Spiegel Online Panorama

  • Brad Pitt telefoniert mit Astronauten auf ISS: „Lassen Sie uns über mich sprechen“
    In seinem neuen Kinofilm spielt Brad Pitt einen NASA-Ingenieur. Per Videoanruf durfte er einen echten Astronauten befragen - und wollte wissen, ob seine Darbietung besser als die George Clooney war.  NASA TV/ AFP
    "Jetzt, da ich Sie aus der Weltraumstation in der Leitung habe - lassen Sie uns über mich sprechen", sagt Brad Pitt und grinst. Er sitzt im NASA-Hauptquartier in Washington und spricht per Videoanruf mit Nick Hague, einem US-amerikanischen Astronauten. Dieser befindet sich auf der Internationalen Weltraumstation - 400 Kilometer von der Erde entfernt. Pitt spielt in dem neuen Kinofilm "Ad Astra - Zu den Sternen" den NASA-Ingenieur Roy McBride, der zum Neptun reist, um den Auslöser für elektromagnetische Stürme zu finden, die die Erde bedrohen. Das Team auf der Internationalen Weltraumstation hat den Science-Fiction-Thriller bereits gesehen. Pitts Anruf gehört zu einer Werbetour. Der Film hat Hague offenbar gut gefallen: "Die Darstellung und die Umgebung in dem Film sahen so aus wie die hier um mich herum." Während des Gesprächs schwebt Hague in einem chaotisch aussehenden Raum mit vielen bunten Kabeln, die von der Decke hängen. Seit mehr als 180 Tagen lebt und arbeitet Hague nun an Bord der Weltraumstation. NASA-Youtube-Kanal: Brad Pitt spricht mit Astronaut Nick Hague [embedded content] "Wie schaffst du es, die ganze Zeit an einer Stelle zu bleiben? Hast du einen Halt für den Fuß?", fragt Pitt, als Hague eine Vorwärtsrolle in der Luft macht und kopfüber hängen bleibt. "Ja, hier sind fast überall Geländer und ich kann meinen Fuß darunter klemmen", sagt Hague. "Die Hornhaut unter meinen Füßen ist weg, weil ich nicht laufe. Aber jetzt habe ich Hornhaut rund um meinen großen Zeh, weil ich damit ständig irgendwo dranhänge." Auf der Weltraumstation führen sie hauptsächlich naturwissenschaftliche Experimente durch und erledigen Arbeiten zur Instandhaltung der Station, erzählt der 43-jährige Astronaut. Hague war bereits an drei Außenbordeinsätzen beteiligt. "Wie fühlt sich ein Weltraumspaziergang an?", fragt Pitt und guckt dabei erwartungsvoll in die Kamera. "Das erste, was du siehst, ist die Erde - 250 Meilen unter dir. Durch den Helm hast du fast einen 180-Grad-Panorama-Blick", sagt Hague. "Du vergisst sehr schnell, dass da etwas ist zwischen dir und dem Vakuum des Weltraums." Man empfinde diese tiefe Bewunderung und Wertschätzung dafür, wie groß das Universum sei. Wer war glaubwürdiger als Astronaut - Clooney oder Pitt? "Nick, letzte Frage. Dafür brauche ich deine fachmännische Einschätzung", sagt Pitt zum Ende des 20-minütigen Gesprächs. "Wer war glaubwürdiger - Clooney oder Pitt?" Im Hintergrund ist Gelächter zu hören. George Clooney spielte in dem Weltraumfilm "Gravity" den erfahrenen Astronauten Matt Kowalski. Hague zeigt mit dem Finger auf die Kamera und sagt: "Sie natürlich!" Let's block ads! (Why?)
    Quelle: Spiegel Online PanoramaPubliziert am 17-09-2019
  • Studie zu mutmaßlicher Polizeigewalt: Schlechter Umgang
    Laut einer Studie üben Polizisten offenbar viel häufiger ungerechtfertigte Gewalt aus als bisher bekannt. Umgehend wird Kritik an der Untersuchung laut. Das zeigt: Zu viele Polizisten verweigern die Auseinandersetzung mit dem Thema. onw-images/ imago images Verkehrskontrolle auf der A7 in Baden-Württemberg (Symbolbild): Schwachstellen im System
    Noch bevor der Bochumer Kriminologe Tobias Singelnstein die erste Zahl seiner Studie zu rechtswidriger Polizeigewalt veröffentlichte, wurde aus den Reihen der Polizeigewerkschaften Kritik laut. Der NRW-Landesvorsitzende der Deutschen Polizeigewerkschaft (DPolG) Erich Rettinghaus sagte, er glaube nicht an brauchbare Ergebnisse, schließlich sei die Befragung anonym. DPolG-Bundeschef Rainer Wendt sprach von einer "sogenannten Studie". Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) Bayern verbreitete gar falsche Behauptungen: Es würden 1000 Menschen befragt, eine Überprüfung, ob sie den Online-Fragebogen mehrmals ausfüllen, sei nicht erfolgt. Singelnsteins Studie ist in der Tat diskussionswürdig. Sie ist nicht repräsentativ - also nicht ohne Weiteres zu verallgemeinern. Außerdem behandelt sie ein Phänomen, das schwer abzugrenzen ist: Ab welchem Punkt ist Polizeigewalt rechtswidrig? Handlungen, die für die Betroffenen brutal sind, können in den Augen einer Staatsanwältin oder eines Richters rechtens sein. All das gilt es zu bedenken, wenn die Ergebnisse diskutiert werden. Doch die Kritik mancher Gewerkschafter zielte darauf, das Projekt von vornherein zu diskreditieren. Der Studie wurde jegliche Glaubwürdigkeit abgesprochen. Das ist falsch, weil es eine ernsthafte Auseinandersetzung verhindert. Und die Kritik ist nicht glaubwürdig. Vor sechs Jahren erschien eine Studie zu Gewalt gegen Polizisten aus Nordrhein-Westfalen. Die Wissenschaftler arbeiteten mit ähnlichen Methoden wie Singelnstein: Sie befragten Polizisten anonym mit einem Online-Fragebogen. Ein Ergebnis: Gut 18 Prozent der Teilnehmer sagten, sie hätten keine Anzeige erstattet - etwa, weil sie davon ausgingen, das Verfahren wäre ohnehin eingestellt worden. "Hier werden wesentlich mehr Belastungen erfasst als im landesweiten Lagebild", kommentierte der damalige NRW-Innenminister Ralf Jäger. "Der Arbeitsalltag von Polizisten ist sogar noch gefährlicher und stressiger als die nackten Zahlen es vermuten lassen." Die Gewerkschaften applaudierten. Singelnstein-Kritiker Rettinghaus von der DPolG nannte die Ergebnisse damals alarmierend, der damalige GdP-Vorsitzende Arnold Plickert sagte, es dürfe kein "weiter so" geben. Niemand nahm Methodenkritik vor. Man glaubte den Beamten, dass sie wirklich Gewalt erlebt haben. Im Falle der Singelnstein-Studie ist das anders. Man glaubt den Leuten erst mal nicht. Das ist Teil des Problems, wenn es um Polizeigewalt geht: Schon die Auseinandersetzung damit wird von Teilen der Polizei verweigert. Man frage sich, "aus welcher Motivation heraus die Erstellung einer solchen Studie erfolgt", schrieb die GdP Bayern. Justiz und Polizei würden in ein völlig falsches Licht gerückt. Als sei die Studie an sich bereits eine Beleidigung. Dabei ist die Untersuchung wichtig. Sie beschreibt Polizeigewalt aus Sicht der Betroffenen in Deutschland erstmals detailliert. Es gibt bereits Studien über die Gewalterfahrungen von Polizisten - andersherum darf es das nicht geben? Wer so argumentiert, misst mit zweierlei Maß. Großes Misstrauen Die Bedeutung der Untersuchung zeigt sich vor allem an einem Befund: Nur neun Prozent der Befragten, die glaubten, Opfer illegaler Polizeigewalt zu sein, erstatteten Anzeige. Der Rest tat es nicht. Vor allem, weil die Teilnehmer davon ausgingen, das habe für die Polizisten ohnehin keine Folgen. Ein Großteil der mutmaßlichen Opfer entschied sich also gegen juristische Schritte. Der Befund dokumentiert, wie groß das Misstrauen unserem Rechtsstaat gegenüber in dieser Frage ist. Woran liegt das? Brauchen wir externe Ermittlungsstellen, wie es sie in anderen europäischen Ländern längst gibt? Was ist mit der Kennzeichnungspflicht? Dass Beamte nicht immer eindeutig identifizierbar sind, verhindert der Studie zufolge Anzeigen, denn die mutmaßlichen Opfer können die Beamten nicht erkennen. Und selbst wenn sie rechtliche Schritte einleiten, stellen die Staatsanwaltschaften solche Verfahren ein, weil der Verdächtige nicht zweifelsfrei bestimmt werden kann. Alte Fragen wie diese sind nach Erscheinen der Studie wieder aktuell. Es geht um Schwachstellen im System und wie man sie beheben kann - und nicht um einen Generalverdacht. Let's block ads! (Why?)
    Quelle: Spiegel Online PanoramaPubliziert am 17-09-2019
  • Nach Forstunfall: Extremskifahrer Davo Karnicar gestorben
    Der slowenische Alpinist Davo Karnicar ist beim Holzfällen tödlich verunglückt. Der 56-Jährige war vor fast zwanzig Jahren als erster Mensch auf Skiern in einem Zug den Mount Everest abgefahren. Binod Joshi/ AP Der Sportler Davo Karnicar ist bei einem Forstunfall tödlich verletzt worden. Das Foto zeigt ihn im Jahr 2000, einige Tage nach seiner Mount-Everest-Abfahrt (Archivbild)
    Der slowenische Bergsteiger und Extremskifahrer Davo Karnicar ist im Alter von 56 Jahren gestorben. Das berichtet unter anderem die Tageszeitung "Delo" unter Berufung auf die Polizei. Ein Baum, den er mit einer Motorsäge gefällt hatte, war demnach am Montag auf ihn gestürzt. Karnicar sei in seiner Heimatgemeinde Jezersko in den slowenischen Alpen seinen Verletzungen erlegen. Karnicar wurde weltweit bekannt, als er im Jahr 2000 als erster Mensch mit Skiern vom Gipfel des Mount Everest (8848 Meter) in einem Zug abgefahren war. Nach sechs Stunden hatte er das Basislager auf einer Höhe von 5340 Metern erreicht. Der Mount Everest ist der höchste Berg der Welt. Später fuhr Karnicar auch von den anderen sogenannten "Seven Summits" ab, den jeweils höchsten Bergen jeden Kontinents, darunter der Elbrus im Kaukasus und der Kilimandscharo in Afrika. Darüber hinaus betätigte er sich als Bergsteiger und betrieb in Jezersko eine Ski- und Bergschule. In einem Interview für die Tageszeitung "Delo" sagte er im Januar: "Das Leben am Berghang hat mich den gebotenen Respekt vor den Bergen und die Furcht im Umgang mit ihnen gelehrt." Let's block ads! (Why?)
    Quelle: Spiegel Online PanoramaPubliziert am 17-09-2019
  • Wildau in Brandenburg: Einkaufszentrum bei Großbrand zerstört
    Ein Einkaufszentrum im brandenburgischen Wildau ist am frühen Morgen vollständig abgebrannt. Die Polizei vermutet Brandstiftung.  Jörg Carstensen/ DPA Zerstörtes Einkaufszentrum in Wildau
    Bei einem Großbrand in der brandenburgischen Kleinstadt Wildau wurde ein Einkaufszentrum vollständig zerstört. Verletzt wurde niemand, sagte ein Sprecher der Polizei. Demnach wurde am frühen Dienstagmorgen die Feuerwehr gerufen. 170 Einsatzkräfte beteiligten sich an den Löscharbeiten. Inzwischen ist der Brand gelöscht. Der Schaden belaufe sich den Angaben zufolge auf mehrere Hunderttausend Euro. Erste Geschäftsleute seien bereits in ihre Läden gekommen, um mögliche verschonte Wertgegenstände zu sichern, sagte der Sprecher. Ersten Erkenntnissen zufolge soll ein brennendes Sofa das Feuer verursacht haben. Es habe an der Außenmauer des Gebäudes gestanden. Die Polizei geht von Brandstiftung aus. Es werde nun ermittelt, ob das Sofa fahrlässig oder vorsätzlich in Brand gesetzt worden sei, sagte der Polizeisprecher. Um 0.23 sei der Brand der Feuerwehr gemeldet worden. Als die Einsatzkräfte vor Ort eintrafen, stand das Gebäude bereits vollständig in Flammen und war nicht mehr zu retten. Auf 5000 Quadratmetern Grundfläche waren unter anderem eine Bank, ein Imbiss und ein Reisebüro untergebracht. Let's block ads! (Why?)
    Quelle: Spiegel Online PanoramaPubliziert am 17-09-2019
  • Neuer Weltrekord: Ohne Pause – 37-Jährige schwimmt vier Mal durch den Ärmelkanal
    Vor einem Jahr war die 37-Jährige US-Amerikanerin Sarah Thomas noch wegen Brustkrebs in Behandlung. Nun ist sie als erster Mensch vier Mal hintereinander durch den Ärmelkanal geschwommen. Jon Washer/ PA/ AP Schwimmerin Sarah Thomas
    54 Stunden brauchte die Ultra-Marathon-Schwimmerin Sarah Thomas für ihren Weltrekord. Die 37-jährige US-Amerikanerin hat als erster Mensch vier Mal hintereinander den Ärmelkanal durchschwommen - ohne eine einzige Pause. Britischen Medien zufolge war Thomas bis vor einem Jahr noch wegen Brustkrebs in Behandlung. Deshalb widmete sie ihren Rekord an der englischen Küste "allen Überlebenden da draußen". Bei der Überquerung habe das Salzwasser ihrem Mund und ihrer Kehle zu schaffen gemacht, berichtete Thomas. Zudem habe sie Kontakt mit einer Qualle gehabt. Am härtesten sei die letzte Überquerung von Frankreich nach Großbritannien gewesen. "Das hat ewig gedauert und die Strömung hat mich abgetrieben", sagte sie. Zur Begrüßung habe es Champagner und Schokolade gegeben. Bislang haben Medien zufolge nur drei Schwimmer den Ärmelkanal ohne Stopp durchschwommen. Let's block ads! (Why?)
    Quelle: Spiegel Online PanoramaPubliziert am 17-09-2019
  • Fälle mutmaßlicher Polizeigewalt: Hämatom in der Nierengegend
    Ein Jobcenter-Chef wird umgerissen, ein junger Student angeblich malträtiert: Zwei Fälle aus Wuppertal und Kassel zeigen, wie schwer es ist, Polizeigewalt zu ahnden. Ein ehemaliger Beamter erklärt die Tücken. Polizisten im Hamburger Schanzenviertel (Archiv)
    Die Szene, die Thomas Lenz bis heute am Rechtsstaat zweifeln lässt, dauert etwa eine Minute. Eine Kamera hat sie aufgenommen damals, am 16. Juni 2018, gegen 15 Uhr. Wuppertal, Bezirk Barmen, die vierspurige Straße Höhne. Viele Passanten, viel Polizei. Auf der Höhe Geschwister-Scholl-Platz ist die Höhne für den Verkehr gesperrt, gleich sollen hier rechte Demonstranten vorbeikommen. Lenz trägt Jeans, Poloshirt und Sweatjacke, er steht auf der Straße und streitet gestenreich mit einem Polizisten. Die hochgerissenen Arme der Männer berühren sich in der Luft. Lenz macht kehrt, Richtung Gehweg, spürt die Hand eines zweiten Polizisten im Rücken, dreht sich um. Wieder ein Wortwechsel, die beiden Gesichter sind sich nahe. Plötzlich reißt der Beamte Lenz zu Boden. Im Nu eilen Kollegen zu Hilfe. Einer zieht Lenz das Shirt hoch und kneift ihm mehrfach in die Nierengegend. Lenz wird gefesselt und abgeführt. Der 60-Jährige, ein Grüner, leitet das Jobcenter Wuppertal. Und so bekommt der Fall rasch Aufmerksamkeit. Die Parteifreunde im Stadtrat sprechen von "Misshandlung". Der CDU-Innenminister stellt sich vor seine Beamten, die Lenz prompt anzeigen. Man habe die Straße räumen wollen. Lenz habe sich dem widersetzt und Beamte angegriffen. Lenz erstattet Anzeige wegen Körperverletzung im Amt. Beide Verfahren laufen noch. DER SPIEGEL Umgeworfen, geschlagen, gefesselt: Thomas Lenz Knapp 15 Monate später sitzt er in seinem Büro im Jobcenter in Barmen. Der Vater zweier erwachsener Kinder serviert Kaffee, seine Stimme klingt rauchig. Noch immer, so sagt er, kann er nicht fassen, was ihm damals widerfuhr. "Habe ich etwas Schlimmes gemacht, außer dass ich zum Polizisten gesagt habe: 'Hören Sie bitte auf, mich ständig anzufassen'?" Er sei schon weg gewesen von der Straße, als der Polizist ihn gepackt habe. Ein 20 Zentimeter langes Hämatom auf Nierenhöhe attestierte ihm damals ein Arzt. Etwa drei Wochen habe er wegen der Fesseln Taubheitsgefühle in den Händen gehabt. Der gewaltsame Einsatz gegen ihn sei "vollkommen unverhältnismäßig" gewesen. Selbst wenn man sein Handeln Widerstand nenne, was er vehement bestreitet. Auf dem Boden habe er sich "null" gewehrt. Umfangreiche Studie zu Polizeigewalt Wer Opfer von Polizeigewalt wird, hat es in Deutschland schwer, wenn er dagegen vorgeht. Etwa 2000 Ermittlungsverfahren schließen Staatsanwaltschaften jährlich gegen Polizisten wegen des Verdachts auf Körperverletzung im Amt ab. Nur zwei Prozent der Fälle landen vor Gericht. Vor diesem Hintergrund hat der Bochumer Kriminologe Tobias Singelnstein eine umfangreiche Studie initiiert, an der auch Thomas Lenz teilgenommen hat. Zwischenergebnisse liegen jetzt vor. Polizeieinsatz beim G20-Gipfel in Hamburg (2017) Udo Behrendes war mehr als 40 Jahre Polizist. Vor seiner Pensionierung 2015 führte er den Leitungsstab im Kölner Polizeipräsidium. In den Siebzigerjahren fuhr er Streife in Köln, leitete später Hunderte Polizeieinsätze bei Demonstrationen in Nordrhein-Westfalen. Die Hürden, Polizeigewalt zu ahnden, seien schon immer hoch gewesen, sagt Behrendes. Zwei entscheidende Gründe nennt er: 1. Illegale Polizeigewalt ist schwer zu erkennen: "Die Polizei darf Gewalt anwenden und muss das auch in vielen Situationen", sagt Behrendes. Bei einer Kneipenschlägerei, bei einem prügelnden Ehemann, bei Attacken von Extremisten. Zu erkennen, wann ein Polizist es im Eifer des Gefechts übertreibe, sei schwierig. "Auf beiden Seiten sind Emotionen im Spiel, Angst, Adrenalin." Die Grenzen zwischen rechtmäßigem Zwang und überzogener Härte seien "oft fließend". Anfang der Neunzigerjahre, erzählt Behrendes, sei ihm bei einer Kurdendemo ein Kollege aufgefallen, der "ganz schön zugelangt" habe. Erst als später die "Tagesthemen" Szenen in Nahaufnahme brachten, habe er das konkrete Fehlverhalten erkannt: Der Kollege hatte eine Kurdin, die längst unter Kontrolle war, mehrfach auf den Rücken geschlagen. Eine Bestrafung. Behrendes schrieb eine Anzeige. 2. Polizisten müssen Anzeige erstatten - und das bringt sie in ein Dilemma: Wenn ein Polizist über die Stränge schlägt, sind meist Kollegen Zeugen. Anders als bei normalen Bürgern schreibt ihnen das Gesetz vor, sofort Anzeige zu erstatten, um sich nicht selbst strafbar zu machen. Ein Dilemma. "Es ist schwer zu sagen, wie ich mich bei einem Kollegen verhalte, der mir gerade selbst aus einer brenzligen Situation geholfen, aber dabei seinen Einsatz überzogen hat", sagt Behrendes. Außerdem wisse jeder Polizist um eigene Fehler. Zu Beginn seiner Laufbahn, erzählt Behrendes, habe er einen flüchtigen Verkehrssünder gestellt - und ihm eine Ohrfeige verpasst. Wegen "verbaler Provokationen". Ein Kollege habe das gesehen und gesagt: "Hat der aber auch verdient." Das war's. "Er hätte mich anzeigen müssen", sagt Behrendes. Wäre der Verkehrssünder zur Staatsanwaltschaft gegangen, der Kollege hätte lügen müssen, um sich nicht selbst zu belasten. "Und wenn der Kollege ein anderes Mal übertrieben hätte, ich hätte große Hemmungen gehabt, ihn anzuzeigen." Aussage gegen Aussage Der Kriminologe Singelnstein kennt diese Problematik. "Polizisten sagen fast nie gegeneinander aus", sagte er bereits 2018 im Interview mit dem SPIEGEL. Oft stehe das Wort der Bürger gegen das Wort der Beamten. Wie bei Jakob Sentker* - ein Fall, der im Juli vor zwei Jahren begann. Bis der Böller explodierte, war es eine ganz normale Nacht gewesen. Mit fünf Freunden feierte Sentker in Kassel. Sie verließen die Disco York am frühen Morgen, um sich einen Döner zu kaufen. Die Gruppe überquerte eine Straße - dann explodierte ein Böller. Das war der Punkt, an dem die Sache unübersichtlich wurde. Mehr zum Thema Sicher ist: Am Ende wird das linke Schlüsselbein Jakob Sentkers gebrochen sein, er wird Hämatome haben und Hautabschürfungen. Ein Anwärter der Bundespolizei soll ihm das angetan haben, er soll Sentker getreten haben, als der am Boden lag. Drei seiner Freunde sollen ebenfalls von angehenden Polizisten angegriffen worden sein, einer sei gegen die Wand gedrückt worden, ein zweiter geohrfeigt und eine Freundin in den Bauch geboxt. Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen gefährlicher Körperverletzung gegen drei Beschuldigte. Was war mit dem Böller? An einem Tag im August 2019 nimmt Jakob Sentker in
    Quelle: Spiegel Online PanoramaPubliziert am 17-09-2019
  • Studie zu Opfern mutmaßlicher Übergriffe: Wenn Polizisten zuschlagen
    In Deutschland üben Polizisten offenbar viel häufiger Gewalt aus als bekannt. Zu diesem Ergebnis kommt eine Bochumer Studie über mutmaßliche Opfer. Sie zeigt, wer besonders betroffen ist. Emmanuele Contini/ imago images Demonstration in Berlin im Oktober 2018 (Symbolbild): Laut der Bochumer Studie berichten vor allem Aktivisten und Fußballfans von Polizeigewalt
    Offizielle Zahlen zu Polizeigewalt bilden nur einen kleinen Ausschnitt der Realität ab. Das ist ein Ergebnis einer Studie des Teams um den Bochumer Kriminologen Tobias Singelnstein. Demnach gibt es mindestens fünfmal mehr Verdachtsfälle von Polizeigewalt, als in der Statistik aufgeführt werden. 2018 schlossen die Staatsanwaltschaften gut 2000 Verfahren ab. Singelnstein hat mehr als 3300 Menschen befragt, die angeben, solche Übergriffe erlebt zu haben. Seine Untersuchung beleuchtet das Thema in Deutschland erstmals ausführlich aus Sicht der Betroffenen. Obwohl die Studie nicht repräsentativ ist und weitere Einschränkungen hat, erlaubt sie einen vertieften Einblick in ein umstrittenes Thema. Die wichtigsten Ergebnisse. Betroffen sind vor allem Fußballfans und linke Aktivisten Eine Verkehrskontrolle, ein Streit zwischen Nachbarn, zu dem die Polizei gerufen wird, eine Festnahme: Die Befragten gaben an, in ganz unterschiedlichen Situationen ungerechtfertigte Polizeigewalt erlebt zu haben. Dennoch sind vor allem zwei Gruppen betroffen. 55 Prozent der Befragten sagten, zu dem Zwischenfall sei es bei einer Demonstration oder anderen politischen Aktionen wie Blockaden oder Besetzungen gekommen. Fast alle der Teilnehmer dieser Veranstaltungen verorteten sich politisch links. Weitere 22 Prozent der Fälle ereigneten sich vor und nach Fußballspielen. Dafür gibt es laut Singelnstein zwei mögliche Gründe: Die Wissenschaftler kontaktierten verschiedene Multiplikatoren. Denkbar ist, dass linke politische Aktivisten sowie Vertreter von Fußballfans besonders erfolgreich Werbung für die Studie machten - und daher viele Gleichgesinnte zur Teilnahme bewegen konnten. Trotzdem, sagt Singelnstein, habe man durch Öffentlichkeitsarbeit viele Leute außerhalb dieser Gruppen erreicht. Eine andere Erklärung ist daher, dass Fußballspiele und politische Veranstaltungen besonders belastet sind. Singelnstein spricht von "etablierten Konfliktverhältnissen". Das heißt: Bei derartigen Veranstaltungen könnten Erwartungen und Verhalten der Polizisten sowie der Teilnehmer Konflikte eher auslösen als etwa bei einer Verkehrskontrolle. Die meisten erleben physische Gewalt 71 Prozent gaben an, physische Gewalt erlebt zu haben. Häufig sind Blutergüsse, Prellungen oder Hautabschürfungen. Fast jeder fünfte berichtet von schweren Verletzungen wie Knochenbrüchen oder Gehirnerschütterungen. Vom ersten Kontakt mit der Polizei bis zur Gewaltanwendung dauerte es in 54 Prozent der Fälle höchstens zwei Minuten. Jeder fünfte Teilnehmer sagte, es habe vorher gar keinen Kontakt gegeben, die Polizisten hätten also unmittelbar Gewalt angewendet. Ein Drittel der Befragten, die Gewalt bei Demonstrationen oder Fußballspielen erlebten, sagte, für eine Auseinandersetzung mit der Polizei sei kein Grund ersichtlich gewesen. Ein weiteres Drittel der Befragten gab an, ihm sei Fehlverhalten vorgeworfen worden. Etliche Fälle bleiben ohne juristische Folgen Der Großteil der Befragten erstattete keine Anzeige. Der wichtigste Grund: Sie waren überzeugt, dass diese für die Polizisten keine Folgen habe. Gerade Demonstranten und Fußballfans geben zudem an, sie hätten den Beamten nicht identifizieren können. In 439 Fällen sagten die Teilnehmer, ein Strafverfahren sei eingeleitet worden. In diesen Fällen gab es Zeugenaussagen (74 Prozent der Fälle), ärztliche Befunde (63 Prozent) oder Videomaterial (48 Prozent). Befragte, die sich für eine Anzeige entschieden, taten dies vor allem, um solche Übergriffe künftig zu vermeiden und weil sie wollten, dass der verdächtige Polizist bestraft wird. An letzter Stelle der genannten Gründe steht der Wunsch nach Schmerzensgeld. Mehr zum Thema Von den 439 Verfahren waren 354 abgeschlossen: In sieben Prozent der Fälle wurde Anklage erhoben, gut 93 Prozent wurden eingestellt. Meist war der Tatverdacht nicht hinreichend (66 Prozent), bei etwa der Hälfte der Fälle konnten die Beamten nicht identifiziert werden. Singelnstein vergleicht diese Zahlen mit der Strafverfolgungsstatistik von 2018, die das Statistische Bundesamt herausgibt. Demnach betrug die Anklagequote in Fällen mutmaßlich rechtswidriger Polizeigewalt im vergangenen Jahr zwei Prozent (Studie sieben Prozent), die Einstellungsquote 98 Prozent (Studie 93 Prozent). Betrachtet man alle Straftaten, beträgt die Anklagequote 24 Prozent - ist also gut zehnmal höher als bei mutmaßlich rechtswidriger Polizeigewalt. Bei vorsätzlichen Körperverletzungsdelikten liegt die Quote bei 21 Prozent. Details zur StudieWie wurden die Teilnehmer befragt? Sie füllten einen Onlinefragebogen aus, der von November 2018 bis Januar 2019 zugänglich war. Die Befragten gaben Auskunft zu allgemeinen Angaben wie ihrem Alter und ihrer Ausbildung. Außerdem wurden sie ausführlich zu ihren Erfahrungen mit Polizeigewalt befragt, schilderten die Situation, die Verletzungen, ihr eigenes Verhalten und das der Beamten. 5677 Menschen füllten den Fragebogen vollständig aus. 1999 Befragte wurden nicht berücksichtigt, da sie keine Angaben zu Polizeigewalt machten, sondern von anderen Erfahrungen berichteten. Wie setzt sich die Stichprobe zusammen? Drei Viertel der Befragten sind männlich, 16 Prozent haben einen Migrationshintergrund. Das Durchschnittsalter beträgt 30 Jahre. 71 Prozent haben (Fach-)Abitur. 43 Prozent sind berufstätig, ebenfalls 43 Prozent sind Schüler oder Studenten. 67 Prozent der Teilnehmer verdienen Netto weniger als 1500 Euro im Monat. Gab es Qualitätskontrollen? Da der Fragebogen für jeden zugänglich war, ist Missbrauch denkbar. Cookies sollten eine mehrfache Teilnahme erschweren, außerdem kontrollierten die Wissenschaftler, ob die Antworten plausibel sind. Wer zu schnell fertig war ("Durchklicker"), zu häufig keine Angaben machte oder auffällig oft mit Extremwerten antwortete, wurde nicht berücksichtigt. Auf diesem Wege sortierten die Wissenschaftler gut 300 Teilnehmer aus. Übrig blieben 3375 Personen. Wie wurde die Studie finanziert? Die Kosten übernahm die Deutsche Forschungsgemeinschaft. Sie wird von Bund und Ländern finanziert. Wer gefördert werden will, muss einen Antrag einreichen. Zwei Drittel der Projekte in dem Bereich, in dem Singelnsteins Studie gefördert wurde, werden abgelehnt. Welche Unternehmen waren beteiligt? Den Fragebogen haben die Wissenschaftler selbst programmiert, an der Erhebung waren keine dritten Firmen beteiligt. Lediglich die Plattform für den Onlinefragebogen wurde eingekauft. Zu Strafverfahren kommt es nur in wenigen Fällen Neun Prozent der Befragten erstatteten Anzeige. Hinzu kamen Anzeigen Dritter oder Ermittlungen von Amts wegen. Im Ergebnis liefen in rund 14 Prozent der Fälle Strafverfahren - sie bilden das Hellfeld. Das Dunkelfeld ist in der Studie mit 86
    Quelle: Spiegel Online PanoramaPubliziert am 17-09-2019
  • Chemnitz: Rollstuhlfahrer aus Libyen angegriffen
    In Chemnitz ist ein lybischer Rollstuhlfahrer attackiert und leicht verletzt worden. Der Tatverdächtige ist der Polizei wegen rechtsmotivierter Straftaten bekannt. Das Dezernat Staatsschutz ermittelt in dem Fall.
    Ein 31-jähriger Rollstuhlfahrer aus Libyen ist in Chemnitz von einem mutmaßlichen Rechtsradikalen geschlagen und rassistisch beleidigt worden. Der 22-jährige Tatverdächtige hat den Mann nach ersten Ermittlungen in der Nacht zum Sonntag aus dem Rollstuhl gestoßen und attackiert. Das teilte die Polizei mit. Der genaue Tathergang werde aber noch ermittelt. Zunächst hatte die "Bild"-Zeitung berichtet. Demnach sei der Tatverdächtige, der nahe dem Tatort gestellt wurde, der Polizei wegen rechtsmotivierten Straftaten und Körperverletzungsdelikten bekannt. Gegen ihn wird nun wegen gefährlicher Körperverletzung und Beleidigung ermittelt. Der Rollstuhlfahrer habe leichte Verletzungen erlitten und sei ambulant in einem Krankenhaus behandelt worden. Eine Zeugin hätte die Auseinandersetzung gehört und die Polizei gerufen. Das für politisch motivierte Straftaten zuständige Dezernat Staatsschutz der Kriminalpolizei ermittelt in Abstimmung mit der Staatsanwaltschaft. Über den Fall hatte die Polizei bereits am Sonntag berichtet, allerdings ohne anzugeben, dass es sich bei dem Opfer um einen Rollstuhlfahrer aus Libyen handelte. Der Polizeisprecher gab an, für die Ermittler habe sich erst am Montag ein klares Bild der Tat ergeben. Zur Wahrung der Persönlichkeitsrechte des Geschädigten und der möglichen psychischen Belastungen für das Opfer sei geprüft worden, ob der Übergriff aufgrund des Handicaps oder wegen der Herkunft des Manns geschehen sei. Die Ermittler gehen inzwischen von einem rassistischen Motiv aus. Let's block ads! (Why?)
    Quelle: Spiegel Online PanoramaPubliziert am 17-09-2019
  • Verurteilter Ex-Finanzchef des Vatikans: George Pell zieht vor Australiens höchstes Gericht
    Ein erster Berufungsantrag scheiterte, nun wendet sich der Ex-Finanzchef des Vatikans an das höchste Gericht Australiens: George Pell ficht seine Verurteilung wegen sexuellen Missbrauchs zweier Chorknaben weiter an. David Crosling/AAP/ DPA George Pell im Februar 2019 in Melbourne: Der 78-Jährige kann nach jetzigem Stand frühestens im Jahr 2022 aus der Haft entlassen werden
    Der ehemaligen Finanzchef des Vatikans, George Pell, will sich weiter juristisch gegen seine Verurteilung wegen sexuellen Missbrauchs wehren: Seine Anwälte reichten am Dienstag vor dem obersten australischen Gericht einen Berufungsantrag ein. Ob sich der High Court aber tatsächlich mit dem Fall befasst, ist noch unklar. Ein Gericht hatte Pell im Frühjahr wegen sexuellen Missbrauchs von Minderjährigen zu einer Haftstrafe von sechs Jahren verurteilt - als ranghöchsten Geistlichen in der Geschichte der katholischen Kirche. Der 78-Jährige kann frühestens im Jahr 2022 aus der Haft entlassen werden. Pell weist die Vorwürfe zurück. Mit einem Berufungsantrag vor dem höchsten Gericht des Bundesstaats Victoria scheiterte er im August. Die Entscheidung der drei Richter fiel allerdings nicht einstimmig aus, sondern mit einer Mehrheit von 2:1. Im Anschluss hatten Pells Anwälte 28 Tage Zeit, um sich an das höchste Gericht Australiens zu wenden, den High Court in Canberra. Das ist nun geschehen. Pell hatte seit Jahrzehnten ranghohe Ämter in der katholischen Kirche inne. 2014 ernannte Papst Franziskus ihn zum Finanzchef des Vatikans, Pell stand damit in der Hierarchie des Kirchenstaates auf Platz drei. Die Anschuldigungen gegen ihn reichen in die Jahre 1996 und 1997 zurück, als er gerade Erzbischof von Australiens zweitgrößter Stadt Melbourne geworden war. Die beiden Chorknaben waren damals 13 Jahre alt. Einen der Jungen zwang Pell nach Überzeugung des Gerichts zum Oralsex. Eines der mutmaßlichen Missbrauchsopfer war 2014 an einer Überdosis Heroin gestorben und hatte sich nie zu den Vorfällen geäußert. Der heute 35-jährige Überlebende war in dem Prozess der entscheidende Belastungszeuge. Let's block ads! (Why?)
    Quelle: Spiegel Online PanoramaPubliziert am 17-09-2019
  • Kommt Prinz Harry nach NRW? Wie Düsseldorf um die „Invictus Games“ wirbt
    London, Toronto, Sydney - und bald Düsseldorf? Die nordrhein-westfälische Landeshauptstadt will 2022 die von Prinz Harry ins Leben gerufenen "Invictus Games" ausrichten. Eine Bewerbungsdelegation reist nun nach London. Düsseldorf aus der Luft (Archivbild): Laut dpa reisen heute Vertreter der Stadt nach London, um sich für die "Invictus Games" 2022 zu bewerben
    Eine offizielle Entscheidung wird erst für den Herbst erwartet, aber die Bewerbungsphase läuft bereits. Laut dpa reist an diesem Dienstag eine Delegation inklusive mehrerer Generäle, Verteidigungs-Staatssekretär Peter Tauber (CDU) und Düsseldorfs Oberbürgermeister Thomas Geisel (SPD) nach London, um dort kräftig für die nordrhein-westfälische Landeshauptstadt zu werben. Der Plan der Delegation: Die "Invictus Games" 2022 nach Düsseldorf zu holen. Die "Invictus Games" sind ein paralympischer Wettbewerb für im Einsatz verletzte Soldatinnen und Soldaten. Vergeben und ausgerichtet werden die Spiele von einer Stiftung, die Prinz Harry ins Leben gerufen hatte und deren Schirmherr er heute ist. Die ersten "Invictus Games" fanden 2014 in London statt, es folgten unter anderem Toronto und Sydney. 2020 ist Den Haag an der Reihe. Prinz Harry im Oktober 2018 bei den "Invictus Games" in Sydney Nach früheren Angaben der Verwaltung hatten Verteidigungsministerium und Landesregierung vorgeschlagen, dass sich Bundeswehr und Düsseldorf gemeinsam um die internationale Ausrichtung bewerben. Stattfinden sollen die Wettbewerbe im Mai oder Juni 2022. Die Landeshauptstadt geht laut einer Vorlage für den Stadtrat mit der Merkur Spiel-Arena und den dazugehörigen Anlagen sowie dem Rheinbad als Austragungsort für die Schwimmwettbewerbe ins Rennen. Eröffnungs- und Schlusszeremonie könnten im ISS-Dome stattfinden. Die Stadt sieht die "Invictus Games" eigenen Angaben zufolge als "Meilenstein" für eine mögliche NRW-Olympia-Bewerbung für das Jahr 2032. Für Düsseldorf entstünden keine Kosten - die würden vom Bund getragen, so die Information an den Stadtrat. Was für Düsseldorf und gegen Victoria spricht Im Berliner Verteidigungsministerium und im Düsseldorfer Rathaus ist man dem Vernehmen nach guter Dinge: Außer Düsseldorf ist nach kanadischen Medienberichten nur noch die Stadt Victoria im Rennen. Da der Wettstreit mit Toronto schon mal in Kanada gastierte, könnte sich die Invictus-Stiftung diesmal für Deutschland entscheiden. Hinzu kommt: Victoria liegt auf einer Insel vor der kanadischen Küste. Invictus-Chef Dominic Reid sagte laut dem Sender CBC nach einem Ortstermin, dass die Anreise für die verwundeten Soldaten - die oftmals mehrere Gliedmaßen amputiert hätten - eine physische Herausforderung sein könnte. Ein Vorteil für Düsseldorf: Stadion und Messe - deren Hallen man einbinden könnte - liegen nur wenige Minuten vom Flughafen entfernt. Meghan und Harry 2017 bei den "Invictus Games" in Toronto Sollten die Spiele nach NRW kommen, sind die deutschen Macher sicher: Prinz Harry würde samt Ehefrau Meghan und Sohn Archie kommen. Bei den "Invictus Games" in Toronto hatten das royale Paar übrigens einen ganz besonderen Auftritt: Damals, im September 2017, zeigten sich die beiden zum ersten Mal gemeinsam in der Öffentlichkeit. Let's block ads! (Why?)
    Quelle: Spiegel Online PanoramaPubliziert am 17-09-2019
  • Neues Album: Thees Uhlmann und das „Dreieck der Schande“
    Sechs Jahre ist es her, dass Thees Uhlmann sein letztes Soloalbum veröffentlichte. Nun erklärt er, woher seine Motivation für die neuen Songs kam. "Ich hatte so viel Wut in mir und so viel Unverständnis." Lisa Ducret/ DPA Thees Uhlmann in einer Bar in Neukölln: "Ich glaube, ich bin zu schwach für Berlin"
    In wenigen Tagen ist es so weit, dann erscheint das neue Album von Thees Uhlmann, und wie es so üblich ist, befindet sich der deutsche Musiker deshalb gerade auf Werbetour. Nun hat er unter anderem mit der Nachrichtenagentur dpa gesprochen - und erklärt, woher seine Motivation für das Album "Junkies und Scientologen" kam. Dazu muss man wissen: Uhlmanns letzte Soloalben erschienen 2011 und 2013. Zu den neuen Songs nach langer Pause regte ihn nun unter anderem die Politik an: "Motiviert hat mich auch das Dreieck der Schande - Brexit, Trump und AfD, diese ganze neokonservative Revolution", sagte Uhlmann. "Ich hatte so viel Wut darüber in mir und so viel Unverständnis. Deswegen dachte ich: Die Texte müssen härter und konkreter werden. Mehr Nachdenken, tiefere Gedanken - der Versuch, diesem ganzen Mist die Schönheit der Kunst entgegenzusetzen." Uhlmann kommt ursprünglich aus Nordniedersachsen, er lebt allerdings in Berlin. Dabei fremdelt er nach wie vor mit seiner Wahlheimatstadt - für ihn offenbar eine weitere Inspirationsquelle. "Ich glaube, ich bin zu schwach für Berlin, ich bin zu klein für Berlin, ich bin nicht hart genug für Berlin", sagte er. "Aber aus dem Vermissen von Norddeutschland, dem Bedürfnis nach mehr Ruhe und weniger Menschen, wird bei mir schon auch Kreativität freigesetzt." Let's block ads! (Why?)
    Quelle: Spiegel Online PanoramaPubliziert am 17-09-2019
  • Tödlicher Unfall in Berlin: Anwalt des SUV-Fahrers gibt Stellungnahme ab
    Nach dem SUV-Unfall mit vier Toten in Berlin verdichten sich die Hinweise darauf, dass der Fahrer unter gesundheitlichen Problemen litt. Einem Bericht zufolge sprach nun auch sein Anwalt davon. Michele Tantussi/ Getty Images Blumen an der Unfallstelle: Zwei junge Männer, eine ältere Frau und ein dreijähriger Junge kamen ums Leben
    Anderthalb Wochen ist es her, dass ein SUV-Fahrer an einer Kreuzung in Berlin-Mitte von der Straße abkam und vier Menschen auf dem Gehweg überfuhr. Wie genau es dazu kommen konnte, ist noch immer unklar. Nun hat der Anwalt des Fahrers der Berliner Staatsanwaltschaft eine erste Stellungnahme vorgelegt. Das berichtet der RBB. Der Anwalt habe in dem Schreiben "in der Tat bestätigt, dass eine akute gesundheitliche Problematik Ursache des Unfall gewesen sein könnte", sagte der Sprecher der Berliner Staatsanwaltschaft am Montagabend der RBB-Abendschau. "Die Hinweise und Spekulationen, wie sie von Anfang an bestanden, haben sich derzeit weiter konkretisiert." Nach dem Unfall am 6. September hatte die Beifahrerin der Polizei einen Hinweis auf einen möglichen epileptischen Anfall des Fahrers gegeben. Die Polizei durchsuchte am Freitag in dem Zusammenhang die Wohnung des Fahrers und stellte Beweismittel sicher. Ob die Staatsanwaltschaft Medikamente oder auch Computer und Handys beschlagnahmte, ist nicht bekannt. Mehr zum Thema Gegen den Fahrer wird wegen fahrlässiger Tötung ermittelt. In die Patientenakte des Mannes kann die Polizei nicht einsehen, weil für die Akte wegen der ärztlichen Schweigepflicht ein sogenanntes Beschlagnahmeverbot gilt. Der Fahrer könnte die Akte freigeben, bisher hat er das aber nicht getan. Der Unfall hat in Deutschland erneut eine Diskussion über SUV in Innenstädten ausgelöst. Mehr dazu erfahren Sie hier. Let's block ads! (Why?)
    Quelle: Spiegel Online PanoramaPubliziert am 17-09-2019
  • Technischer Defekt: ICE bei Hannover auf offener Strecke evakuiert
    Über Leitern ging es ins Gleisbett und von dort in den Ersatzzug: Rund 250 Reisende mussten in der Nacht auf offener Strecke einen kaputten ICE verlassen. Zuvor war ein Abschleppversuch gescheitert. Julian Stratenschulte/ DPA ICE der Deutschen Bahn (Symbolbild): Zwischenfall nahe Hannover
    Diese Bahnreise dürften die rund 250 Passagiere eines ICE auf dem Weg nach Köln so schnell nicht vergessen. Wegen eines technischen Problems mussten sie am Montagabend bei Hannover jenseits eines Bahnhofs den Zug wechseln müssen. Der ICE war aus Berlin kommend in der Nähe des Hauptbahnhofs in Hannover-Leinhausen liegen geblieben, wie ein Sprecher der Bahn am frühen Dienstagmorgen sagte. Vor der Evakuierungsaktion war der Versuch missglückt, den Zug abzuschleppen. Die Passagiere reisten mit einer Verspätung von drei Stunden weiter, nachdem sie über Leitern in das Gleisbett und von dort aus in einen auf den Nachbargleisen geparkten Ersatzzug gestiegen waren. Auf andere Zugverbindungen wirkte sich der ICE-Defekt nicht aus. Let's block ads! (Why?)
    Quelle: Spiegel Online PanoramaPubliziert am 17-09-2019
  • Fehler im Verbindungsnetz: Halb Mittelamerika stundenlang ohne Strom
    Ausgefallene Ampeln sorgten für Verkehrschaos: Wegen eines Problems in einem Verbindungsnetz waren weite Teile Mittelamerikas über Stunden ohne Strom. Besonders hart traf es Honduras. Jorge Cabrera/ REUTERS Fleischerei in Tegucigalpa, Honduras: Kein Licht, keine Kühlung
    In Mittelamerika ist es zu einem großflächigen Stromausfall gekommen. Ganz Honduras sowie Teile Nicaraguas, El Salvadors und Guatemalas waren betroffen, wie der Chef des honduranischen Stromversorgers ENEE, Leonardo Deras, mitteilte. Nach zwei Stunden betrachteten die honduranischen Behörden die Stromversorgung als wiederhergestellt, wie das Portal "Univision" berichtete. Grund für den Ausfall war offenbar ein Fehler im regionalen Verbindungsnetz, wie auch der staatliche Versorger Nicaraguas, Enatrel, mitteilte. Medien berichteten von Chaos im Straßenverkehr durch den Ausfall von Ampeln. Berichte über Verletzte gab es zunächst nicht. Nach wenigen Stunden gab es am Nachmittag aus Honduras und Nicaragua Entwarnung - die Stromversorgung sei größtenteils wieder hergestellt. In Guatemala und El Salvador war der Ausfall nach Angaben der Strommarktverwalter beider Länder jeweils nach etwa einer Stunde behoben. Let's block ads! (Why?)
    Quelle: Spiegel Online PanoramaPubliziert am 17-09-2019
  • Frau verschluckt Verlobungsring: „Schmuck, der so schön ist, dass man ihn aufessen könnte“
    Eine junge Frau aus San Diego hat ihren Verlobungsring verschluckt - mehr oder weniger unfreiwillig. Jenna Evans/ Facebook Ultraschall-Foto: Der verschluckte Diamantenring zeichnet sich deutlich neben der Wirbelsäule im Magen ab
    Ein Facebook-Post einer 29-jährigen US-Amerikanerin aus San Diego hat in den Sozialen Netzwerken für Aufsehen gesorgt. Jenna Evans veröffentlichte Fotos, die einen Ultraschall ihres Körpers im Bereich vom Brustkorb bis zum Becken zeigen. Neben der Wirbelsäule zeichnet sich ein runder, hell leuchtender Gegenstand ab - ihr Verlobungsring. Im April machte Jenna Evans Freund ihr einen Hochzeitsantrag und schenkte ihr einen 2,4-Karat-Diamantring. Mittwochmorgen wachte Evans auf und stellte fest: Der Ring ist weg. Die 29-Jährige hatte das Schmuckstück nachts verschluckt. Ihr Verlobter habe sie im Traum dazu gedrängt, schreibt sie in dem Facebook-Beitrag. Sie habe geträumt, böse Männer umringten sie und ihren Freund bei einer Zugfahrt. Ihr zukünftiger Bräutigam habe ihr gesagt, sie solle den Ring runterschlucken, um ihn zu beschützen. "Ich habe das dumme Ding abgezogen, mir in den Mund gesteckt und mit einem Glas Wasser runtergespült", schreibt Evans. Am Morgen realisierte sie, was sie in der Nacht getan hatte. Sie hätte nicht aufhören können zu lachen, so Evans. Bald habe sie jedoch starke Schmerzen bekommen. Ihr Verlobter brachte sie daraufhin ins Krankenhaus. "Ein großer Ring mit Zacken in den Gedärmen, das tut schon richtig weh", sagte Evans in einem Interview mit dem Sender NBC 7 San Diego. Die Ärzte holten den Ring aus Evans Körper. Mittlerweile trägt die zukünftige Braut ihn wieder am Finger. Sie gehe davon aus, dass der Vorfall einmalig war. Trotzdem habe sie einen Termin mit einem Schlafspezialisten vereinbart, erzählte sie im Interview. Immerhin kann sie über die Geschichte lachen. Auf Facebook witzelte Evans über ihr Missgeschick und schrieb dazu: "Schmuck, der so schön ist, dass man ihn aufessen könnte. Macht's aber lieber nicht - vertraut mir." Let's block ads! (Why?)
    Quelle: Spiegel Online PanoramaPubliziert am 16-09-2019