N24 News

  • Rettet Christoph Schlingensief!
    Vor einigen Wochen sorgte die Kunstsammlerin Julia Stoschek für Aufregung: Sie sagte, dass sich kaum jemand für das Werk von Christoph Schlingensief einsetze, ja, dass es vermodere. Die Sammlerin plant für 2020, zehn Jahre nach dem frühen Tod des Künstlers, eine Schau in ihrem Berliner Ausstellungshaus. Das Entsetzen war groß – und verebbte sofort wieder. Warum ist die öffentliche Hand nicht daran interessiert, sich um einen so geschichtsträchtigen Künstler wie Schlingensief zu kümmern? Let's block ads! (Why?)
    Quelle: N24Publiziert am 17-09-2019
  • Unbekannter lauert 84-Jähriger in ihrer Wohnung auf
    In Hamburg-Wilhelmsburg ist eine 84-Jährige Opfer eines Sextäters geworden. Dies teilte die Hamburger Polizei am Dienstag mit. Es ist Sonntagabend, als eine 84-jährige Frau ihre Wohnung verlässt, um einige Besorgungen zu machen. Dabei lässt sie jedoch die Balkontür und das Küchenfenster ihrer Hochparterrewohnung offen. Als sie gegen 20.45 Uhr zurückkommt, hört sie verdächtige Geräusche und stößt dann auf einen Unbekannten. Dieser nähert sich ihr und führt gegen ihren Willen sexuelle Handlungen durch. Danach flüchtet der junge Mann durch das Treppenhaus in unbekannte Richtung. Laut der 84-Jährigen war der Mann zwischen 18 und 22 Jahren alt und circa 1,90 bis 2 Meter groß. Er trug eine schwarze Jacke, einen roten Kapuzenpulli und ein Basecap. Die Hamburger Polizei bittet Zeugen, sich unter der Rufnummer 040/4286-56789 an das Hinweistelefon der Polizei Hamburg oder an jede Polizeidienststelle zu wenden. Let's block ads! (Why?)
    Quelle: N24Publiziert am 17-09-2019
  • Merkel lädt zum unangekündigten Libyen-Gipfel ins Kanzleramt
    Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) ergreift mit einem unangekündigten Treffen eine Initiative zur Lösung des Libyen-Konflikts. Nach Informationen von WELT treffen sich am Dienstagnachmittag die außenpolitischen Berater mehrerer Staats- und Regierungschefs sowie führende Beamte ihrer Außenministerien mit Jan Hecker und Andreas Michaelis. Hecker ist außenpolitischer Chefberater der Bundeskanzlerin und Leiter der Abteilung für Außen- und Sicherheitspolitik; Michaelis ist der für Nahostpolitik zuständige Staatssekretär im Auswärtigen Amt. Erwartet werden Vertreter der USA, Großbritanniens, Frankreichs, Italiens, Ägyptens, Russlands, Chinas, der Türkei sowie von Staaten der Afrikanischen Union und der Arabischen Liga. Auch der UN-Sonderbotschafter für Libyen, Gassam Salamé, nimmt an dem Treffen teil. Ein Regierungssprecher bestätigte auf WELT-Anfrage das Treffen.
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    Lesbos Zuwanderung Das Treffen ist insofern bemerkenswert, als die Teilnehmer im libyschen Bürgerkrieg teilweise unterschiedliche Seiten unterstützen. Vor allem die Grä­ben zwi­schen Ägyp­ten und den Vereinigten Arabischen Emiraten einerseits und der Türkei und Katar andererseits waren bisher unüberbrückbar. Vor einer Woche hatte Merkel in einer Bundestagsrede deutlich vor den aktuellen Entwicklungen in Libyen gewarnt. Dort drohten „Stellvertreterkriege“ und eine Entwicklung wie im Nachbarland Syrien, in dem seit Jahren ebenfalls ein Bürgerkrieg herrscht. Im Bundestag sagte die Kanzlerin: „Es geht darum, Staatlichkeit wiederherzustellen. So schwer das auch immer ist.“ Berlin dämpft die Erwartungen Mittelfristig strebt die Bundesregierung nach WELT-Informationen eine Libyen-Konferenz an, die von den Vereinten Nationen geführt werden soll. Zuletzt hatte man in Berlin jedoch Erwartungen gedämpft, diese könne schon in unmittelbarer Zukunft ausgerichtet werden. In Libyen hat sich die Lage in den vergangenen Monaten verschärft. Keine der rivalisierenden Milizen ist in der Lage, das Land zu beherrschen. Die Sicherheitslage gerät zunehmend außer Kontrolle. Das destabilisiert auch andere Staaten in Afrika.
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    Hochrespektierte Expertin: Die neue Innenministerin Luciana Lamorgese mit ihrem Vorgänger Matteo Salvini Bei einer Reise in die Sahel-Zone im Frühsommer dieses Jahres war Merkel von den Präsidenten von Mauretanien, Mali, Burkina-Faso, Niger und dem Tschad auf die westliche Verantwortung für die Lage in Libyen angesprochen worden. Eine Koalition westlicher Länder hatte den Diktator Muam­mar al-Gad­dafi 2011 gestürzt; seitdem hat Libyen nicht zu einer neuen stabilen Regierung gefunden. Libyen ist zudem Durchgangsland für afrikanische Migranten auf dem Weg nach Europa. Die EU arbeitet mit der libyschen Küstenwache zusammen, auch wenn die Zustände in den dortigen Lagern von Beobachtern und Hilfsorganisationen als dramatisch beschrieben werden.

    Migranten wegen Foltervorwürfen festgenommen

    Elektroschocks, Erniedrigung, Erpressung oder Tod: Drei Migranten sind in Italien festgenommen worden. Sie sollen Migranten in Libyen vergewaltigt, gequält oder umgebracht sowie ihre Familien erpresst haben.

    Quelle: WELT Let's block ads! (Why?)

    Quelle: N24Publiziert am 17-09-2019

  • 41-Jähriger stellt sich auf dem Polizeipräsidium
    Im Zusammenhang mit dem gewaltsamen Tod eines Mannes in einer Apartmentanlage hat die Hamburger Polizei einen 41-Jährigen festgenommen. Der Pole sei am frühen Montagnachmittag stark alkoholisiert im Polizeipräsidium erschienen. Er habe den Beamten erklärt, den Mann im Streit getötet zu haben, teilte ein Polizeisprecher am Dienstag mit. Die Beamten fuhren zu der angegebenen Adresse im Stadtteil Billstedt und fanden in einer Hotelapartmentanlage die Leiche. Am Körper des 39-Jährigen seien Spuren dumpfer Gewalteinwirkung entdeckt worden. Als mögliche Tatzeit nannte die Polizei die Tage von Samstag bis Montag. Der Tote wurde zur Untersuchung ins Institut für Rechtsmedizin gebracht, der mutmaßliche Täter soll noch am Dienstag einem Haftrichter zugeführt werden. Den Ablauf und die Hintergründe der Tat ermittele die Mordkommission, hieß es. Let's block ads! (Why?)
    Quelle: N24Publiziert am 17-09-2019
  • Verkehrsminister Scheuer testet autonomes Fahren in Hamburg
    Die Versuche auf der Hamburger Teststrecke für autonom fahrende Autos sind nach Angaben der Verantwortlichen bislang erfolgreich verlaufen und auf einem guten Weg. „Wir sind sehr zufrieden mit dem Verlauf der Testfahrten, aber wir sind noch nicht am Ziel“, sagte Axel Heinrich, Innovationschef bei Volkswagen, am Dienstag bei einem Besuch von Verkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) auf der Teststrecke. Scheuer drehte mit dem Hamburger Verkehrssenator Michael Westhagemann (parteilos) eine Runde in einem autonom fahrenden Golf und einem besonderen Elektro-Lastenrad. „Hamburg entwickelt sich zu einem echten Hotspot für die Digitalisierung der Verkehrssysteme“, sagte der Minister. „Die Erkenntnisse, die hier gewonnen werden, sind eine wichtige Grundlage für verkehrspolitische Entscheidungen.“
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    South Bridge Road decorated during Chinese New Year, Chinatown, Singapore Getty ImagesGetty Images Mobilitätskonzepte Die eingesetzten Elektro-Golf verfügen über elf Laserscanner, sieben Radare und 14 Kameras und verarbeiten bis zu fünf Gigabyte Daten in der Minute. Im Kofferraum steckt die Rechenleistung von fünf Laptops. „Unter allen Umständen hat sich das Fahrzeug bisher regelkonform verhalten“, sagte Heinrich. Besonders knifflig wird es, wenn sich andere Verkehrsteilnehmer nicht an die Regeln halten. Bislang sitzt während der Testfahrten auf der neun Kilometer langen Strecke in der Hamburger Innenstadt noch ein Fahrer mit im Auto. Bis zum Ende des kommenden Jahres sollen 37 Ampeln und eine Brücke elektronisch so aufgerüstet werden, dass sie Informationen per WLAN an Fahrzeuge übermitteln können. Bislang sind es zehn Ampeln. Dabei geht es nicht allein um autonom fahrende Autos, sondern auch um mehr Sicherheit für alle Verkehrsteilnehmer. So hat NXP Semiconductors, einer der Technikzulieferer, ein Elektro-Lastenrad entwickelt, das mit den Ampeln kommuniziert und sich an die Ampelphasen anpasst. Im nächsten Schritt sollen die Räder auch auf Displays neuer Autos sichtbar sein. Let's block ads! (Why?)
    Quelle: N24Publiziert am 17-09-2019
  • Leichte Zunahme der Asylanträge in Europa
    Die WELT als ePaper: Die vollständige Ausgabe steht Ihnen bereits am Vorabend zur Verfügung – so sind Sie immer hochaktuell informiert. Weitere Informationen: http://epaper.welt.de Der Kurz-Link dieses Artikels lautet: https://www.welt.de/200443668 Let's block ads! (Why?)
    Quelle: N24Publiziert am 17-09-2019
  • Englisch im Job – Diese Fehler sollten Sie unbedingt vermeiden
    Sänk ju for träwelling wis Deutsche Bahn – ein Satz wie Fingernägel auf der Tafel. Doch auch wenn die Durchsagen der Bahnmitarbeiter oft klingen, als hätte CDU-Politiker Günther Oettinger sie höchstpersönlich eingesprochen, muss man ihnen dennoch eines zugutehalten: Immerhin sind sie grammatikalisch einwandfrei – meistens jedenfalls. Dass Deutsche sich mit dem Englischen oft schwertun, wissen vor allem Expats, die mit ihnen mehr als nur „Hello“ und „Goodbye“ austauschen. Zur Ehrenrettung muss man allerdings sagen, dass wir Deutschen – anders als beispielsweise die Schweden – nur selten im Alltag damit konfrontiert sind. Während hierzulande beispielsweise alle Kinofilme übersetzt werden, schauen die Schweden sie im Originalton – lucky you! Englisch und Deutsch sind sprachverwandt So kommt es vor, dass die Aussprache der Deutschen in den Ohren der meisten Englischsprachigen gelegentlich heftig klingt. Die Beziehung der Bundesbürger zur englischen Sprache steckt ferner aber auch in einem Dilemma.
    Dieser Artikel stammt aus einer Kooperation mit dem Magazin t3n. Klicken Sie auf diese Links, verlassen Sie welt.de und landen auf den Artikeln bei t3n.de. „Die Deutschen haben den Vorteil, dass ihre Sprache dem Englischen in vielen Punkten sehr ähnelt – immer klappt die direkte Übersetzung jedoch nicht“, erklärt Ted Mentele von der Sprachlernplattform Babbel. Tatsächlich besteht zwischen Englisch und Deutsch eine enge Sprachverwandtschaft – beides sind germanische Sprachen. Ein Großteil der Wörter im Englischen hat insofern einen germanischen Ursprung. Ein Kritiker wird zu „critic“, dynamisch zu „dynamic“, ignorieren zu „ignore“ und akzeptieren zu „accept“. In vielen Fällen ist sogar die Satzstruktur gleich, wie etwa bei „I am tired“ und „Ich bin müde“. Oder „I see you“ und „Ich sehe dich“. Und sogar einige Idiome, also Sprechweisen einer sogenannten regional oder sozial abgegrenzten Gruppe, haben eine sehr ähnliche Bedeutung. Beispielhaft sei „The early bird catches the worm“ (Sprich: Der frühe Vogel fängt den Wurm) oder „To hit the nail on the head“ (Sprich: Den Nagel auf den Kopf treffen) genannt. Kein Wunder also, dass sich viele Deutsche im Englischen vergleichsweise sicher fühlen und oft nicht merken, dass sie sich im Alltag den ein oder anderen Patzer leisten – der jedoch schnell aus der Welt geschafft ist. Wir lernen ja schnell, nicht wahr? Fehler im Business-Englisch Einige Fehler begehen wir vor allem im Arbeitskontext immer wieder. So wird „wie“ häufig sinngemäß mit „how“ übersetzt. Das funktioniere zwar bei „How are you?“, erklärt Ted Mentele, passe aber trotzdem nicht immer. Dadurch würden beispielsweise Konstruktionen wie „How this looks like?“ entstehen, wenn wir eigentlich wissen wollen: „What will this look like?“ Babbel-Sprachexperte Ted Mentele, der ursprünglich aus dem US-Bundesstaat Wisconsin kommt, kennt weitere Beispiele, die zeigen, wie wir Deutschen dem Dilemma auf den Leim gehen. Die Arbeit von zu Hause aus kündigen wir beispielsweise häufig mit „I am doing Home Office“ an, was so aber niemand sagen würde. Eigentlich müsste es „I’m working from home“ heißen.
    Mehr zum Thema Karriere Beide Sätze weisen aber noch einen weiteren typisch deutschen Schwachpunkt auf: Während sich „Wir gucken mal, wie das aussieht“ im Deutschen sehr wohl auch auf die Zukunft beziehen kann, fehlt hier im Englischen die entsprechende Zeitform. „How this looks like“, „I am doing Home Office“ oder – auch beliebt – „I make a party“ verstehen englischsprachige Kollegen und Kolleginnen zwar, dennoch wundern sie sich über die fehlende Zukunftsform. Das sei ein häufiger Fehler, so Ted Mentele, den die Deutschen im sprichwörtlichen Eifer des Gefechts mit der englischen Sprache immer wieder begehen. Wer sich dessen einmal bewusst ist, wird sich jedoch fortan immer wieder daran erinnern. Für Aussagen in der Zukunft brauche es ein „will“. Schreiben von E-Mails Ein ebenfalls beliebter Fehler: „Uns“ immer mit „us“ zu übersetzen passiert ähnlich häufig wie im Falle von „wie“ mit „how“ – und auch das ist nicht immer richtig. Deutsche, die sich verabschieden, sagen deshalb oft: „We see us tomorrow!“ Ein Fehler, über den wirklich so gut wie jeder Englischanfänger anfangs noch stolpert. Dabei klingt der Satz schon etwas merkwürdig, oder? Richtig ist: „We’ll see each other tomorrow.“ Das Problem ist hier nicht nur die zunächst sinngemäß wirkende, direkte Übersetzung, sondern auch die offensichtliche Interferenz, also dass die Wörter sich extrem ähneln. Im Grunde fehlt ja nur das „n“ in der Mitte. So wird im Kopf schnell eine Verbindung geknüpft, die jedoch keinem guten Englisch standhält. **Jetzt bei WELTJobs den Job finden, der wirklich zu Ihnen passt.** Auch beim Schreiben von E-Mails stoßen Muttersprachler oft auf Satzkonstruktionen, die fehlerhaft sind. „Look forward to meet you“ klingt für Englischsprechende genauso so komisch wie „Looking forward meet you“. „Look forward to meeting you“ funktioniert schon irgendwie, da eine „-ing“-Form verwendet werden muss, erklärt Ted Mentele – besser ist aber: „Looking forward to meeting you.“ Wenn die Deadline für Freitag gesetzt ist, werden auch „until“ und „by“ verlässlich oft verwechselt. Es muss „We need to finish this by Friday“ und nicht etwa „We need to finish this until Friday“ heißen. Übrigens: „Wochentage sind Eigennamen, und die werden immer großgeschrieben“, fügt Ted Mentele hinzu. Falsche Freunde kennen Während die eingangs erwähnten Wörter „critic“, „dynamic“, „ignore“ und „accept“ als echte Freunde der deutschen Sprache gelten, gibt es im Englischen auch ein paar extrem falsche Freunde, wie Mentele sie nennt. Gerade bei feststehenden Ausdrücken kann das fatal sein, so wie bei „to table something“. Die Übersetzung mit „etwas auf den Tisch bringen“ scheint naheliegend – bedeutet aber genau das Gegenteil von dem, was im Englischen gesagt wird. „To table something“ bedeutet, etwas erst einmal hinten anzustellen. In diesem Zusammenhang sei auch das beliebte falsche Verwenden des Verbs „become“ genannt – es steht für „werden“ und eben nicht „bekommen“. Wieder so ein Dilemma! Let's block ads! (Why?)
    Quelle: N24Publiziert am 17-09-2019
  • Dieses deutsche Symbol von 1931 spaltet den US-Fußball
    Es ist wohl nicht vermessen zu behaupten, dass 99,99 Prozent der Amerikaner bis vor knapp vier Wochen nichts mit der „Eisernen Front“ anzufangen wussten. Doch spätestens seit dem 23. August, seit dem ohnehin emotional aufgeladenen Derby zwischen den Portland Timbers und den Seattle Sounders, läuft in der Fußball-Profiliga MLS eine heftige Debatte über die 1931 gegründete, von der SPD dominierte Bewegung, die im März 1933 von den Nationalsozialisten verboten wurde. Tatsächlich geht es um eine Fahne. Das Symbol der Eisernen Front waren drei von rechts oben nach links unten gerichtete Pfeile, meist in schwarzer oder weißer Farbe auf rotem Grund. Das Bündnis bekämpfte neben den Nationalsozialisten auch die Kommunisten und Monarchisten. In Fußball-Stadien in den USA wird nun zunehmend eine grüne Fahne geschwenkt, auf der drei gelbe Pfeile von rechts oben nach links unten zeigen. Sie ist nicht zuletzt ein Symbol der militanten Antifa-Bewegung. Besonders heftig diskutiert wird über die „Iron Front“ derzeit in Portland und in Seattle. In Portland tauchte die Fahne schon vor Jahren im Block der „Timbers Army“ auf, seit Saisonbeginn jedoch stuft die MLS sie als eine „politische“ Stellungnahme ein: Beim Spiel gegen Seattle am 23. August schwiegen daraufhin die Fangruppierungen beider Mannschaften in Erinnerung an das Jahr 1933 für 33 Minuten, um gegen das Verbot der Fahne durch die Liga zu protestieren.
    Otto Wels hält Rede im Lustgarten,1932. - Otto Wels Speaks in Lustgarten / 1932 -
    Der SPD-Politiker Otto Wels 1932 bei einer Kundgebung der "Eisernen Front" im Berliner Lustgarten
    Quelle: pa/akg-images Eine zunehmende Anzahl von Fan-Gruppierungen ignoriert das Verbot – mit kuriosen Folgen. In Seattle wurde am Wochenende der Anführer der „Emerald City Supporters“ des Stadions verwiesen, weil er die Iron-Front-Fahne schwenkte: Aus Protest verließen sämtliche ESC-Mitglieder zu Beginn der zweiten Halbzeit ihre angestammten Blöcke. Fangruppen aus mehreren MLS-Standorten haben sich mittlerweile unter dem Hashtag „#AUnitedFront“ solidarisiert. Fan-Kultur ist vielen Amerikanern suspekt Auch in der Frauen-Profiliga NWSL ist die Iron-Front-Fahne in verschiedenen Farbvarianten mittlerweile präsent; Weltstar Christine Sinclair, kanadische Kapitänin der Portland Thorns, ließ sich mit einem T-Shirt fotografieren, auf dem die drei Pfeile zu sehen sind. Derlei politische Stellungnahmen laufen „konträr zur tief verwurzelten Annahme der Amerikaner, dass Sport frei von Politik sein sollte“, schrieb die „Washington Post“. Die Fan-Kultur im Fußball ist vielen in den USA suspekt. Immerhin: Es wird gesprochen. Am Donnerstag treffen sich Vertreter der Fanklubs und der MLS zum Meinungsaustausch. Da wird wohl auch zur Sprache kommen, dass andere als politisch einzustufende Meinungsäußerungen in den Stadien erlaubt sind – etwa die Regenbogenfahne oder das im Stadion von Seattle nach wie vor zu sehende Banner: „Anti-Fascist, Anti-Racist, Always Seattle“. Dagegen hält die MLS die Iron-Front-Fahne für eine „Bedrohung der Sicherheit“ der Spiele.  Den Mund hat sich die „Timbers Army“ derweil noch nicht verbieten lassen. Sie singt nach wie vor inbrünstig „Bella Ciao“: Das Protestlied in der Version italienischer Partisanen im Zweiten Weltkrieg gilt als eine Hymne antifaschistischer, anarchistischer, kommunistischer und sozialdemokratischer Bewegungen.

    Seattle-Fans singen "Bella Ciao" Let's block ads! (Why?)

    Quelle: N24Publiziert am 17-09-2019
  • „Inflationsbekämpfung ist so etwas wie eine Sonntagsrede“
    Die europäische Zentralbank hat es vorgemacht, nun könnte die US-Notenbank Fed nachziehen. Analysten rechnen mit einer Senkung der Zinsen um 0,25 Prozentpunkte. Unser Wirtschaftsexperte Robert Halver bleibt entspannt. © Axel Springer SE. Alle Rechte vorbehalten. Let's block ads! (Why?)
    Quelle: N24Publiziert am 17-09-2019
  • Die Geburtenrate in Deutschland ist leicht gestiegen
    Im vergangenen Jahr sind 2.622 mehr Kinder zur Welt gekommen als noch 2017. Trotzdem bleibt die Geburtenziffer je Frau auf Vorjahresniveau. Bemerkenswert ist vor allem der rasante Anstieg der Geburtenhäufigkeit bei älteren Frauen seit 1990. © Axel Springer SE. Alle Rechte vorbehalten. Let's block ads! (Why?)
    Quelle: N24Publiziert am 17-09-2019
  • „Überhaupt keine Angaben zum Vater“ bei fast 50.000 Babys
    Bei jedem 16. in Deutschland geborenen Kind ist der Vater unbekannt. Im Jahr 2018 kamen in Deutschland 787.523 Babys zur Welt, darunter „49.487, bei denen die Eltern nicht miteinander verheiratet sind und überhaupt keine Angaben zum Vater vorhanden sind“, wie das Statistische Bundesamt WELT mitteilte. In der veröffentlichten Geburtenstatistik wird diese Größe nicht separat angegeben, weswegen WELT für die Jahre zuvor keine genauen Vergleichsangaben vorliegen. Mütter können selbst entscheiden, ob sie den Namen des Vaters mitteilen. Wer allerdings nachweislich nicht bei der Vaterschaftsfeststellung mitwirkt, hat kein Recht auf Unterhaltsvorschuss vom Jugendamt. Von diesen Sozialleistungen profitieren inzwischen rund 780.000 Kinder; 2,1 Milliarden Euro wurden dafür 2018 aufgewendet, wie WELT im Februar berichtet hatte. Eigentlich versucht der Staat, diese Vorschusszahlungen später wieder einzutreiben, doch den Großteil dieses Geldes sehen die Behörden nie wieder. Denn sehr oft gelingt es den Kommunen nicht, sich das Geld bei den Unterhaltspflichtigen – meist den Vätern – zurückzuholen. Im Jahr 2018 ist die Quote laut Familienministerium auf 13 Prozent gesunken. Neben den etwa 50.000 Babys mit unbekanntem Vater war laut Statistischem Bundesamt bei weiteren 2337 der 2018 geborenen Kinder die Nationalität des Vaters ungeklärt. 760 Babys hatten einen staatenlosen Vater; dabei handelt es sich meist um Palästinenser aus dem Libanon. 72 Prozent der Väter (565.962) hatten ausschließlich oder auch eine deutsche Staatsangehörigkeit. Unter den Vätern ohne deutschen Pass waren Türken (25.560) die größte Gruppe. Aus dem übrigen Asien kamen 42.280 Väter; hier gab es seit 2013 eine Verdreifachung.
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    Autorin Anna Schatz lebt mit einem unerfüllten Kinderwunsch Kinderlosigkeit Unter den 787.523 im vergangenen Jahr geborenen Babys (rund 2600 mehr als 2017) waren 682.636 Kinder mit und 104.887 Kinder ohne deutsche Staatsangehörigkeit. 2014 wurden noch 52.444 Kinder mit ausschließlich ausländischer Staatsangehörigkeit geboren; seitdem gab es vor allem wegen der starken Asylzuwanderung einen deutlichen Anstieg.
    Quelle: Infografik WELT Unter den Kindern mit deutscher Staatsangehörigkeit hatten im vergangenen Jahr 38.368 ausländische Mütter, die mit einem Deutschen verheiratet waren, und 33.064 deutsche Mütter, die mit einem Ausländer verheiratet waren. 35.893 der deutschen Kinder hatten zwei Eltern ohne deutschen Pass. Seit der großen Reform des Staatsangehörigkeitsrechts im Jahr 2000 erwirbt ein Kind von zwei ausländischen Eltern die deutsche Staatsangehörigkeit bei Geburt, wenn ein Elternteil seit acht Jahren legal in Deutschland lebt und eine Niederlassungserlaubnis hat.
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    Mutter mit Neugeborenem Bis 2005 unterschied die Bevölkerungsstatistik nur zwischen „Deutschen“ und „Ausländern“, also nach der juristischen Kategorie der Staatsbürgerschaft. Weil sich laut Statistischem Bundesamt „der Integrationsstand der Migranten, zu denen neben Ausländern auch Aussiedler und Eingebürgerte zählen, und ihrer Nachkommen so nur noch unzureichend abbilden“ ließ, wurde „mit dem Mikrozensusgesetz 2005 auf diese Defizite der amtlichen Statistiken reagiert und das Konzept der ,Bevölkerung mit Migrationshintergrund‘ eingeführt“. Hierzu zählen alle hier lebenden Menschen, die selbst ohne deutschen Pass geboren wurden oder die mindestens ein ohne deutsche Staatsangehörigkeit geborenes Elternteil haben. In der jüngsten Altersgruppe haben aktuell 41 Prozent einen Migrationshintergrund: nämlich 1,5 Millionen der insgesamt 3,68 Millionen Kinder unter fünf Jahren. Deutsche Frauen haben selten drei oder mehr Kinder Laut einer Studie des Bundesinstituts für Bevölkerungsforschung (BiB) bestehen bei der Familiengröße starke Unterschiede zwischen verschiedenen gesellschaftlichen Gruppen. Die Forscher werteten in einer Studie die Kinderzahl nach Migrationshintergrund aus: Demnach haben nur 14 Prozent der Frauen in Deutschland ohne Migrationshintergrund mindestens drei Kinder und gelten damit nach der Definition der BiB-Wissenschaftler als kinderreich. Bei Frauen mit Migrationshintergrund ist der Anteil mit 28 Prozent hingegen doppelt so hoch.
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    Johannes Varwick und Anja Middelbeck-Varwick sind Eltern von vier Kindern Große Familien
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    DSCF1860 Familien in Deutschland Dabei ist laut den Studienautoren „nicht der Migrationshintergrund per se ausschlaggebend, sondern die Herkunft“: Von den Frauen aus muslimisch geprägten Ländern sind demnach 44 Prozent kinderreich – damit liegt ihr Anteil mehr als doppelt so hoch wie die Quote bei Frauen, die aus EU-Staaten zugewandert sind. Allerdings gebe es deutliche Anpassungseffekte über die verschiedenen Migrantengenerationen, stellten die Forscher fest: Während von den selbst zugewanderten Frauen (sogenannte erste Generation) aus muslimisch geprägten Staaten 46 Prozent kinderreich seien, sinke diese Quote in der nachfolgenden Generation der Töchter von Migranten (zweite Generation) auf 32 Prozent. „Allerdings ist auch dieser Wert immer noch mehr als doppelt so hoch wie der unter den Frauen ohne Migrationshintergrund“, schreiben die Bevölkerungsforscher. Bei den nicht muslimischen Migrantinnen sinkt dieser Wert von 19 Prozent in der ersten Generation auf 16 in der zweiten Generation.

    Mehr Zuwanderung und höhere Geburtenraten verringern Alterungskrise kaum

    Eine Studie der Bertelsmann Stiftung zeigt, dass höhere Zuwanderungs- und Geburtenzahlen allein kaum eine Entlastung bei der Bewältigung der alterungsbedingten Lasten bringen. Ökonomen fordern ein ganzes Bündel an zusätzlichen Maßnahmen.

    Quelle: WELT Laut den BiB-Wissenschaftlern lag die Zahl der Geburten in Deutschland seit 1975 fast 40 Jahre lang im Durchschnitt bei unter 1,5 Kindern pro Frau. „Kein anderes Land der Welt hatte über einen so langen Zeitraum derart niedrige Geburtenziffern“, heißt es in der Studie. Trotz eines leichten Anstiegs seit dem Jahr 2015 seien die Geburtenraten in Deutschland seit mehr als vier Jahrzehnten sehr niedrig. Für die Studienautoren ist der starke Geburtenrückgang in der Bundesrepublik nicht in erster Linie

    Quelle: N24Publiziert am 17-09-2019

  • Ein SS-Offizier wurde zum größten Verräter des BND
    Was macht Menschen zu Verrätern? Die Antwort lautet: „Mice“. Das englische Wort ist eine Variante von „Mouse“ und steht für die vier wichtigsten Motive, die zum Seitenwechsel von Agenten führen können. „M“ bedeutet „Money“ – viele Verräter treibt das Geld. Für andere geht es um ideologische Überzeugung – „I“. Wieder andere haben kaum eine Wahl, denn sie werden erpresst – das „C“ bedeutet „Coercion“, Zwang. Schließlich kann das eigene Ego wie „E“ zum Grund für Verrat werden: Mangelnde Wertschätzung durch Vorgesetzte oder das Bewusstsein der eigenen Außergewöhnlichkeit können Illoyalität hervorrufen.
    Der ehemalige Mitarbeiter des Bundesnachrichtendienstes (BND) Heinz Felfe (undatierte Aufnahme), der 1963 wegen Ostspionage verurteilt wurde, ist am 14. Februar 1969 gegen in der Sowjetunion einsitzende Spione des amerikanischen Geheimdienstes ausgetauscht worden. | Verwendung weltweit
    Heinz Felfe (1918-2008) flog Ende 1961 als KGB-Topspion im BND auf
    Quelle: picture-alliance / dpa Heinz Paul Felfe, genannt „Hans Friesen“, war kein Doppel- oder Dreifachagent. Er brachte es im Laufe seines Lebens auf sieben verschiedene Geheimdienste, für die er spionierte. Felfe war eindeutig ein Ass seiner Zeit, frei von jeglichen Skrupeln. Als ehemals überzeugter Nationalsozialist verpflichtete er sich dem KGB – und blieb diesem sogar loyal. Für Hans-Henning Crome, ehemals Mitarbeiter des Bundesnachrichtendienstes (BND) und Zeitzeuge, ist es eindeutig: Felfe trieb sein Ego dazu, erst die von den USA bezahlte Organisation Gehlen, den BND-Vorläufer, und dann den westdeutschen Auslandsnachrichtendienst selbst für die Sowjets auszuspionieren.
    Zum Weiterlesen
    „Spion ohne Grenzen“ jetzt online kaufen Crome kannte Felfe persönlich und lernte ihn als aufstiegswillig und zielorientiert kennen. „Er hatte den Fetisch Karriere“, erklärt der heute 89-Jährige. Nachdem der britische Auslandsdienst MI6, für den Felfe nach 1945 zeitweise arbeitete, ihn aussortiert hatte und er auch bei westdeutschen Polizeidienststellen keine Anstellung fand, erkannten die Sowjets seine Stärken. Sie zollten dem überzogenen Ego des strebsamen Mannes die ersehnte Anerkennung. Der Chefhistoriker des BND, Bodo Hechelhammer, hat jetzt die erste, sehr lesenswerte Biografie über Felfe (1918 bis 2008) veröffentlicht. Seiner Analyse nach war der Multiagent als überzeugter Hitler-Anhänger zunächst Profiteur des NS-Systems. Er arbeitete im Sicherheitsdienst der SS im Reichssicherheitshauptamt, wurde gefördert und konnte aufsteigen – bis zum Obersturmführer, entsprechend einem Oberleutnant der Wehrmacht. Mit Kriegsende verlor er jedoch alles – für sein Ego eine große Niederlage. Die Konsequenz: Felfe wollte nie wieder auf der falschen Seite stehen, auf jener der Verlierer.
    Der Hauptangeklagte im Doppelagentenprozess Heinz Felfe verdeckt auf dem Weg ins Gerichtsgebäude am 08.07.1963 mit einem Aktendeckel sein Gesicht. Vor dem Bundesgerichtshof müssen sich die beiden Mitarbeiter des Bundesnachrichtendienstes Heinz Felfe und Hans Clemens verantworten, die jahrelang auch für den sowjetischen Spionagedienst gearbeitet haben. | Verwendung weltweit
    Felfe verdeckt auf dem Weg ins Gerichtsgebäude 1963 sein Gesicht mit einem Aktendeckel
    Quelle: picture alliance / Fritz Fischer Dazu passte er sich zweckmäßig an verschiedenste Lebenslagen an. Felfe konnte Situationen schnell durchdenken und rasch entscheiden. Zum Beispiel wechselte er 1945 ohne Zögern die Seiten und verriet all sein Wissen, all seine Kameraden und Quellen, alles, woran er bis dahin geglaubt hatte, an die Siegermächte. Nach dem Krieg war er nicht in die geliebte Heimatstadt Dresden zurückgekehrt, sondern hauste mit seiner Familie in der Bonner Gegend. Der einstige Profiteur des Nationalsozialismus lebte auf engstem Raum mit Frau und zwei kleinen Kindern. Ohne fließend Wasser und genügend Geld. Der gelernte Kriminalpolizist fühlte sich gedemütigt und suchte Arbeit. Doch niemand schien ihn zu brauchen. Für den britischen Auslandsgeheimdienst MI6 baute er als V-Mann einen Zirkel kommunistisch gesinnter Studenten auf, um diese potenziellen gefährder unter Kontrolle zu behalten.

    Doku-Drama „Erich Mielke - Meister der Angst“

    Erich Mielke schuf als Minister für Staatssicherheit einen totalitären Überwachungsapparat. Das Dokudrama versucht, die Psyche dieses von Grund auf misstrauischen Ordnungsfanatikers zu begreifen.

    Quelle: Polyband Hans Celmens und Erwin Tiebel – ehemalige Stammtischfreunde mit Kontakten zum KGB – steckten ihm Sowjet-Interna zu. Erfolglos versuchte Felfe, diese an deutsche Nachrichtenhändler oder den MI6 zu verkaufen. Denn nach längerer Entfremdung beendeten die Briten am 14. April 1950 diese Zusammenarbeit. Felfes Ego war stark gekränkt. Nun setzte der auf Erfolg getrimmte Mann dem Warten auf andere Angebote zum Beispiel für eine verwendung im künftigen Bundeskriminalamt ein Ende: Er verpflichtete sich insgeheim dem KGB. Laut Hechelhammer vertraute Felfe der jungen Bundesrepublik nicht, sondern glaubte an die Überlegenheit des Sowjetsystems; deshalb entschied er sich für die vermeintlich stärkere Seite. Sein Führungsoffizier baute Vertrauen zu Felfe auf. Als kurze Zeit später die Organisation Gehlen (abgekürzt Org.) ihn anwarb, blieb er innerlich dem KGB treu, obwohl er sich zusätzlich indirekt von den Amerikanern, nämlich der CIA, bezahlen ließ. Nun gab Felfe sowjetische Informationen an die Vorläuferorganisation des BND weiter und erntete Anerkennung.

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    Wie aus einem schlechten Agentenfilm: Reinhard Gehlen (l.) mit Mitarbeitern auf geheimer Mission auf einem Schweizer Ausflugsdampfer Reinhard Gehlen „Hans Friesen“, intern „Fiffi“ genannt, sollte für die Org. die sowjetische Seite ausspionieren. Ironischerweise arbeitete er im Referat „Gegenspionage Sowjetunion“, das er ab 1958 auch leitete. Moskaus Maulwurf war genau und effektiv, der Schaden für den BND rückblickend enorm. „Ich wollte in den Augen der Sowjets dastehen wie eine Eins“, lautete Felfes Devise, der beim KGB den Decknamen „Paul“ trug. Trotz einiger Indizien kam man dem falschen Fiffi jahrelang nicht auf die Schliche. Stolz beging Felfe sowohl beim KGB (natürlich insgeheim) als auch
    Quelle: N24Publiziert am 17-09-2019

  • Klimawandel-Aktivisten piksen in die Londoner Modeblase
    Die Londoner Modewoche begann mit Kunstblut. Am vergangenen Freitag, noch vor der ersten Schau, platzierten sich mehrere Mitglieder der Umweltaktivisten-Gruppe „Extinction Rebellion“ vor dem Gebäudekomplex The Strand, der wichtigsten Showlocation der London Fashion Week. Ihre weiße Kleidung war mit roten Flecken besprenkelt, auf dem Bürgersteig unter ihnen breitete sich eine rote Pfütze aus. Einen „Die-In“ hatten die Protestanten inszeniert: Einige von ihnen lagen mit geschlossenen Augen auf dem Boden, eine dramatische Geste, die symbolisieren sollte, wie viele Leben der Klimawandel kosten wird, sollte die Modeindustrie so weiter machen wie bisher. Die Londoner Vertreter dieser weltweit agierenden Bewegung haben die Modebranche schon seit Monaten im Visier, sie sehen in ihr eine der schmutzigsten Industrien, die zu maßlosem Konsum verführt. Mit einer Initiative namens #boycottfashion will man die Menschen dazu bewegen, keine neuen Kleider zu kaufen. Ein Brief an den „British Fashion Council“ sollte diesen davon überzeugen, die Fashion Week abzusagen. Am Ende fand sie doch statt und Extinction Rebellion sorgte mit Demonstrationen für die im Vorhinein versprochene Unruhen.
    Umweltaktivisten der Gruppe „Extinction Rebellion“ protestieren gegen die Mode-Industrie
    Umweltaktivisten der Gruppe „Extinction Rebellion“ protestieren gegen die Mode-Industrie
    Quelle: AFP/Getty Images/NIKLAS HALLE'N Dem britischen Modeverband war es vermutlich gar nicht recht, dass die modefeindlichen Aktivisten über die vergangenen Tage den Schauen die Schlagzeilen stahlen. Klimawandel, Populismus, Brexit: Angesichts solcher Krisen kann die Modeblase nicht intakt bleiben. Natürlich könne man nicht anders, als direkt auf den Brexit einzugehen, sagte auch Stephanie Phair, Vorsitzende des British Fashion Council in ihrer Eröffnungsrede zur Modewoche, auf der Kollektionen für den Frühling und Sommer 2020 gezeigt wurden. Allein der Kosten wegen. „Basierend auf Exportzahlen von 2018 würde es die britische Modebranche jährlich 870 Millionen Pfund kosten, wenn wir auf die Regeln der Welthandelsorganisation umstellen würden.“ Schon vor der Modewoche habe man Designer zu Seminaren eingeladen, die sie auf einen eventuellen „No Deal Brexit“ vorbereiten sollen. Man organisierte eine Talkrunde zum Thema Nachhaltigkeit, gründete ein „Institute of Positive Fashion“, das Modemarken bei der Umstellung auf umweltfreundliche Geschäftspraktiken unterstützen soll. Gleichzeitig lud man zum ersten Mal die breitere Öffentlichkeit zu „Public Shows“ ein: Für Preise von 135 oder 245 Pfund für einen Platz in der ersten Reihe konnten diese Saison auch Nicht-Insider das Phänomen Fashion Week persönlich miterleben. Die Mode will manche Dinge verändern, an ihrer Motivation, mehr und mehr zu verkaufen schraubt sie nicht.
    Designerfantasien von Natasha Zinko, Roland Mouret und Erdem Moralioglu (v.l.)
    Designerfantasien von Natasha Zinko, Roland Mouret und Erdem Moralioglu (v.l.)
    Quelle: Katie Collins/PA Wire/dpa, Mike Marsland/WireImage, Isabel Infantes/PA Wire/dpa Die einzige Sicherheit, so Stephanie Phair, sei, dass man in noch nie gesehenen und unberechenbaren Zeiten lebe. Die Kreativität auf der Modewoche könne da als „beruhigende Konstante“ dienen. Oder als Fluchtort. Einige Designer signalisierten zwar Nachdenklichkeit, wie Natasha Zinko, die mit Stoffresten experimentierte oder Roland Mouret, der nur noch Kleiderbügel aus recyceltem Ozeanplastik verwendet. Doch in vielen Fällen prallten romantische Designerfantasien auf eine verwirrende wie verunsichernde Wirklichkeit. Die Hoffnung: Mit einem neuen Kleid oder einem neuen Paar Schuhe kann man sich die Zukunftsangst wenigstens für ein paar Minuten wegkaufen. Lange, voluminöse und fließende Kleider und Roben gehören auch zu den wichtigsten Teilen für den kommenden Frühling und Sommer. Emilia Wickstead schneiderte ein Modell mit Ballonärmeln, so ausladend wie Lampenschirme. Bei Halpern wurde Lamé-Stoff zu einer Robe mit mehreren aufgebauschten Schichten drapiert, bei Simone Rocha ein Kleid aus knallroten Pailletten an den Beinen eng eingefasst wie bei einem Bonbon.
    Looks gegen die Zukunftsangst: von Emilia Wickstead, Halpern und Simone Rocha (v.l.)
    Looks gegen die Zukunftsangst: von Emilia Wickstead, Halpern und Simone Rocha (v.l.)
    Quelle: Getty Images for BFC, Estrop/Getty Images, Estrop/WireImage „Kleider sind wichtig für uns, die kaufen unsere Kundinnen am liebsten“, sagte auch Victoria Beckham backstage nach ihrer Schau, bevor sie mit ihrem Gast Helen Mirren ein Selfie aufnahm. Auch Beckham, die in London den Launch ihrer ersten eigenen Kosmetiklinie feierte, hat den Charme einer formellen Garderobe und von bürgerlichem Chic wieder für sich entdeckt. In ihren beigefarbenen Kostümen und karierten Blazern zu rüschigen Blusen können die Geschäftsfrauen aus Mayfair ihre Präsentationen halten und sich zur Teestunde im „Claridges Hotel“ treffen. Ausgerechnet das so zurückhaltende wie elegante Beige zeichnet sich als Trendfarbe für den kommenden Frühling ab. Man sah puderfarbenen Tüll bei Molly Goddard, sandbraune Anzüge und viele Trenchcoats bei Burberry. Jonathan Anderson reagierte ebenfalls auf die neue Lust an modern interpretierter Schneiderkunst und entwarf wunderschöne Anzüge mit herabhängenden Bändern sowie Blazer mit ausladenden, gepolsterten Schößen.
    Trendfarbe Beige: Looks von Molly Goddard, Burberry und Jonathan Anderson (v.l.)
    Trendfarben Beige und Grau: Looks von Molly Goddard, Burberry und Jonathan Anderson (v.l.)
    Quelle: Getty Images for BFC, Ian West/PA Wire/dpa, Estrop/WireImage Neben Helen Mirren begrüßte Victoria Beckham übrigens noch einen Gast backstage: Die kleinwüchsige Aktivistin und Bloggerin Sinéad Burke, die auch schon auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos gesprochen hat und seit Jahren an die Modewelt appelliert, Menschen mit Behinderungen in ihre Kommunikation einzuschließen und mit passenden Produkten anzusprechen. Die Modebranche präsentiert sich seit einigen Saisons als toleranter und vielfältiger, Models aller Hautfarben und Altersklassen waren in London auf zahlreichen Laufstegen zu sehen. Gleichzeitig lassen sich manche kreativen Ideen nur noch schwer mit einer Gesellschaft vereinbaren, die alles auf politische Korrektheit hin überprüft.
    Bei Victoria Beckham (r.) zu Gast: Helen Mirren (2. von rechts) und Sinéad Burke (Mitte)
    Quelle: N24Publiziert am 17-09-2019
  • Umweltverbände schreiben Beschwerdebrief an Merkel
    Post für Angela Merkel: Drei Tage vor der entscheidenden Sitzung des Klimakabinetts kritisiert ein Bündnis von Umweltverbänden in einem offenen Brief an die Kanzlerin scharf die Klimaschutz-Pläne des Bundesverkehrsministeriums. Was Andreas Scheuer (CSU) vorgelegt habe, sei „klimapolitisch unzureichend“, beruhe „auf fragwürdigen Annahmen“ und belaste den Staatshaushalt „über Gebühr“, heißt es in dem Brief an Angela Merkel (CDU), den unter anderem BUND, Deutscher Naturschutzring, WWF, Nabu und Umwelthilfe unterschrieben haben. Scheuer betone, „gänzlich ohne Verbote und direkte preispolitische Maßnahmen auszukommen“, schreiben die Verbände. Nach ihrer Berechnung würden die Vorschläge des Ministers bis zum Jahr 2030 aber mehr als 75 Milliarden Euro kosten, zusätzliche Mittel aus den Ländern kämen noch dazu. Das stehe in einem „krassen Missverhältnis“ zu den Treibhausgasen, die damit eingespart werden können. Reduktion des „motorisierten Individualverkehrs“ Scheuer überschätze „massiv“, was mit alternativen Kraftstoffen aus Biomasse oder Strom erreicht werden könne. Für den Ausbau der Bahn und des öffentlichen Nahverkehrs sowie von Rad- und Fußwegen sollte aus Sicht der Umweltverbände auch Geld genutzt werden, das für Straßen gedacht war. „Es ist nicht ersichtlich, wie der weitere Ausbau der Fernstraßen zur Reduktion von Treibhausgasemissionen führen soll“, schreiben sie.
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    Cem Özdemir (Grüne) hält ein „Weiter so“ im Verkehr für ausgeschlossen Klimakrise Der „motorisierte Individualverkehr“, besonders mit Pkw mit Verbrennungsmotoren und besonders große und schwere Autos, müsse ebenso reduziert werden wie das Wachstum des Güterverkehrs auf der Straße. Weitere Unterzeichner sind der Bahn-Lobbyverband Allianz pro Schiene, Germanwatch, der Fahrradclub ADFC und der Verkehrsclub Deutschland (VCD). Let's block ads! (Why?)
    Quelle: N24Publiziert am 17-09-2019
  • „Die Politik schiebt den schwarzen Peter den Schulen zu“
    Seit Wochen protestieren Schüler während des Unterrichts für den Klimaschutz. Im WELT-Studiogespräch schildert Udo Beckmann, Vorsitzender des Verbandes Bildung und Erziehung (VBE), wie die Schulen von der Politik im Stich gelassen werden. © Axel Springer SE. Alle Rechte vorbehalten. Let's block ads! (Why?)
    Quelle: N24Publiziert am 17-09-2019