Ich glaube, das geht nicht mit Drohungen, den Irak zu überzeugen, sondern mit Argumenten“, so Maas. Verteidigungsministerium: „sehr schnell reaktionsfähig“ Das deutsche Verteidigungsministerium prüft derweil, ob der Einsatz deutscher Soldaten im Irak angesichts der Politik der Regierung fortgesetzt werden kann. Derzeit verließen die etwa 120 eingesetzten Soldaten ihre Stützpunkte nicht, sagte ein Sprecher des Ministeriums am Montag in Berlin. Die Ausbildungsmission bleibe ausgesetzt, wie es das Hauptquartier der Koalition gegen die Terrormiliz „Islamischer Staat“ (IS) entschieden haben. „Die Sicherheitslage wird sehr genau beobachtet“, so der Sprecher. „Wir sind dann, davon können Sie ausgehen, auch sehr schnell reaktionsfähig.“ Wegen der jüngsten Eskalation schickt die Bundeswehr zunächst keine weiteren Soldaten in den Irak. Die Nato will wegen der Zuspitzung des Konflikts zwischen den Vereinigten Staaten und Iran noch an diesem Montag eine Sondersitzung abhalten. Es sei dazu ein Treffen des Nordatlantikrats auf Ebene der Botschafter angesetzt worden, teilte das Verteidigungsbündnis in Brüssel mit. Unterdessen haben in Iran die Trauerfeierlichkeiten für Soleimani begonnen, der nach Angaben des Staatsfernsehens Millionen Menschen beiwohnten. Let's block ads! (Why?)
    Quelle: FAZPubliziert am 06-01-2020
  • Merkel und Maas fliegen zum Krisentreffen mit Putin
    Der russische Präsident Wladimir Putin will an diesem Samstag Bundeskanzlerin Angela Merkel und den deutschen Außenminister Heiko Maas empfangen. Es sei naheliegend, dass die Kanzlerin mit Putin „über die derzeit aufgebrochenen Konfliktherde“ spreche, sagte Regierungssprecher Steffen Seibert am Montag in Berlin. Der Kreml teilte mit, Merkel werde auf Einladung des russischen Präsidenten zu einem Arbeitsbesuch erwartet. Zentrales Thema des Gesprächs soll demnach die gefährliche Eskalation der Lage im Nahen Osten sein. In der Nacht zum Freitag hatten die Vereinigten Staaten den ranghohen iranischen General Qassem Soleimani mit einem gezielten Raketenangriff im Irak getötet, Iran hatte daraufhin Vergeltung angekündigt. Beide Seiten drohten einander mit Angriffen auf Ziele, die bereits identifiziert seien. Soleimani war der berüchtigte Kommandeur der Quds-Brigaden – jener Eliteeinheit der iranischen Revolutionswächter, die für Auslandsoperationen zuständig ist. Außerdem solle es bei der Unterredung in Moskau um die Lage im Bürgerkriegsland Syrien, den Konflikt in Libyen und die Lage in der Ukraine gehen. Russland hatte zuletzt erklärt, die von Deutschland unterstützte Friedensinitiative für Syrien ebenfalls zu unterstützen. Dazu hatten sich Putin und Merkel auch schon am Telefon ausgetauscht. In Libyen herrscht seit dem Sturz von Langzeitherrscher Muammar al Gaddafi 2011 Chaos. Die international anerkannte Regierung unter Ministerpräsident Fajis al Sarradsch liefert sich einen Machtkampf mit dem einflussreichen General Chalifa Haftar, der in Tripolis an die Macht gelangen will. Die Türkei entsendet derzeit Truppen, um das zu verhindern. In der Ukraine hat sich die Lage zuletzt etwas entspannt, als die Regierung in Kiew und die prorussischen Separatisten wie vereinbart Gefangene austauschten. Merkel und Frankreichs Präsident Emmanuel Macron begrüßten diesen Austausch als „eine lang ersehnte humanitäre Geste“. Die Nato will wegen der Zuspitzung des Konflikts zwischen den Vereinigten Staaten und Iran noch an diesem Montag eine Sondersitzung abhalten. Es sei dazu ein Treffen des Nordatlantikrats auf Ebene der Botschafter angesetzt worden, teilte das Verteidigungsbündnis in Brüssel mit. Unterdessen haben in Iran die Trauerfeierlichkeiten für Soleimani begonnen, der nach Angaben des Staatsfernsehens Millionen Menschen beiwohnten. Let's block ads! (Why?)
    Quelle: FAZPubliziert am 06-01-2020
  • Wie der Wechsel der Krankenkasse mehrere Hundert Euro sparen kann
    Gesundheitskarten verschiedener Krankenkassen liegen auf einem Tisch. Der Vergleich und Wechsel der Krankenkassen kann sich jetzt lohnen (Archivbild). Bild: dpa Mehrere Krankenkassen erhöhen ihre Beiträge. Wer nun zu einer günstigeren wechselt, kann dadurch leicht Hunderte Euro sparen. Gerade die Wahltarife und Zusatzleistungen können sich rechnen. Mit dem Brief war irgendwann zu rechnen: Seit vielen Jahren, schreibt die eigene gesetzliche Krankenkasse, biete sie einen der günstigsten Zusatzbeiträge in Deutschland. „Der aktuelle starke Anstieg der Kosten im Gesundheitswesen erlaubt es uns jedoch nicht länger, diesen über unsere Rücklagen auszugleichen.“ Daher sei sie „gezwungen“, den Beitrag auf 1,45 Prozent anzuheben. Warum Krankenkassen bis heute nur die Prozentwerte nennen dürfen, nicht aber für jeden ihrer Kunden den realen Wert in Euro angeben müssen, ist rätselhaft. Denn solche scheinbar kleinen Prozentwerte können große Summen ausmachen, wie ein Vergleich der rund 50 in Hessen verfügbaren Krankenkassen zeigt. Dabei zeigt sich auch: Die eine Kasse, die am besten für alle ist, gibt es nicht. Let's block ads! (Why?)
    Quelle: FAZPubliziert am 06-01-2020
  • Freiheit gegen Ordnungsvision: Schafft das Design ab!
    Wovon erholt man sich, wenn man in die Ferien fährt? Von der Arbeit. Und – wenn man Glück hat und die Gestalter nicht schon vorher da waren – auch von zu viel Design. Beispiel: ein französisches Dorf. Eine staubige Landstraße führt dorthin, das Gras der Wiesen wuchert in die Piste. Auf dem Marktplatz spielen ein paar Leute Petanque, die Kinder klettern auf einer umgekippten, überwucherten Steinmauer herum, die Boulangerie hat ein paar Stühle auf die Straße gestellt und so ein Café in der Morgensonne improvisiert. Alles sehr idyllisch. Noch. Würde man das beschriebene Dorf einer Truppe von Designern überlassen, wäre der staubige Platz bald in vielfarbigen Fußgängerzonen-Musterungen gestaltet, der chaotische Straßenrand mit einer bürokratisch einwandfreien, Fahrbahn und Bürgersteig ordnungsgemäß trennenden Abkantung eingefasst, der Platz mit schräg verdrehten Abpolderungen gegen illegale Befahrung umstellt, und die Mauer wäre abgerissen und durch einen kreischbunten Spielplatz mit drei Wippen ersetzt, die genau eine Wippbewegung zulassen – und damit man diese Ordnungsmaßnahmen nicht als das wahrnimmt, was sie sind, nämlich als Disziplinierung, würde das Design extrabunt, trudelnd geschwungen und extrem heiter daherkommen. Was den Touristen angesichts des alten Dorfs erfreut, ist das Ungestaltete, Improvisierte, Gelassene – das Gegenteil jener Form von Design, die sich gerade über die Dinge, Städte und Dörfer ergießt. Die nostalgische Rührung ist umso verständlicher, als die Freiheit im Umgang mit Dingen und Räumen immer mehr zum Ausnahmefall wird. Im Namen von Ökologie und Sicherheit, auch im Namen der Effizienzsteigerung, wird dem Ungestalteten der Garaus gemacht. Dabei gibt es keinen Winkel, der von Gestaltungsanstrengungen verschont bleiben darf. Angst vor Langeweile Selbst in Italien stehen mittlerweile an jeder Kreuzung Straßenlaternen, die aussehen, als hätte Giacometti einen depressiven Geier entworfen, der den Hut von Räuber Hotzenplotz entwendet hat; in Santiago hat man Straßen in Regenbogenfarben angemalt und dazu Trimm-dich-Fahrräder aufgestellt. Einem autoritären Staat muss diese nur farblich heitere Besetzung des öffentlichen Raums gut gefallen: Wer hier gegen die Regierung demonstrieren will, stößt sich sehr schnell die Knie am Sportgerät, Fortschritt heißt ab sofort, allein auf der Stelle zu strampeln, statt gemeinsam zu marschieren. Wie bei vielen Kindergärten, in denen grellbunte Wandfarbe Kindgerechtigkeit signalisieren und so über die Trostlosigkeit der Kindergarten-Architektur hinwegtäuschen soll, reicht es auch bei stillgelegten Straßen nicht immer, sie mit Farbe zu überschütten, um sie zum Leben zu erwecken. Let's block ads! (Why?)
    Quelle: FAZPubliziert am 06-01-2020
  • Brände in Australien: In der Hölle von Mallacoota
    Der Rauch von den Buschfeuern an der Südostküste Australiens ist derzeit so dicht, dass man problemlos in den Himmel blicken kann, ohne geblendet zu werden. Der rote Feuerball gehört auch zu den Bildern, die sich der Deutschen Cosima Schroller besonders eingeprägt haben. Zusammen mit ihrem Ehemann Fabian Kostmann war sie zum Jahreswechsel tagelang in der kleinen Siedlung Gipsy Point nahe des Ortes Mallacoota von den Buschbränden eingeschlossen. Schroller und Kostmann hatten sich mit einigen Anwohnern und anderen Touristen in einem Haus verschanzt. Sie hatten das Steingebäude, das an einem Abhang über dem See lag, zum „Bunker“ erklärt, die Fenster mit Tüchern abgedichtet und in der Umgebung Büsche abgeschnitten und den Boden gewässert. Gespenstisch war es, als sich der Himmel am Silvestermorgen erst komplett verdunkelte, bevor er dann blutrot leuchtete. Den tiefroten Himmel sah Schroller nur in der Reflektion von ein paar Granitsteinblöcken, die vor dem Gebäude standen. Es war der Moment, in dem die beiden deutschen Touristen zum ersten Mal so etwas wie Panik spürten. Die beiden Unternehmensberater kommen aus Berlin und Frankfurt, leben aber seit April im australischen Melbourne. Von dort hatten sie mit einem Mietwagen eine Tour entlang der Küste in Richtung Osten unternommen. „Es war das erste Mal, dass wir einen längeren Urlaub von zwei Wochen zusammen geplant hatten. Und dann gibt es so ein Drama“, sagt Cosima Schroller. Das Drama endete erst, als die beiden zusammen mit mehr als 1000 anderen Gestrandeten auf einem Marineschiff von Mallacoota in einen Hafen südlich von Melbourne gebracht wurden. Es war die größte Evakuierung in Australien in Friedenszeiten. Der Ort Mallacoota, wo inklusive Touristen zeitweise bis zu 4000 Menschen eingeschlossen waren, von denen sich viele vor den Flammen an den Strand gerettet hatten, ist zum Symbol der schwersten Buschfeuerkrise in der jüngeren australischen Geschichte geworden. Eine gewaltige Feuerwalze war dort zum Jahreswechsel bis nahe an die Küste vorgedrungen. Apokalyptische Zustände Insgesamt zwei Militärschiffe mit Geretteten aus Mallacoota waren am Samstag in Hastings gelandet. Einige der Passagiere waren nach der Ankunft mit Reisebussen vom Anleger in ein Auffangzentrum gebracht worden. Dort fielen sie ihren Angehörigen in die Arme. Manche blieben minutenlang engumschlungen stehen. Viele trugen Taschen, Decken und Rucksäcke bei sich. Es waren Dutzende Hunde und auch einige Katzen mit dabei. Zu den Ankommenden gehörten drei 16 Jahre alte Mädchen, die aufgrund ihrer Asthma-Erkrankungen zu den Ersten gehörten, die in Sicherheit gebracht worden waren. Sie waren im Verlauf der Katastrophe Freundinnen geworden. „Wir hatten uns an unserem ersten Tag in Mallacoota kennengelernt. Nur ein paar Tage später haben wir uns zusammen durchgekämpft“, sagt Emily Wellington. Wellington kommt wie ihre Freundin Tahnee Meehan aus Melbourne und war für ihre Sommerferien nach Mallacoota gereist. Die ebenfalls 16 Jahre alte Darcy Brown lebt dagegen in dem kleinen Ort. Ihre Familie hatte dort erst einen Monat vorher ein neues Haus bezogen. Ihr Zuhause ist nun bis auf die Grundmauern niedergebrannt. „Es ist komplett zerstört. Es hat sehr wehgetan, das zu sehen“, sagt sie. Viele der Geretteten waren von den Strapazen der vergangenen Tage gezeichnet. Insgesamt sind in dem Ort Dutzende Häuser zerstört worden. Es herrschten geradezu apokalyptische Zustände. Der aus Tasmanien stammende Tourist Nick Ritar erzählt, er habe am Strand von Mallacoota in den vergangenen Tagen Dutzende tote Vögel gesehen. Er warf der Regierung vor, sie habe den Beitrag des Klimawandels an den katastrophalen Buschbränden heruntergespielt. Gerade die Evakuierungsaktion zeige aber, wie unverantwortlich eine solche Haltung sei. „Es fühlt sich so an, als seien wir Australiens erste Klimaflüchtlinge. Und wir sind vielleicht auch nicht die letzten“, sagt Ritar. Let's block ads! (Why?)
    Quelle: FAZPubliziert am 06-01-2020
  • Trauerfeier in Teheran: Soleimanis Tochter droht Amerika mit „schwarzem Tag“
    Den Vereinigten Staaten und dem verbündeten Israel stehen nach den Worten der Tochter des getöteten iranischen Generals Qassem Soleimani ein schwarzer Tag bevor. „Verrückter Trump, denke nicht, dass mit dem Märtyrertod meines Vaters alles vorbei ist“, sagt Seinab Soleimani vor einer großen Menge bei den Trauerfeierlichkeiten für ihren Vater in der iranischen Hauptstadt Teheran. Die Nato hat wegen der Zuspitzung des Konflikts eine Sondersitzung einberufen. Für Montag sei ein Treffen des Nordatlantikrats auf Ebene der Botschafter angesetzt worden, teilte das Verteidigungsbündnis in Brüssel mit. Dabei solle über die Lage im Nahen Osten beraten werden. Eine gewaltige Menschenmenge hatte sich in Teheran zu der Trauerzeremonie für Soleimani versammelt. Die in Schwarz gekleideten Menschen kamen am Montag im Umfeld der Universität von Teheran zusammen. Auch führende Vertreter des Landes nahmen an der Zeremonie auf dem Gelände der Universität teil. Irans geistliches Oberhaupt Ali Chamenei sprach ein Gebet an Soleimanis Sarg. Begleitet wurde er von Staatschef Hassan Rohani, Parlamentspräsident Ali Laridschani und dem Kommandeur der iranischen Revolutionsgarden, Hossein Salami. Auch Soleimanis Sohn und der Nachfolger des getöteten Generals, Ismaeil Gha'ani, versammelten sich um den Sarg. Viele Menschen hielten Porträts von Soleimani in die Höhe. Der General hatte die für Auslandseinsätze zuständigen Al-Quds-Brigaden der iranischen Revolutionsgarden befehligt hatte und besaß auch großen politischen Einfluss im Nahen Osten. In der Menge wurden viele iranische und rote Fahnen geschwenkt – Rot gilt im Iran als die Farbe der „Märtyrer“. Die Rufe „Tod Amerika“ und „Tod Israel“ erschallten. Die tagelangen Trauerfeierlichkeiten für Soleimani hatten am Sonntag in der südwestiranischen Stadt Ahvas begonnen. Dort waren die sterblichen Überreste Soleimanis durch die Straßen getragen worden, bevor sie weiter in die nordöstliche Stadt Maschhad und dann nach Teheran gebracht wurden. Chamenei hatte kurz nach der Tötung des Generals bei einem gezielten amerikanischen Drohnenangriff nahe des Flughafens von Bagdad eine dreitägige Staatstrauer ausgerufen. Er drohte den Vereinigten Staaten mit „schwerer Vergeltung“. Bundeskanzlerin Merkel, Frankreichs Präsident Macron sowie Großbritanniens Premierminister Johnson hatten am Sonntagabend alle Seiten zu „äußerster Zurückhaltung“ aufgerufen. „Es kommt nunmehr entscheidend darauf an, zu deeskalieren“, heißt es in einer gemeinsamen Erklärung, die das Bundespresseamt in Berlin am Sonntagabend veröffentlichte. „Wir appellieren an alle beteiligten Akteure, äußerste Zurückhaltung und Verantwortungsbewusstsein an den Tag zu legen. Die aktuelle Spirale der Gewalt in Irak muss beendet werden.“ Merkel, Macron und Johnson forderten die Führung in Iran auf, von sämtlichen Maßnahmen abzusehen, die nicht im Einklang mit dem Atomabkommen stünden. Zuvor hatte das iranische Staatsfernsehen unter Berufung auf Präsident Hassan Rohani gemeldet, dass das Land sich nicht länger an die in dem Abkommen enthaltenen Beschränkungen bei der Anreicherung und Lagerung von Uran gebunden fühle. Auch die Forschung und Entwicklung rund um das Nuklearprogramm werde unbegrenzt fortgesetzt. Deutschland, Frankreich und Großbritannien wollen laut Bundesaußenminister Heiko Maas noch am Montag über die von Iran angekündigte weitere Abkehr vom Atomabkommen beraten. „Das, was der Iran jetzt angekündigt hat, werden wir nicht einfach so achselzuckend hinnehmen können“, sagt der SPD-Politikerim Deutschlandfunk. Die Pläne Irans stünden nicht im Einklang mit dem Atomvertrag. Nach Gesprächen mit Iran und Konsultationen mit der Internationalen Atomenergiebehörde werde eine Entscheidung getroffen. „Einfacher ist das nicht geworden, und das kann auch der erste Schritt für ein Ende dieses Abkommens sein, was ein großer Verlust wäre.“ Eine mit Frankreich und Großbritannien koordinierte Reaktion sei in dieser Woche zu erwarten. Der amerikanische Präsident Donald Trump hat derweil dem Irak gedroht. Die Regierung in Bagdad müsse die Kosten für bestimmte von den Vereinigten Staaten im Irak gebaute Infrastruktur zurückerstatten, darunter ein moderner Luftwaffenstützpunkt, der Milliarden Dollar gekostet habe. „Wir ziehen nicht ab, es sei denn, sie erstatten uns das zurück“, sagte Trump den Angaben zufolge. Sollte es keine einvernehmliche Lösung geben, müsse zu Sanktionen gegriffen werden, sagte er demnach weiter. „Im Vergleich dazu werden die Iran-Sanktionen einigermaßen harmlos erscheinen“, drohte er den mitreisenden Journalisten zufolge. Das Parlament in Bagdad hatte am Sonntag eine Resolution beschlossen, in der der Abzug der ausländischen Truppen, die Teil der Anti-IS-Koalition sind, gefordert wird. Die Präsidentin des Repräsentantenhauses in Washington, Nancy Pelosi, von den oppositionellen Demokraten kündigt ihrerseits eine Resolution an, mit der die militärischen Möglichkeiten von Präsident Donald Trump hinsichtlich Irans begrenzt werden sollen. Die Abstimmung in der Kongresskammer darüber solle noch in dieser Woche erfolgen. Let's block ads! (Why?)
    Quelle: FAZPubliziert am 06-01-2020
  • Trauerfeier in Teheran: Soleimanis Tochter droht Amerika mit „schwarzem Tag“
    Den Vereinigten Staaten und dem verbündeten Israel stehen nach den Worten der Tochter des getöteten iranischen Generals Qassem Soleimani ein schwarzer Tag bevor. „Verrückter Trump, denke nicht, dass mit dem Märtyrertod meines Vaters alles vorbei ist“, sagt Seinab Soleimani vor einer großen Menge bei den Trauerfeierlichkeiten für ihren Vater in der iranischen Hauptstadt Teheran. Eine gewaltige Menschenmenge hatte sich in Teheran zu der Trauerzeremonie für Soleimani versammelt. Die in Schwarz gekleideten Menschen kamen am Montag im Umfeld der Universität von Teheran zusammen, wo später das Geistliche Oberhaupt des Iran, Ayatollah Ali Chamenei, ein Gebet für Soleimani halten sollte. Viele Menschen hielten Porträts von Soleimani in die Höhe. Der General hatte die für Auslandseinsätze zuständigen Al-Quds-Brigaden der iranischen Revolutionsgarden befehligt hatte und besaß auch großen politischen Einfluss im Nahen Osten. In der Menge wurden viele iranische und rote Fahnen geschwenkt – Rot gilt im Iran als die Farbe der „Märtyrer“. Die Rufe „Tod Amerika“ und „Tod Israel“ erschallten. Die tagelangen Trauerfeierlichkeiten für Soleimani hatten am Sonntag in der südwestiranischen Stadt Ahvas begonnen. Dort waren die sterblichen Überreste Soleimanis durch die Straßen getragen worden, bevor sie weiter in die nordöstliche Stadt Maschhad und dann nach Teheran gebracht wurden. Chamenei hatte kurz nach der Tötung des Generals bei einem gezielten amerikanischen Drohnenangriff nahe des Flughafens von Bagdad eine dreitägige Staatstrauer ausgerufen. Er drohte den Vereinigten Staaten mit „schwerer Vergeltung“. Bundeskanzlerin Merkel, Frankreichs Präsident Macron sowie Großbritanniens Premierminister Johnson hatten am Sonntagabend alle Seiten zu „äußerster Zurückhaltung“ aufgerufen. „Es kommt nunmehr entscheidend darauf an, zu deeskalieren“, heißt es in einer gemeinsamen Erklärung, die das Bundespresseamt in Berlin am Sonntagabend veröffentlichte. „Wir appellieren an alle beteiligten Akteure, äußerste Zurückhaltung und Verantwortungsbewusstsein an den Tag zu legen. Die aktuelle Spirale der Gewalt in Irak muss beendet werden.“ Merkel, Macron und Johnson forderten die Führung in Iran auf, von sämtlichen Maßnahmen abzusehen, die nicht im Einklang mit dem Atomabkommen stünden. Zuvor hatte das iranische Staatsfernsehen unter Berufung auf Präsident Hassan Rohani gemeldet, dass das Land sich nicht länger an die in dem Abkommen enthaltenen Beschränkungen bei der Anreicherung und Lagerung von Uran gebunden fühle. Auch die Forschung und Entwicklung rund um das Nuklearprogramm werde unbegrenzt fortgesetzt. Der amerikanische Präsident Donald Trump hat derweil dem Irak gedroht. Die Regierung in Bagdad müsse die Kosten für bestimmte von den Vereinigten Staaten im Irak gebaute Infrastruktur zurückerstatten, darunter ein moderner Luftwaffenstützpunkt, der Milliarden Dollar gekostet habe. „Wir ziehen nicht ab, es sei denn, sie erstatten uns das zurück“, sagte Trump den Angaben zufolge. Sollte es keine einvernehmliche Lösung geben, müsse zu Sanktionen gegriffen werden, sagte er demnach weiter. „Im Vergleich dazu werden die Iran-Sanktionen einigermaßen harmlos erscheinen“, drohte er den mitreisenden Journalisten zufolge. Das Parlament in Bagdad hatte am Sonntag eine Resolution beschlossen, in der der Abzug der ausländischen Truppen, die Teil der Anti-IS-Koalition sind, gefordert wird. Die Präsidentin des Repräsentantenhauses in Washington, Nancy Pelosi, von den oppositionellen Demokraten kündigt ihrerseits eine Resolution an, mit der die militärischen Möglichkeiten von Präsident Donald Trump hinsichtlich Irans begrenzt werden sollen. Die Abstimmung in der Kongresskammer darüber solle noch in dieser Woche erfolgen. Let's block ads! (Why?)
    Quelle: FAZPubliziert am 06-01-2020
  • Barmer-Chef warnt: Die irrationale Liebe zum wohnortnahen Krankenhaus
    Es gibt in Deutschland eine weit verbreitete und mitunter irrationale Liebe der Bürger, der Politik und der Medien zu ihrem wohnortnahen Krankenhaus. Bis heute sind alle Versuche, Krankenhäuser ausschließlich nach den Faktoren hoher Versorgungsqualität und medizinischer Sinnhaftigkeit zu betreiben, an dieser Liebe gescheitert. Das ist ein großes Problem, zu viele Kliniken konkurrieren um knappe Ressourcen. Deutschland hat mehr Ärzte und noch mehr Pflegekräfte als die anderen OECD-Länder, aber eben auch überproportional mehr Krankenhausbetten. Es braucht dringender denn je Strukturveränderungen. Eine elementare Aufgabe, der sich vor allem die Bundesländer stellen müssen. Die Versorgungsstrukturen müssen die Entwicklung der Medizin nachvollziehen. Nötig ist dazu vor allem der Ersatz von Krankenhäusern der Grundversorgung durch flächendeckend interdisziplinäre, überwiegend ambulante Gesundheitszentren. Let's block ads! (Why?)
    Quelle: FAZPubliziert am 06-01-2020
  • Verwandelte Liberale: Wie die FDP zur neuen Arbeiterpartei werden will
    Es kommt selten vor, dass deutsche Bühnen ihre Premieren auf einen Montag legen, aber im Stuttgarter Staatstheater wird es morgen geschehen: Eine Arbeiterpartei hält ihre Kundgebung in einem Opernhaus ab, ein Ereignis, das hierzulande durchaus Seltenheitswert besitzt. In Italien hat es so etwas schon vor dem Ersten Weltkrieg gegeben, aber deutsche Sozialdemokraten überzogen die südlichen Genossen für deren bourgeoises Gebaren damals mit beißender Kritik. Korrespondent für Wirtschaftspolitik und stellvertretender Leiter Wirtschaft und „Geld & Mehr“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung in Berlin. Diesmal tragen die Teilnehmer indes nicht die Lehren von Karl Marx in ihrem historischen Gepäck, und sie führen auch nicht den „demokratischen Sozialismus“ im Programm. Vielmehr nennen sie sich die „Freien Demokraten“, abgekürzt FDP, neuerdings ohne Punkte hinter den Buchstaben, und sie treffen sich hier immer zum Dreikönigstag. Aber diesmal sind sie entschlossen, die Sozialdemokratie zu beerben, wenigstens in Teilen, und sich zu Interessenvertretern der arbeitenden Klassen aufzuschwingen. Parteichef Christian Lindner ist schon seit längerem dabei, den Ton dafür vorzugeben. „Wir müssen den fleißigen, gut ausgebildeten Facharbeitern ein Angebot machen“, sagt er etwa. Er spricht von ganz gewöhnlichen Leuten, die mit dem Diesel pendeln, die auf ein gutes Bildungssystem angewiesen sind, die ihre Überstundenzuschläge nicht wegbesteuert sehen wollen. Spätestens seit dem Linksruck bei den Sozialdemokraten wittert der FDP-Vorsitzende die Chance, frühere Helmut-Schmidt- oder Gerhard-Schröder-Wähler für seine Partei zu gewinnen. Lindners Verhalten sei „eine Schande“ Die Sache hat aber einen längeren Vorlauf, der weit in die Zeit vor der SPD-Urwahl zurückreicht, und er hängt mit der Entfremdung von der klassischen Wirtschaftsklientel zusammen. Nachdem die FDP im Jahr 2013 aus dem Parlament gefallen war, unterstützen prominente Manager und Unternehmer den Wiederaufstieg der Partei – mit dem Motiv, endlich eine wirtschaftspolitische Alternative zur ewigen großen Koalition aufzubauen. Wenn sich Lindner damals als Arbeiter präsentierte, meinte er das noch ganz anders. Im Herbst 2017 erschien er auf der festlichen Verleihung eines Unternehmerpreises, zwischen lauter Herren im Smoking und Damen im Abendkleid, in einem reichlich zerknitterten blauen Anzug. Das sei seine Arbeitskleidung, erläuterte er, sein Blaumann sozusagen, schließlich sei er aus den schier endlosen Verhandlungen mit Union und Grünen herübergeeilt. Zu diesem Zeitpunkt applaudierte das Publikum noch. Damit war es bald vorbei, denn Lindner lieferte nicht. Er stieg aus den Sondierungen für ein Jamaika-Bündnis aus und ebnete damit den Weg für die Fortsetzung von Schwarz-Rot. Das wurde für die Unternehmen teuer: Seitdem müssen sie höhere Krankenkassenbeiträge für ihre Beschäftigten zahlen, und die Grundrente dürfte langfristig die Kosten für die Altersversorgung nach oben treiben, um nur zwei Beispiele zu nennen. Entsprechend groß war die Enttäuschung. Lindners Verhalten sei „eine Schande“, schimpfte Arbeitgeberpräsident Ingo Kramer, selbst Mitglied der Partei. Der Prothesenfabrikant Hans Georg Näder, der noch im Wahlkampf 200000 Euro für die FDP gespendet hatte, wandte sich öffentlich ab. Logistik-Unternehmer Klaus-Michael Kühne bekannte, mit der FDP sei er „durch“, womöglich wähle er beim nächsten Mal die Grünen. Und BASF-Chef Martin Brüdermüller stieg sogar in den Wirtschaftsbeirat der Öko-Partei ein – die, das gilt allgemein als ausgemacht, früher oder später in der Bundesregierung sitzen wird. Let's block ads! (Why?)
    Quelle: FAZPubliziert am 06-01-2020
  • Golden Globes: Preise für Tarantino, „1917“, „Succession“, „Fleabag“
    Es war seit langem einmal wieder ein Abend zum Feiern für jene, die sich zum Hollywood-Establishment zählen: In der Nacht zum Montag wurden in Los Angeles die Golden Globes vergeben. Großer Gewinner mit drei Preisen wurde, wie kaum anders zu erwarten, Quentin Tarantinos „Once Upon a Time... in Hollywood“, der sich in den Kategorien „Beste Komödie“, „Bestes Drehbuch„ und bei der Entscheidung über den Nebendarsteller (Brad Pitt) durchsetzte. Der Kriegsfilm „1917“ erhielt die Auszeichnung für den besten Film in der Kategorie „Drama“. Zum fünften Mal moderierte der britische Komiker Ricky Gervais die Globes. In den Fernsehkategorien gab es ungewöhnlich viele nicht aus Amerika stammende Preisträger. Zwei Trophäen gingen an das Familiendrama „Succession“ über einen alternden Fernsehmogul. Die Reihe gewann in der Kategorie als beste Dramaserie, der in Schottland geborene Brian Cox erhielt die Auszeichnung als bester Hauptdarsteller einer Dramaserie. Beste Schauspielerin in einem Drama wurde die Britin Olivia Colman als Queen Elizabeth II. in der Netflix-Serie „The Crown“. In der Comedy-Kategorie gewann BBCs „Fleabag“ als beste Serie. Deren Autorin Phoebe Waller-Bridge spielt darin eine einsame Großstädterin. Die Londonerin gewann auch den Preis als beste Hauptdarstellerin in einer Comedy-Serie. In Deutschland erschien „Fleabag“ bei Amazon. Bester Komödien-Hauptdarsteller wurde Ramy Youssef für seine autobiografische Serie „Ramy“ über einen amerikanischen Mittzwanziger mit ägyptischen Wurzeln. Produziert wird „Ramy“ von Hulu. Beste Mini-Serie wurde das amerikanisch-britische Atomkatastrophendrama „Chernobyl“ von HBO (in Deutschland bei Sky zu sehen). Der Schwede Stellan Skarsgard gewann darin für seine Verkörperung eines sowjetischen Politikers den Preis als bester männlicher Nebendarsteller. Bester Hauptdarsteller in einer Miniserie wurde der Australier Russell Crowe als Produzent des rechtskonservativen Fensehsenders Fox News, Roger Ailes, in „The Loudest Voice“. Crowe kam wegen der Buschbrände in seiner Heimat selbst nicht zur Verleihung. In seiner Dankesrede, die Jennifer Aniston vortrug, forderte er eine weltweite Klimapolitik. Den Preis als beste Hauptdarstellerin einer Miniserie gewann Michelle Williams für ihre Verkörperung der Schauspielerin und Tänzerin Gwen Verdon in der Serie „Fosse/Verdon“. Patricia Arquette wurde für „The Act“ zur besten Nebendarstellerin ernannt. Let's block ads! (Why?)
    Quelle: FAZPubliziert am 06-01-2020
  • Bürgerkriegsland: Türkei beginnt mit Entsendung von Soldaten nach Libyen
    Die Türkei hat mit der Entsendung von Soldaten in das Bürgerkriegsland Libyen begonnen. Das sagte Präsident Recep Tayyip Erdogan in einem Interview dem Sender CNN Türk. Das türkische Parlament hatte Erdogan dafür am Donnerstag grünes Licht gegeben. „Im Moment gehen sie nach und nach ohnehin schon“, sagte er auf die Frage des Moderators, wann die Truppen entsendet werden sollen. Wie viele Soldaten die Türkei schickt, blieb zunächst unklar. Die Türkei will Erdogan zufolge auch ranghohes Personal entsenden. In der sogenannten Operationszentrale werde auch ein General eingesetzt, sagte er. Dieses Personal solle zunächst Koordinationsaufgaben übernehmen. Kritik aus Ägypten und Russland Erdogan will mit der Initiative die international anerkannte Regierung unter Ministerpräsident Fajis al-Sarradsch in Tripolis stützen. Diese liefert sich einen Machtkampf mit dem einflussreichen General Chalifa Haftar. Erdogan hatte zuvor bereits gesagt, er handele in Libyen auf Einladung Al-Sarradschs. Für die Initiative, Militärhilfe zu schicken, war er von der türkischen Opposition, aber auch aus Ägypten und Russland kritisiert worden. Der Türkei geht es mit der Zusammenarbeit mit Libyen auch um die eigenen Interessen im Mittelmeerraum und Nordafrika. Hier fühlt sich die Türkei unter anderem im Streit um Erdgasvorkommen im Mittelmeer von anderen Anrainerstaaten wie Griechenland ausgeschlossen. Al-Sarradsch und Erdogan hatten bereits im November zwei umstrittene Abkommen unterzeichnet. Dabei ging es einerseits um die militärische Zusammenarbeit, andererseits auch um Seegrenzen im Mittelmeer. Damit erhebt die Türkei Anspruch auf Gebiete nahe der griechischen Insel Kreta, wo reiche Erdgasvorkommen vermutet werden. Libyen im Bürgerkriegs-Chaos In Libyen herrscht seit dem Sturz von Langzeitherrscher Muammar al-Gaddafi 2011 Bürgerkriegschaos. Haftar kontrolliert mit seiner selbst ernannten Libyschen Nationalarmee (LNA) Gebiete im Osten des Landes, will aber die Macht über das ganze Land. Im vergangenen Jahr begann er einen Angriff auf Tripolis, wo die Sarradsch-Regierung sitzt. Diese wird von lokalen Milizen unterstützt, konnte ihre Macht aber bisher kaum über die Hauptstadt hinaus ausbauen. Außerdem sind internationale Mächte in den Konflikt verstrickt. Die Regierung in Tripolis wird nicht nur von der Türkei, sondern auch von Katar und Italien unterstützt, General Haftar unter anderem von Russland, Ägypten und den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE). EU mahnt zu diplomatischer Lösung Bei einem Luftangriff auf eine Militärakademie in Libyens Hauptstadt Tripolis waren zuletzt mindestens 28 Menschen getötet und 18 weitere verletzt worden. Die Vereinten Nationen verurteilten den Angriff. Auch die EU drückte große Besorgnis aus. In Telefonaten von Bundeskanzlerin Angela Merkel mit dem französischen Präsidenten Emmanuel Macron und dem britischen Premier Boris Johnson habe Einigkeit bestanden, dass eine politisch-diplomatische Lösung des Konfliktes geboten sei, teilte ein Regierungssprecher mit. Frankreich und Großbritannien hätten ihre Unterstützung für die deutschen Vermittlungsbemühungen unterstrichen. Deutschland plant zum Thema Libyen für Anfang des Jahres eine Konferenz in Berlin, um die wichtigsten internationalen Akteure an einen Tisch zu bringen. Für den Montag kündigte Erdogan in dem TV-Interview ein Gespräch mit Bundeskanzlerin Angela Merkel an. Es solle um die Situation im Iran und im Irak gehen. In der irakischen Hauptstadt Bagdad hatten die Vereinigten Staaten in der Nacht zum Freitag den hohen iranischen General Ghassem Soleimani getötet. Let's block ads! (Why?)
    Quelle: FAZPubliziert am 06-01-2020