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  • Internetunternehmen: Yahoo Japan und Line Corp planen Fusion in Milliardenhöhe
    Yahoo Der Deal zwischen dem ehemaligen Yahoo Japan und Line Corp könnte noch diesen Monat zustande kommen. (Foto:& AP) Das unter dem ehemaligen Namen Yahooo Japan bekannte Internetunternehmen Z Holdings bestätigt Gespräche über eine 27-Milliarden-Dollar-schwere Fusion mit Line Corp. Mit der Angelegenheit vertraute Personen sagten der Nachrichtenagentur Reuters, dass der Deal gegen Ende des Monats zustande kommen könnte und dass Softbank und Naver Corp zu gleichen Teilen beteiligt sein würden, Softbank allerdings die Führung übernehme. StartseiteLet's block ads! (Why?)
    Quelle: Handelsblatt TechnikPubliziert am 14-11-2019
  • Softwarekonzern: Die neuen Chefs schwören SAP auf mehr Effizienz ein
    Jennifer Morgan und Christian Klein Die neuen Chefs schwören SAP auf mehr Effizienz ein. (Foto:& Reuters (M)) Es sollte um neue Geschäftsmodelle gehen, um Umsatz und Gewinn, um Dividenden und Aktienrückkäufe – doch ein Begriff fiel an diesem Vormittag vermutlich noch häufiger als das Finanzvokabular: Kunde. Als SAP am Dienstag Investoren und Analysten zum Kapitalmarkttag nach New York lud, konnte man zwischendurch den Eindruck gewinnen, einer Anwenderkonferenz beizuwohnen. „Das Wichtigste ist es, den Kundenerfolg zu steigern“, sagte die neue Co-Chefin Jennifer Morgan gleich zum Auftakt. „Für nachhaltiges Wachstum braucht man glückliche und loyale Kunden“, legte Christian Klein später nach, der mit ihr vor einigen Wochen die Führung von Bill McDermott übernommen hatte. Die Botschaft des Duos lautet: SAP will effizienter werden, besser verdienen und die Aktionäre daran beteiligen – aber die Unternehmen, die tagtäglich mit der Software arbeiten, sollen auf keinen Fall darunter leiden. Offiziell stand das Thema nicht auf der Agenda, die SAP mit „Growth and Operational Excellence“ überschrieben hatte. Das Management wollte erklären, wie der Softwarehersteller weiter wachsen, dabei aber profitabler werden kann: Die operative Marge soll bis 2023 um fünf Prozentpunkte steigen, wie der Konzern im Frühjahr bekanntgegeben hatte, wohl als Reaktion auf den Einstieg des aggressiven Hedgefonds Elliott Management. Doch die Unzufriedenheit der Kunden, die in den letzten Monaten immer deutlicher wurde, stand ebenfalls zur Diskussion. Diskussionen auf jeder VorstandssitzungSAP hat sich in den vergangenen Jahren mit Übernahmen von insgesamt 30 Milliarden Euro für den Trend zum Cloud-Computing gerüstet. Zeitgleich hat der Softwarehersteller sein Kernprodukt überarbeitet und unter dem Namen S/4 Hana auf den Markt gebracht. Nach den hohen Investitionen will der Konzern die Profitabilität deutlich verbessern und Aktionäre mit höheren Ausschüttungen daran teilhaben lassen. Das Management betonte, dass dieses Programm nicht zulasten der Kundenzufriedenheit gehen werde. „Es gibt eine Menge Spielraum, um Effizienzen und Profitabilität zu erhöhen“, sagte Klein. Gemeinsam setze man bereits einen Plan um, um Synergien zu nutzen und die Organisation deutlich zu vereinfachen. Auf jeder Vorstandssitzung steht das Thema auf der Agenda, und mit Deepak Krishnamurthy steuert ein erfahrener Manager als „Chief Transformation Officer“ die Initiativen. Das Effizienzprogramm ist bereits angelaufen. So hat SAP einzelne Teams, die Infrastruktur wie Rechenzentren bereitstellen, unter der Leitung des neuen Vorstands Thomas Saueressig zusammengefasst. Dadurch erziele man in diesem Jahr Synergien in Höhe von 100 Millionen Euro, sagte Klein.
    Auch Überschneidungen im Portfolio, die zumeist aus Übernahmen resultieren, will das Management beseitigen. Zudem prüft es den Verkauf oder die Einstellung von einigen Produkten mit geringer Reichweite. Um welche es sich handelt und welche Einsparungen daraus resultieren, ist bislang unklar. Beträchtliche Einsparungen erhofft sich SAP beim Einkauf – der laufe bislang in den verschiedenen Organisationseinheiten vergleichsweise unabhängig, erläuterte Finanzchef Luka Mucic. Durch eine Bündelung könne das Unternehmen bereits im kommenden Jahr die Kosten um 100 Millionen Euro senken, über mehrere Jahre hinweg um 250 Millionen Euro. Vertrieb und Marketing sollen so die Gesamtkosten senken, ebenso die Servicesparte und die allgemeine Verwaltung. Nur an Forschung und Entwicklung will SAP nicht sparen, der Posten soll konstant bei 14 Prozent des Umsatzes bleiben. Allerdings werde das Management künftig Prioritäten setzen, betonte Co-Chefin Morgan: Es werde intern genau kommunizieren, welche Produkte es nicht weiterentwickle und in welchen Bereichen es in Wachstum und Innovation investiere. Wo genau der Softwarekonzern sparen will, legte sie nicht dar. Cloud-Geschäft erreicht kritische GrößeBesonderes Potenzial zur Steigerung der Profitabilität bietet das Geschäft mit dem Cloud-Computing, das SAP in den vergangenen Jahren aufgebaut hat – es trage mehr als die Hälfte bei, sagte Mucic. Das liege zum einen an der Konsolidierung der vielen Zukäufe: Der Konzern lässt alle Dienste auf einer einheitlichen technischen Basis laufen und reduziert die Zahl der Rechenzentren. Hinzu kommen Effekte durch die wachsende Kundenbasis. Das heißt: Das Cloud-Geschäft erreicht die kritische Größe. Zur Einsparung tragen außerdem Partnerschaften bei. Kunden können das Programmpaket S/4 Hana auf den Cloud-Plattformen von Amazon Web Services (AWS), Microsoft, Google und Alibaba laufen lassen. SAP muss so weniger Kapazitäten vorhalten, was die erheblichen Kosten für die Infrastruktur drückt. Die Bruttomarge im Cloud-Geschäft soll bis 2023 von 69 auf 75 Prozent steigen. Weniger Kosten für die Verwaltung, geringere Investitionen in die Infrastruktur, mehr Synergien beim Einkauf: Angesichts dieser Einsparungen werde SAP in den nächsten Jahren „erheblichen Spielraum“ für Ausschüttungen an die Aktionäre über die reguläre Dividende hinaus haben, kündigte Mucic an. „Wir wollen kein Geld horten.“ Für 2020 hatte der Dax-Konzern in der vergangenen Woche eine zusätzliche Ausschüttung von 1,5 Milliarden Euro angekündigt. Für die Zeit danach nannte der Finanzer beim Investorentreffen keine konkreten Zahlen. Der Free Cashflow, der die zur Verfügung stehenden liquiden Mittel beschreibt, sei von externen Faktoren wie Wechselkursen abhängig und daher schwer zu prognostizieren, argumentierte Mucic. Zudem wolle sich SAP Flexibilität bewahren, etwa für kleinere Zukäufe. Große Übernahmen schloss er aber aus. Analysten bewerteten die Ankündigungen überwiegend positiv. Der Kapitalmarkttag bestärke den Eindruck, dass SAP die langfristigen Ziele erreichen werde, schrieb die Privatbank Berenberg und hob das Kursziel von 130 auf 135 Euro an. Das Analysehaus Jefferies setzte das Ziel in Erwartung von Aktienrückkäufen von 140 auf 142 Euro hoch. Am Mittwoch kostete eine Aktie 122 Euro, ein Prozent weniger als am Vortag. Bei den Kunden kam die Botschaft des neuen Führungsduos gut an. Die Anwenderorganisation DSAG lobte die „neuen Impulse“, die es „im Sinne der SAP-Kunden“ setze. Mehr: Das neue Führungsduo des Dax-Konzerns dämpft die Erwartungen der Aktionäre. Damit tut es dem Software-Unternehmen einen Gefallen, meint Handelsblatt-Reporter Christof Kerkmann. StartseiteLet's block ads! (Why?)
    Quelle: Handelsblatt TechnikPubliziert am 13-11-2019
  • Digitale Revolution: Gesichtserkennung trotz Motorradhelm: Russische Firma liefert den Algorithmus für den Überwachungsstaat
    Metro-Station in Moskau Vor allem die russische Polizei interessiert sich für den NtechLab-Algorithmus. (Foto:& ntechlab) Unten am Eingang steht der Wachmann. Wie vor allen russischen Bürogebäuden, öffentlichen Institutionen, ja selbst vor Schulen oder Kliniken. Im vierten Stock jedoch begegnet man in diesem Gebäude nahe der zentralen Moskauer Metrostation Belorusskaja der Zukunft: Ein Scanner führt an der gläsernen Büro-Eingangstür die „Fejskontrol“ bei NtechLab durch. „Unsere Mitarbeiter erkennt das Gerät in jeder Verkleidung, ob mit Sonnenbrillen, hochgezogenem Schal oder wucherndem Vollbart“, sagt Generaldirektor Alexander Minin stolz.Mit Gesichtserkennung ist NtechLab bekannt geworden. Im Winter 2016 ließ der Algorithmus „FindFace“ des NtechLab-Gründers Artjom Kucharenko bei einem internationalen Wettbewerb zur Wiedererkennung von Fotos im Internet das Konkurrenzprogramm von Google alt aussehen. Für NtechLab-Chef Minin ist das schon Schnee von gestern. Längst habe die Firma bei weiteren Ausschreibungen Preise gewonnen, sagt er und verweist stolz auf die Urkunden an der Wand. „Der Kampf um die Spitze wird von Unternehmen aus China, Russland und teilweise Israel geführt“, sagt Minin.Tatsächlich sind Sensetime und Yitu aus China oder Anyvision aus Israel zwar noch keine weltweit bekannten Marken, doch auf dem Markt digitaler Sicherheitstechnologien internationale Spitze. Amerikaner und Europäer hingegen sind laut Minin wegen ihrer Gesetzgebung und ihrer „Vorstellung vom Schutz persönlicher Daten“ auf dem Gebiet Nachzügler.Elektronische Gesichtserkennung wird bereits jetzt breit angewendet, sei es auf dem Flughafen bei der Passkontrolle oder auch bei Zugangskontrollen zu sensiblen Daten. Das für NtechLab allerdings wichtigere Geschäftsfeld liegt in der sogenannten nicht kooperativen Erkennung, wenn die Person nicht direkt ins Objektiv schaut, halb verdeckt ist, die Kamera weit entfernt und Wetter und Beleuchtung schlecht. „Hier liegt die Zukunft, hier gibt es große Projekte“, schwärmt Minin. Das sieht die staatliche Rüstungsholding Rostech ähnlich, die sich 2018 bei NtechLab einkaufte. „Wir haben eine Weltmarktanalyse durchgeführt und schätzen das Potenzial der Kapitalisierung eines Unternehmens, das über solche Technologien verfügt, in den nächsten fünf Jahren auf eine Milliarde Dollar“, sagte der für Spezialaufgaben zuständige Rostech-Direktor Wassili Browko. Die Technologie funktioniert so: Sie greift die vorhandenen Bilder einer Kamera ab und sucht das beste heraus. Daraus erstellt sie im nächsten Arbeitsschritt ein digitales Abbild. Für jeden Menschen ist dieser digitale Code einmalig. In einem dritten Schritt wird dieser Code dann in einer Datenbank eingespeichert, die allerdings laut NtechLab außer den Gesichtscodes keine persönlichen Daten enthält.Zu den Details der Wiedererkennung macht das Unternehmen keine Angaben. Doch das System nimmt nicht nur lineare Vermessungen wie den Augenabstand vor, sondern erkennt und registriert auch Hautbeschaffenheiten und andere Merkmale. Daher ist der Algorithmus auch von der Qualität der Fotografie abhängig. Je besser das Foto, desto mehr Details kann das System in die Berechnung einbeziehen. „Derzeit können wir Gesichter erkennen, die zu 40 Prozent verdeckt sind, selbst im Motorradhelm erkennen wir sie wieder“, sagt Minin.Polizei nutzt den NtechLab-AlgorithmusInteressant ist das in erster Linie für die Polizei. Die russischen Sicherheitsorgane haben den NtechLab-Algorithmus bereits in ihr Überwachungssystem aufgenommen. Etwa 170.000 Kameras sind an das Videoüberwachungssystem in Moskau angeschlossen; in praktisch jedem Hauseingang und Hinterhof, in Parks und öffentlichen Gebäuden gibt es sie. Laut Rostech-Chef Sergej Tschemesow, ein langjähriger Vertrauter Wladimir Putins aus gemeinsamen Agententagen, sind derzeit bereits 1500 von ihnen mit der NtechLab-Technologie ausgestattet. Medienberichten zufolge sollen bis Jahresende die übrigen Kameras ebenfalls an das System angeschlossen werden. Mittels der FindFace-Funktion können diese Kameras nun Straftäter auf der Straße leichter wiedererkennen – oder Demonstranten identifizieren, wie die Polizei bei den jüngsten Protesten in Moskau mit ihrer anschließenden schnellen Strafverfolgung unter Beweis stellte. Doch gegen „Big Brother“ regt sich in Russland Widerstand: Die Moskauerin Aljona Popowa hat im Oktober Klage eingereicht: Die Gesichtserkennung im städtischen Videoüberwachungssystem verstoße gegen ihr Recht auf Privatsphäre, argumentiert sie. Popowa hatte im April 2018 eine Mahnwache vor der Staatsduma gehalten und wurde deswegen zu einer Ordnungsstrafe von umgerechnet knapp 300 Euro verurteilt. Während des Prozesses hatte das Gericht auch Aufnahmen von Überwachungskameras genutzt, auf denen das Gesicht Popowas fixiert und vergrößert worden war. Diese allgemeine und ständige Überwachung aller Moskauer sei von der Verfassung nicht gedeckt, so Popowa.Die NGO „Roskomswoboda“ unterstützt Popowa beim Prozess und hat zugleich eine Unterschriftensammlung zum Verbot der Gesichtserkennungstechnologien gestartet. Die russische Obrigkeit habe die Rechte der Bürger auf freien Briefwechsel durch die Kontrolle der Server schon stark eingeschränkt. Wenn nun auch noch die völlige Videoüberwachung dazukomme, sei der Überwachungsstaat Realität, meint Roskomswoboda-Jurist Sarkis Darbinjan. Let's block ads! (Why?)
    Quelle: Handelsblatt TechnikPubliziert am 13-11-2019
  • PwC-Umfrage: Die Deutschen sehen Telemedizin in Notfällen skeptisch
    Telemedizin Telekliniken bieten unter anderem Sprechstunden per Video an. (Foto:& dpa) Die Notaufnahmen vieler Krankenhäuser in Deutschland sind überlastet. Wenn es um die Frage geht, ob innovative digitale Lösungen die Notaufnahmen entlasten können, ist die Mehrheit der Deutschen skeptisch. Das zeigt eine repräsentative Umfrage zum Thema Notfallversorgung unter 2000 Bürgern im Auftrag der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PwC. Telekliniken etwa, die Sprechstunden über Video anbieten, begrüßen 42 Prozent der Befragten als Entlastung der Notfallversorgung. 58 Prozent stehen dem Vorschlag eher ablehnend gegenüber. Noch geringer ist die Zustimmung zu Smartphone-Apps, die Vorabdiagnosen erstellen und an geeignete Behandlungsstellen verweisen: Diese halten nur 37 Prozent der Befragten für geeignet. Bei jüngeren Menschen zwischen 18 und 39 Jahren fällt die Zustimmung deutlich größer als bei älteren Studienteilnehmern aus. So befürworten 56 Prozent der 18- bis 29-Jährigen Telekliniken und 49 Prozent die Apps. In der Gruppe der 30- bis 39-Jährigen liegt die Zustimmung nur wenig darunter: 54 Prozent halten Telekliniken für geeignet, Notaufnahmen zu entlasten, 44 Prozent trauen das Anwendungen auf dem Smartphone zu.Einig sind sich die Befragten aller Altersgruppen darin, dass Portalkliniken die Notaufnahmen sinnvoll entlasten könnten. Portalkliniken sind Bereitschaftsdienstpraxen, die rund um die Uhr geöffnet und direkt an die Notaufnahmen von Kliniken angegliedert sind. Im Durchschnitt über alle Altersgruppen stimmen 91 Prozent der Befragten dieser Aussage zu.„Generell fühlt sich eine Mehrheit der Bevölkerung in deutschen Kliniken gut versorgt. Portalpraxen bieten den Vorteil, dass Patienten immer ein und denselben zentralen Anlaufpunkt an einer Klinik ansteuern – das gibt Sicherheit“, sagt Michael Burkhart, Leiter des Bereichs Gesundheitswirtschaft bei PwC.Akzeptanz von Apps nimmt zuNotfall- und Erste-Hilfe-Apps steht die Hälfte der Bürger aufgeschlossen gegenüber. Aktuell nutzen zwar lediglich fünf Prozent der Befragten solche Anwendungen, zeigt die PwC-Studie. „Aber fast die Hälfte der Befragten sagt, sie könne sich das durchaus künftig vorstellen“, sagt Burkhart. Apps seien zwar noch wenig verbreitet, doch die Akzeptanz nehme zu. Als sinnvolle Funktion empfanden 73 Prozent der Befragten die Möglichkeit, über eine App den Rettungsdienst zu verständigen. 68 Prozent der Studienteilnehmer halten Anleitungen zur Ersten Hilfe, zum Beispiel zur Herzdruckmassage, für sinnvoll. Und 58 Prozent fänden eine Unterstützung bei der Ersten Hilfe, etwa beim Rhythmus der Herzdruckmassage, nützlich. „Es sollte nicht der Anspruch sein, dass Notfall-Apps Ersthelfer ersetzen“, sagt PwC-Experte Burkhart. „In einer realen Notfallsituation werden lebenserhaltende Sofortmaßnahmen immer das A und O bleiben. Apps können aber eine wichtige zusätzliche Hilfe sein – insbesondere für das Erste-Hilfe-Training vor einem Notfall – und so Leben retten.“Apps, die im Notfall qualifizierte Ersthelfer im Umkreis verständigen, kennen die Befragten ebenfalls kaum: Nur elf Prozent haben davon schon gehört, wovon lediglich zwei Prozent solche Apps auch nutzen. Aber fast sieben von zehn Befragten (69 Prozent) halten solche Anwendungen für sinnvoll. „Das Ergebnis zeigt das große Potenzial, das App-Lösungen bei einer Vielzahl medizinischer Fragestellungen haben“, sagt der PwC-Gesundheitsexperte. Auch wenn die überwiegende Mehrheit der Befragten weiß, dass die Notaufnahmen überlastet sind, ist der Vertrauensbonus in die medizinische Versorgung nach wie vor vorhanden. Jeweils zwei Drittel (67 Prozent) der Befragten sagen, dass die Notaufnahmen gut organisiert seien und sie sich als Patient willkommen gefühlt haben. 77 Prozent finden sogar, dass Personal und Ärzte sie gut betreut haben. Die Erwartung, Notaufnahmen könnten überlaufene Haus- oder Facharztpraxen ersetzen, findet sich vor allem bei den jüngeren Patienten. 34 Prozent der Befragten sind der Meinung, dass die Behandlungsmöglichkeiten in Notaufnahmen aufgrund der dort verfügbaren Fachärzte und der medizinischen Geräte grundsätzlich besser seien. Ein Drittel der Jüngeren war in den vergangenen fünf Jahren mehr als dreimal in der Notaufnahme – der häufigste Wert unter allen Altersgruppen. Die Erwartungshaltung deckt sich auch nicht mit der eigentlichen gesetzlich festgeschriebenen Aufgabe des Rettungsdienstes. So wünschen sich 84 Prozent der Befragten eine Behandlung zuhause durch einen Notarzt. „Es ist offensichtlich, dass hier Aufklärungsbedarf besteht“, sagt Burkhart. „Der Mehrheit scheint nicht klar, was ein Notfall ist und dass es Aufgabe von Rettungsdienst und Notarzt ist, den Patienten zu stabilisieren und dann zu befördern. Eine ambulante Behandlung ist nicht vorgesehen.“Mehr: Das Handelsblatt und die Techniker-Krankenkasse haben Gründer ausgezeichnet, die das Gesundheitssystem revolutionieren könnten. Die Gewinner im Überblick. Let's block ads! (Why?)
    Quelle: Handelsblatt TechnikPubliziert am 12-11-2019
  • Netzwerkausrüster: Huawei verdoppelt Lohn für 194 000 Mitarbeiter für einen Monat
    Huawei-Logo Washington wirft dem Konzern zu große Staatsnähe zur kommunistischen Führung in Peking und Spionage vor. (Foto:& AP) Der chinesische Netzwerkausrüster Huawei will seinen Mitarbeitern in diesem Monat den doppelten Lohn auszahlen. Das sagte ein Firmensprecher dem Handelsblatt. Zudem seinen alle Mitarbeiter, die mitgeholfen hätten, Umabhängig von den USA zu werden, mit Bonuszahlungen mit einer Gesamtsumme von 260 Millionen Euro (zwei Milliarden Yuan) belohnt worden.Zuletzt hatte das Unternehmen die Zahl seiner Angestellten stark aufgestockt. Insgesamt arbeiten derzeit 194 000 Mitarbeiter für den Konzern, davon 96 000 im Bereich Forschung und Entwicklung, teilte die Pressestelle auf Anfrage mit. Reuters und die Zeitung "Financial Times" hatten zuerst über die Lohnerhöhung berichtet. StartseiteLet's block ads! (Why?)
    Quelle: Handelsblatt TechnikPubliziert am 12-11-2019
  • Softwarespezialist: Teamviewer macht den Investoren wieder Hoffnung
    Teamviewer-Chef Steil an der Frankfurter Börse Nach der Feier schnell zur Tagesordnung zurückgekehrt. (Foto:& Bloomberg/Getty Images) Seit dem Börsengang vor einigen Wochen steht Teamviewer unter kritischer Beobachtung: Der Aktienkurs des Softwarespezialisten ist zwischenzeitlich deutlich gesunken. Das Geschäft ist jedoch in exzellenter Verfassung, wie die am Montag veröffentlichten Zahlen für das dritte Quartal zeigen: Der Konzern schloss deutlich mehr Aufträge ab und steigerte den Gewinn kräftig. Vorstandschef Oliver Steil pries die „sehr seltene Kombination aus Wachstum und Profitabilität“. Er versprach zudem, dass drei „strategische Initiativen“ auch künftig für Wachstum sorgen sollen, zum Beispiel der Ausbau des internationalen Geschäfts. Nach einem Plus von zeitweise bis zu sieben Prozent notierte die Aktie von Teamviewer erstmals wieder über dem Ausgabepreis von 26,25 Euro. Teamviewer bietet Lösungen für die Vernetzung von Geräten an. Unternehmen setzen sie beispielsweise ein, um Computer der Mitarbeiter aus der Ferne zu warten, Maschinen zu überwachen oder Onlinekonferenzen abzuhalten. Die Software ist nach Unternehmensangaben auf mehr als zwei Milliarden Geräten installiert. Mehr als 430 000 Kunden verwenden eine kostenpflichtige Version der Software – einige Grundfunktionen stehen Nutzern auch gratis zur Verfügung.Als wesentliche finanzielle Kenngröße betrachtet Teamviewer die sogenannten Billings. Dabei handelt es sich um Rechnungen, die das Unternehmen im jeweiligen Abrechnungszeitraum stellt und bezahlt bekommt. Dieser Wert stieg im dritten Quartal im Vorjahresvergleich um 63 Prozent auf 83 Millionen Euro. Der Umsatz wuchs um 39 Prozent auf 102 Millionen Euro – dieser Wert berücksichtigt jedoch Lizenzzahlungen, die der IT-Konzern über einen Zeitraum von mehreren Jahren verbuchen muss. Das bereinigte operative Ergebnis – Teamviewer spricht vom Cash-Ebitda – verdoppelte sich auf 46 Millionen Euro (plus 95 Prozent). Nach Steuern blieb ein Ergebnis von 14 Millionen Euro, vier Millionen Euro mehr als vor Jahresfrist, wobei das Unternehmen dabei stark von steuerlichen Verlustvorträgen profitierte. Die konjunkturellen Schwierigkeiten, die vielen Unternehmen Probleme bereiten, belasten Teamviewer nicht – im Gegenteil: „Eine schlechtere Wirtschaftslage kann sich auf unser Geschäft sogar positiv auswirken“, sagte Vorstandschef Steil dem Handelsblatt. „In der Hochkonjunktur ändern die wenigsten Unternehmen ihre Geschäftsprozesse. In schlechteren Wirtschaftslagen überlegen sie, wo sie besser werden können.“ Dabei helfe die Software des Unternehmens aus Baden-Württemberg. Wette auf Virtual RealityDarauf allein will sich das Teamviewer-Management nicht verlassen. Es investiert derzeit in das Geschäft mit Unternehmenskunden und die internationale Expansion. „Wir müssen mit Vertriebsmitarbeitern weltweit lokal präsent sein“, sagt Steil. „Es ist wichtig, dass wir die Kunden besuchen, dass wir ein Büro haben, wo man hingehen kann, und dass die nationale Webseite von Menschen gemacht ist, die nah dran sind an den Kunden.“Zudem baut Teamviewer das Geschäft mit neuen Technologien aus, etwa Augmented Reality. So können sich beispielsweise Außendienstler bei der Reparatur von Maschinen von Experten in der Zentrale beraten lassen – das Bild übertragen sie mit der Kamera des Smartphones. „Kunden haben die Erfahrung gemacht, dass unsere Technologie auf jedem Gerät funktioniert, das hilft uns beim Start mit Augmented-Reality-Lösungen“, sagt Steil. Gerade erst ist die zweite Version erschienen. Seit dem Start hat das Unternehmen damit rund eine halbe Million Euro Billings verbucht. Das Potenzial sei riesig, eine Wachstumsprognose könne er für das Geschäft aber noch nicht abgeben. Teamviewer ist im September mit einem Emissionsvolumen von rund 2,2 Milliarden Euro an die Börse gegangen. Die Einnahmen erhielt der Finanzinvestor Permira, der das Unternehmen 2014 für 870 Millionen Euro gekauft hatte und immer noch rund 60 Prozent der Anteile hält. Analysten sprechen Teamviewer trotz der zwischenzeitlichen Kursrückgänge großes Potenzial zu. Die Royal Bank of Canada stuft das Unternehmen mit „outperform“ ein und belässt das Kursziel bei 29 Euro. Die Wachstumsdynamik des Börsenneulings sei noch nicht angemessen eingepreist, heißt es in einer Reaktion. Goldman Sachs hält 33 Euro für angemessen, die Commerzbank sogar 36 Euro. Es komme auf die Fundamentaldaten an, betont auch Steil, der Anfang 2018 von Permira zu Teamviewer gekommen ist. Der Softwareanbieter sei „ein schnell wachsendes, profitables Unternehmen“. Die Investoren, so scheint es, glauben diese Geschichte mittlerweile auch.Mehr: Oliver Steil zieht zwei Monate nach dem Börsengang des Softwareherstellers eine erste Bilanz – und macht Hoffnung auf kräftiges Wachstum bei Teamviewer. StartseiteLet's block ads! (Why?)
    Quelle: Handelsblatt TechnikPubliziert am 11-11-2019
  • Oliver Steil im Interview: Teamviewer-Chef über den Börsengang: „Das Umfeld war nicht hilfreich“
    Konzernchef Oliver Steil „Teamviewer ist ein schnell wachsendes, profitables Unternehmen.“ (Foto:& Teamviewer) Die Euphorie hielt nicht lange an: Teamviewer gelang im September der größte Börsengang eines IT-Unternehmens seit dem Dotcom-Boom – doch die Bewertung brach bald darauf ein. Nach der ersten Veröffentlichung von Quartalszahlen blick Vorstandschef Oliver Steil zurück. Herr Steil, wie lautet Ihre erste Bilanz nach dem Börsengang? Das war ein Meilenstein, den wir ausgiebig gefeiert haben. Danach ging es aber schnell zur Tagesordnung über. Das klingt vielleicht trocken, aber unseren Mitarbeitern war sehr bewusst, dass wir den Investoren klare Ziele kommuniziert hatten. Und da sind wir auf sehr gutem Wege.Die Private-Equity-Firma Permira ist weiter größter Anteilseigner – hat sich überhaupt etwas geändert? Durchaus. Im Aufsichtsrat sitzen jetzt zwei von Permira unabhängige Mitglieder, und auch die Themen dort sind zum Teil andere. So nimmt die Governance zum Beispiel deutlich mehr Raum ein, denn ein gelistetes Unternehmen wird schließlich anders geführt als ein Portfoliounternehmen einer Private-Equity-Firma. Der Aktienkurs ist erst deutlich gesunken. Was sagen Sie den Investoren?Das Umfeld des Börsengangs vor sechs Wochen war sicher nicht hilfreich. Wir hatten Gegenwind von den Märkten – in der Softwarebranche hatte es an den Tagen zuvor viel Bewegung gegeben. Aber es kommt auf die Fundamentaldaten an, und Teamviewer ist ein schnell wachsendes, profitables Unternehmen. Es gibt Sorgen, dass Permira den Kurs mit Verkäufen unter Druck setzt.Es ist grundsätzlich die Sache der Aktionäre, was sie mit ihren Aktien machen. Bei dem großen Anteil, den Permira an unserem Unternehmen hält, liegt es aber im ureigenen Interesse des Investors, den Kurs stabil zu halten. Insofern kann man den Aktionären ihre Sorgen nehmen. Zudem gibt es ja eine sogenannte Lock-up-Frist von rund sechs Monaten seit dem Börsengang, innerhalb derer Permira keine weiteren Aktien verkauft. Teamviewer ist ein Kandidat für SDax und MDax. Welche Bedeutung hat die Notierung in einem der Indizes? Für uns ist es im ersten Schritt wichtig, dass wir unsere Leistung bringen, was sich hoffentlich in der Aktienkursentwicklung abbildet. Der nächste natürliche Schritt wäre die Aufnahme in solch einen Index als Zeichen für Qualität und auch für Normalität – wir haben ja den nötigen Streubesitz und eine gewisse Liquidität. Mehr: Nach dem Börsengang im September ist die Aktie des Unternehmens unter Druck geraten. Nun kündigt Teamviewer-Chef Oliver Steil kräftiges Wachstum an. StartseiteLet's block ads! (Why?)
    Quelle: Handelsblatt TechnikPubliziert am 11-11-2019
  • US-Raumfahrtfirma: Musks Firma SpaceX bringt 60 Satelliten für globales Internet-Netz ins All
    SpaceX-Chef Elon Musk In Ballungszentren, aber auch in entlegenen Gebieten soll es nach Ansicht des Unternehmers günstiges Internet geben. (Foto:& AFP) Für ihr geplantes weltumspannendes Internet-Netz hat die private US-Raumfahrtfirma SpaceX weitere 60 Satelliten ins All gebracht. Eine „Falcon 9“-Rakete des Unternehmens von Tech-Milliardär Elon Musk startete am Montag von Cape Canaveral.Ziel des milliardenschweren Programms mit dem Namen „Starlink“ ist es, sowohl entlegene Gebiete als auch Ballungszentren mit schnellem und preiswertem Breitband-Internet zu versorgen. Dazu will SpaceX in den kommenden Jahren nach bisherigen Plänen 12.000 Satelliten oder mehr ins Weltall bringen. Eine Rakete mit den ersten 60 war im Mai gestartet.Die jeweils über 200 Kilogramm schweren Satelliten sollen Daten von Bodenstationen bekommen und untereinander mit Hilfe von Lasern weiterleiten. Sie sollen in relativ niedrigen Umlaufbahnen fliegen und im Vergleich zu klassischer Satelliten-Kommunikation deutlich kürzere Verzögerungszeiten gewährleisten.Mehr: SpaceX-Chefingenieur Hans Koenigsmann spricht im Interview mit dem Handelsblatt über die Fehler des europäischen Raumfahrtprogramms und erklärt, worüber er mit Elon Musk streitet. StartseiteLet's block ads! (Why?)
    Quelle: Handelsblatt TechnikPubliziert am 11-11-2019
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  • IT-Konzerne: Xerox bietet mehr als 32 Milliarden Dollar für HP – Welche Rolle spielt Carl Icahn?
    Kopierhersteller Xerox Der Kopierspezialist Xerox will die Druckerikone HP übernehmen. (Foto:& AP) In den USA wollen zwei IT-Konzerne ihre Kräfte bündeln. Wie der Drucker- und PC-Hersteller HP bestätigte, hat der traditionsreiche Kopiererkonzern Xerox ein Angebot für das Unternehmen vorgelegt. Der Preis soll laut einem Medienbericht bei rund 32,5 Milliarden Dollar (rund 29,4 Milliarden Euro) liegen. „Wir haben immer wieder Gespräche mit Xerox über einen möglichen Zusammenschluss geführt. Wir haben erwogen, was nötig wäre, damit sich ein solcher Zusammenschluss lohnt“, erklärte HP und bestätigte, dass ein formelles Angebot vorliege. HP hat aber noch keine Entscheidung getroffen.Xerox habe 22 Dollar pro HP-Aktie geboten, berichtete der Finanzsender CNBC am Donnerstag unter Berufung auf eingeweihte Kreise. Das Angebot würde einem Aufschlag von 12,4 Prozent auf den jüngsten Schlusskurs entsprechen. Die Aussicht auf eine Übernahme hat den Kurs aber bereits stark ansteigen lassen.Das Besondere an der geplanten Übernahme: Damit würde Xerox ein Unternehmen schlucken, das sechsmal mehr Umsatz macht als es selbst. An der Börse kommt Xerox gerade einmal auf acht Milliarden Dollar, während HP mit mehr als 28 Milliarden Dollar bewertet wird. Laut CNBC will Xerox den Kaufpreis zu 77 Prozent in bar und zu 23 Prozent in eigenen Aktien zahlen. Sollte der Deal zustande kommen, würden HP-Aktionäre 48 Prozent an dem neuen Unternehmen halten. Es ist aber noch unklar, wie der Kopierspezialist aus Connecticut die Übernahme überhaupt finanzieren will. 2,3 Milliarden Dollar sollen von dem Verkauf der Xerox-Beteiligung an einem Gemeinschaftsunternehmen mit Fujifilm kommen. Aber das reicht noch lange nicht. Laut der Nachrichtengagentur Bloomberg könnte Citigroup die 20 Milliarden Dollar zur Verfügung stellen, die Xerox bräuchte, um HP zu schlucken. „Eine 30-Milliarden-Übernahme von HP mit Schulden zu finanzieren könnte eine echte Herausforderung für Xerox sein, aber kein unüberwindbares Hindernis“, schreibt Robert Schiffman, Analyst von Bloomberg Intelligence.Ähnlich sieht die Lage Jeriel Ong, Analyst der Deutschen Bank. Ong nannte die Übernahme „unwahrscheinlich, aber nicht finanziell unmöglich“. Als Grund nennt er den Größenunterschied der beiden beteiligten Unternehmen.Carl Icahn mischt mitDon Bilson vom Researchhaus Gordon Haskett nannte den möglichen Kauf „wagemutig“. Außerdem wies er darauf hin, dass der aktivistische Investor Carl Icahn mehr als zehn Prozent an Xerox halte. Es könne also gut sein, dass Icahn hinter dem Deal steckt, was die Chancen erhöhe, dass er vielleicht tatsächlich zustande komme.
    Carl Icahn „Wir glauben, dass Icahn auch bereits auf der anderen Seite – bei HP – aktiv ist“, sagte Bilson. Dafür gebe es zwar noch keine Beweise. „Aber so könne er die Fäden auf beiden Seiten ziehen“, gibt Bilson zu bedenken.Dass Icahn mit seiner Beteiligung an Xerox nicht still zuschauen will, hat er bereits bewiesen: Er kontrolliert drei Posten im Aufsichtsrat. Als Xerox Anfang des vergangenen Jahres 50,1 Prozent für 6,1 Milliarden Dollar an das japanische Unternehmen Fujifilm verkauft hatte, sorgte Icahn dafür, dass das Management von Xerox zurücktrat und der gesamte Deal rückgängig gemacht wurde. Das mehr als 100 Jahre alte Unternehmen Xerox war einst der Pionier der Branche, das Wort „to xerox“ steht im Englischen als Synonym für „fotokopieren“. Xerox wurde ebenso wie der Filmhersteller Kodak in Rochester im Norden des Bundesstaats New York gegründet und zog erst später nach Connecticut um. Xerox stellt heute Drucker und Kopierer her und macht den größten Umsatz mit Vermietung und Wartung. Doch in den letzten Jahren ist das Unternehmen durch die neuen Technologien in Schwierigkeiten geraten. Mit der Digitalisierung ist die Nachfrage nach bedrucktem Papier gesunken.HP dagegen gehört zu den frühen Silicon-Valley-Ikonen und hat ebenfalls eine bewegte Geschichte hinter sich: Das Unternehmen wurde 1939 von Hewlett und Dave Packard in Palo Alto gegründet und stellte damals Tontechnik unter anderem für Walt Disney her. In den 60er-Jahren entwickelten die Kalifornier ihre ersten Computer und wurden später vor allem mit Druckern bekannt. Aber auch Fusionen und Übernahmen sind Teil der Geschichte von Hewlett Packard: 2002 übernahm das Unternehmen unter der Führung von Carly Fiorina den Konkurrenten Compaq. 2014 spaltete sich Hewlett Packard in zwei Unternehmen auf: Auf der einen Seite entstand HP Inc. mit dem Drucker- und PC-Geschäft, auf der anderen HP Enterprise mit den Servern und der Unternehmenssoftware. „Wir haben gezeigt, dass wir handeln, wenn es einen besseren Weg vorwärts gibt, und wir werden weiterhin mit Bedacht, Disziplin und einem Auge darauf vorgehen, was im besten Interesse all unserer Aktionäre ist“, stellte HP im Hinblick auf seine Geschichte klar.HP verkauft vor allem kleinere Drucker als Xerox und ist einer der größten PC-Hersteller weltweit. Trotz steigender Gewinne und Umsätze hat das Unternehmen Anfang Oktober den Abbau von 9000 Stellen angekündigt. Außerdem will HP das Druckergeschäft stärken. Künftig will HP Kunden beim Kauf eines Druckers mit Rabatten an Tintenpatronenkäufe binden. Zudem investiert HP in 3D-Druck.Mehr: Der gefürchtete Investor Carl Icahn hat damit begonnen, die Geschäfte an seinen Sohn zu übergeben. Doch der 83-Jährige will noch lange nicht in Rente gehen. StartseiteLet's block ads! (Why?)
    Quelle: Handelsblatt TechnikPubliziert am 07-11-2019
  • Telekommunikation: Telekom will Dividende auf 60 Cent pro Aktie kürzen
    Timotheus Höttges vor einer 5G-Antenne „Unsere Gewinne stiegen in den ersten neun Monaten dieses Jahres in allen Bereichen des Konzerns – zum Teil mit zweistelligen Wachstumszahlen. Gleichzeitig investieren wir Rekordsummen.“ (Foto:& Reuters) Während der vergangenen fünf Jahre kannte die Höhe der Ausschüttungen der Deutschen Telekom nur eine Richtung, und zwar nach oben. In diesem Jahr stoppt Konzernchef Timotheus Höttges das schrittweise Anheben der Dividende.Nach 70 Cent je Aktie im Vorjahr hat Höttges am Donnerstag angekündigt, das Unternehmen werde für das Geschäftsjahr 2019 nur noch 60 Cent je Aktie ausschütten. Die Gewinnbeteiligung soll unabhängig davon gezahlt werden, ob der geplante Milliarden-Zusammenschluss der US-Mobilfunktochter T-Mobile mit dem Rivalen Sprint genehmigt wird oder nicht. Der Kurs der Telekom-Aktie sank am Donnerstag zwischenzeitig um fast drei Prozent.Höttges hatte für das Jahr 2019 Rekordinvestitionen in Höhe von 12,7 Milliarden Euro angekündigt. Viel Geld soll in moderne Netze fließen, um das Unternehmen langfristig wettbewerbsfähig zu halten. Besonders wichtig ist der Ausbau des nächsten Mobilfunkstandards 5G.Der Betriebsrat begrüßte die Dividendenkürzung. "Das ist für uns ein wichtiger Beitrag, um auch im nächsten Jahr Investitionen voranzutreiben - gerade auch in den Breitbandausbau in Deutschland", sagte der Betriebsratsvorsitzende Josef Bednarski dem Handelsblatt. Alleine in Deutschland erwarb die Telekom in diesem Jahr bei der 5G-Auktion Frequenzen im Wert von 2,2 Milliarden Euro, die Summe darf der Konzern in Raten von 100 Millionen Euro pro Jahr bis 2030 abzahlen.Höttges sagte: „Der neue Dividendenausblick reflektiert die hohen Kosten für Mobilfunk-Lizenzen in Deutschland sowie die mit den umfangreichen Ausbauauflagen verbundenen hohen Netzinvestitionen.“ Die Bundesnetzagentur verpflichtet die Telekom und andere Netzbetreiber, etwa alle Autobahnen und Bundesstraßen mit schnellen Mobilfunk abzudecken.Deshalb schlug der Vorstand vor, 60 Cent auch als künftige Mindestdividende festzulegen. „Mit dieser Dividendenplanung geben wir unseren Investoren Sicherheit“, sagte Höttges.Dividenden seit Längerem StreitthemaDie Höhe der Dividenden sorgt seit Jahren für Streit. Bei der vergangenen Hauptversammlung hatte Frederik Beckendorff von der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) die damals auf 70 Cent je Aktie festgelegte Dividende als zu hoch kritisiert, da sie das unbereinigte Ergebnis je Aktie deutlich übersteige. „Die Dividende ist also grundsätzlich nicht durch den Gewinn gedeckt“, kritisierte Beckendorff damals.Für das Geschäftsjahr 2018 schüttete die Telekom insgesamt 3,3 Milliarden Euro an Dividende aus. Diese Zahlungen sind ein Grund, warum der Schuldenstand der Telekom weiter gestiegen ist. In den ersten neun Monaten dieses Jahres beliefen sich die Netto-Finanzverbindlichkeiten des Konzerns auf rund 79 Milliarden Euro. Schlimmer noch: Die Schuldenquote liegt zu hoch. Finanzvorstand Christian Illek räumte ein, dass die Telekom ihr selbstgestecktes Verschuldungsziel verfehlt hat. "Die Relation der Netto-Finanzverbindlichkeiten zum bereinigten EBITDA lag dadurch zum Ende des dritten Quartals mit 2,8 leicht oberhalb unseres Prognose-Korridors von 2,25 bis 2,75", sagte Illek. Eine geringere Dividende soll helfen, damit das Ziel wieder erfüllt werden kann.Vor allem durch die Umstellung auf die neue Rechnungslegung IFRS16 stiegen die Schulden im Jahresvergleich um rund 42 Prozent. Gleichzeitig vergrößerte sich auch die Bilanzsumme um 22,5 Prozent auf 174 Milliarden Euro.Die Telekom hob an diesem Donnerstag ihre Prognose an. Der operative Gewinn (bereinigtes Ebitda ohne Leasingkosten) soll nun 2019 bei 24,1 Milliarden Euro liegen nach bislang angepeilten 23,9 Milliarden Euro. Im dritten Quartal verbesserte die Telekom unter anderem wegen des starken US-Geschäfts diesen Wert um 5,4 Prozent auf 6,5 Milliarden Euro.Mehr: Telekom-Finanzvorstand Christian Illek muss die Investoren vom größten Investitionsprogramm der Unternehmensgeschichte überzeugen – dabei ist das Geschäftsmodell noch unklar. StartseiteLet's block ads! (Why?)
    Quelle: Handelsblatt TechnikPubliziert am 07-11-2019
  • Web-Summit Lissabon: Quantencomputing muss erstmals im Live-Test bestehen
    Verkehr in Lissabon Mithilfe von Quantencomputern könnte das Auto zum Stauverhinderer werden. (Foto:& mauritius images / Jose Fuste Raga) Wer in diesen Tagen in Lissabon unterwegs ist, wird Teil einer Weltpremiere – ohne es zu merken. Das Quantencomputer-Unternehmen D-Wave und Volkswagen führen den ersten Quantencomputing-Feldversuch durch.Mit den Echtzeitdaten von Mobilfunknutzern berechnet ein Quantencomputer in Vancouver, wie sich neun Linienbusse am schnellsten durch die Massen zur Technologiemesse „Web Summit“ schlängeln. Damit bringen die beiden Unternehmen zwar derzeit nur wenige Menschen schneller ans Ziel, die technologische Entwicklung aber einen großen Schritt voran.Gerade erst hat Google seine Quantenüberlegenheit verkündet. Erstmals ist es Forschern gelungen, mit einem universellen Quantencomputer eine Berechnung durchzuführen, die mit Supercomputern viel länger gedauert hätte.Nun folgt der nächste Durchbruch mit einem anderen Ansatz: Ein spezialisierter Quantencomputer macht die Technologie auch praktisch nutzbar. Für viele Unternehmen ist es höchste Zeit, sich mit der Technologie zu befassen. „Wir schreiben hoffentlich ein Kapitel in die Geschichte der Informationstechnologie“, sagt Volkswagen IT-Chef Martin Hofmann. Auch als Fahrgast eines Quantenbusses merkt man von der Zukunftstechnologie im Hintergrund nichts. Allein die Anzeige „Quantum Shuttle“ macht auf das Projekt aufmerksam. Die Navigations-App des Busfahrers läuft auf einem gewöhnlichen Tablet.Einer der Busfahrer berichtet, dass die Routenführung sich am ersten Testtag nur im Berufsverkehr geändert hat. Bei acht von zehn Fahrten sei er auf der alternativen Strecke schnell vorangekommen, zweimal wäre er am Ende lieber auf der anderen Strecke geblieben. Aber das ist ein Gefühl – den Quantenvorsprung können nur Daten belegen.„Am allerbesten können Quantencomputer Optimierungsprobleme lösen“, sagt der Geschäftsführer von D-Wave, Vern Brownell, dem Handelsblatt. Etwa 150 Anwendungsfälle hat das Unternehmen nach eigenen Angaben, darunter in Finanzdienstleistungen, Material- und Pharmaforschung. Forscher wollen damit auch herausfinden, wie Wasser unterirdisch am besten fließen kann und wie 5G-Sendemasten arbeiten sollten, sagt Brownell. Die Projekte stehen noch am Anfang, es sind sozusagen Labortests, wie die Technologie im konkreten Fall den größten Nutzen stiftet. Kunden können die Quantencomputerleistung pro Stunde mieten oder zusammen mit D-Wave-Experten Algorithmen entwickeln. So lernt auch das kanadische Unternehmen D-Wave dazu. „Volkswagen hat uns sehr geholfen zu erkennen, wie man die Technologie nutzt und wie man die Nutzung einfacher macht“, sagt Brownell.Programmiersprache soll kommenNoch brauchen Anwender dazu eigene Experten. Volkswagen hat drei Jahre lang zwölf Physiker, Quantenphysiker und Mathematiker in München und San Francisco auf das Projekt angesetzt, die das Problem in die richtigen mathematischen Formeln übersetzt haben, damit der Quantencomputer es berechnen kann. Das erklärte Ziel von D-Wave ist es aber, eine Programmiersprache zu entwickeln, die die Quantencomputernutzung einfacher macht. Bei ihrem Pilotprojekt in Lissabon haben die Experten von D-Wave und Volkswagen zunächst einen klassischen Computer mit Daten gefüttert, wie Menschen sich bei Veranstaltungen wie dem Web Summit normalerweise durch Lissabon bewegen und wie sich Stau auf einer Strecke auf den Verkehrsfluss auf anderen Straßen auswirkt.Mithilfe aktueller GPS-Daten hat der Computer maschinell gelernt, den Verkehr der nächsten 45 Minuten vorherzusagen. Das System arbeitet also mit sämtlichen anonymisierten Bewegungsdaten von Smartphones, die sich ins Mobilfunknetz innerhalb des Versuchsfelds einwählen. Dieses Modell wurde schließlich in den Quantencomputer überführt. Der muss die komplexe Aufgabe berechnen, über welche alternativen Routen die Busse noch an ihr Ziel kommen und die Fahrgäste einsammeln könnten – und zwar ohne dass andere Verkehrsteilnehmer dadurch ausgebremst werden. Laut Volkswagen hätte ein klassischer Computer ungefähr 30 Minuten gebraucht – so lange will einerseits kein Autofahrer auf die Ansagen warten, und andererseits hätte sich die Situation längst wieder geändert.Die neun Busse in Lissabon erhalten jetzt alle zwei Minuten neue Routenberechnungen, die mit nur ein bis zwei Minuten Verzögerung den aktuellen Verkehr zugrunde legen sollen, um Staus und stockenden Verkehr vorherzusagen.Der gewählte Ansatz ist skalierbar: Ein Verkehrsteilnehmer wird bessergestellt, kein anderer muss darunter leiden. Mit der Quantennavigation können neun Busse, 100 Busse oder alle Verkehrsteilnehmer schneller ans Ziel kommen, weil mitberechnet ist, dass kein neuer Stau entstehen darf. Eine Simulation in Peking hat laut Hofmann gezeigt, dass die individuelle Routenänderung für 500 von 10.000 Taxen in einem Bereich der Stadt einen prognostizierten Stau verhindern kann. Zusammenarbeit mit Forschungszentrum Jülich Wenn sich die Erwartungen also bestätigen, würde so jedes bereits vorhandene Auto, das mit der Volkswagen-Software ausgestattet wird, die Verkehrssituation verbessern. „Die Idee ist, dass wir damit unser Produkt erweitern“, sagt Hofmann in Lissabon. Autos könnten also künftig zum Stauverhinderer werden. Konkrete Anwendungsmöglichkeiten gibt es aber auch für Städte. Sie könnten möglicherweise den Berufsverkehr mit temporären Einbahnstraßen entstressen.Lissabon ist ein gutes Beispiel: Zu den Stoßzeiten seien noch einmal so viele Pendler in der portugiesischen Hauptstadt unterwegs, wie die Stadt Einwohner hat, sagt Tiago Farias, Chef von Carris, der kommunalen Verkehrsgesellschaft für die Metropolregion.Städte könnten den Verkehr aber auch anhand anderer Kriterien als der Fahrtdauer mit Quantencomputing optimieren. Zum Beispiel, wenn sie Fahrzeuge gezielt an Gefahrenstellen vorbeilenken.Die entwickelten Algorithmen hat sich Volkswagen bereits in den USA patentieren lassen. Noch geht es für den Konzern laut Hofmann aber vor allem darum, die Zukunftstechnologie von Anfang an zu verstehen und eine mögliche Disruption nicht zu verpassen. Deshalb haben Vertreter des Konzerns vor drei Jahren D-Wave im Büro in Palo Alto besucht und gefragt: „Haben wir Probleme, die mit Quantencomputing besser zu lösen sind, und können wir dafür heute schon etwas tun?“, schildert Hofmann.Ganz nah dran an der Quantentechnologie ist auch das Forschungszentrum Jülich zwischen Köln und Aachen. Ende Oktober hat D-Wave bekanntgegeben, dass in Jülich das erste cloudbasierte Leap-Quantencomputer-System außerhalb Nordamerikas untergebracht werden soll.Das Forschungszentrum kann damit auf die Dienste von D-Wave zugreifen, auch europäische Geschäftskunden können einen Zugang zu dem System mieten. Für Mitte 2020 hat D-Wave die nächste Generation seines Quantencomputers angekündigt, die noch besser als das aktuelle Modell auf die praktische Nutzung ausgelegt ist. Eines der neuen Modelle soll in Jülich stehen.Mehr: Doping für Diktaturen“: Auswärtiges Amt warnt vor Gefahren durch digitale Technologien StartseiteLet's block ads! (Why?)
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  • Web Summit Lissabon: Quanten-Computing muss erstmals im Live-Test bestehen
    Verkehr in Lissabon Mithilfe von Quantencomputern könnte das Auto zum Stauverhinderer werden. (Foto:& mauritius images / Jose Fuste Raga) Wer in diesen Tagen in Lissabon unterwegs ist, wird Teil einer Weltpremiere – ohne es zu merken. Das Quantencomputer-Unternehmen D-Wave und Volkswagen führen den ersten Quanten-Computing-Feldversuch durch.Mit den Echtzeitdaten von Mobilfunknutzern berechnet ein Quantencomputer in Vancouver, wie sich neun Linienbusse am schnellsten durch die Massen zur Technologiemesse „Web Summit“ schlängeln. Damit bringen die beiden Unternehmen zwar derzeit nur wenige Menschen schneller ans Ziel, die technologische Entwicklung aber einen großen Schritt voran.Gerade erst hat Google seine Quantenüberlegenheit verkündet. Erstmals ist es Forschern gelungen, mit einem universellen Quantencomputer eine Berechnung durchzuführen, die mit Supercomputern viel länger gedauert hätte.Nun folgt der nächste Durchbruch mit einem anderen Ansatz: Ein spezialisierter Quantencomputer macht die Technologie auch praktisch nutzbar. Für viele Unternehmen ist es höchste Zeit, sich mit der Technologie zu befassen. „Wir schreiben hoffentlich ein Kapitel in die Geschichte der Informationstechnologie“, sagt Volkswagen-IT-Chef Martin Hofmann. Auch als Fahrgast eines Quantenbusses merkt man von der Zukunftstechnologie im Hintergrund nichts. Allein die Anzeige „Quantum Shuttle“ macht auf das Projekt aufmerksam. Die Navigations-App des Busfahrers läuft auf einem gewöhnlichen Tablet.Einer der Busfahrer berichtet, dass die Routenführung sich am ersten Testtag nur im Berufsverkehr geändert hat. Bei acht von zehn Fahrten sei er auf der alternativen Strecke schnell vorangekommen, zweimal wäre er am Ende lieber auf der anderen Strecke geblieben. Aber das ist ein Gefühl – den Quantenvorsprung können nur Daten belegen.„Am allerbesten können Quantencomputer Optimierungsprobleme lösen“, sagt der Geschäftsführer von D-Wave, Vern Brownell, dem Handelsblatt. Etwa 150 Anwendungsfälle hat das Unternehmen nach eigenen Angaben, darunter in Finanzdienstleistungen, Material- und Pharmaforschung. Forscher wollen damit auch herausfinden, wie Wasser unterirdisch am besten fließen kann und wie 5G-Sendemasten arbeiten sollten, sagt Brownell. Die Projekte stehen noch am Anfang, es sind sozusagen Labortests, wie die Technologie im konkreten Fall den größten Nutzen stiftet. Kunden können die Quantencomputerleistung pro Stunde mieten oder zusammen mit D-Wave-Experten Algorithmen entwickeln. So lernt auch das kanadische Unternehmen D-Wave dazu. „Volkswagen hat uns sehr geholfen zu erkennen, wie man die Technologie nutzt und wie man die Nutzung einfacher macht“, sagt Brownell.Programmiersprache soll kommenNoch brauchen Anwender dazu eigene Experten. Volkswagen hat drei Jahre lang zwölf Physiker, Quantenphysiker und Mathematiker in München und San Francisco auf das Projekt angesetzt, die das Problem in die richtigen mathematischen Formeln übersetzt haben, damit der Quantencomputer es berechnen kann. Das erklärte Ziel von D-Wave ist es aber, eine Programmiersprache zu entwickeln, die die Quantencomputernutzung einfacher macht. Bei ihrem Pilotprojekt in Lissabon haben die Experten von D-Wave und Volkswagen zunächst einen klassischen Computer mit Daten gefüttert, wie Menschen sich bei Veranstaltungen wie dem Web Summit normalerweise durch Lissabon bewegen und wie sich Stau auf einer Strecke auf den Verkehrsfluss auf anderen Straßen auswirkt.Mithilfe aktueller GPS-Daten hat der Computer maschinell gelernt, den Verkehr der nächsten 45 Minuten vorherzusagen. Das System arbeitet also mit sämtlichen anonymisierten Bewegungsdaten von Smartphones, die sich ins Mobilfunknetz innerhalb des Versuchsfelds einwählen. Dieses Modell wurde schließlich in den Quantencomputer überführt. Der muss die komplexe Aufgabe berechnen, über welche alternativen Routen die Busse noch und zudem schneller an ihr Ziel kommen und die Fahrgäste einsammeln könnten – und zwar ohne dass andere Verkehrsteilnehmer dadurch ausgebremst werden. Laut Volkswagen hätte ein klassischer Computer ungefähr 30 Minuten gebraucht – so lange will einerseits kein Autofahrer auf die Ansagen warten, und andererseits hätte sich die Situation längst wieder geändert. „D-Wave hat Pionierarbeit geleistet“, sagt der Quanten-Computing-Experte Philipp Gerbert von der Unternehmensberatung BCG. Sie hätten die erste Quantentechnologie geliefert, mit der reale Optimierungsprobleme adressiert werden konnten. Zwar ist die Navigation nur ein sehr spezifischer Fall, aber das schmälert den Erfolg nicht. „Man kann sehr viele Optimierungsprobleme so formulieren, dass ein Annealer sie adressieren kann, sagt Gerbert.Die neun Busse in Lissabon erhalten jetzt alle zwei Minuten neue Routenberechnungen, die mit nur ein bis zwei Minuten Verzögerung den aktuellen Verkehr zugrunde legen sollen, um Staus und stockenden Verkehr vorherzusagen. Der gewählte Ansatz ist skalierbar: Ein Verkehrsteilnehmer wird bessergestellt, kein anderer muss darunter leiden. Mit der Quantennavigation können neun Busse, 100 Busse oder alle Verkehrsteilnehmer schneller ans Ziel kommen, weil mitberechnet ist, dass kein neuer Stau entstehen darf. Eine Simulation in Peking hat laut Hofmann gezeigt, dass die individuelle Routenänderung für 500 von 10.000 Taxen in einem Bereich der Stadt einen prognostizierten Stau verhindern kann.Zusammenarbeit mit Forschungszentrum Jülich Wenn sich die Erwartungen also bestätigen, würde so jedes bereits vorhandene Auto, das mit der Volkswagen-Software ausgestattet wird, die Verkehrssituation verbessern. „Die Idee ist, dass wir damit unser Produkt erweitern“, sagt Hofmann in Lissabon. Autos könnten also künftig zum Stauverhinderer werden. Konkrete Anwendungsmöglichkeiten gibt es aber auch für Städte. Sie könnten möglicherweise den Berufsverkehr mit temporären Einbahnstraßen entstressen.Lissabon ist ein gutes Beispiel: Zu den Stoßzeiten seien noch einmal so viele Pendler in der portugiesischen Hauptstadt unterwegs, wie die Stadt Einwohner hat, sagt Tiago Farias, Chef von Carris, der kommunalen Verkehrsgesellschaft für die Metropolregion.Städte könnten den Verkehr aber auch anhand anderer Kriterien als der Fahrtdauer mit Quanten-Computing optimieren. Zum Beispiel, wenn sie Fahrzeuge gezielt an Gefahrenstellen vorbeilenken. Die entwickelten Algorithmen hat sich Volkswagen bereits in den USA patentieren lassen. Noch geht es für den Konzern laut Hofmann aber vor allem darum, die Zukunftstechnologie von Anfang an zu verstehen und eine mögliche Disruption nicht zu verpassen.Deshalb haben Vertreter des Konzerns vor drei Jahren D-Wave im Büro in Palo Alto besucht und gefragt: „Haben wir Probleme, die mit Quanten-Computing besser zu lösen sind, und können wir dafür heute schon etwas tun?“, schildert Hofmann.Ganz nah dran an der Quantentechnologie ist auch das Forschungszentrum Jülich zwischen Köln und Aachen. Ende Oktober hat D-Wave bekanntgegeben, dass in Jülich das erste cloudbasierte Leap-Quantencomputer-System außerhalb Nordamerikas untergebracht werden soll.Das Forschungszentrum kann damit auf die Dienste von D-Wave zugreifen, auch europäische Geschäftskunden können einen Zugang zu dem System mieten. Für Mitte 2020 hat D-Wave die nächste Generation seines Quantencomputers angekündigt, die noch besser als das aktuelle Modell auf die praktische
    Quelle: Handelsblatt TechnikPubliziert am 07-11-2019