Rubikon.news / Macht-steuert-Wissen

  • „In einer anderen Liga“
    Am 17. September wird in Israel gewählt. Zwischen dem amtierenden Ministerpräsidenten Benjamin „Bibi“ Netanyahu und seinem Herausforderer, dem ehemaligen Chef der israelischen Streitkräfte Benny Gantz findet israelischen Umfragen zufolge ein Kopf-an-Kopf-Rennen statt. In den Medien bestimmt Netanyahu das Geschehen. Er nutzt seine Position als Ministerpräsident, um Fototermine mit anderen wichtigen politischen Führern zu erhaschen, die kurz vor den Wahlen seine internationale Bedeutung unterstreichen sollen.
    Quelle: Rubikon.newsPubliziert am 17-09-2019
  • Alle Jahre wieder
    Zwei Drittel der Deutschen sind gegen eine Ausweitung der Bundeswehr-Einsätze im Ausland (1). Im Prinzip sind diese seit dem hochumstrittenen Urteil des Bundesverfassungsgerichts vom 12. Juli 1994 zwar legal (2). Doch eine Mehrheit der Bürger hält trotzdem längst nicht alle der „Missionen“ auch für legitim (3). Die deutsche Mitwirkung am Syrien-Krieg stößt sogar bei drei Vierteln aller Befragten auf Widerspruch, trotz der provokativen Gestaltung der Untersuchung (4). Der Anteil jener Menschen, die einen Militäreinsatz im Ausland grundsätzlich ablehnen und für den vollständigen Abzug der Bundeswehr stimmen, liegt mittlerweile schon bei 39 Prozent (5). Dennoch wurde auf dem G7-Gipfeltreffen im August auf Betreiben des französischen Präsidenten Macron und der Bundeskanzlerin Merkel beschlossen, die militärischen Anstrengungen in der Sahel-Zone zu verstärken, speziell in Mali (6). Die Tagesschau unterschlug den deutschen Vorstoß gegenüber ihrem Fernseh-Millionenpublikum. Was auch sonst.
    Quelle: Rubikon.newsPubliziert am 17-09-2019
  • Sinnloser Zwist
    In der Frühphase der Ökologiebewegung war die Tatsache weit verbreitet, dass die Friedens- und die Ökologiefrage zwei Seiten einer Medaille sind. Das kam auch in Reden auf den großen Hunderttausender-Friedensdemonstrationen der 1980er Jahre zum Ausdruck. Die Herrschenden haben gelernt und versuchen, Keile zwischen die Kräfte zu treiben, die sich für einen Systemwandel engagieren. Sie können sich die Hände reiben, wenn alternative Kräfte ihnen das Handwerk abnehmen. Dem gegenüber arbeiten FreundInnen des Lebens am großen Bündnis, das auch die Gewerkschaften und die Menschenrechtsbewegung umfasst, da all diese Kräfte nur gemeinsam den langen Atem entfalten können, den das Leben braucht.
    Quelle: Rubikon.newsPubliziert am 17-09-2019
  • Die Stimme des Friedens
    Zwei Jahre nach dem überaus erfolgreichen „Alchemisten“-Album, erschien jetzt im September die neue Kileze More-EP „Voice of Peace“. Da davon auszugehen ist, dass auch VoP, wie damals das „Alchemist“-Album – trotz starker Chart-Platzierung –, von den (HipHop)-Medien totgeschwiegen, von Formaten wie RapSlap und Konsorten in Ermangelung genretypischer Skandale unbeachtet und von dem Zappelphilipp mit der bunten Maske unerwähnt bleiben wird, muss sich wohl Rubikon als politisches Magazin der Aufgabe einer Rezension annehmen. Die zu erwartende Arbeitsverweigerung der HipHop-Medien ist bedauernswert. Denn der Österreicher zeigt im Jahr 2019 – frei mit den Worten von PTK –, was HipHop mal war: etwas mit Message!
    Quelle: Rubikon.newsPubliziert am 17-09-2019
  • Zeichen setzen!
    Steine können zerstören und Steine können aufbauen. Wir können sie dazu benutzen, aufeinander loszugehen oder uns miteinander zu verbinden. Wir können sie aufsammeln, ein Wort des Friedens darauf schreiben und dort ablegen, wo sie gebraucht werden. So zeigen wir: Ich bin da. Ich mache mit bei der Gestaltung einer friedlichen Welt.
    Quelle: Rubikon.newsPubliziert am 17-09-2019
  • Unter falscher Flagge
    Ob Fridays for Future, Ende Gelände, Gelbwesten, Hambi-Aktivisten oder natürlich Extinction Rebellion — noch nie stand der drohende Ökozid so enorm im Fokus der öffentlichen Wahrnehmung und so nah an der Pforte unserer Gegenwart. „Wo aber Gefahr ist, wächst das Rettende auch!“, schrieb einst Friedrich Hölderlin. Natürlich verhält es sich umgekehrt ebenso. Und so muss bei aller Entschlossenheit und Euphorie auch stets damit gerechnet werden, dass der Aufbruch in eine neue, nachhaltige und friedliche Welt von den Schergen der alten sabotiert werden wird. Denn diese wollen ihre dem Tode geweihte Welt um keinen Preis aufgeben. So müssen die Fridays-Kids und alle anderen Bewegungen sich vor Infiltrationen, Manipulationen, Irreführungen und dem Bann falscher Propheten und vermeintlicher Heilsbringer hüten. Ein kritischer und analytischer Rückblick auf ein turbolentes Jahr der Umwelt-Kämpfe.
    Quelle: Rubikon.newsPubliziert am 14-09-2019
  • Der Klimaschwindel
    Wir leben in sonderbaren Zeiten. Zum Thema Klimaveränderung tobt ein Meinungskampf. Vielleicht schon ein Meinungskrieg. Es geht nicht mehr darum, wie sich Tatsachen zu Meinungsbildern gruppieren lassen. Es geht darum, ob es überhaupt noch Tatsachen gibt. Angezweifelt wird eigentlich alles. Hat CO2 eine Auswirkung auf die Temperatur? Steigen die Temperaturen weltweit oder fallen sie? Werden die Sommer immer heißer oder immer kühler? Ist die Zunahme von CO2 ein Segen, weil dadurch die Pflanzen besser wachsen? Schmelzen die Gletscher oder wachsen sie?
    Quelle: Rubikon.newsPubliziert am 14-09-2019
  • Das Zitierkartell
    Die Debatte um den Klimawandel wird seit einiger Zeit mit immer schrilleren Tönen geführt. Spielte sie in den alternativen Medien lange Zeit kaum eine Rolle, hat sie diese nun mit voller Wucht erreicht. Auch, wenn nicht gar vor allem über diese wird eine Kampagne inszeniert, die den menschengemachten Klimawandel in Zweifel zieht. Gearbeitet wird dabei mit Halbwahrheiten und vagen Behauptungen, die in aller Regel jeder Grundlage entbehren. Mit Journalismus hat dies nichts mehr zu tun.
    Quelle: Rubikon.newsPubliziert am 14-09-2019
  • Die Friedens-Kooperation
    Der am 21. September 1981 ausgerufene Weltfriedenstag fällt in die Aktionswoche der Fridays for Future-Bewegung. Die kritischen NuklearwissenschaftlerInnen haben in ihrem Bulletin die Weltuntergangsuhr auf zwei vor zwölf vorgestellt. Ihre Begründung verband die Friedens- und die Ökologiefragen: „Denn die gefährliche Lage durch globale Bedrohungen wie Atomwaffen, Klimawandel und gesellschaftlicher Polarisierung droht zum neuen Normalzustand zu werden. ‚Die Welt, die wir bewohnen, ist unsicher und beunruhigend. Wir sind dabei, eine gefährliche Welt zu normalisieren‘, warnen die Forscher“ (1). Die Gründe für das Erfordernis des Zusammenwirkens der Friedens- und der Ökologiebewegung sind allerdings viel unmittelbarer gegeben als die terminlichen Zufälle und die Formulierungen kritischer WissenschaftlerInnen.
    Quelle: Rubikon.newsPubliziert am 14-09-2019
  • Der Aufstand beginnt
    Der Aufstand, der den Systemwechsel erzwingen und die Lebensgrundlagen unserer Spezies auf diesem Planeten vielleicht doch noch retten wird, wird in wenigen Tagen beginnen. Er wird im Jahr 2020 mit voller Wucht losbrechen und uns bis zum Jahr 2023 zum Sieg führen.
    Quelle: Rubikon.newsPubliziert am 14-09-2019
  • Die Höllenfahrt
    Unsere kollektive Fahrt in den Abgrund ist eine Fahrt auf Sicht. Wir lösen immer nur die naheliegenden Probleme und bleiben an der Oberfläche. Werden zum Beispiel Elektroautos gefördert, bleibt völlig ungeklärt, wie und zu welchen Kosten dies geschehen soll. Ein besonderes Merkmal dieser Höllenfahrt sind Teufelkreise, fachsprachlich auch „Rückkopplungseffekte“ genannt. Geld wird in Rüstung, Polizei und Überwachung gesteckt. In der Folge fehlt es im Haushalt an Geld für soziale Belange. In der Folge gibt es soziale Unruhen, die durch mehr Polizei und Militär kontrolliert werden müssen. Und so weiter. Wie können wir aus diesem Wahnsinn aussteigen? Auf jeden Fall indem wir zu der Wurzel der Probleme vordringen: dem in unser Wirtschaftssystem eingebauten Wachstumszwang.
    Quelle: Rubikon.newsPubliziert am 14-09-2019
  • Raus aus der Opferrolle!
    Wir alle neigen dazu, uns vor unserer Verantwortung zu drücken. Macht uns jemand darauf aufmerksam, riskiert er, scharf zurechtgewiesen zu werden. Um von der eigenen Verantwortung abzulenken, werden die großen Opfer des Weltgeschehens hervorbemüht. Sind die Verfolgten und Gemordeten unserer Geschichte denn etwa selbst Schuld an den Ereignissen? In dieser Argumentation werden nicht nur Schuld und Verantwortung miteinander verwechselt. Es wird auch vergessen, dass wir, was immer uns widerfährt, die Möglichkeit haben, uns innerlich frei zu fühlen. Dafür ist es notwendig, sich in seine Innenwelt vorzuwagen.
    Quelle: Rubikon.newsPubliziert am 14-09-2019
  • Revolution auf der Yogamatte
    „Ich möchte gefälligst auf vernünftigem Niveau belogen werden!“, fordert „Weazel“, einer der drei Protagonisten dieses kapriziösen und zugleich politisch anstößigen Romans. Und nicht einmal das ist ihm sicher, in einer Epoche, in der die politische Klasse in New York, Jugoslawien und Afghanistan Amok läuft. Der elfte September 2001 ist der Urknall, der auch bei einem haltlosen Chaotenhaufen — einer Mischung aus Esoterik-Sekte, Queerfront und alternativem politischem Think Tank — einschlägt wie eine Bombe. In der Bar zum Krokodil trifft sich die bunte Truppe, und jeder „verarbeitet“ das Weltereignis auf seine ganz spezielle Weise — so klarsichtig wie gelegentlich umwölkt. Und dies ist nur der Auftakt zu einem gewagten Trip durch die Abgründe der menschlichen Seele und der politischen Verdummungsmaschinerie. Eben typisch Florian Kirner, der als Schlossbesitzer, Liedermacher und Journalist „Prinz Chaos II.“ die permanente Revolution verkörpert wie kein anderer.
    Quelle: Rubikon.newsPubliziert am 13-09-2019
  • Kurzer Prozess
    In Frankreich wurden drei Jugendliche aus Franken an einer Mautstelle verhaftet und in einem Schnellverfahren zu zwei und drei Monaten Haft in verschiedenen Gefängnissen verurteilt. Von den dreien „gehe eine latente Gefahr“ aus (1). Man könne zwar nichts nachweisen, aber es wäre durchaus möglich, dass die drei Krawall geplant hätten. Man fand immerhin „Aufkleber der extremen Linken“ sowie entsprechende Literatur. Einer war sogar angeblich vorbestraft und der G7-Gipfel in Biarritz stand kurz bevor. Die Eltern wurden von den Behörden nicht kontaktiert (2). So funktioniert das also in Frankreich: Demonstranten mit gelben Westen werden von der Polizei ungestraft zu Krüppeln geschossen, wenn sie gegen die neoliberale Politik der „extremen Mitte“ aufbegehren, das Land verstößt mit seinen Kriegen ebenso ungestraft gegen das Völkerrecht und vermeintliche „Störer“ werden weggesperrt. Nun melden sich die Eltern der drei Jugendlichen in einem offenen Brief, der bisher kaum Beachtung findet, zu Wort. Aber Frankreich gehört ja zu den Guten — das passt dann schon.
    Quelle: Rubikon.newsPubliziert am 13-09-2019
  • Schlechter Verlierer
    Das Team des Präsidenten liegt, was China betrifft, in allen Punkten falsch und steht auf verlorenem Posten. Nun sollen die Folgen jahrzehntelanger neoliberaler Ausblutungspolitik durch Zölle „geheilt“ werden. Die USA weigern sich, den fulminanten Aufstieg des Riesen im Osten zur Kenntnis zu nehmen. So verlieren sie in einem Konflikt, den sie, wären sie klug, gar nicht erst begonnen hätten. Eine besonnene Wirtschaftspolitik könnte nämlich zum beiderseitigem Nutzen im Sinne einer Win-Win-Situation sein. Was sind die Gründe dafür, dass Trump und sein Team nicht erkennen, dass der Handelskrieg mit China ein einziges großes Eigentor für die USA ist? George Koo geht dieser Frage nach.
    Quelle: Rubikon.newsPubliziert am 13-09-2019