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  • US-Schwimmstar Katie Ledecky: Der Lamborghini im WM-Pool
    Samstag, 20. Juli 2019 Heiko Oldörp, Boston
    Kathleen Genevieve Ledecky. (Foto: USA TODAY Sports) Die Beckenwettbewerbe der Schwimm-Weltmeisterschaften von Gwangju haben noch gar nicht begonnen. Die Frage nach der erfolgreichsten Athletin dürfte aber bereits beantwortet sein: Katie Ledecky. Die Amerikanerin hat zwar schon alles gewonnen - erlebt aber dennoch eine Premiere. Sie hat einiges vor. Nein, das ist untertrieben. Katie Ledecky hat viel vor, sehr viel sogar. Die 22 Jahre alte Kraul-Königin aus den USA startet bei den Schwimm-Weltmeisterschaften in Gwangju über die 200, 400, 800 sowie 1500 Meter Freistil - und zudem mindestens noch in der 4x200-Meter-Freistil-Staffel. Vor vier Jahren in Kasan hatte sie diese Strecken gewonnen. 2017 in Budapest schwamm Ledecky zu fünf Goldmedaillen. Einmal gab's Silber, über die 200 Meter Freistil musste sie sich Federica Pellegrini aus Italien beugen - dafür holte sie mit der 4x100 Meter-Freistil-Staffel den Titel.
    "Jetzt ist es wohl etwas mehr als das." (Foto: REUTERS) Nun in Südkorea startet sie als Weltjahres-Schnellste über die 400, 800 und 1500 Meter. Also alles wie immer? Nicht ganz. Kathleen Genevieve Ledecky springt erstmals bei einer WM als Berufsschwimmerin ins Becken. Im Juni 2018 unterschrieb sie ihren ersten Sponsorenvertrag. Der Deal mit einem Hersteller von Badebekleidung bringt ihr bis 2025 sieben Millionen Dollar, das sind gut 6,2 Millionen Euro. "Schwimmen ist für mich immer noch ein Hobby", sagte Ledecky: "Aber jetzt ist es wohl etwas mehr als das."Für Außenstehende mag es ungewöhnlich klingen, dass eine fünfmalige Olympiasiegerin, die zudem mit 14 Titeln die erfolgreichste Schwimmerin der WM-Geschichte ist, bis vor einem Jahr ihr Gold nicht zu Geld gemacht hatte. Doch Ledecky entschied sich ganz bewusst. Nach ihren vier Olympiasiegen sowie einer Silbermedaille von Rio taxierten Marketing-Experten ihren Werbewert zwar auf "fünf bis 15 Millionen Dollar". Derartige Summen waren zuvor noch nie mit einer Schwimmerin in Verbindung gebracht worden. Aber Ledecky ging es nicht um Kohle, sondern darum, sich ihren Collegetraum zu erfüllen. "Ich wollte schon immer am College schwimmen, Teil eines Teams sein und freue mich auf diese Erfahrung."Mit 15 Jahren erstmals OlympiasiegerinNach den strikten Regeln des College-Dachverbandes NCAA gelten alle studierenden Athletinnen und Athleten als Amateure - und dürfen kein Geld verdienen. Wer dagegen verstößt, wird vom Ligen- und Wettkampfbetrieb ausgeschlossen. Ledecky schwamm zwei Jahre lang für das Team der renommierten Stanford University in Kalifornien, ehe sie vor 13 Monaten einen Sponsorenvertrag unterzeichnete - und seitdem als Profi gilt. Dabei hat sich der Alltag für sie nicht verändert. Ledecky studiert weiter in Stanford, will 2020 ihren Abschluss in Psychologie machen. Sie trainiert auch immer noch mit dem Collegeteam - darf aber eben nicht mehr für die Cardinals bei Wettkämpfen starten. *Datenschutz Ledecky erlangte erstmals 2012 Aufmerksamkeit, als sie im Alter von 15 Jahren überraschend Olympiasiegerin über die 800 Meter geworden war. Bei den Sommerspielen in Rio kamen vier Gold- und eine Silbermedaille hinzu. Von allen Athletinnen und Athleten der Spiele 2016 hatte nur Michael Phelps mit fünf Gold und einmal Silber mehr Edelmetall gewonnen als sie. Beim anschließenden Foto-Shooting der "Sports Illustrated" half Phelps seiner sichtlich überforderten Landsfrau, die Medaillen um ihrem Hals so zu ordnen, dass alle gleichmäßig gut zu sehen sind. "Ich habe das schon mal gemacht, aber du wirst es auch noch lernen. Da mach’ dir mal keine Sorgen", sagte er und lachte laut los, während Ledecky schüchtern neben ihm stand. Wer schwimmt wann? Wer schwimmt wann bei den Weltmeisterschaften in Gwangju über welche Strecke? Hier geht's zum Zeitplan. Obwohl die 22-Jährige aus Washington mitunter als "weiblicher Phelps" bezeichnet wird, ist sie so komplett anders als der erfolgreichste Athlet der Olympiageschichte. Phelps hatte es bei fünf Sommerspielen auf 28 Medaillen - davon 23 aus Gold - gebracht. Doch Phelps war nicht nur ein Überschwimmer, sondern auch außerhalb des Beckens omnipräsent. Er tauchte in den USA in Werbeclips auf, saß bei den berühmten Late Night Shows auf der Couch, war Gastgeber von Saturday Night Live. Katie Ledecky macht nichts dergleichen. Trotz ihrer Erfolge weiß Amerika bis heute nicht viel über seine Vorzeige-Schwimmerin. Ledecky wirkt schüchtern, bescheiden - man könnte sie sogar als langweilig bezeichnen.Trotz aller Erfolge kein StarstatusAls sie 2016, wenige Wochen nach den Sommerspielen von Rio, ihr Studium in Stanford aufnahm, stellte sie sich ihren Kommilitoninnen und Kommilitonen mit den Worten vor: "Hi, ich bin Katie, liebe schwimmen und habe diesen Sommer alle meine Ziele erreicht." Kein Star-Status, keine Allüren. Daran hat sich bis heute nichts geändert. An vielen Universitäten werden Basketballer oder auch Footballspieler bewundert und hofiert. Ledecky indes kann immer noch unbemerkt über den Stanford-Campus gehen oder in der Mensa essen. *Datenschutz Ihre ersten Erfahrungen im Pool machte Ledecky als Sechsjährige. Sie trat den Palisades Porpoises bei, einem Schwimmteam 13 Kilometer nordwestlich von Washington. Ihr Ziel damals: irgendwie an das andere Ende des 25 Yard-Pools zu kommen - ohne sich an der Bahnbegrenzung festhalten zu müssen. Dieses Video des US-Schwimm-Verbandes zeigt, dass es ihr zumindest anfangs nicht ganz gelungen ist. Dennoch hatte sie von Beginn an Spaß. "Ich gehörte zu einem Team der Summer League - und es war jeden Tag sehr unterhaltsam." Im Trainingslager vor den Sommerspielen 2012 wurde Ledecky auf ihre physischen Fähigkeiten untersucht. Ergebnis: "Bemerkenswert unauffällig." Sie sei für eine Schwimmerin "weder überdurchschnittlich groß", noch habe sie "super große Hände oder Füße. Wirklich nichts außergewöhnliches", betont die 1,83 Meter große Ledecky im Interview mit dem Fernsehsender PBS. Und nein, es sei nicht "das große Talent" gewesen, das sie so erfolgreich gemacht habe, sondern "viel harte Arbeit"."Würde mein Leben verwetten, dass sie nicht dopt"Derartige Sätze waren schon oft von anderen herausragenden Athleten zu hören. Von Radprofi Lance Armstrong beispielsweise oder auch so manchem weiblichem oder männlichem US-Leichtathletiken. Aber letztlich kam heraus, dass eben nicht nur tägliches Training und disziplinierte Ernährung der Grund für Medaillen und Meriten waren, sondern auch Doping. Ledeckys Dominanz bringt Fragen nach unerlaubten Mitteln unweigerlich mit sich. Bei der WM vor zwei Jahren in Budapest betrug ihr Vorsprung über die 1500 Meter auf die Zweitplatzierte knapp 19 Sekunden. 2015 waren es
    Quelle: ntv NewsPubliziert am 20-07-2019
  • Schweden winkt ab: Trump bietet Kaution für Rapper ASAP an
    Samstag, 20. Juli 2019
    Der Rapper ASAP Rocky sitzt in Schweden in U-Haft. (Foto: Richard Shotwell/Invision/AP) Für den inhaftierten Rapper ASAP Rocky würde der US-Präsident sogar seine persönliche Geldbörse zücken. Doch bei einem Telefonat mit Schwedens Regierungschef Löfven lernt Trump viel Neues über die schwedische Justiz: Sie ist unabhängig und Kautionszahlungen sind nicht vorgesehen. US-Präsident Donald Trump will für den in Schweden in Untersuchungshaft sitzenden US-Rapper ASAP Rocky bürgen. Er habe mit Schwedens Regierungschef Stefan Löfven gesprochen und angeboten, "persönlich für Kaution oder eine Alternative zu bürgen", schrieb Trump auf Twitter. Trump hatte zuletzt in den USA mit rassistischen Attacken gegen vier Politikerinnen der Demokraten in der Kritik für Empörung gesorgt. *Datenschutz ASAP Rocky, der mit bürgerlichem Namen Rakim Mayers heißt, war Ende Juni in Stockholm nach einem Konzert in eine Schlägerei verwickelt worden. Der 30-Jährige wurde später wegen des Vorwurfs der Körperverletzung festgenommen. Ein schwedisches Gericht entschied Anfang Juli, dass der Rapper wegen Fluchtgefahr in Untersuchungshaft bleiben müsse. Das Amtsgericht in Stockholm verlängerte am Freitag die Untersuchungshaft.Er habe Löfven versichert, "dass bei ASAP keine Fluchtgefahr besteht", schrieb Trump. Er wolle in der Angelegenheit innerhalb von 48 Stunden erneut mit der schwedischen Regierung in Kontakt treten.Auftritte in Europatournee abgesagt Ein schwedischer Regierungssprecher beschrieb das rund 20-minütige Gespräch als "freundlich und respektvoll". Löfven habe dabei betonte, "dass die schwedische Justiz, Staatsanwälte und Gerichte völlig unabhängig sind", fügte er hinzu. Die schwedische Regierung habe weder die Macht noch die Absicht, den Gerichtsprozess zu beeinflussen. Die Möglichkeit, auf Kaution freizukommen, ist im schwedischen Rechtssystem nicht vorgesehen.Der in New York geborene Mayers musste nach seiner Festnahme mehrere Auftritte seiner derzeitigen Europatournee absagen. Zuvor hatten bereits Prominente versucht, dem Rapper zu helfen. Stars wie Kim Kardashian oder Justin Bieber setzten sich für seine Freilassung ein. Mayers feierte 2011 seinen Durchbruch mit dem Mixtape "Live. Love. ASAP". 2013 folgte das Album "Long. Live. ASAP".Let's block ads! (Why?)
    Quelle: ntv NewsPubliziert am 20-07-2019
  • Sechs Tage nach Ibiza-Enthüllung: Kurz-Mitarbeiter schredderte wohl Daten
    Samstag, 20. Juli 2019
    Die Opposition verlangt Aufklärung darüber, welche Daten der Mitarbeiter von Kurz vernichten ließ. (Foto: dpa ) Wenige Tage nach dem Bekanntwerden der Ibiza-Affäre lässt ein Mitarbeiter von Österreichs Kanzler Kurz einem Medienbericht zufolge Daten schreddern - unter falschem Namen. Die Aktion fliegt nur auf, weil er hinterher die Rechnung nicht bezahlt. Die Opposition wittert den nächsten Skandal. Im Zuge der Ibiza-Affäre in Österreich sorgt ein weiteres Detail für Aufregung: Einem Bericht der österreichischen Zeitung "Der Kurier" zufolge soll ein Mitarbeiter des damaligen Kanzlers Sebastian Kurz unter falschem Namen Daten vernichtet haben - nur sechs Tage nach Bekanntwerden der Ibiza-Affäre. Die Daten könnten demnach im Zusammenhang mit dem Video stehen, das im Mai die Regierungskoalition von ÖVP und FPÖ erschütterte und schließlich auseinanderbrechen ließ.Dem "Kurier" zufolge besuchte der Kurz-Mitarbeiter eine Firma mit dem Namen "Reisswolf", um bei ihr eine Festplatte schreddern zu lassen. Dabei nannte er demnach einen falschen Namen und verschwieg auch die Herkunft des Datenträgers. Das Ganze soll lediglich aufgeflogen sein, weil der Mitarbeiter die Rechnung für die Vernichtung der Daten nicht bezahlte - und die eingeschaltete Polizei den Mann - dank einer korrekt angegebenen Telefonnummer - identifizierte. Als sich herausstellte, dass er für das Kanzleramt arbeitet, durchsuchte die "Soko Ibiza" laut "Kurier" die Wohnung des Mannes. Pikant an diesem Fall ist die Tatsache, dass Akten und Schriftverkehr nach einem Regierungswechsel laut Gesetz im Staatsarchiv deponiert werden müssen. Die Vernichtung der Festplatte könnte dem Zeitungsbericht zufolge somit einen Gesetzesverstoß darstellen. Die Opposition fordert laut der Tageszeitung "Die Presse" nun Aufklärung darüber, um was es sich bei den vernichteten Dokumenten handelte. SPÖ-Bundesgeschäftsführer Thomas Drozda sagte der Zeitung, es spreche Bände, dass der Mitarbeiter nicht einmal eine Woche nach Veröffentlichung des Skandalvideos unter falschem Namen sensible Daten vernichten ließ und nun mit einem Job in der ÖVP-Zentrale versorgt sei. Die ÖVP ließ dagegen verlauten, es sei völlig üblich, persönliche Arbeitsunterlagen, die nicht Bestandteil von Akten sind, bei einem Ressortwechsel zu löschen oder zu schreddern.Die Ibiza-Affäre war durch ein heimlich gefilmtes Gespräch ausgelöst worden, das den ehemaligen FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache im Gespräch mit einer vermeintlichen russischen Oligarchen-Nichte zeigt. Darin ging es unter anderem um möglicherweise illegale Parteispenden und die Übernahme der "Kronen"-Zeitung. Strache trat nach Veröffentlichung des Videos zurück, auch die Regierungskoalition aus FPÖ und ÖVP zerbrach. Am 29. September finden Neuwahlen statt.Let's block ads! (Why?)
    Quelle: ntv NewsPubliziert am 20-07-2019
  • Acht Jahre nach Reaktor-Gau: Fukushima erlaubt wieder Baden am Strand
    Samstag, 20. Juli 2019
    Mehr als acht Jahre Sperrgebiet: Viele Japaner strömen an den Strand der Stadt Minamisoma - 25 Kilometer von dem Unglücks-AKW entfernt. (Foto: picture alliance/dpa) Schwimmen mit einer Atomruine im Rücken: Erstmals seit dem verheerenden Tsunami und der dadurch ausgelösten Reaktorkatastrophe vor acht Jahren gibt die Präfektur Fukushima einen Strand wieder zum Baden frei. Viele Japaner stürzen sich in die Wellen. Manche überkommt ein Gefühl der Wehmut. Planschende Kinder in der Brandung und Surfer, die auf die nächste Welle warten: Erstmals seit der Reaktorkatastrophe vor mehr als acht Jahren ist ein Strand in der japanischen Präfektur Fukushima wieder freigegeben worden. Viele Menschen vergnügten sich am Hitaizumi-Strand in der Stadt Minamisoma in den Fluten des Pazifiks, nur etwa 25 Kilometer entfernt von der Atomruine. "Ich bin hier mit dem Blick auf die See aufgewachsen. Zum ersten Mal zurückzukommen, weckt einen Hauch von Nostalgie", sagte die Japanerin Sayaka Mori der Nachrichtenagentur Kyodo, während sie mit Mann und drei Kindern am Strand spazierte. Ihr Haus, das nahe am Strand stand, war 2011 von dem Tsunami weggerissen worden.Das Erdbeben der Stärke 9,0 und der Tsunami vom 11. März 2011 hatten weite Teile der japanischen Küste verwüstet und 18.500 Menschen getötet. Im Atomkraftwerk Fukushima Daiichi wurden die Reaktoren 1 bis 3 zerstört, es kam zu Kernschmelzen. Wegen der radioaktiven Strahlung mussten damals rund 160.000 Anwohner fliehen.Let's block ads! (Why?)
    Quelle: ntv NewsPubliziert am 20-07-2019
  • Mitch Petrus wird 32 Jahre alt: Ex-NFL-Champion stirbt nach Hitzschlag
    Samstag, 20. Juli 2019
    Mitch Petrus wurde nur 32 Jahre alt. (Foto: imago images / ZUMA Press) Mitch Petrus ist tot. Der ehemalige Football stirbt im Alter von 32 Jahren an den Folgen eines Hitzschlags in seiner Heimatstadt Little Rock in den USA. Er gewann 2011 mit den New York Giants den Superbowl gegen die Patriots. Die Nordamerikanische Football Liga NFL trauert um einen ihrer früheren Champions. Mitch Petrus, der 2011 mit den New York Giants den Superbowl gegen die New England Patriots gewann, ist im Alter von nur 32 Jahren gestorben. *Datenschutz Wie die Nachrichtenagentur AP berichtet, soll sein Tod die Folge eines Hitzschlages sein. Den Mittlere Westen und der Nordwesten der USA macht derzeit eine Hitzewelle zu schaffen. Petrus soll bei Temperaturen von bis zu 40 Grad in seiner Heimatstadt Little Rock, der Hauptstadt des Bundesstaates Arkansas, Arbeiten für das Unternehmen seiner Familie verrichtet haben. Anschließend habe er sich unwohl gefühlt und wurde ins Baptist Health Medical Center North eingeliefert, wo er am Donnerstag starb.Die New York Giants, für die Petrus als Offensive Lineman spielte, teilten auf Twitter mit: "Wir sind tief betroffen von Mitchs Tod. Unsere Gedanken sind bei seiner Familie und seinen Freunden." Petrus wurde am 11. Mai 1987 in Carlisle Township in Arkansas geboren, wo er seine sportliche Karriere begann. An der University of Arkansas studierte er Agrarökonomie. Außerdem war er Musiker, bei der Band "Vikings of the North Atlantic" spielte er den Bass.Let's block ads! (Why?)
    Quelle: ntv NewsPubliziert am 20-07-2019
  • Der zweite Abschied: Den Haushalt auflösen
    Samstag, 20. Juli 2019
    Das Leerräumen einer Wohnung des Verstorbenen kann Wochen oder Monate dauern. (Foto: dpa-tmn) Die Beerdigung eines geliebten Menschen ist nur der erste Abschied. Die Auflösung des Haushaltes folgt ja noch und fällt oft besonders schwer. Ein Patentrezept für das Vorgehen gibt es nicht, aber Experten kennen Tipps, die es leichter machen. Wenn ein naher Angehöriger stirbt, ist die Trauer groß. Noch schwerer wird es, wenn der Verstorbene allein gelebt hat und nun eine Haushaltsauflösung ansteht. Zusätzlich zur Trauer müssen Verwandte sich mit weiteren Problemen und Fragen beschäftigen. Was möchte ich behalten, und was kann weg? Was mache ich mit den wertvollen Sachen und wohin mit dem Gerümpel? Und wer kann mir helfen? "Ich empfehle den Betroffenen, zum Beispiel einen Freund mitzunehmen", erklärt der Trauerbegleiter Norbert Mucksch vom Bundesverband Trauerbegleitung in Klingenmünster (Rheinland-Pfalz). Der Freund ist eine Unterstützung, vor allem aber schaut er neutraler auf die Dinge, als man es selbst in so einem Moment kann. Denn in dieser seelisch aufwühlenden Ausnahmesituation kommt der Verstand oft zu kurz. Viele Menschen können alleine nicht gut entscheiden, welche Dinge sie behalten und von welchen sie sich trennen sollten.Mittelmaß ist gefragt Mucksch kennt beide Extreme. "Manche wollen ganz viel behalten, weil sie denken, das alles ist unwiederbringlich. Was es ja auch ist", sagt er. Das andere Extrem: Es wird ein großer Kehraus gemacht und bis auf ganz wenige persönliche Dinge alles weggeworfen.Beide Extreme sind nicht gesund, gefragt ist ein Mittelmaß. Wo dieses liegt, muss allerdings immer wieder aufs Neue entschieden werden. Soll man die vielen Fotoalben wirklich mitnehmen? Sie nehmen schließlich nicht viel Platz weg, und man kann sie später immer noch wegwerfen, wenn man möchte. Und was ist mit den Sammeltassen, an dem so viele Kindheitserinnerungen hängen?"Man sollte auf die emotional wichtigen Dinge achten", rät der Trauerbegleiter Mucksch. So kann es sinnvoll sein, ein Kleidungsstück des Verstorbenen aufzubewahren. Vielleicht riecht es sogar noch nach dem geliebten Menschen. Dann kann es zumindest in der ersten Zeit immer mal wieder hervorgeholt werden. "So etwas sollte man nicht geringschätzen", sagt Mucksch.Natürlich werden bei einer Haushaltsauflösung viele Emotionen hochkommen. Der Fachmann empfiehlt, diese zuzulassen. "Trauer braucht Ausdruck. Und Tränen und Gefühle sind dieser Ausdruck", sagt er. Es ist für die meisten Menschen zwar gut, in dieser belastenden Situation nicht alleine zu sein. Doch es gibt Ausnahmen: Manche möchten vor der Haushaltsauflösung noch einmal ganz alleine in den Räumen sein, um die Atmosphäre in sich aufzunehmen und Abschied zu nehmen. Aber auch hier gilt es, sich seelischer Unterstützung zu versichern. Sinnvoll ist es etwa, einen Freund vorab zu fragen, ob man ihn dann doch anrufen kann, wenn es einem schlecht geht.Was hätte der Verstorbene gewollt?Aus psychologischer Sicht kann es gut sein, mit der Haushaltsauflösung zu warten, bis man ein bisschen Abstand zu dem Geschehen bekommen hat. Dies ist aber nur möglich, wenn der Verstorbene in den eigenen vier Wänden gelebt hat. Bei gemieteten Immobilien bleibt oft nur die zügige Ausräumung.Experten empfehlen, durch die Räume zu gehen und zunächst einmal die Sachen mitzunehmen, die man auf jeden Fall behalten möchte. Gibt es mehrere Angehörige, wird es oft schwierig. Es kann zu Streitigkeiten kommen, wem der Geschwister etwa der Schmuck oder die wertvollen Teppiche zustehen. Ein Patentrezept für eine Lösung gibt es nicht. "Manchmal hilft es, wenn man sich fragt, was wohl der Verstorbene gewollt hätte", rät Mucksch.Verschenken oder verkaufen?Nachdem aussortiert wurde, steht die nächste Frage im Raum: Was können wir verschenken oder eventuell noch verkaufen? Möglich ist es, Sachen für den nächsten Flohmarkt aufzuheben oder Anzeigen aufzugeben. Zudem gibt es soziale Einrichtungen, die sich über entsprechende Zuwendungen freuen.Dazu gehört die Caritas, die in einigen Regionen sogar Haushaltsauflösungen anbietet. "Wir nehmen dann wirklich alles mit. Auch die Eiche rustikal, für die man meistens keinen Abnehmer mehr findet", sagt Wolfgang Lohbreyer, Leiter des Möbelhofs der Caritas in Herne (NRW). "Ein Großteil unserer Kunden wäre nicht in der Lage, sich eine Ausräumung zu leisten."Im Durchschnitt kostet diese den Angehörigen etwa 500 bis 600 Euro. Damit ist bei der Zielgruppe der Caritas die Grenze der finanziellen Möglichkeiten erreicht, in manchen Fällen übernimmt zudem das Sozialamt die Kosten. Deren Höhe orientiert sich am Aufwand und an dem Wert der Stücke, die noch verkauft werden können. Sie werden dann für wenig Geld von der Caritas Bedürftigen angeboten.Bei einem gewerblichen Anbieter können Kosten in vierstelliger Höhe anfallen. Thomas Fischer vom Bundesverband Sekundärrohstoffe und Entsorgung in Bonn rät, bei mehreren Entrümplern anzufragen und sich dort Angebote einzuholen. Wie in vielen anderen Bereichen gibt es auch hier schwarze Schafe. "Bei Todesfällen vergisst man oft, dass nicht jeder einem etwas Gutes will", formuliert es Fischer.Seriöse Anbieter sind etwa daran zu erkennen, dass sie einen Paketpreis anbieten. Die Kosten für Entrümpelung werden mit den Preisen für die wertvollen Dinge gegengerechnet. Der Preis ist verbindlich, eine Nachrechnung wird nicht gestellt. Let's block ads! (Why?)
    Quelle: ntv NewsPubliziert am 20-07-2019
  • DNA-Proben im Vatikan-Krimi: Experten testen Knochenfund im Fall Orlandi
    Samstag, 20. Juli 2019
    Liegen hier die Gebeine der verschollenen Emanuela Orlandi? Der Camposanto Teutonico im Vatikan. (Foto: picture alliance/dpa) Vor 36 Jahren ist Emanuela Orlandi im Vatikan spurlos verschwunden. Der Familie lässt ihr Schicksal keine Ruhe, sie erzwingt vom Vatikan zwei Graböffnungen. Die Gräber sind leer, doch Experten finden Knochen. Die werden jetzt genetisch untersucht. Der Vatikan hat einen neuen Anlauf genommen, das Rätsel um ein vor 36 Jahren verschwundenes Mädchens zu lösen. Dazu untersuchte ein Expertenteam Knochenfunde auf dem deutschen Friedhof im Vatikan. Dabei soll nicht nur geklärt werden, ob es die Überreste der verschwundenen Tochter eines Vatikan-Dieners, Emanuela Orlandi, sind. Gesucht wird auch nach den Gebeinen zweier adeliger Frauen, die auf dem Friedhof bestattet liegen sollten. Der Vatikan hatte Mitte Juli zwei Gräber auf dem deutschen Pilgerfriedhof Campo Santo Teutonico öffnen lassen: Von Sophie von Hohenlohe (gestorben 1836) und Herzogin Charlotte Friederike zu Mecklenburg (gestorben 1840). Die Gräber aus dem 19. Jahrhundert waren auf Bitten von Orlandis Familie geöffnet worden, zu ihrer Überraschung jedoch komplett leer. Experten vermuten, dass sich die Gebeine der beiden Adeligen zwei Beinkellern befinden - sie könnten im Zuge von Umbauarbeiten in den 60er und 70er Jahren dorthin verlegt worden sein.In Beinkellern oder den überirdisch gelegenen Beinhäusern werden menschliche Knochen aufbewahrt, die etwa aus Platzgründen aus Friedhöfen ausgelagert wurden. Die beiden Anlagen im Vatikan waren erst vergangene Woche entdeckt worden. Sie sind durch eine Falltüre zugänglich, die sofort versiegelt worden war.Rechtsmediziner nimmt Knochenproben für DNA-Test
    Der Bruder von Emanuela, Pietro Orlandi, bei der Graböffnung im Vatikan. (Foto: imago images / Pacific Press Agency) Die Untersuchungen in den Beinkellern leitete der Rechtsmediziner Giovanni Arcudi, den der Vatikan mit der Aufgabe betraut hatte. Zudem war ein von der Familie Orlandi ausgewählter weiterer Experte vor Ort, um Knochenreste zu entnehmen. Deren DNA soll klären, wessen Gebeine das sind. Es sei allerdings nicht vorherzusagen, wann Ergebnisse vorliegen, teilte der Vatikan mit. Am kommenden Samstag solle die Operation mit einer "eingehenden morphologischen Untersuchung" weitergehen. "Mit dieser Tätigkeit beweist sich erneut die Einsatzbereitschaft des Heiligen Stuhls für die Familie Orlandi", sagte Papstsprecher Alessandro Gisotti.Die 15-jährige Emanuela Orlandi war am 22. Juni 1983 nicht vom Musikunterricht heimgekehrt. Der Fall gilt als eines der größten Rätsel in der jüngeren italienischen Kriminalgeschichte. Um Orlandis Verschwinden rankten sich immer neue Spekulationen und Verschwörungstheorien, in denen teilweise auch der Vatikan eine Rolle spielt.Vor einem Jahr erhielt die Anwältin der Familie einen mit einem Foto versehenen anonymen Hinweis auf ein Grab mit einem Engel, wonach die Überreste der Verschwundenen angeblich auf dem deutschen Pilgerfriedhof verscharrt seien. Daraufhin setzte sie eine Öffnung der beiden Gräber durch.Let's block ads! (Why?)
    Quelle: ntv NewsPubliziert am 20-07-2019
  • 34-Jährige stirbt: Mann schubst Frau vor einfahrenden Zug
    Samstag, 20. Juli 2019
    Polizisten sichern Spuren am Tatort. (Foto: dpa) Ein 28-Jähriger schubst eine sechs Jahre ältere Frau ins Gleisbett - just in dem Moment, als im Bahnhof im niederrheinischen Voerde ein Zug einfährt. Der Lokführer kann die Katastrophe nicht mehr verhindern. Ein 28-jähriger Mann hat nach Polizeiangaben am Bahnhof im niederrheinischen Voerde eine 34-jährige Frau vom Bahnsteig vor einen einfahrenden Zug gestoßen. Die Frau aus Voerde sei am Morgen ins Gleisbett gestürzt und von dem Regionalexpress überrollt worden, berichtete ein Sprecher der Duisburger Polizei. Trotz der Rettungsbemühungen sei sie noch am Ort gestorben. Der 28-Jährige wurde von Zeugen bis zum Eintreffen der Polizei festgehalten. Er soll noch am Wochenende dem Haftrichter vorgeführt werden. Zu den Hintergründen der Tat konnte die Polizei zunächst keine Angaben machen. Bislang ist unklar, ob sich der Mann und sein Opfer kannten. Laut "Bild"-Zeitung sollen Augenzeugen der Polizei von einer Auseinandersetzung berichtet haben. Als der Regionalexpress um 8.49 Uhr dann in den Bahnhof Voerde einfuhr, habe der Mann die Frau vor den Zug gestoßen. Der Lokführer konnte die Tragödie nicht mehr verhindern.Der mutmaßliche Täter stammt aus Hamminkeln und ist polizeibekannt, hieß es. Eine Mordkommission übernahm die Ermittlungen. Für die Spurensicherung wurde die Bahnstrecke mehrere Stunden lang gesperrt. Ein Ersatzverkehr für Bahnreisende wurde eingerichtet.Let's block ads! (Why?)
    Quelle: ntv NewsPubliziert am 20-07-2019
  • Deutscher diesmal mit dabei?: Nächster Schritt auf dem Mond steht bevor
    Samstag, 20. Juli 2019 Von Kai Stoppel
    Im Jahr 2023 will das Unternehmen SpaceX Touristen zum Mond befördern. Aussteigen sollen sie dort allerdings nicht. (Foto: Space Exploration Technologies Corp.) 50 Jahre nach der ersten Landung gerät der Mond wieder in den Fokus. Die USA drücken aufs Tempo - 2024 soll wieder ein Mensch den Erdtrabanten betreten. Aber auch China treibt eine eigene Landung voran. Europa wiederum träumt von einem internationalen "Monddorf". Wenn man davon spricht, dass Dinge vor einem halben Jahrhundert geschehen sind, gelten diese in der Regel als überholt. Anders bei Mondlandungen - zwar betraten schon vor 50 Jahren, am 20. Juli 1969, die ersten Menschen den Erdtrabanten. Das könnte sich aber bald wiederholen - denn der Mond ist wieder in den Fokus einer ganzen Reihe von Staaten und auch privaten Unternehmen gerückt. Mond-Pläne anderer Länder Indien: Als erste indische Mondmission soll "Chandrayaan-2" Ende 2019 am Südpol des Erdtrabanten landen.Russland: Die ersten Kosmonauten sollen Anfang der 2030er-Jahre auf dem Mond landen. 14 Tage sollen sie bleiben.Japan: Die Hightech-Nation will sich am Bau der Nasa-Raumstation in der Umlaufbahn des Mondes ab Mitte der 2020er-Jahre beteiligenSüdkorea: Bis Ende 2020 soll die Sonde "Korea Pathfinder Lunar Orbiter" (KPLO) mit einer SpaceX-Rakete zum Mond fliegen. Und die USA - bisher einzige Nation mit Astronauten auf dem Mond - machen bei der Neuauflage am meisten Tempo. Der ursprüngliche Zeitplan des Mondprogramms wurde überarbeitet, bereits im Jahr 2024 - statt wie bisher geplant 2028 - sollen die ersten Menschen nun wieder einen Fuß in den Mondstaub setzen. Natürlich sollen es US-Amerikaner sein, so die "offizielle Politik" der Trump-Regierung - darunter auch die erste Frau auf dem Mond.Laut einem internen Nasa-Plan, über den das Onlineportal "Ars Technica" im Mai berichtete, soll es dann Schritt für Schritt in Richtung einer dauerhaft bewohnten Mondstation gehen. Mit fast 40 Flügen sollen bis zum Jahr 2028 Gerät, Behausungen und Menschen zum Erdtrabanten transportiert werden. Eine möglicherweise dauerhaft bewohnte Raumstation im Mondorbit, das "Lunar Gateway", ist geplant, der eine wichtige Doppelfunktion zukommt: zum einen als bemanntes Forschungslabor, zum anderen als Ausgangspunkt für die Landemissionen.Auch China will den Mond erobernWarum die USA derzeit so aufs Tempo drücken, ist nicht bekannt. Sicher ist jedoch, dass die von der US-Regierung als Konkurrenz identifizierte Volksrepublik China ihrerseits Pläne für eine Mondlandung vorantreibt. Erst Anfang des Jahres hatte China seine Ambitionen - und vor allem: seine Fähigkeiten - in Sachen Mond-Landungen eindrucksvoll unter Beweis gestellt. Mit "Chang'e 4" setzte im Januar bereits die zweite chinesische Sonde erfolgreich auf dem Mond auf - und zwar auf dessen Rückseite, was bisher weder die USA noch Russland vollbracht hatten.Aber die Chinesen wollen noch mehr. Das Mondprogramm der Volksrepublik sieht eine schnelle Steigerung der Fähigkeiten vor. Noch in diesem Jahr soll eine weitere Sonde gestartet werden, die Bodenproben zurück zur Erde bringt. Bei weiteren Missionen in den 2020ern sollen systematisch Technologien für den Aufbau einer Station am Südpol des Mondes erprobt werden. In den 2030ern soll der erste Chinese den Mond betreten, verlautete aus offiziellen Kreisen.Aber nicht nur die Weltraumnationen, auch private Unternehmen arbeiten an bemannten Flügen zum Erdtrabanten. Die weit fortgeschrittene Raketentechnik der Firma SpaceX des genauso exzentrischen wie visionären Elon Musk soll bereits im Jahr 2023 den japanischen Unternehmer Yusaku Maezawa einmal um den Mond herum schießen. Den Schub liefern soll eine von SpaceX entwickelte eigene Super-Rakete, die "BFR" ("Big Falcon Rocket"). Bereits 2020 soll sie zum ersten Mal fliegen - obwohl auch SpaceX seine Zeitpläne oft nicht eingehalten hat.Sogar von einer Mondlandung träumt ein anderer US-Milliardär: Amazon-Chef Jeff Bezos. Im Mai präsentierte er seine Mondlandefähre "Blue Moon". Für das Jahr 2024 ist eine Landung am Mond-Südpol geplant, so das ambitionierte Ziel. Als Rakete könnte die "New Glenn" von Bezos' eigenem Raumfahrtunternehmen "Blue Origin" dienen. Allerdings ist auch die noch nicht startklar - erst im kommenden Jahr soll sie ihren Erstflug absolvieren.Auch der europäische Luft- und Raumfahrtkonzern Airbus nimmt den Mond ins Visier und hat gemeinsam mit Bezos im vergangenen Jahr den internationalen Wettbewerb "The Moon Race" ins Leben gerufen. Im Zentrum stehen dabei Techniken, mit denen auf dem Mond später Energie, Wasser und Nahrung produziert werden können.Vision von europäischem "Monddorf"Denn auch in Europa träumt man von der Rückkehr zum Mond. Der Chef der europäischen Raumfahrtorganisation Esa, Jan Wörner, sorgte mit seiner Vision eines "Monddorfes" für Furore. Auf einer permanenten Mondbasis sollen verschiedene Nationen gemeinsam forschen und den Mond kommerziell erschließen - sei es als Rohstoffquelle oder für den Tourismus. Auch China soll mit eingebunden werden, betonte Wörner.Allerdings ist Europa mangels eigener leistungsfähiger Trägerraketen und Raumschiffe bei seinen Mondplänen bisher auf die USA angewiesen. Gemeinsam baut man bereits das Mond-Raumschiff "Orion", für das die Esa ein Servicemodul entwickelt hat - ohne dieses Antriebsmodul könnte "Orion" nicht fliegen.Dank der engen Zusammenarbeit könnte Europa vom hohen Tempo der USA profitieren. Schon im Jahr 2023, wenn ein bemanntes "Orion"-Raumschiff erstmals wieder den Mond umrunden soll, ist womöglich auch ein Europäer mit an Bord. Vielleicht sogar ein Deutscher - Astronaut Alexander Gerst jedenfalls hat bereits seine Bereitschaft dazu erklärt. Infrage kommt auch sein Kollege Matthias Maurer, der wie Gerst zum Esa-Astronautenkorps gehört. Der 49-Jährige wurde in der Vergangenheit bereits als "der erste Deutsche auf dem Mond" gehandelt.Jetzt bei TVNOW die exklusive Doku "Wettlauf zum Mond" ansehen.Let's block ads! (Why?)
    Quelle: ntv NewsPubliziert am 20-07-2019
  • Französische Pyrenäen-Party: Pinot siegt auf dem Mythos Tourmalet
    Samstag, 20. Juli 2019
    Erster! Thibaut Pinot. (Foto: REUTERS) Der Franzose Thibaut Pinot gewinnt die 14. Etappe der Tour de France, auf Platz zwei landet sein Landsmann Julian Alaphilippe. Damit fährt er weiter im Gelben Trikot. Der Deutsche Emanuel Buchmann erreicht das Ziel auf dem mehr als 2000 Meter hohen Tourmalet in den Pyrenäen als Vierter. Der Franzose Thibaut Pinot hat die 14. Etappe der Tour de France gewonnen. Der 29 Jahre alte Radprofi vom Team Groupama-FDJ siegte nach 117,5 Kilometern in den Pyrenäen von Tarbes zum legendären Col du Tourmalet auf 2115 Metern Höhe. Am Ende hatte er sechs Sekunden Vorsprung auf seinen Landsmann Julian Alaphilippe. Der fährt für das Team Deceuninck-Quick Step und verteidigte damit erfolgreich das Gelbe Trikot des Gesamtführenden beim bislang größten Härtetest im Hochgebirge. Alaphilippe hatte am Freitag das Einzelzeitfahren gewonnen. Der Deutsche Emanuel Buchmann überzeugte im Team Bora-Hansgrohe als Vierter mit acht Sekunden Rückstand auf Pinot und rückte in der Gesamtwertung auf Platz fünf vor.Titelverteidiger Geraint Thomas aus Großbritannien musste auf dem letzten Kilometer abreißen lassen, verlor eine halbe Minute auf Alaphilippe und landete am Ende auf Platz acht. Im Gesamtklassement ist Thomas mit 2:02 Minuten Rückstand Zweiter. Am Sonntag geht die Kletterpartie in den Pyrenäen weiter. Auf den 185,5 Kilometern von Limoux nach Foix Prat d'Albis müssen die Radprofis drei Berge der ersten Kategorie überwinden. Der letzte Anstieg hat es mit 11,8 Kilometern und einer Steigung von 6,8 Prozent in sich.Let's block ads! (Why?)
    Quelle: ntv NewsPubliziert am 20-07-2019
  • Salvinis Moskau-Connection: Auch Italien hat eine Ibiza-Affäre
    Samstag, 20. Juli 2019 Von Andrea Affaticati, Mailand
    Geheimtreffen in Moskau oder nur Geschwätz? Salvinis Ausweichmanöver vor dem Senat in Rom stacheln die Nachfragen erst richtig an. (Foto: AP) Was wusste Italiens Innenminister Salvini von einem Treffen in einem Moskauer Hotel, bei dem es auch um eine illegale Finanzierung seiner Partei Lega ging? Der Vizepremier verheddert sich in unglaubwürdigen Ausreden. Die Moskau-Affäre, die vor knapp zwei Wochen in Italiens politischen Alltag platzte, wird von Tag zu Tag spannender und für den rechtsnationalen Chef der Lega-Partei, Matteo Salvini, brenzliger. Es geht um dubiose Beziehungen zwischen Russland und Salvini-Gefolgsleuten, es geht um eine große russische Erdöllieferung und eine mutmaßliche illegale Parteispende. Es geht um ein geheimes Treffen in Moskau und um den Verdacht, Russland versuche, über Salvinis Partei Einfluss auf die italienische Politik zu nehmen. Das Ganze erinnert an die österreichische Ibiza-Affäre. Mit dem Unterschied, dass es nicht auf der spanischen Mittelmeerinsel anfängt, sondern in der russischen Hauptstadt. Und dass die italienische Regierung noch nicht daran zerbrochen ist.Moskau 18. Oktober 2018, 9.30 Uhr: Sechs Männer - drei Italiener und drei Russen - sitzen in der Hall des Hotels Metropol und diskutieren über eine russische Erdöllieferung im Wert von 1,5 Milliarden Dollar und eine daraus folgende Spende von 65 Millionen Euro an die Lega. Die finanzielle Abwicklung soll über Mittelsmänner und -Banken erfolgen. Parteispenden aus dem Ausland sind in Italien zwar verboten, doch der Zweck heiligt anscheinend die Mittel. Denn mit dem Geld will sich die Partei ja nicht bereichern, erklärt einer der Italiener. "Im Mai sind EU-Wahlen. Wir wollen Europa verändern. (...) Salvini ist der erste Mann, der Europa verändern will."Vor zehn Tagen veröffentlichte die Nachrichtenseite Buzzfeed den Audiomitschnitts dieses Treffens. Die Aufregung darüber war groß und wurde noch größer, nachdem Innenminister und Vize-Premier Salvini den Inhalt als Klatsch abtat und die Vorsitzende des Senats sich weigerte, die Affäre auf die Tagesordnung zu setzen. Das Parlament beschäftige sich nicht mit Geschwätz, erwiderte sie der protestierenden Opposition. Das Abwehrmanöver ging aber nach hinten los und weckte nur noch mehr Neugier.Wer waren die Männer am Tisch, worum ging es wirklich? Buzzfeed konnte nur einen der Gesprächspartner identifizieren: Gianluca Savoini, einst Salvinis Sprecher, der in seiner Jugend auch Kontakte zur rechtsextremen Szene pflegte. Heute spielt er über seinen 2014 gegründeten Kulturverband Lombardia-Russia eine wichtige Rolle in den Vernetzungen der Lega mit Russland. Der Website des Vereins ist zu entnehmen, dass die Organisation überparteilich sei, jedoch die Weltanschauung von Präsident Wladimir Putin teile.Die Jagd nach den Namen der anderen beiden Italiener im Hotel war schon nach wenigen Tagen abgeschlossen. Der römische Rechtsanwalt Gianluca Meranda, dessen internationale Kanzlei vornehmlich italienische und ausländische Erdölgesellschaften und Geschäftsbanken betreut, schrieb selbst an die Tageszeitung "La Repubblica" und wies sich als "General Counsel einer englisch-deutschen Geschäftsbank aus", in deren Namen er an dem Treffen im Metropol teilgenommen habe. Der Deal sei aber letztendlich nicht zustande gekommen. Der dritte Italiener heißt Francesco Vannucci, ist ein ehemaliger Bankangestellter und jetzt Mitarbeiter von Meranda. Von den drei Russen gibt es keine offizielle Identifizierung. Vermutet wird aber, dass unter ihnen auch der Manager Ilya Andreevich Jakunin gewesen sein könnte, der einen guten Draht zum stellvertretenden russischen Regierungschef Dmitri Kosak hat.Auch die Dementis zum Tonmitschnitt kamen umgehend. Der italienische Energiekonzern ENI, der als Käufer der Erdölpartie angegeben worden war, sowie die Investment Bank Euro-IB, in dessen Namen Maranda angeblich agierte, wiesen jegliche Involvierung von sich. Und auch aus Russland kam eine offizielle Stellungnahme. Putins Sprecher Dmitri Peskow sagte der italienischen Presseagentur Ansa: "Der Kreml hat noch nie Geld an italienische Parteien oder Politiker vergeben."Auch die Geheimdienste ermittelnDas Statement hinderte die Mailänder Staatsanwaltschaft nicht daran, Ermittlungen wegen des Verdachts illegaler Parteifinanzierung gegen die drei Italiener einzuleiten und Hausdurchsuchungen anzuordnen. Doch die Moskau-Affäre schlägt noch höhere Wellen. Der Parlamentarische Verfassungsausschuss hat den Chef des Auslandsdienstes zu sich bestellt, um Näheres über den Verband Lombardia-Russia zu erfahren. Dieser steht schon seit längerem wegen seiner Vernetzungen in Russland und im separatistischen Donbass im Visier der Geheimdienste. Was, wenn es sich um ein trojanisches Pferd handelt, mit dem Russland jetzt, wo die ihm wohlgesonnene Lega an der Macht ist, die italienische Politik beeinflussen will?Salvini hat auf das alles bis jetzt mit betonter Gelassenheit reagiert und sich geweigert, im Parlament Rede und Antwort zu stehen. Er habe nie auch nur einen Rubel von den Russen bekommen, wiederholt er unermüdlich. Was wiederum Herrn Savoini betrifft, so habe dieser eigenmächtig gehandelt. Doch es vergeht kaum ein Tag, an dem nicht neue Puzzlesteine zutage treten. Je mehr Details bekanntwerden, desto getriebener wirkt der Lega-Chef. Schon seine Distanzierung von seinem ehemaligen Sprecher wirkt unglaubwürdig, denn so fremd, wie er behauptet, sind die beiden sich wohl doch nicht geworden.Das geheime TreffenZurück nach Moskau. Am 17. Oktober 2018, also am Tag vor den Verhandlungen im Metropol, war auch Salvini in der russischen Hauptstadt. Der italienische Industrieverband in Russland hatte ihn zu einem Forum eingeladen. Nach seiner Rede, in der er, entgegen der offiziellen Position der Regierung, der er bekanntlich angehört, die Sanktionen gegen Russland als "wirtschaftlichen, gesellschaftlichen und kulturellen Wahnsinn" bezeichnete, sollte er eigentlich gleich wieder zurückfliegen. Das sah zumindest das Protokoll des italienischen Botschafters vor. Doch am Tag danach postete Salvini gegen 11 Uhr morgens ein Selfie mit Bier und Hamburger und folgendem Text: "Nach einem Treffen mit italienischen Unternehmern und russischen Ministern, kleiner diätetischer Imbiss am Flughafen #Moskau." Wen er getroffen habe, daran könne er sich beim besten Willen nicht mehr erinnern, antwortet er heute.Doch über ein geheimes Treffen nach dem Forum hatte Ende Februar schon das italienische Wochenmagazin "L'Espresso" berichtet. An jenem Abend soll sich Salvini mit Kosak getroffen haben, dem russischen Vize-Premier. Danach sei es ins Luxusrestaurant Rusky zum Abendessen gegangen, an dem auch sein Ex-Sprecher Savoini teilnahm. Zwölf Stunden später fand das Treffen im Metropol statt. Kann es wirklich sein, dass ihm Savoini nichts vom Treffen am nächsten Tag gesagt hat?Ob Salvini sich weiter in Ausreden verheddern wird oder am Ende doch vor das Parlament tritt, ist nicht sicher. Vielleicht hilft ihm der Entschluss von Premier
    Quelle: ntv NewsPubliziert am 20-07-2019
  • Der Denglische Patient: Boris Johnson, Mr Mean
    Samstag, 20. Juli 2019 Eine Kolumne von Peter Littger
    Boris Johnson will in die Downing Street. (Foto: REUTERS) Als Politiker macht Boris Johnson vielen Menschen Angst und schlechte Laune. Als Redner nervt er mit seiner Churchill-Nummer. Doch als Premierminister wird er die englische Verschrobenheit zu einem ganz neuen Höhepunkt führen - auch in sprachlicher Hinsicht. Was die englischen Kunstfigur Mr Bean und Shaun das Schaf so faszinierend macht, ist ihre herrliche Kommunikation mit Gesten. Sie sprechen nicht mit Worten, sondern mit Grimassen, um Pointen zu erzeugen. Mit Tollpatschigkeit, um Mitleid zu erregen. Und mit gezielter Hinterfotzigkeit, um in jeder neuen Episode ihr Überleben zu sichern – und den Applaus gleich dazu. Ob man diese verschrobene – wahrscheinlich urenglische – Rezeptur mag oder nicht: Als Denglischer Patient, der sich für sein Leben gerne mit der Kommunikation in der englischsprachigen Welt beschäftigt, faszinierte es mich, dass mit Alexander Boris de Pfeffel Johnson nächste Woche eine weitere, äußerst talentierte Kunstfigur ausgerechnet die Regierungsgeschäfte in London übernehmen wird. Seine Kritiker halten es allerdings für problematisch, dass es dabei um viel mehr geht, als nur um die Regierungsgeschäfte von Little England …Obwohl es schwerfällt, die gedrungene, krankhaft stotternde, antrainiert nuschelnde und zugleich wasserfallartige Sprache von Boris Johnson zu ignorieren – wer für einen Moment die "Mute" Taste drückt, während er spricht, kann in ihm tatsächlich eine Promenadenmischung aus Mr Bean und Shaun das Schaf erkennen.
    Johnson radelte schon immer gerne. (Foto: imago images / ZUMA Press) Es versteht sich von selbst, dass diese Lesart nicht ausreicht, um jenen Mann vollständig zu begreifen, der sich wie ein Monarch von allen Menschen bloß "Boris" nennen lässt, und der in offiziellen Verlautbarungen eine Wiedergeburt als Olive für wahrscheinlicher gehalten hat, als jemals britischer Premierminister zu werden. Er ist ein konservativer Politiker, der jahrelang eine Che Guevara Gedenk-Swatch am Handgelenk trug. (Wie auf dem Titelbild seines Buchs "Lend me your ears" zu erkennen ist.) Er ist ein Engländer mit amerikanischem Pass (weil in New York geboren) und türkischer, deutscher und schweizerischer Abstammung, der vor zwei Jahren Jan Böhmermanns Schmähkritik nachahmte und den türkischen Präsidenten Erdogan öffentlich als "Wichser von Ankara" bezeichnete ("The wankerer from Ankara").Ein Traum vom neuen ChurchillSeit seiner Kindheit träumt er womöglich schon davon, als neuer Winston Churchill in die Geschichte einzugehen – mit allem, was dazugehört: abgrundtiefe Gefahr für Volk und Krone, Rettung, Heldenstatus – kurz "his finest hour". Für dieses Szenario hat der frühere Außenminister, Londoner Bürgermeister, Buchautor, Kolumnist, Churchill-Biograf und Brüssel-Korrespondent des "Daily Telegraph" jahrelang die Fakten verdreht und den erforderlichen Feind herbeigeschrieben und -geredet: die EU! Immer wieder hat er betont, dass er die Staatengemeinschaft für das hält, was "Napoleon und Hitler auch versucht haben – nur mit anderen Mitteln".Boris Johnson zunächst bloß zu beobachten und das Gesagte auszublenden, ist ein hilfreicher Kniff, um sich ihm zu nähern. Denn egal, ob Olive oder Premierminister – seit Langem agiert er mit seinen Grimassen, Tollpatschigkeiten und Gemeinheiten wie eine Art Mr Bean auf der englischsprachigen Weltbühne. Oder noch besser vielleicht "Mr Mean". Denn alles, was er an den Tag legt, ist immer auch gegen seine eigene Person gerichtet. Im Englischen nennt man das "self deprecation": die ironische Selbstzerstörung. Sie ist mehr als ein Stilmittel. Sie ist oft einfach eine Ausrede.Ich selbst hatte vor genau 15 Jahren die Gelegenheit Mr Mean zum ersten Mal aus nächster Nähe zu erleben – oder besser gesagt: aus zunehmender Nähe. Der damals 40-Jährige war noch Chefredakteur des Wochenmagazins "The Spectator", und ich war mit ihm verabredet, um einer Redaktionssitzung beizuwohnen. Das erste, was ich von ihm sah, war die Karikatur des selbsterklärten Fahrradaktivisten Johnson (eine Position, die er später als Bürgermeister von London oft genug raushängen ließ). Er kam mir im Anzug auf einem Hollandrad entgegen, eine Aktentasche am Lenker baumelnd, freihändig fahrend und einen Becher Kaffee in der Hand. Mir war schleierhaft, wie er das Fahrrad sicher lenken, geschweige denn anhalten würde – und nach kurzer Zeit wusste ich: ihm war es das auch!Mit einer Grimasse der Überforderung manövrierte er das Rad tollpatschig gegen die Wand, bremste mit der Schulter, taumelte und verkippte einen Teil seines Kaffees, nicht ohne dabei ein kaum verständliches "Sorry" zu knurren. Soziologen haben übrigens herausgefunden, dass Engländer dieses Ritual bis zu 200 Mal pro Tag von sich geben. Es soll nicht wirklich der Entschuldigung, der Einsicht dienen und ist auch nicht als Gespräch zu begreifen. Vielmehr ist es eine erzwungene Genehmigung für einen Fehltritt. Sinngemäß: "Ist ok, dass ich Ihre Schuhe mit Kaffee bekleckert habe? Kommt nicht mehr vor – heute jedenfalls." Weder Mr Bean noch Shaun das Schaf hätten diesen Moment ihrer Orientierungslosigkeit besser inszenieren können.Mit dem Kaffee in der Hand Der Höhepunkt unseres inhaltlichen Gesprächs, auf das ich mich als junger "Denglischer Patient" selbstredend sehr gefreut hatte, war sein Hinweis, dass er auch Deutsch spreche. Ich nahm es als Ansporn, mein bestes Small-Talk-German hervorzukramen und erst einmal – auf Deutsch – zu bemerken, dass ich es beeindruckend finde, dass er mit dem Fahrrad ins Büro fahre. Leicht geduckt wie Winston Churchill auf der Konferenz in Potsdam und den restlichen Kaffee im Gehen ausschlürfend, sagte er dann etwas, das ich nicht begriffen habe: "Ja, so sind wir Engländer." Ich hielt es für einen ernst gemeinten Gedanken. Doch mein Versuch, darauf einzugehen, führte nur in ein inhaltsleeres Gestammel, für das er nicht einmal mehr ein "Sorry" übrig hatte. Mir ging in diesem Moment nur eine Frage durch den Kopf: Wenn er schon kein Deutsch sprechen kann, warum hat er dann damit angegeben?Im Laufe der Redaktionssitzung kam es dann zu einem Moment, der mir die sprachlichen Methoden von Boris Johnson offenbarte: Er kopiert, mixt und masht, was andere nicht so schön ausdrücken wie er. Es ging um eine Debatte über Alkohol und Suchtprobleme in der Gesellschaft, als Boris Johnson lakonisch bemerkte: "My policy on alcohol is pro having it and drinking it." Es war eine augenzwinkernde Variante der ebenfalls von ihm oft benutzten Wendung "My policy on cake is pro having it and eating
    Quelle: ntv NewsPubliziert am 20-07-2019
  • Nach Mord an Lübcke: Tausende demonstrieren gegen Rechts
    Samstag, 20. Juli 2019
    Die Demo in Kassel richtet sich gegen eine Demonstration der Kleinstpartei "Die Rechte". (Foto: dpa) In gleich zwei Städten gehen derzeit Tausende gegen Rechtsextremismus auf die Straße: In Kassel demonstrieren etwa 8000 Menschen gegen eine rechte Demo im Zusammenhang mit dem Mordfall Lübcke, in Halle richtet sich der Protest gegen ein Treffen der Identitären Bewegung. Nach dem Mord an Regierungspräsident Walter Lübcke sind in Kassel rund 8000 Menschen zu Protesten gegen Rechts zusammengekommen. Das teilte die Polizei mit. Sie demonstrieren auf drei großen Veranstaltungen gegen einen von der Kleinstpartei "Die Rechte" angekündigten Aufzug.Der Veranstaltungsort der Rechtsextremen wurde komplett abgeriegelt. Teilnehmer waren hier am Mittag allerdings noch nicht vor Ort. Eigentlich sollte der Aufzug bereits um 12 Uhr losgehen, die Polizei erwartet 500 Teilnehmer. Berichte über Zwischenfälle gibt es bislang nicht.Die Partei "Die Rechte" spricht von einer Instrumentalisierung der Tat, mit der Rechte in die Nähe von Gewalt und Terror gestellt würden. Die Stadt Kassel war vor dem Hessischen Verwaltungsgerichtshof mit dem Versuch gescheitert, den Aufmarsch der Rechtsextremen zu verbieten.Der CDU-Politiker Walter Lübcke war am 2. Juni in seinem Haus im Landkreis Kassel erschossen worden. Der Generalbundesanwalt geht von einem rechtsextremen Hintergrund aus. Der 45-jährige Stephan E. hatte die Tat gestanden und dann sein Geständnis widerrufen.Nachbarn demonstrieren vor Haus der Identitären
    "Halle gegen Rechts - Bündnis für Zivilcourage" hatte zu der Demo aufgerufen. (Foto: dpa) Mit mehreren Demonstrationen und Aktionen setzten Menschen auch in Halle ein deutliches Zeichen gegen Rechtsextremismus. Auf Transparenten hieß es unter anderem "Nazi-Zentren dicht machen" oder "Kein Mensch braucht Nazis". Nach ersten Angaben eines Sprechers von "Halle gegen Rechts - Bündnis für Zivilcourage" beteiligten sich daran rund 3000 Menschen. Die Polizei sprach zunächst von mehreren Hundert Teilnehmern. Anlass war ein Treffen der Identitären Bewegung (IB), die in Halle ein Haus hat, das als Zentrum in Deutschland gilt. Der Verfassungsschutz hat die IB erst kürzlich nach jahrelanger Prüfung als rechtsextremistisches Beobachtungsobjekt eingestuft.  Zum Protest gegen die IB gab es im Herzen der rund 230.000 Einwohner zählenden Stadt auch ein Bürgerfest mit einem bunten Bühnenprogramm, Informationsständen sowie einer Kunstinstallation mit Zitaten zum Thema Weltoffenheit. Der parteilose Oberbürgermeister Bernd Wiegand sagte auf dem Marktplatz, Extremismus jeder Art werde nicht hingenommen. Zugleich warnte er: "Das sind Zeiten, in denen wir leben, in denen Populisten, extremistische Bewegungen und Weltverschwörer mit ihren Thesen zunehmend auf fruchtbare Resonanz in Deutschland stoßen, in Europa und der ganzen Welt." Unterdessen kam es rund um das Haus der Identitären Bewegung zu spontanen Protesten von Nachbarn und überwiegend jungen Menschen, die lautstark und mit Sitzblockaden ihrem Unmut Luft machten. Bis auf vereinzelte Rangeleien blieb es laut Polizei weitgehend friedlich. Den Angaben nach waren bis zum Mittag rund 250 Anhänger der Identitären Bewegung nach Halle gekommen. Polizei mit schwerer Schutzausrüstung vor OrtDie Polizei ist mit einem Großaufgebot in der Stadt im Einsatz. Viele Beamte stehen mit schwerer Schutzausrüstung etwa vor dem Haus, um Protestler und Anhänger der IB räumlich zu trennen.   Unterdessen hat AfD-Chef Jörg Meuthen mit Blick auf die Identitäre Bewegung in Zweifel gezogen, ob der Verfassungsschutz bei linken und rechten Gruppierungen gleiche Maßstäbe anlegt. "Mir sind keine Gewaltaktionen der Identitären Bewegung bekannt, wie wir sie aus dem linken Lager kennen", sagte Meuthen den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Daher könne man sich fragen, "wie gerechtfertigt diese Beobachtung durch den Verfassungsschutz ist", sagte Meuthen.Der AfD-Chef verwies mit Blick auf die IB zugleich auf einen seit 2016 geltenden Unvereinbarkeitsbeschluss seiner Partei. "Unvereinbarkeit heißt: Wir haben mit denen nichts gemein, und wir halten maximale Distanz." In einem Beschluss des AfD-Bundesvorstands hieß es zudem: "Wir erwarten, dass keine Mitarbeiter beschäftigt werden, die aktiv an Demonstrationen oder Aktionen der IB teilnehmen oder für diese in Erscheinung treten."Let's block ads! (Why?)
    Quelle: ntv NewsPubliziert am 20-07-2019
  • „Nein zu Boris, Ja zu Europa“: Londoner lassen Johnson in die Luft gehen
    Samstag, 20. Juli 2019
    Noch bevor Johnson in der nächsten Woche zum Premier gewählt werden könnte, gibt es erste Demonstrationen gegen den Brexit-Hardliner. (Foto: picture alliance/dpa) Erst aufblasen, dann davonsegeln lassen: So einfach werden europafreundliche Briten den Brexit-Hardliner Johnson wohl nicht los. Doch kurz vor der Entscheidung über den nächsten Premierminister setzen Londoner Demonstranten mit einer fliegenden Boris-Puppe schon mal ein Zeichen. Mit einer riesigen Boris-Johnson-Puppe am Himmel haben Demonstranten gegen den voraussichtlich neuen britischen Premierminister protestiert. Unter dem Motto "Nein zu Boris, Ja zu Europa" zogen sie mitten durch London.Der Protestzug wurde von "March for Change" organisiert, einem Zusammenschluss EU-freundlicher Gruppen. Die Puppe "sieht vielleicht ein bisschen nach unbeschwertem Spaß aus, aber sie hat eine ernsthafte Botschaft", sagte Tom Brufatto, einer der Organisatoren. Die aufblasbare Boris-Puppe namens "Baby Blimp" erinnert an "Baby Trump", eine riesige Figur am Himmel, die den US-Präsidenten Donald Trump während seines Besuchs in London im vergangenen Monat verspottete. In Großbritannien wird mit dem Wort "Blimp" sowohl ein Luftschiff als auch ein selbstgefälliger Erzkonservativer bezeichnet.
    "Baby Blimp", nennen die Londoner ihre Johnson-Puppe. Zuvor hatte schon "Baby Trump" Flugerfahrung über London gesammelt. (Foto: REUTERS) Die Boris-Puppe trägt ein T-Shirt mit einem roten Doppeldeckerbus und dem Schriftzug "350 Millionen Pfund" darauf. Dies ist eine Anspielung auf eine Kampagne, mit der Johnson Wähler beim Brexit-Referendum in die Irre geführt haben soll. Er hatte damals behauptet, dass das Vereinigte Königreich wöchentlich 350 Millionen Pfund, umgerechnet knapp 400 Millionen Euro, an die EU weiterleiten müsse. Dieses Geld könne besser in den staatlichen Gesundheitsdienst NHS investiert werden. Was Johnson jedoch verschwieg: Großbritannien erhält einen erheblichen Teil seiner Beiträge zurück, etwa für die Landwirtschaft.Am kommenden Dienstag gibt die Konservative Partei bekannt, wer der Nachfolger der scheidenden Premierministerin Theresa May wird. Haushoher Favorit ist Johnson, dem viele zutrauen, enttäuschte Brexit-Wähler wieder ins Boot zu holen. Seinem Konkurrenten Außenminister Jeremy Hunt, werden kaum Chancen eingeräumt. Bereits am Mittwoch soll der neue Premierminister die glücklose May dann ablösen.Let's block ads! (Why?)
    Quelle: ntv NewsPubliziert am 20-07-2019
  • Schalker Pech-Fuß erfreut Ribéry: Senegals Schwur zerbricht an Algerien
    Samstag, 20. Juli 2019
    Gott sei Dank: Algerien gewinnt den Afrika-Cup. (Foto: imago images / ZUMA Press) Ein geknickter Schalker steht im Mittelpunkt des Geschehens, und Aliou Cissé, der tief enttäuschte Trainer des Senegal, kann seinem Schwur keine Taten folgen lassen. Mit einem kuriosen Tor schon in der zweiten Minute gewinnt Algerien den Afrika-Cup, Franck Ribéry und seine Frau bejubeln in Kairo den Sieg. Nach dem Spiel, das ein Höhepunkt seiner Karriere als Fußballer sein sollte, saß Schalkes Salif Sané niedergeschlagen auf dem Rasen. Auch sein Trainer konnte ihn nicht aufmuntern. Aber wahrscheinlich war Aliou Cissé selbst viel zu enttäuscht, um ernsthaft Trost spenden zu können. Als Spieler hatte er schon einmal mit dem Senegal das Endspiel des Afrika-Cups erreicht, 2002 in Mali war das. Er und seine Mannschaft verloren in Bamoko auf tragische Weise im Elfmeterschießen gegen die Kameruner, die vor 17 Jahren in den legendären ärmellosen Trikots spielten und von dem Deutschen Winfried Schäfer trainiert wurden.
    "Wir versuchen, aus unseren Fehlern zu lernen": Salif Sané. (Foto: imago images / ZUMA Press) Cissé, damals Kapitän der Senegalesen, verschoss seinen Strafstoß. Hinterher soll er zu seinem Kollegen Salif Diao gesagt haben, wie der jüngst der französischen Sportzeitung "L'Équipe" berichtete: "Ich habe eine Hand auf diesem Pokal gehabt, und er ist mir entwischt. Aber ich schwöre dir, ich werde ihn für mein Volk gewinnen. Als Spieler oder als Trainer." Das ist ihm und seiner Mannschaft am Freitagabend in Kairo nicht gelungen. Gegen Algerien verlor der Senegal, der mit Superstar Sadio Mané vom FC Liverpool als der große Titelanwärter galt, das Finale des kontinentalen Turniers mit 0:1 (0:1). Und damit sind wir wieder bei Sané.Der 28 Jahre alte Verteidiger des FC Schalke 04 hatte seine Füße bei der Niederlage im Spiel. Der einzige Treffer im Nationalstadion der ägyptischen Hauptstadt fiel bereits in der zweiten Minute. Algeriens Baghdad Bounedjah schnappte sich nach mehreren Ballverlusten des Senegals im Mittelfeld den Ball und stürmte in Richtung Tor. Kurz vor der Strafraumgrenze zog er von links nach innen und schoss. Sané versuchte noch den Ball abzuwehren, warf sich mit seinem ganzen Körper in den Schuss, fälschte den Ball aber so unglücklich ab, dass er als Bogenlampe über Senegals Torwart hinweg ins Tor segelte. Er sei "wirklich enttäuscht, nicht den Traum eines ganzen Volkes zu verwirklichen", ließ er am Morgen nach der Niederlage ausrichten. "Wir versuchen, aus unseren Fehlern zu lernen, um stärker zurückzukommen."Riyad Mahrez kann sein Glück nicht fassenAuf der Tribüne jubelte Franck Ribéry, bekannt aus Funk, Fernsehen und seiner langen Zeit beim FC Bayern in der Bundesliga. Seine Frau Wahiba hat algerische Wurzeln. Wie eng die algerisch-französischen Beziehungen sind, zeigte sich in der Nacht auch in Frankreich. Zehntausende Anhänger feierten ausgelassen den Titel. Mit Autokorsos, Hupkonzerten, Feuerwerken und vielen Böllern tauchten sie die Nacht in Toulouse, Straßburg und Marseille in Weiß und Grün. Auch in Algeriens Hauptstadt Algier feierten die Menschen bis zum frühen Morgen den zweiten Titelgewinn. Der zuvor einzige Triumph liegt 29 Jahre zurück. *Datenschutz Auch Mané ackerte viel, konnte die Niederlage für den Senegal aber nicht abwenden. Die "Löwen von Teranga", wie die Mannschaft aus Westafrika von ihren Fans genannt wird, spielten sich zwar in der Hälfte Algeriens fest, scheiterten aber immer wieder im Abschluss. Mané postete nach der Niederlage einen weinenden Emoji auf Twitter und ein Foto, auf dem er die Hand auf den Sockel mit dem Pokal legt: "Harte Zeiten gerade", schrieb er noch dazu.Somit bleibt es dabei, dass der Senegal das Kontinentalturnier bislang nicht gewinnen kann. Algeriens Star Riyad Mahrez dagegen konnte sein Glück nach dem Finalsieg kaum fassen. "Ich bin stolz, Kapitän dieser Mannschaft gewesen zu sein und von Millionen Algeriern, die uns in der ganzen Welt bis zum Schluss unterstützt haben", sagte der Star von Manchester City. Mit dem Sieg Algeriens über den Senegal geht ein Turnier zu Ende, das mit schlechten Vorzeichen startete. Noch kurz vor Turnierbeginn kündigte die Fifa an, die Aufsicht über den von Korruptionsvorwürfen und Skandalen belasteten Kontinentalverband CAF zu übernehmen. Nach dem frühen Ausscheiden von Gastgeber Ägypten blieben viele Stadien fast leer. Hinzu kam ein hartes Vorgehen der Sicherheitskräfte gegen afrikanische Ultras.Let's block ads! (Why?)
    Quelle: ntv NewsPubliziert am 20-07-2019