Wiessen

  • Softwarekonzern: SAP-Kunden fordern mehr Hilfe bei Software-Umstellung
    SAP-Logo In der DSAG sind mehr als 60.000 SAP-Nutzer aus gut 3500 Unternehmen in Deutschland, Österreich und der Schweiz zusammengeschlossen. (Foto:& Reuters) Der Softwarekonzern SAP nimmt einer Umfrage zufolge seine Kunden bei der Umstellung auf Software via Internet aus der Cloud zu wenig an die Hand. Bei einer Umfrage der Deutschsprachigen SAP-Anwendergruppe (DSAG) habe nur ein Viertel der Befragten sich gut über den Fahrplan zur Digitalisierung informiert gefühlt, gab die DSAG auf ihrem Jahreskongress in Nürnberg am Dienstag bekannt. 45 Prozent hatten nur teilweise Vertrauen in die Produktstrategie von SAP, und 30 Prozent stellten die Lösungen des Softwareriesen zur Digitalisierung gar grundlegend in Frage. SAP müsse gebrauchsfertigere Lösungen bieten und den Kunden nicht noch eigene Entwicklungsarbeit dafür aufbrummen, forderte DSAG-Chef Marco Lenck. Zudem sei die Integration SAP-fremder Programme verbesserungswürdig.„Das Tempo, mit dem an zentralen Themen gearbeitet wird, muss mit den Anforderungen in den Unternehmen mithalten“, forderte Lenck. In der DSAG sind mehr als 60.000 SAP-Nutzer aus gut 3500 Unternehmen in Deutschland, Österreich und der Schweiz zusammengeschlossen.SAP-Manager Christian Klein versprach bei seiner Rede auf der Konferenz, an der über drei Tage rund 5500 Anwender teilnehmen, der führende Hersteller von Software zur Firmensteuerung arbeite daran, das vernetzte, intelligente Unternehmen zu realisieren. In diesem Jahr soll in das neue Hauptprodukt S/4HANA die Personalmanagementsoftware SuccessFactors, die Marketinganwendung Qualtrics sowie SAP Analytics Cloud, ein Instrument zur Auswertung von Daten in Echtzeit, integriert werden. Im nächsten Jahr werden die Software-Lösungen für Lieferantenmanagement, Marketing, Verkaufsmanagement, Beschaffung und Reisemanagement vollständig integriert.Diese Produkte schaffte SAP in den vergangenen Jahren größtenteils über Käufe von Softwarefirmen an. Kritiker bemängeln, das SAP-Angebot gleiche immer noch eher einer Sammlung von Apps statt einem homogenen Softwarepaket. Die Installation der Datenbank von S4/HANA sei langwierig, die Marketingprogramme seien umständlicher als die der Konkurrenz. Auf diesem Feld versucht SAP mit dem Produkt C/4HANA dem dominierenden Anbieter Salesforce Paroli zu bieten. Mehr: Weiß und männlich: So sehen viele Start-ups aus. SAP fördert nun Gründerteams mit Frauen und Minderheiten – dem eigenen Geschäft dürfte es dienen. StartseiteLet's block ads! (Why?)
    Quelle: Handelsblatt TechnikPubliziert am 17-09-2019
  • Ungesicherte Server: Millionen Patientendaten ungeschützt im Netz aufgetaucht
    Röntgenbild Daten wie diese sind von Millionen Patienten weltweit frei zugänglich. (Foto:& Imago) Sensible medizinische Daten von weltweit mehreren Millionen Patienten sind nach einem Bericht des Bayerischen Rundfunks (BR) auf offen zugänglichen Servern im Netz gelandet. In Deutschland seien mehr als 13.000 Datensätze von Patienten betroffen, in mehr als der Hälfte sind auch medizinische Bilder wie Brustkrebsscreenings, Wirbelsäulenbilder und Röntgenaufnahmen enthalten.Sie seien noch bis vergangene Woche zugänglich gewesen und stammten von mindestens fünf verschiedenen Server-Standorten. Der größte Teil der Datensätze entfalle auf Patienten aus dem Raum Ingolstadt und aus Kempen in Nordrhein-Westfalen.Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) hat nach eigenen Angaben die betroffenen medizinischen Einrichtungen anhand der ihm vorliegenden IP-Adressen in Kenntnis gesetzt. In drei Fällen habe das BSI die Einrichtungen direkt kontaktieren können, in 14 weiteren Fällen seien die jeweiligen Internet-Service-Provider gebeten worden, ihre Kunden anhand der IP-Adressen zu identifizieren und zu informieren. Zudem habe das BSI 46 internationale Partnerorganisationen über den Sachverhalt informiert. Das BSI darf nach derzeitiger Rechtslage diese Daten nicht abrufen oder analysieren, auch nicht um die Betreiber der ungesicherten Webserver zu identifizieren. Nach den Recherchen des BR mit der US-Investigativplattform ProPublica lagen die Bilder und andere Patientendaten auf ungesicherten Servern. Danach sollen in rund 50 Ländern von Brasilien über die Türkei bis Indien 16 Millionen Datensätze offen im Netz gestanden haben. Besonders betroffen seien Patienten aus den USA. „Allein bei einem einzelnen Anbieter für radiologische Untersuchungen lagen nach einer Auswertung von ProPublica mehr als eine Million Datensätze von Patienten vor“, heißt es in dem Bericht weiter.Dem Vernehmen nach hat es nicht ein einzelnes großes Datenleck gegeben, sondern es entstand durch eine Vielzahl von ungeschützten Servern. Der Experte für Informationssicherheit Dirk Schrader habe weltweit mehr als 2300 Rechner gefunden, auf denen die Datensätze offen lagen.Nach Einschätzung des BSI waren die Patientendaten zugänglich, weil einfachste IT-Sicherheitsmaßnahmen wie ein Zugriffsschutz durch Nutzername und Passwort oder Verschlüsselung nicht umgesetzt wurden. Dem BSI lägen keine Informationen vor, dass die Patientendaten tatsächlich in krimineller Absicht abgeflossen sind.Bei den Daten handelte es sich oft um Bilder, die von Magnetresonanztomografie(MRT)-Untersuchungen stammen. In der MRT-Röhre entstehen zwei- und dreidimensionale Bilder vom Körperinneren der Patienten. Diese Bilder würden von den Geräten auf einen speziellen Server geschickt, berichtete der BR. Das System werde für die Bildarchivierung verwendet, ein sogenanntes „Picture Archiving and Communication System“ (PACS). Auch Röntgenaufnahmen und Bilder aus der Computertomografie landeten auf diesen Servern.„Wenn selbst bei so sensiblen Daten wie Röntgenaufnahmen, Mammografien oder MRT-Bildern grundlegende IT-Sicherheitsmaßnahmen missachtet werden, zeigt das, dass IT-Sicherheit noch immer nicht den Stellenwert einnimmt, den sie verdient“, sagte BSI-Präsident Arne Schönbohm. Der Bundesbeauftragte für Datenschutz, Ulrich Kelber, sprach von einem „verheerenden ersten Eindruck“. Nach jetzigem Kenntnisstand seien in Deutschland zwei Krankenhäuser betroffen, sagte Kelber der Nachrichtenagentur dpa. Es müsse nun geklärt werden, ob möglicherweise auch Drittanbieter in der Verantwortung stehen. Es sei nicht ausgeschlossen, dass es hohe Bußgelder geben werde, sagte Kelber.Cyberkriminelle haben nach Einschätzung des russischen Antiviren-Softwareherstellers Kaspersky verstärkt die Gesundheitsbranche im Blick: „Wir gehen derzeit davon aus, dass allein im Jahr 2018 bei Organisationen aus dem medizinischen Bereich 28 Prozent der im Krankenhaus befindlichen Geräte angegriffen wurden“, sagte David Emm, Sicherheitsforscher bei Kaspersky. Angriffe auf vernetzte Geräte in der medizinischen Infrastruktur könnten im schlimmsten Falle das Leben von Patienten gefährden.Aus diesem Grund sei es wichtig, dass Anbieter aus dem Gesundheitswesen adäquate Sicherheitsmaßnahmen gewährleisten. Dazu gehörten Firewalls zum Schutz von privaten oder Unternehmensnetzen gegen Angriffe aus dem Internet, verschlüsselte Datenbanken und eine spezielle Autorisierung von Personal – also die Festlegung, wer befugt ist, auf persönliche Daten von Patienten zuzugreifen.Robert Freudenreich, Chief Technology Officer des Augsburger Verschlüsselungssoftwareanbieters Boxcryptor, fordert eine Pflicht zur Verschlüsselung besonders schützenswerter Daten. Die Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) biete in diesem Punkt zu viel Interpretationsspielraum. Im Artikel 32 der DSGVO werde lediglich von „geeigneten technischen und organisatorischen Maßnahmen“ zum Schutz der Daten gesprochen. Deswegen gebe es noch keine flächendeckende Verschlüsselung besonders sensibler Daten, beklagte Freudenreich. Mit Agenturmaterial Mehr: Die Anbindung der Praxen an das Gesundheitsdatennetz verläuft schleppend. Doch Jens Spahn greift durch und droht unwilligen Ärzten mit Sanktionen. StartseiteLet's block ads! (Why?)
    Quelle: Handelsblatt TechnikPubliziert am 17-09-2019
  • Bitkom-Studie: Ein Viertel der deutschen Firmen hat DSGVO umgesetzt
    Ein Mann tippt auf einer Tastatur eines Laptops Zwei Drittel der deutschen Firmen haben die DSGVO laut Bitkom umgesetzt. (Foto:& dpa) Bei der Umsetzung der Datenschutzgrundverordnung besteht nach mehr als einem Jahr laut einer Studie des Bitkom in deutschen Unternehmen noch erheblicher Nachholbedarf. Wie eine Studie des Digitalverbands ergab, hat erst ein Viertel die Umsetzung der Verordnung vollständig abgeschlossen. Zwei Drittel (67 Prozent) haben sie demnach zu großen Teilen umgesetzt. „Nach wie vor bestehen große Unsicherheiten bei der Auslegung der neuen Regeln“, sagte Susanne Dehmel, Mitglied der Bitkom-Geschäftsleitung am Dienstag zur Vorstellung der Studie. Eine vollständige Umsetzung der DSGVO scheine vielen Unternehmen als unmöglich. Mit 53 Prozent beklagten mehr als die Hälfte fehlende Umsetzungshilfen. Demnach fordern 98 Prozent Nachbesserung bei der DSGVO, 95 Prozent sieht die Verordnung als nicht komplett umsetzbar an. Von zusätzlichen Infoblättern und Hinweisen seien ihre Kunden eher genervt, sagten laut Studie 74 Prozent der befragten Unternehmen. Immerhin sind mit 64 Prozent fast zwei Drittel überzeugt, dass die DSGVO weltweit Maßstäbe für den Umgang mit Personendaten setzen wird. Für die Studie wurden im Auftrag des Bitkom insgesamt mehr als 500 Unternehmen aus Deutschland befragt. Mehr: Die deutsche Wirtschaft kritisiert die Europäische Datenschutzverordnung als viel zu kompliziert. Sie fordert Nachbesserungen, vor allem für kleine Firmen. StartseiteLet's block ads! (Why?)
    Quelle: Handelsblatt TechnikPubliziert am 17-09-2019
  • USA: Mit der Bratpfanne gegen das Afghanistan-Trauma
    22 Veteranen der US-Streitkräfte begehen Selbstmord - jeden Tag. Die globalen Militäreinsätze der Vereinigten Staaten kosten auch das Leben vieler Amerikaner. Ein Konzept dagegen hat Andre Rush, Koch des Weißen Hauses.Bildquelle · www.chefrush.comLet's block ads! (Why?)
    Quelle: ARD WissenPubliziert am 17-09-2019
  • Schwarzes Loch gefräßiger als bisher
    Das Schwarze Loch im Herzen der Milchstraße ist normalerweise sehr genügsam. Aber im Mai gönnte es sich ein reichhaltiges Mahl. Es strahlte doppelt so hell wie sonst. Forscher meinen, dass das Loch Sterne geschluckt haben könnte. Das gigantische Schwarze Loch im Zentrum der Milchstraße hat offenbar einige Himmelskörper geschluckt. Das schließen Astronomen aus einem plötzlichen Helligkeitsausbruch: Es leuchtet so hell wie nie seit Beginn der Beobachtungen. "Wir haben in den 24 Jahren, die wir das supermassereiche Schwarze Loch untersuchen, nichts Vergleichbares gesehen", berichtete Andrea Ghez von der Universität von Kalifornien in Los Angeles. Die Forscher stellen ihre Beobachtungen im Fachblatt "The Astrophysical Journal Letters" vor. Über die Ursache des plötzlichen Ausbruchs rätseln sie noch. Normalerweise ist das Loch "auf Diät" Wie die meisten Galaxien besitzt auch die Milchstraße ein extrem massereiches Schwarzes Loch in ihrem Zentrum. Es vereint die Masse von rund vier Millionen Sonnen. Schwarze Löcher selbst sind zwar nicht sichtbar, aber wenn Materie in ihren Schwerkraftstrudel fällt, erhitzt sie sich und leuchtet hell auf, bevor sie auf Nimmerwiedersehen hinter dem sogenannten Ereignishorizont verschwindet. Manche supermassereichen Schwarzen Löcher erzeugen auf diese Weise mehr Strahlung als die gesamte Galaxie, in der sie sitzen. Nicht so das Schwarze Loch im Zentrum der Milchstraße. "Es ist normalerweise ein ziemlich ruhiges, schwächliches Schwarzes Loch auf Diät", erläuterte Ghez. Die Forscher haben seit 2003 rund 13.000 Messungen aus 133 Nächten analysiert. Am 13. Mai 2019 strahlte das Schwarze Loch plötzlich doppelt so hell wie auf den hellsten der übrigen Aufnahmen. "Die große Frage lautet, ob das Schwarze Loch in eine neue Phase eintritt", betonte Ghez' Kollege Mark Morris. Das könne etwa bedeuten, dass die Menge an interstellarem Gas, die in das Schwarze Loch strudele, für eine längere Zeit zunehme. Schluckt es Asteroiden oder Sterne? Andere Erklärmöglichkeiten sind beispielsweise große Asteroiden, die in das Schwarze Loch gezogen wurden, oder einzelne Klumpen aus interstellarem Gas, die das plötzliche Feuerwerk verursacht haben könnten. Eine weitere mögliche Ursache könnte der Stern S0-2 sein, der das zentrale Schwarze Loch auf einer Bahn umkreist, die ihn sehr nah an den Ereignishorizont führt. Er könnte bei seiner jüngsten größten Annäherung im Sommer 2018 Gas in Richtung des Schwarzen Lochs geschleudert haben, das jetzt in das Massemonster fällt. Ähnlich könnte es sich auch mit dem Himmelsobjekt mit der Bezeichnung G2 verhalten, bei dem es sich vermutlich um einen Doppelstern handele. Es kam 2014 dem Schwarzen Loch nahe und könnte dabei seine äußere Hülle verloren haben, argumentieren die Astronomen. Keine Gefahr für die Erde Was genau für den plötzlichen Ausbruch des Schwarzen Loch verantwortlich ist, werden erst weitere Beobachtungen zeigen können. Gefahr für die Erde bestehe nicht, betonen die Wissenschaftler. Das Massemonster im Zentrum der Milchstraße sei 26.000 Lichtjahre von der Erde entfernt, und die Strahlung müsste mindestens zehn Milliarden Mal so stark sein wie beobachtet, um für das Leben auf der Erde eine Rolle zu spielen. Let's block ads! (Why?)
    Quelle: ARD WissenPubliziert am 16-09-2019
  • Woche der Entscheidung fürs Klima?
    Die Regierungsparteien CDU, CSU und SPD starten mit Signalen der Annäherung, aber ohne konkrete Festlegungen in die Woche der Entscheidung über ihr Milliardenpaket für mehr Klimaschutz in Deutschland. Medienberichte vom Wochenende, das Paket habe ein Volumen von 40 Milliarden Euro bis zum Jahr 2023, wurden zurückgewiesen. Es gebe noch kein Finanztableau, es werde weiterhin viel gerechnet und diskutiert, hieß es aus Koalitionskreisen. "Aber was auf alle Fälle richtig ist, dass wir ein sehr ehrgeiziges Paket vorhaben", sagte Finanzminister und Vizekanzler Olaf Scholz in der ZDF-Sendung "Berlin direkt" am Sonntagabend. Laut Presseinformationen soll es ein ganzes Bündel aus Fördermaßnahmen geben: So seien höhere Kaufprämien für Elektroautos, Zuschüsse zur Gebäudesanierung und Fördergelder für die Wasserstoff-Forschung geplant. Der öffentliche Nahverkehr solle ausgebaut und die Nutzung der Bahn attraktiver gemacht werden. Bahnfahren könnte preiswerter werden Streitpunkt CO2-Steuer Noch keine Einigung gibt es in Sachen CO2-Bepreisung. Während die SPD seit langem für eine CO2-Steuer plädiert, favorisieren CDU und CSU einen Zertifikatehandel. Beide Seiten seien aber bereit, von Maximalpositionen abzurücken, verlautete aus Berlin. Der Automobilclub ADAC warnte vor Mehrbelastungen für Menschen, die besonders auf Fahrzeuge angewiesen sind, wie etwa Pendler. Der Flughafenverband ADV protestierte gegen Überlegungen, die Ticketsteuer zu verdoppeln oder gar zu verdreifachen. "Wirklicher Kraftakt" Bundeskanzlerin Angela Merkel warb um Verständnis für weitreichende Entscheidungen: "Der Klimaschutz ist eine Menschheitsherausforderung. Um dieser Herausforderung gerecht zu werden, brauchen wir einen wirklichen Kraftakt", sagte sie in ihrem jüngsten Video-Podcast . Zugleich räumte Merkel ein: "Natürlich, und da brauchen wir auch nicht drum herum zu reden, kostet Klimaschutz Geld." wa/ust (dpa, rtr) Let's block ads! (Why?)
    Quelle: ARD WissenPubliziert am 16-09-2019
  • Mexiko – Dauerläuferin in Sandalen
    SENDETERMIN Sa, 14.09.19 | 16:30 Uhr | Das Erste Dauerläufer in Sandalen Die Sohlen der Sandalen sind aus alten Autoreifen. Die Kleidung ist wie die ihrer Vorfahren: üppige Faltenröcke und bunte Blusen. So rennt María Lorena Ramírez zurzeit von Erfolg zu Erfolg. Von Marathon zu Ultramarathon. Sie trainiert nicht und siegt trotzdem. Ramírez ist Tarahumara, eine Superheldin in Sandalen. Sie stammt von einem indigenen Volk, einst so groß wie das der Azteken, bis das Volk von den spanischen Conquistadores getötet und vertrieben wurden. "Raramuri" nennen sie sich – "jene, die weit laufen". Ihre Laufkunst und Ausdauer gilt als legendär. Für die Männer der Tarahumara gehörte es zur Jagd, die Tiere "per pedes" die Berge hinauf zu hetzen, bis die Tiere erschöpft zusammenbrachen. In die "Sierra Madre" hatte sich das Volk vor den Spaniern zurückgezogen. Zerklüftetes Land, bergig und trocken, Canyons, viermal so groß wie der Grand Canyon in den USA. Irgendwann fingen die Dörfer an, untereinander eigene Wettbewerbe auszurichten. Völlig unbemerkt vom Rest der Welt. Nun durchbrechen die Tarahumara die Unsichtbarkeit. Sie nehmen an großen Marathons und Ultramarathons teil. Und der Star unter ihnen ist nicht etwa ein Mann, sondern eine Frau, María Lorena Ramírez. Ramírez inspiriert die Mädchen im Dorf, von mehr zu träumenRamírez eröffnet nicht nur ihrer Familie, sondern auch den Frauen ihrer Gemeinde neue Chancen. Mit ihren Preisgeldern entsteht ein kleiner Wohlstand, landesweit erntet das indigene Volk mehr und mehr Anerkennung. María Lorena Ramírez ist schüchtern, sie redet nicht viel und inspiriert trotzdem die jungen Mädchen im Dorf dazu, von mehr zu träumen. Ein Film von Xenia Böttcher Stand: 13.09.2019 15:17 Uhr Let's block ads! (Why?)
    Quelle: ARD WissenPubliziert am 16-09-2019
  • Cloud-Computing: Cloud zum Anfassen – Amazon Web Services eröffnet neues Büro in München
    Rechenzentrum Die Amazon-Tochter AWS will Industriekunden zeigen, welches Potenzial ihnen Cloud-Computing eröffnen könnte. (Foto:& Getty Images) Die Ambition kleidete sich in ein rotes Backsteinimitat. Auf der Hannover Messe im April gestaltete der Cloud-Computing-Anbieter AWS seinen Stand im Stil einer alten Fabrikhalle – zumindest von außen. Innen war an den Ständen zu sehen, wie die Amazon-Tochter es ermöglichen will, Bahnwaggons mit digitalen Doppelgängern zu überwachen oder Ventile zu steuern. Das Signal: AWS kann der Industrie bei der Digitalisierung helfen.Die Kommunikation, wie sie auf der Messe üblich ist, will AWS dauerhaft führen. Der Internetkonzern eröffnet am heutigen Montag in München ein neues Büro, in dem er beispielhafte Projekte vorführen und mit Kunden an gemeinsamen Ideen arbeiten kann. Siemens und die Boston Consulting Group sind daran beteiligt – der Industriekonzern betreibt einen „Industrial Software Showcase“, die Beratung einen „Digital Builders Showroom“.„Die Cloud-Nutzung steigt, aber Entscheidungsträger haben oft nicht die Vorstellung, wie Technologie ihr Geschäft verbessert“, sagt Klaus Bürg, der bei AWS das Geschäft in Deutschland, Österreich und der Schweiz leitet, dem Handelsblatt.„Wir versprechen uns von dem neuen Büro, dass das Thema Cloud-Computing für die Kunden deutlich greifbarer wird.“ Eine mindestens „vierstellige Zahl“ an Besuchern will der Manager im Jahr in die ehemalige Siemens-Zentrale am Oskar-von-Miller-Ring lotsen. Die Cloud zum Anfassen: AWS reagiert damit auf Veränderungen im Markt. Die Nutzung von IT-Diensten wie Software, Speicherplatz oder Rechenleistung übers Netzwerk sei inzwischen Mainstream, erklärt der Marktforscher Gartner.Das gilt selbst für Deutschland, wo in der öffentlichen Diskussion lange Sicherheitsbedenken überwogen: 73 Prozent der Unternehmen nutzen die Cloud, zumindest 35 Prozent greifen auf Angebote zu, die komplett beim Dienstleister laufen – Experten sprechen von Public Cloud.„Jetzt geht es darum, die Cloud zu einem integralen Bestandteil der Wertschöpfung zu machen“, sagt Axel Oppermann, Chef des Beratungsunternehmens Avispador. „Deswegen muss AWS die Kunden anders ansprechen.“ Etwa, um Vorstände und Bereichsleiter zu erreichen. Neu ist dieses Konzept nicht: IBM beispielsweise hat mit dem „Watson IoT Center“ eine Einrichtung aufgebaut, um mit Kunden gemeinsam an Projekten zu arbeiten. Für Siemens erfüllt das neue Zentrum einen wichtigen ZweckFür AWS spielen die Partner eine bedeutende Rolle: Sie haben Expertise in ihren Branchen. Siemens, Marktführer bei Industriesoftware, zeigt an zehn Stationen beispielsweise seine Lösungen für die Industrie 4.0. „AWS ist im Moment der führende Anbieter für die Public Cloud“, begründet Andreas Geiss, Technikchef der Plattform Mindsphere, das Engagement.Auch für Siemens erfüllt das neue Zentrum einen wichtigen Zweck: Es ermögliche es, Szenarien von Kunden aus der Fertigungsindustrie nachzubilden, erläutert der CTO – das sei eine häufige Bitte. Die Cloud sei in der Industrie heute unverzichtbar, betont Geiss. Sie helfe beispielsweise dabei, schnell neue Anlagen in Betrieb zu nehmen oder alle Maschinen gleichzeitig zu überwachsen – und zwar in aller Welt. „Die Cloud ist wie eine Autobahn mit sechs oder acht Spuren: Man hat fast unendlich große Kapazitäten, um Daten auszutauschen.“Die Boston Consulting Group (BCG) will Kunden bei der Entwicklung neuer Konzepte helfen. „Auf Kundenseite gibt es einige Berührungsängste mit digitalen Technologien“, sagt Tilman Buchner, Partner bei BCG – daher sei Aufklärungsarbeit nötig. Die Beratung führt in dem neuen Zentrum Technologien wie die Bild- und Spracherkennung sowie die Analyse großer Datenmengen vor.„In diesen drei Disziplinen sind in den letzten Monaten wesentliche Durchbrüche erfolgt.“ Alle namhaften Cloud-Anbieter stellten Services zur Verfügung, die es erstmals ermöglichen, diese Technologien in einem breiten industriellen Umfeld einzusetzen. Kunden können gemeinsam mit den Beratern Prototypen fürs eigene Unternehmen entwickeln.„Die Eröffnung des neuen Büros ist das Ergebnis aus unserem rasanten Wachstum“, sagt AWS-Manager Bürg. Geschäftszahlen für einzelne Märkte weist das Unternehmen nicht aus, der globale Umsatz wuchs im ersten Halbjahr um 39 Prozent auf 16,1 Milliarden Dollar, das Betriebsergebnis um 43 Prozent auf 4,3 Milliarden Dollar. Damit ist es Marktführer, wohl auch in Deutschland.Das Wachstum spiegelt sich auch in der Entwicklung der Belegschaft wider: 500 neue Mitarbeiter werde AWS im Laufe des Jahres in Deutschland einstellen, berichtet Bürg, in den Rechenzentren wie auch an Entwicklungsstandorten und in den Vertriebsbüros. Wie groß die Belegschaft insgesamt ist, legt der Manager nicht offen. Klar ist nur: Die Ambitionen sind noch viel größer. „Technisch gesehen bis zu 100 Prozent“ der IT könnten Unternehmen künftig aus der Cloud beziehen, sagte AWS-Chef Andy Jassy im Juli in einem Interview mit dem Handelsblatt.Mehr: Immer mehr deutsche Unternehmen nutzen die Cloud. Europäische Anbieter fehlen allerdings. Dabei ist der Bedarf in der Wirtschaft an sicheren digitalen Infrastrukturen hierzulande groß, wie eine Umfrage zeigt. StartseiteLet's block ads! (Why?)
    Quelle: Handelsblatt TechnikPubliziert am 16-09-2019
  • Kann Hypnose die Vollnarkose ersetzen?
    Vollnarkosen sind ein Risiko und eine extreme Belastung für den Organismus. Vor allem alte Menschen haben Probleme. Deshalb suchen Ärzte nach Alternativen und sanfteren Methoden. Eine könnte die Hypnose sein. In Frankreich ist Hypnose im OP-Saal schon weit verbreitet. Deutsche Chirurgen hingegen sind weniger aufgeschlossen. Was geschieht unter Vollnarkose und warum kann Hypnose eine gute Alternative sein. von Annegret Faber und Marion Allard Stellen Sie sich Folgendes vor. Sie werden in den OP-Saal geschoben. Statt einer Beatmungsmaschine steht da ein freundlicher Hypnotherapeut. Den kennen sie schon, weil er vor der OP öfter mit Ihnen gesprochen hat. Er nimmt Ihre Hand, oder legt seine Hand auf Ihren Bauch und spricht ruhig auf Sie ein. So lange, bis Ihr Bewusstsein auf eine andere Ebene gelangt, und zwar dahin, wo es keinen Schmerz und keine Angst gibt. Dann beginnt der Chirurg seine Arbeit. Hypnose legt Empfindungen beiseite "Im Zustand der Hypnose legt das Gehirn die Empfindungen beiseite", erklärt Dr. Aurore Marcou. "Während einer chirurgischen Operation setzen wir alle Methoden ein, um die schmerzhaften Signale zu löschen." Die französische Anästhesistin und Hypnotherapeutin Dr. Aurore Marcou nutzt Hypnose so oft wie möglich. Komplett auf Schmerzmittel verzichten kann sie allerdings nicht. "Mit der Hypnose ist immer eine sehr geringe Dosis an Schmerzmitteln verbunden und eine Lokalanästhesie, um die eigentliche Operationen möglich zu machen", sagt Marcou. "Das heißt, dass die Patienten bei der Operation wach sind." Ärztin: Fast jede OP ohne Vollnarkose möglich Hypnose werde laut der Ärztin vor allem genutzt, um Angst zu nehmen. Gekoppelt mit einer Lokalanästhesie sei beinahe jede Operation ohne Vollnarkose und ohne lästige Nebenwirkungen möglich. In Deutschland setze sich dies aber nur schwer durch, sagt Hypnotherapeut Olf Steuber. Als einen der Gründe nennt er: Zeitmangel. "Eine Narkose kann der Anästhesist relativ leicht und geübt durchführen", erklärt Steuber. "Bei einer Hypnose hingegen ist sehr schlecht prognostizierbar, wo der Zeitrahmen liegt, bis eine Wirkung da ist." Das könne in bei einer halben Stunde bis zu einer Stunde liegen. Kein Zeitproblem bei der Vollnarkose Auch vor der Operation muss der Patient begleitet und vorbereitet werden. "Bei einer Vollnarkose gibt es dieses Zeitproblem nicht", erklärt Professor Rolf Rossaint, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Anästhesiologie und Intensivmedizin. Denn da werde zunächst das Bewusstsein und auch das Schmerzempfinden des Patienten ausgeschaltet. Zudem könne auch - wenn der Chirurg es braucht - mit Medikamenten verhindert werden, dass sich der Patient während der OP bewegen kann. "Eine Vollnarkose schafft also gute Bedingungen für die Chirurgen", erklärt Rossaint. "Junge Menschen haben beste Voraussetzungen, die Vollnarkose unbeschadet zu überstehen, ältere Menschen hingegen nicht." Deren Körper sei viel schwächer, die Arterien verkalkt, das Herz schwach. "Vielleicht hat der Patient sogar schon einen Infarkt hinter sich. Diese Menschen zählen zur so genannten Risikogruppe", sagt Rossaint. Sieben Todesfälle pro eine Millionen Narkose-Fälle Den Ärzten zufolge gibt es etwa sieben Todesfällen pro eine Millionen Narkosen. Laut einer Studie aus dem Jahr 2011 sterben Menschen jedoch auch noch Jahre nach der Vollnarkose an deren Folgen. Bei Patienten im Alter von über 65 Jahren soll sogar  jeder Zehnte im Folgejahr sterben. Das häufigste Problem sei aber nicht der Tod, sondern Gedächtnisprobleme nach der OP, erklärt die Ärztin Simone Gurlit vom Kompetenzzentrum Demenzsensibles Krankenhaus und Delirmanagement in Münster. "Wenn die Beweglichkeit mit einem neuen Gelenk wiederhergestellt ist, der Patient aber nicht mehr weiß, wo er wohnt und sich nicht mehr allein versorgen kann, dann muss man sich kritisch fragen: Ist das eine erfolgreiche Operation, ja oder nein?“, gibt Gurlit zu bedenken. Hypnose vor der Brust-OP Um diese Risiken zu umgehen setzt Simone Gurlit auf Teilnarkose und Gespräche im Vorfeld. So weiß sie genau weiß, was der Patient braucht, um so wenig Schaden wie möglich zu verursachen. Hypnose nutzt die Ärztin selbst nicht, aber Kollegen in Ihrem Haus. Frauen mit Brustkrebs werden in Münster während der OP hypnotisiert. "In der  Brustchirurgie arbeiten viele damit und haben sehr gute Erfahrungen gemacht", sagte Gurlit, schränkt aber ein. "Wie benutzen Hypnose unterstützend zur eigentlichen Regional-Anästhesie." Hypnose soll Angst nehmen und Schmerzmittel ersetzen Genau das sei auch das Prinzip der Hypnose im OP-Saal, sagt die französische Ärztin Aurore Marcou. Sie soll Schmerzmittel ersetzen und die Angst nehmen. Denn vor allem angstlösende und Narkosemittel hätten ungünstige Nebenwirkungen auf Herz und Gehirnfunktion. In Frankreich habe sich das schon lange rumgesprochen und es gebe immer mehr Patienten, die nach Hypnose fragen. "Auf diese Weise erhält er wirklich eine minimale Dosis an Medikamenten, die es ihm wirklich erlaubt, sofort nach der Intervention zu essen, sofort zu gehen, aufzustehen, er hat keinen Schwindel und keine Übelkeit", sagt Marcou. In Deutschland hingegen würde Hypnose kaum nachgefragt. Deutsche Ärzte sehen Hypnose kritisch Deutsche Ärzte sehen Hypnose kritisch. So wie der Präsident der Deutschen Gesellschaft für Anästhesiologie und Intensivmedizin. “Hypnose ist für die Narkose überhaupt nicht verbreitet. Es ist kein wissenschaftliches Arbeitsfeld in unserem Anästhesie-Kreis." Rolf Rossaint setzt auf Ausschalten, also Vollnarkose, trotz vieler Risiken. Operationen retten Leben. Ohne sie würden noch viel mehr Menschen sterben. Mittlerweile sind Chirurgen aber so erfahren und routiniert, dass einige es sich leisten, auch die Restrisiken zu umgehen. Und zwar indem sie weniger Medikamente geben und den Patienten weitestgehend bei Bewusstsein lassen. Das braucht nicht nur Zeit, sondern auch Mut. Sowohl vom Patienten als auch vom Ärzteteam. Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL | 07. September 2019 | 07:20 Uhr Zuletzt aktualisiert: 09. September 2019, 16:24 Uhr Let's block ads! (Why?)
    Quelle: ARD WissenPubliziert am 16-09-2019
  • Darum wissen wir so wenig über Tampons und Co.
    Artikel Kopfzeile: Kaum erforscht Darum wissen wir viel zu wenig über Tampons und Co. Sie stecken stundenlang im Körper, jeden Monat, mehr als 30 Jahre lang – Tampons oder Menstruationstassen. Was uns erstaunt: Es gibt erschreckend wenige Studien zu "Hygieneprodukten". Sprungmarken des Artikels: Artikel Abschnitt: Darum geht’s: Darum geht’s: Tampons und Menstruationstassen sind kaum erforscht Seit kurzem stehen sie in jedem Drogeriemarkt zwischen Tampons und Binden: Menstruationstassen. Sie sollen billiger und umweltfreundlicher sein als Tampons – und genauso sicher, so das Ergebnis einer aktuellen amerikanischen Übersichts-Studie. Das Problem ist nur: Man weiß erstaunlich wenig über weibliche Hygieneprodukte – egal ob Menstruationstassen oder Tampons. So formulieren es auch die Autoren der Übersichts-Studie. Die Wissenschaftler haben selber keine Experimente durchgeführt, sondern für ihre Übersicht nach Studien zu Menstruationstassen gesucht. Sie fanden nur wenige – und kaum eine Studie war von guter Qualität. Das Fazit: Mehr und bessere Forschung ist notwendig. Weitere Angaben zum Artikel: So funktioniert die Menstruationstasse: Eine Menstruationstasse sieht aus wie ein Becher, an dem unten ein kleiner Stiel sitzt. Etwas größer als ein Tampon, aus stabilem Gummi, wird die Tasse zusammengedrückt und in die Vagina eingeführt, mit der Öffnung nach oben. Ist sie entfaltet, saugt sie sich mit leichtem Unterdruck fest und fängt das Menstruationsblut auf. Zum Wechseln zieht man die Tasse am Stiel heraus, wäscht sie aus und führt sie dann wieder ein. Ein Vorteil für viele Frauen: Man kann die Menstruationstasse bis zu zehn Jahre nutzen – statt tausende von Tampons zu verwenden. Artikel Abschnitt: Darum müssen wir darüber sprechen: Darum müssen wir darüber sprechen: Sie liegen direkt an der Schleimhaut der Vagina Und das stundenlang – jeden Monat, für mehr als 30 Jahre. Anders als Binden, die nicht mit der Schleimhaut der Vagina in Kontakt kommen, berühren Tampons und Menstruationstassen diese direkt. Die Scheiden-Schleimhaut nimmt besonders gut Stoffe auf – und ist daher auch ein gutes Eintrittstor für Schadstoffe und Keime. Sie ist gut durchblutet und deutlich aufnahmefähiger als unsere Haut, vor allem für wasserlösliche Stoffe. Eine amerikanische Studie etwa zeigt: Wenn das Hormon Östrogen über die Scheide zugeführt wird, steigt der Östrogen-Gehalt im Gewebe und im Blut viel stärker an, als wenn die gleiche Menge Östrogen über den Mund in den Körper gelangt. Artikel Abschnitt: Aber: Ein paar Erkenntnisse gibt es Aus den mageren Ergebnissen ihrer Studienrecherche fassen die Autoren der amerikanischen Übersichts-Arbeit zusammen: Menstruationstassen sammeln das Menstruationsblut so gut wie Tampons und sie sind so sicher wie Tampons. Sie scheinen finanziell günstiger zu sein und ökologisch sinnvoll. In drei spezielleren Gesichtspunkten lohnt ein detaillierterer Blick. 1. Das Toxische Schocksyndrom Es steht auf jeder Tampon-Schachtel: In sehr seltenen Fällen kann es zum toxischen Schocksyndrom kommen, wenn ein Tampon zu lange in der Vagina bleibt. Unbehandelt ist TSS lebensgefährlich. Ausgelöst wird es durch bestimmte Bakterien, die sich in dem vollgesogenen Tampon vermehren und giftige Stoffe produzieren. Diese Stoffe können das eigene Immunsystem so stark aktivieren, dass es zu hohem Fieber, Kopfschmerzen und einem Kreislaufschock oder sogar Organversagen kommen kann. Es gibt die Theorie, dass das Risiko für TSS niedriger ist, wenn anstelle von Tampons eine Menstruationstasse verwendet wird: Denn das in der Tasse gesammelte Blut steht nicht in direktem Kontakt mit der Schleimhaut der Vagina, die besonders gut Stoffe aufnimmt. Doch es gibt nur zwei Studien, die diesen Vergleich getestet haben: mit gegensätzlichen Ergebnissen. Hinzu kommt: Die Wissenschaftler fanden zwar nur fünf Fälle, in denen die Nutzerin einer Menstruationstasse am toxischen Schocksyndrom erkrankte. Das bewerten sie als selten, aber: Derzeit gibt es keine Zahlen darüber, wie viele Frauen weltweit Menstruationstassen verwenden. Daher kann weder eine genaue Angabe über das TSS-Risiko gemacht werden – noch darüber, ob nun Tampons oder Tassen ein geringeres Risiko für TSS mit sich bringen. 2. Einfluss auf die Spirale In ihrer Übersichtsarbeit stellten die Wissenschaftler fest: Tassen sitzen ähnlich gut wie Tampons. Manche Frauen, die eine Spirale tragen, fürchten, dass durch den leichten Unterdruck, den eine Menstruationstasse erzeugt, die Spirale verrutschen oder sogar herausgezogen werden könnte. Eine Studie, die vergleicht, wie groß dieses Risiko für Nutzerinnen von Tampons oder Menstruationstassen ist, zeigt: Hier gibt es keinen Unterschied zwischen Tampon und Tasse. 3. Schadstoffe Über die Schleimhaut der Vagina werden besonders leicht Stoffe ins Blut aufgenommen. Umso erschreckender, dass 2007 die Zeitschrift Ökotest feststellte: Mehrere der untersuchten Tampons enthielten möglicherweise krebserregende Stoffe. Ein weiterer Test ergab 2018 deutlich bessere Ergebnisse: Nur in einem Tampon und in einer Menstruationstasse fanden die Prüfer Schadstoffe. Man kann also derzeit davon ausgehen, dass Tampons und Menstruationstassen in der Regel keine Schadstoffe enthalten – jedenfalls nicht oberhalb der Grenzwerte, die für Lebensmittel gelten. In einem Fachartikel von 2014 wird kritisiert, dass diese Grenzwerte für Tampons und Menstruationstassen niedriger liegen sollten – eben weil sie stundenlang sehr dicht an der Vagina-Schleimhaut liegen. Die Autorin des Artikels kritisiert: Zwar zeigten Studien an Labormodellen kein Problem mit den aktuellen Grenzwerten – doch es gebe keine Studien, bei denen direkt an Frauen überprüft wird, ob sich über Tampon und Co Schadstoffe im Körper ansammeln. Außerdem werde bisher zu wenig bedacht, dass auch über die Plastikverpackung von Tampons oder über Tampon-Applikatoren aus Plastik störende Stoffe in den Körper der Frau gelangen könnten. Artikel Abschnitt: Und jetzt? Und jetzt? An Frauen muss mehr geforscht werden! Fakt ist: Das Thema “weibliche Hygieneprodukte” spielt bisher keine große Rolle in der medizinischen Forschung – wie andere Frauenthemen auch: So sind lange Zeit viele Medikamente nur an Männern getestet worden, bevor sie auf den Markt kamen. Erst seit wenigen Jahren wird akzeptiert, dass Medikamente bei Männern und Frauen unterschiedlich wirken können, so dass etwa unterschiedliche Dosierungen notwendig sind. Oder dass manche Wirkstoffe, die bei Männern keinen Effekt zeigen, bei Frauen sehr wohl wirken könnten. Generell steht im Mittelpunkt der Medizin meistens der Mann: So wurden vor einigen Jahren Frauen mit einem Herzinfarkt im Durchschnitt später und schlechter behandelt. Der Grund: Sowohl bei Ärzten, als auch bei Laien war nicht bekannt, dass sich ein Herzinfarkt bei Frauen mit anderen Beschwerden bemerkbar macht als bei Männern.
    Quelle: ARD WissenPubliziert am 15-09-2019
  • Flugtaxi: Erster Flug des Volocopters – Daimler-Chef glaubt an Lösung des Stauproblems
    Volocopter Perspektivisch sollen die Flugtaxis autonom – also ohne menschliches Eingreifen – fliegen. (Foto:& Reuters) Daimler-Chef Ola Källenius hält fliegende Taxis für eine Lösung der Verkehrsprobleme in den Metropolen. „Ich bin überzeugt, dass wir auf diese Weise das Stauproblem in den Städten auf spezifischen Strecken lösen können“, sagte er am Samstag vor einem Testflug des Volocopters in Stuttgart.Der Volocopter war am Samstag erstmals in einer europäischen Innenstadt abgehoben. Gut vier Minuten lang drehte das elektrisch angetriebene Vehikel, das mit seinen 18 Rotoren aussieht wie eine Mischung aus Hubschrauber und Drohne, vor dem Mercedes-Museum seine Runden. Der Volocopter flog dabei ohne Passagiere. Ein Pilot steuerte das Fluggerät vom Boden aus. Der Flug war Teil eines Forschungsprojekts zur Akzeptanz von Flugtaxis. An dem Bruchsaler Start-up ist auch der Autobauer Daimler beteiligt. Perspektivisch sollen die Flugtaxis autonom – also ohne menschliches Eingreifen – fliegen. Für einen kommerziellen Betrieb von Flugtaxis fehlt aber noch die Genehmigung. Volocopter-Chef Florian Reuter rechnet damit in zwei bis drei Jahren. Flüge ohne Pilot dürften noch länger auf sich warten lassen. Winfried Kretschmann, Ola Källenius und Volocopter-Chef Florian Reuter Das von Daimler mitfinanzierte Flugtaxi soll das Stauproblem in den Innenstädten lösen. (Foto:& dpa) Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) hätte jedenfalls kein Problem damit umzusteigen. „Natürlich wäre das auch für mich ein optimales Gerät“, sagte er. Für den Moment sei er froh, dass Menschen solche Ideen hätten, lobte er die Gründer von Volocopter. „Nichts bewegt soviel wie attraktive Bilder für die Zukunft.“Mehr: Die Euphorie um fliegende Taxis ist verständlicherweise gewaltig. Das ist gut so: Denn sie treibt die Luftfahrt zu mehr Innovationen. Ein Kommentar. StartseiteLet's block ads! (Why?)
    Quelle: Handelsblatt TechnikPubliziert am 14-09-2019
  • Aufbruch zur zweiten Erde
    Dauer 27:31 min Sendedatum Mo, 9.9.2019 Sendezeit 8:30 Uhr Sender SWR2

    Aufbruch zur zweiten Erde – Wann wird interstellares Reisen möglich? Vielleicht müssen wir Menschen eines Tages unsere Erde verlassen, um auf einem anderen Planeten zu siedeln. Was müsste das Raumschiff an Bord haben? Vor Strahlung und Trümmern schützen Bei einer interstellaren Reise zu einer zweiten Erde – Lichtjahre entfernt –, denkt man sofort an die Strahlung, vor der die Reisenden geschützt werden müssten, denn der Weltraum ist radioaktiv. Auch die Strahlung in der Nähe von sehr heißen Sternen kann den menschlichen Körper schädigen. Und allein ein Staubkorn kann im Weltall zur tödlichen Gefahr werden, wenn es mit großer Geschwindigkeit auf das Raumschiff aufschlägt. Selbst im Erdorbit, in dem sich die ISS aufhält, gibt es Trümmer und Mikro-Meteoriten, die mit 13 Kilometern pro Sekunde auf die ISS treffen. Durch einen Schutzmechanismus aus zwei Alu-Platten mit einem Vakuum dazwischen wird der allerschnellste Mikro-Meteroit bis zu einer Größe von ein bis zwei Zentimetern zerkleinert und aufgehalten. Häuser und Hamburger aus dem 3D-Drucker Doch was tun, wenn trotzdem etwas kaputt geht – ein Luftfilter, die Wasseraufbereitung, Teile der Raumschiffhülle, des Antriebs? 2014 schickte die amerikanische Raumfahrtagentur NASA einen 3D-Drucker auf die Internationale Raumstation ISS, um herauszufinden, wie 3D-Druck in Schwerelosigkeit eingesetzt werden kann. Seitdem gibt es nicht nur Pläne für gedruckte Bauteile "Made in Space", sondern auch für ganze Gebäude aus dem Drucker. So könnten zum Beispiel Komponenten einer Mondbasis direkt vor Ort aus Mondgestein gedruckt werden, Schicht für Schicht. Die Universität Maastricht hat mit künstlich gezüchtetem Muskel-Zell-Gewebe in einem 3D-Druck Verfahren einen Hamburger hergestellt, der gegessen werden konnte. Der Hamburger der Universität Maastricht hat im Jahr 2013 mehr als 250.000 Euro gekostet. Künstlich gezüchtetes Fleisch kann inzwischen aber günstiger hergestellt werden.
    Antarktis (Foto: picture-alliance / Reportdienste, picture-alliance / Reportdienste -) Paul Zabel war einen Polarwinter lang für das Forschungsgewächshaus des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt zuständig – mit Erfolg picture-alliance / Reportdienste picture-alliance / Reportdienste - Salat und Gurken wachsen auch im ewigen Eis Im Jahr 2018 züchtete das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt Gemüse – in der Antarktis-Station Neumayer III, im ewigen Eis, unter künstlichem Licht. Die Ernte: 117 Kilogramm Salat, 67 Kilogramm Gurken und 46 Kilogramm Tomaten. Es gibt sogar bereits künstlich hergestellte Pulver, die – angeblich – alle Nährstoffe enthalten. Auf den Teamgeist kommt es an In einem Raumschiff müssen Probleme zudem vor Ort geklärt werden. Die deutsche Physikerin Christiane Heinicke nahm 2016 an einer Isolationsstudie der NASA teil, um das Leben auf einer Mars-Station zu simulieren: Ein Jahr verbrachte sie zusammen mit fünf anderen Wissenschaftlern in einem Habitat auf Hawaii. Verlassen durfte sie die Unterkunft nur im Raumanzug. Konflikte gab es angeblich keine. Aber Entbehrungen. Das, was sie während des einen Jahres vor allem vermisste, so berichtete Christiane Heinicke später, waren: Bewegungsfreiheit, das Gefühl von Wind auf der Haut, die eigenen Schritte auf dem Boden unter sich hören zu können, frisches Obst und Gemüse. "Noch heute", schrieb sie einige Wochen nach Ende der Studie in einem Blog, "stopfe ich mit feuchten Augen jede Tomate in mich rein, die ich zu fassen bekomme."
    Alexander Gerst schaut aus Raumschiff-Luke (Foto: ISS - ISS) Mit 13 Kilometern pro Sekunde treffen Trümmer und Mikro-Meteoriten auf den Schutzmechanismus der ISS. Im Bild: Alexander Gerst bei der Arbeit auf der Internationalen Raumstation. ISS - ISS Ohne geeigneten Antrieb sind keine interstellaren Reisen möglich Alle Überlegungen sind jedoch hinfällig, solange es keinen neuen Antrieb gibt, der das Raumschiff in einem überschaubaren Zeitraum zu einem Lichtjahre entfernten Planeten bringt. Stark genug wäre ein nuklearer Pulsantrieb, bei dem mehrere Atomexplosionen am Heck das Raumschiff nach vorn schieben. Die Idee wurde um 1960 entwickelt und noch in den 1990er-Jahren verbessert. Auch ein Antimaterie-Antrieb wäre eine Möglichkeit. Oder ein Kernfusions-Antrieb, bei dem sich in einem Plasma Atomkerne zusammenschließen und dadurch Energie frei wird. Seit Jahren wird an Kernfusion geforscht. Die Reise zu einem fremden Stern ist ein Gedankenspiel aus Neugier. Noch. Denn unsere Aufgabe ist folgende: Wir müssen unsere Erde, unseren einzigartigen Planeten, schützen, und dafür sorgen, dass wir keine Katastrophe herbeiführen, die uns zwingt, sie zu verlassen. Let's block ads! (Why?)

    Quelle: ARD WissenPubliziert am 14-09-2019
  • Navigationsgerätehersteller: Garmin-CEO Cliff Pemple – „Ohne Ideen stirbt man einen schnellen Tod“
    Garmin Das frühere GPS- und Navigationsunternehmen hat sich zum Technologieunternehmen gewandelt. (Foto:& Reuters) Einst begann Garmin als Spezialist für GPS-Geräte. Heute definiert Vorstandschef Cliff Pemble das US-Unternehmen als „Technologie-Unternehmen rund um die Oberthemen Gesundheit, Wellness, Lifestyle“. Und gerade da sieht er auch die aktuell größten Wachstumschancen: Der Fitnessboom werden weitergehen, glaubt Pemble – und ebenso „die Revolution der Wearables“.Seit sein Unternehmen den Markt im Jahr 2003 betreten hat, „wächst unser Geschäft. Die Leute leben immer bewusster und sehen, wie sie vom regelmäßigen Sport auch gesundheitlich profitieren“, sagte er am Rande der Internationalen Funkausstellung in Berlin, wo Garmin neue Smartwatches vorstellt, im Gespräch mit dem Handelsblatt.Skeptische blickt der Garmin-CEO dagegen auf das vermeintliche Milliardengeschäft rund ums autonome Fahren: „Wir sehen uns da als unabhängigen Technologie-Anbieter einzelner Komponenten. Und natürlich wollen wir als Garmin keine selbstfahrenden Autos anbieten“, so Pemble. „In dem Feld sind momentan nicht nur sehr viele Spieler unterwegs. Es liegt auch sehr viel Geld auf dem Tisch, vielleicht zu viel. Da rechne ich durchaus noch mit Marktbereinigungen.“Lesen Sie hier das ganze Interview:Mister Pemble, Garmin ist ein Konzern, der dieses Jahr mit rund 15.000 Beschäftigten an 60 Standorten weltweit rund 3,6 Milliarden Dollar umsetzen dürfte. Stimmt die Story, dass Sie neben den Gründern Gary Burnell und Min Kao, aus deren Vornamen sich der Firmenname zusammensetzt, Angestellter Nummer sechs waren?Absolut. Ich lag schon im Bett, als ich 1989 spätabends einen Anruf von Gary bekam. Das war so seine Art, Personal anzuwerben. Wir kannten uns von der gemeinsamen Arbeit bei einem Luftfahrtzulieferer. Am nächsten Tag spendierte er mir bei McDonald’s ein Essen und zeigte mir danach ein Grundstück, wo er die GPS-Produktion fürs Konsumentengeschäft aufziehen wollte. So begann das.
    Clifton Pemble Der Garmin-Chef setzt auf die Luftfahrt- und Fitnessbranche. (Foto:& garmin.com) Wie viele Revolutionen haben das Unternehmen und Sie überlebt, seit man damals gestartet ist?Viele! Wir haben ja als GPS- und Navigationsexperte angefangen, und von Beginn an gab es natürlich jede Menge Konkurrenten, speziell auf dem japanischen, aber auch generell asiatischen Markt. Casio kam sehr früh an den Start, Sony ebenso. Rund um die Jahrtausendwende hatten wir – wie andere natürlich auch – dann mit globalen Wirtschaftskrisen zu kämpfen. 2008 kam die Weltfinanzkrise dazu, davor der Terrorismus. Das alles fand statt auf einer Bühne stetiger technologischer Umwälzungen. Langweilig wurde uns jedenfalls nie.Wie oft musste sich Garmin in diesen 30 Jahren seines Bestehens neu erfinden?Oh Mann, wir haben wirklich eine Menge Transformationen hinter uns, wenn man bedenkt, dass wir mit GPS-Technologien starteten und uns über die Autoindustrie ja in eine völlig neue Konsumentenmarke verwandeln mussten, als das Geschäft mit Navigationsgeräten einbrach. Das bedeutete, dass wir uns ganz anders definieren mussten.Was ist Garmin heute?Ein Technologie-Unternehmen rund um die Oberthemen Gesundheit, Wellness, Lifestyle. Das war ein weiter Weg, der uns aber auch immer neue Chancen und Möglichkeiten brachte.Was ist das Erfolgsgeheimnis, in solchen Zeiten zwar Krisen zu erleben, aber wie Garmin doch immer wieder zurückzukommen?Qualität und gute Produkte sind natürlich das A und O. Aber die müssen Ihr Leben auch wirklich bereichern. Die Kunden müssen das Gefühl haben: Das brauch ich, das bekomme ich so nirgendwo anders, dieser Firma kann ich vertrauen. Hatten Sie jemals Angst um Garmin – oder gar um den eigenen Job?Das haben wir doch alle schon mal erlebt, denke ich, solche Zeiten der Unsicherheiten und Ungewissheiten. Und man muss sich ja auch jeden Tag wieder fragen: Haben wir die richtigen Entscheidungen getroffen, sind unsere Strategien noch zielführend? Man muss wachsam bleiben. Was würden Sie anderen Firmen raten, die mit den aktuellen Transformationen größere Probleme haben?Das wichtigste, was wir selbst in all den Jahren gelernt haben: Es braucht Ideen. Ohne Ideen stirbt man einen schnellen Tod heute. Man braucht also viel Kreativität, Forschung und Entwicklung. Das wiederum kann nur ein Team schaffen, das an sich und die Firma glaubt. Dazu braucht’s auch die Erkenntnis, dass zu große Egos nichts bringen, sondern nur die Mannschaft Erfolg haben kann. Das alles zusammen erst schafft eine ganz besondere Energie. Und nur mit der können Sie heute überleben, denke ich.Wie bewahrt man dieses jugendliche „Mindset“, wie das neudeutsch heißt?Wir achten sehr darauf, wie wir die Leute einbinden. Die Mission heißt zwar: aufregende Produkte zu schaffen. Aber das können nur Menschen, die sich auf dem Terrain, auf dem sie arbeiten, auch selbst zu Hause fühlen. Wir haben da echte Experten am Start, die im Prinzip Produkte bauen, die sie selbst wollen. Das ist umso spannender, als wir ja in gleich fünf ziemlich verschiedenen Feldern unterwegs sind…… mit höchst unterschiedlichen Kunden.Genau. Unsere Divisionen sind Fitness, Outdoor, Auto, Luftfahrt und Marine. Da findet wirklich jeder unserer Mitarbeiter einen zu ihm passenden Aufgabenbereich. Und erst wenn unsere Leute begeistert sind, können sie auch ihre Kunden mitreißen. Aber die Entwicklung so einer Firmenkultur braucht Zeit. Dazu benötigen Sie Jahrzehnte.Welche Ihrer fünf Divisionen wächst am stärksten?Interessanterweise derzeit das Luftfahrtgeschäft – was den Anteil am Gesamtgeschäft und die Umsätze angeht. Das hat auch damit zu tun, dass da gerade eine neue Welle technologischer Weiterentwicklungen anrollt. Flugzeuge sind nun mal eine teure Anschaffung, sie können lang fliegen. Entsprechend muss man gelegentlich die Ausrüstung modernisieren. Insofern verändert sich in den Cockpits gerade sehr viel. Aber auch unser Outdoor-Geschäft wächst kräftig.In einem Interview sagten Sie mal, dass Garmin jeden Markt, den es neu erobern möchte, ganz vorsichtig betritt, quasi auf Zehenspitzen. Wie hat man sich das vorzustellen?Schön ist natürlich, wenn man sich einen Markt selbst schafft. Aber meist existiert da ja schon etwas, und da kommen wir natürlich immer als Neuling und Underdog. Insofern muss man erst mal den Kunden zuhören und die Lage verstehen. Mit den hochpreisigen Smartwatches der MARQ-Kollektion versuchen Sie derzeit, auch in die Juweliergeschäfte zu kommen. Auf der IFA haben Sie zudem mehrere neue Uhren-Reihen vorgestellt. Wie läuft’s bislang?Sehr gut. Nun haben wir neue Uhren wie die Fenix-6- und die Venu-Serie am Start mit sehr langen Laufzeiten und neuen Amoled-Displays.
    Quelle: Handelsblatt TechnikPubliziert am 13-09-2019
  • Warum gilt Freitag, der 13. als Unglückstag?
    "Freitag, der 13." - ein Datum, das Abergläubische bis heute zusammenzucken lässt. Die Wurzeln des Glaubens, dass dieser Tag nur Pech bringen kann, reichen viele Jahrhunderte zurück. Sowohl in der Literatur als auch in Filmen taucht das Datum immer wieder als Tag des Unglücks auf. Sei es als Anlass, um einen Horrorfilm noch gruseliger erscheinen zu lassen, oder als Erklärung für vorausgegangene Unfälle oder Tode. Statistik widerlegt irrationale Ängste  Dabei ist statistisch längst bewiesen, dass dieser spezielle Tag keinen Einfluss auf die Unfallhäufigkeit hat. Trotzdem verzichten viele Hotels auf die Zimmernummer 13, Flugzeuge haben keine 13. Sitzreihe, und als Hochzeitstermin ist dieser Tag auch mehr als unbeliebt. Laut der Umfrage einer großen Versicherungsgesellschaft von 2018 gemeinsam mit dem Meinungsforschungsinstitut "Kantar TNS" haben allerdings nur zehn Prozent aller Deutschen Angst, das ihnen am Freitag, den 13. etwas passieren könnte.  Die meisten davon leben in Süddeutschland, während die Nordlichter das ganze eher als Unfug abtun. Überraschend hingegen ist die Tatsache, dass es offenbar die 30- bis 39-Jährigen sind, die am abergläubischsten sind und sich an diesem Kalendertag bewusst vorsichtig verhalten. Aufgepasst am Dienstag, dem 13.    Der rote Planet Mars ist Namensgeber für den römischen Kriegsgott In vielen Ländern Lateinamerikas und in Spanien sieht man dem Freitag hingegen gelassen entgegen, denn hier gilt "Martes 13", also Dienstag, der 13. als Unglückstag. Das Wort "martes" leitet sich vom römischen Kriegsgott Mars ab. Der Tag steht also im Zeichen des roten Planeten, der Zerstörung, Blut und Gewalt symbolisiert. Kein Wunder, dass der Filmschocker "Freitag der 13"  in Südamerika unter dem Titel "Dienstag der 13." lief. Für die Angst vor dem Kalendertag Freitag, der 13. gibt es übrigens auch einen Namen: Paraskevedekatriaphobie. Abgeleitet wird der Begriff von den griechischen Wörtern 'Paraskave' (Freitag) und 'Dekatria' (13). Vielleicht hilft unsere Bildergalerie dabei, das Kalenderdatum ein wenig zu entmystifizieren.  Let's block ads! (Why?)
    Quelle: ARD WissenPubliziert am 13-09-2019
  • Körber-Preis für KI-Forscher Schölkopf
    Den mit einer Million Euro dotierten Körber-Preis für die Europäische Wissenschaft erhält in diesem Jahr der Tübinger Physiker, Mathematiker und Informatiker Bernhard Schölkopf. Er hat mathematische Verfahren entwickelt, die maßgeblich dazu beitrugen, der Künstlichen Intelligenz (KI) zu ihren jüngsten Höhenflügen zu verhelfen. Ich bringe Maschinen dazu, selbst zu lernen, antwortet Bernhard Schölkopf, wenn man ihn fragt, was er eigentlich in seinen Laboren forscht. Doch hinter dieser simplen Umschreibung steckt hochkomplexe Mathematik. Weltweites Renomée erlangte der Physiker, Mathematiker und Informatiker in den 90er Jahren, als er raffinierte Programmanweisungen entwickelte, die neuronalen Netzen ähneln, jedoch noch präziser und schneller sind. Am 13. September 2019 erhält er den Körberpreis, der mit einer Millionen Euro zu den weltweit höchstdotierten Forschungspreisen zählt. Muster erkennen durch BeobachtungEin guter Tag ist ein Tag an dem er nicht sprechen muss, sagt Bernhard Schölkopf. Kein Wunder. Denken ist dem zurückhaltendem Physiker, Mathematiker und Informatiker lieber. So beobachtet er die Welt und die Menschen und will ihre Intelligenz verstehen, um daraus Künstliche Intelligenz, also KI, zu entwickeln. Mich fasziniert das grundsätzliche Problem, wie man aus Beobachtung auf Gesetzmäßigkeiten schließt. Intelligenz hat ja etwas damit zu tun, Dinge in der Welt zu sehen und daraus auf die Zukunft zu generalisieren oder Strukturen zu erkennen und Muster zu sehen. Mich fasziniert wie so was grundsätzlich geht. Roboter lernen wie kleine KinderAm Max Planck Institut für Intelligente Systeme entwickelt Bernhard Schölkopf mit seinem Team Algorithmen - also Programmanweisungen - die maschinelles Lernen ermöglichen. Wir begegnen ihnen täglich ohne es wahrzunehmen. KI ist im Spiel, wenn Internetsuchmaschinen lernen, sich immer mehr an den Nutzer anzupassen oder das Smartphone Texte von einer Sprache in eine andere übersetzt. Doch das sind alles Programme, die auf Millionen von Internetdaten zugreifen können und schon relativ gut funktionieren.Anders ist es bei Robotern, die in der wirklichen Welt lernen und nur begrenzt viele Daten sehen. Wollen sie wie Menschen im Raum intelligent agieren, müssen sie wie ein kleines Kind alles nach und nach lernen. Schölkopf arbeitet daran, den Robotern das zu ermöglichen. Tischtennis für RoboterEin Kind nimmt vielleicht Dinge in die Hand und wirft sie auf den Boden um zu experimentieren und zu sehen was damit passiert. Das Kind wirkt auf die Umwelt ein und sieht dann wie sich die Umwelt verändert. Und so lernt man diese Schleife zwischen Wahrnehmung und Handlung und lernt sie auszunutzen und zu beeinflussen.Das Team um Schölkopf hat einen Roboter entwickelt, der dieses Lernverhalten übernehmen soll. Doch dafür ist noch viel Grundlagenforschung nötig. Zur Zeit trainiert der Roboter Tischtennisspielen im Keller des Max-Planck-Instituts in Tübingen. Mit Kameras nimmt er die Bälle wahr. Das Forscherteam trainiert den Roboterarm darauf, die Bälle zurückzuspielen. So lernt er den Bewegungsablauf. Eine Lernsoftware befähigt ihn eigenständig zu spielen, aus eigenen Fehlern zu lernen und sich auf unterschiedliche Ballwinkel einzustellen. Wenn man gegen einen Gegenspieler spielt gibt es strategische Aspekte: Wie spiele ich kooperativ oder wie spiele ich, wenn ich will dass der Gegner den Ball nicht erreicht. Vieles was an der Intelligenz interessant ist, kann man da als Modell etwas einfacher studieren. Personalisierte Hirnstimulation hilft GelähmtenSeine Forschungen zur Künstlichen Intelligenz bieten auch Chancen für die Medizin. Schölkopf und sein Team versuchen individuelle Gehirnmuster erkennen. Diese werden dann mit Programmanweisungen verknüpft, um personalisierte Gehirnstimulation zu ermöglichen. Die Stimulation könnte etwa gelähmten Patienten helfen, den Arm in Zukunft selbständig zu bewegen, ohne Hilfe des Roboterarms. Doch bietet KI nicht nur Chancen, sondern birgt auch Risiken. Künstliche Intelligenz kennt unsere Vorlieben im Internet, macht Prognosen zu unserer Gesundheit oder berechnet unsere Kreditwürdigkeit. Eine große Verantwortung, die sich mit einem guten Gewissen vereinbaren lässt?Mehr Freiheit durch Roboter?Das was ich mache ist Grundlagenforschung. Und ich bin mir dessen bewusst, dass Grundlagenforschung oft auf verschiedene Arten eingesetzt werden. Als die ersten Handys entwickelt wurden, konnte keiner vorhersagen, was das für Auswirkungen auf die Generation von Kindern und Jugendlichen haben wird. Und wahrscheinlich kann man sich jetzt noch drüber streiten, ob es positiv oder negativ ist. Man kann nur ein Problembewusstsein dafür schaffen.Bernhard Schölkopf hofft, dass KI uns in Zukunft mehr Freiheit schenkt im Alltag. Ein Roboter-Rasenmäher macht das ganz gut vor, auch wenn er zu den dümmsten Systemen am Max Planck Institut zählt. Let's block ads! (Why?)
    Quelle: ARD WissenPubliziert am 13-09-2019