Focus Familie 

  • 3 Thesen von Michael Winterhoff – Kinderpsychiater: Wegen unseres Systems verdummt Deutschland
    3 Thesen von Michael Winterhoff : Kinderpsychiater: Wegen unseres Systems verdummt Deutschland „Deutschland verdummt“, das moniert Michael Winterhoff in seinem gleichnamigen Buch. Denn unser Bildungssystem verbaue seiner Ansicht nach die Zukunft unserer Kinder. FOCUS Online stellt drei seiner Thesen vor. Michael Winterhoff ist Facharzt für Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie. Seit 30 Jahren behandelt er die Jüngsten Deutschlands in seiner Bonner Praxis. Über seine Beobachtungen und Ansichten hat er bereits mehrere Bücher geschrieben: „Warum unsere Kinder Tyrannen werden“, „Lasst Kinder wieder Kinder sein“ und „Die Wiederentdeckung der Kindheit“ sind nur einige seiner Titel.In seinem neuesten Werk rechnet er jetzt mit Deutschlands Bildungssystem ab: „Deutschland verdummt“ heißt es und diskutiert, wie unser Bildungssystem die Zukunft der Menschen bereits im Kindesalter gefährdet. Drei seiner Thesen lesen Sie hier. Spannend, aber gerade keine Zeit? These 1: Kinder sind keine kleinen ErwachsenenEin großer Dorn im Auge ist dem Psychiater der Begriff autonomes, also eigenständiges Lernen. Denn er ist überzeugt, dass das Kindern nicht möglich ist – es habe sogar einen gegenteiligen Effekt: Wenn Kinder keinen Erwachsenen haben, der sie an die Hand nimmt und ihnen den Weg zeigt, dann könne sich laut dem Facharzt ihre Psyche nicht richtig entwickeln. Die Folge: Menschen bleiben ein Leben lang in ihrer Kleinkind-Psyche verhaftet. Das bedeutet, dass sie als Erwachsene beziehungs- und arbeitsunfähig sind und ihnen emotionale wie soziale Kompetenzen fehlen. Ihnen fehlen Fähigkeiten wie Arbeitshaltung, Sinn für Pünktlichkeit und Strukturen und Abläufe erkennen sie ebenfalls nicht – außerdem, so Winterhoff, sei ihnen das Handy wichtiger als der Kunde. Klingelt’s? These 2: Ohne Anleitung keine EntwicklungUm Fortschritte machen zu können, brauche ein Kind die Aufforderung eines Erwachsenen. Jemanden, der ihm sagt: „Komm‘, versuch‘ das mal!“. Das Konzept des offenen Unterrichts, in dem Kinder sich selbst aussuchen sollen, welche Aufgaben sie bearbeiten möchten, verurteilt der Facharzt scharf: „Vor die Wahl gestellt, suchen sich Kinder das aus, was sie schon können“, weiß er – eben genau so, wie Erwachsene auch.Winterhoff ist überzeugt, dass Erwachsene, die Kinder in den offenen Unterricht stecken wollen, ihre eigenen Wünsche und Gefühle auf die Jünglinge projizieren: „In der Psychoanalyse nennt man das Projektion“. Das Kind werde somit zum Avatar des Erwachsenen, den er mit seinen eigenen Bedürfnissen füllt. Deshalb haben die Erwachsenen, die diese Unterrichtsart unterstützen auch das Gefühl, die Kinder damit zu „befreien“. Ein Beispiel, das der Psychiater nennt: Ein Kind muss einen Pullover anziehen, weil die Mutter schnell friert. These 3: Digitale Medien sind okay – aber erst ab zehn JahrenDie frühe Konfrontation mit digitalen Medien fördere laut Winterhoff „narzisstische und egomanische Verhaltensweisen“ bei Kindern. Sie bestätigten sie in ihrem Kleinkinder-Weltbild: „Ich wische, also passiert etwas“. Das sorge für permanente Lustbefriedigung, was wiederum dazu führen könne, dass Kinder den Eindruck verfestigen, jederzeit alles bekommen zu können, was sie wollen – und gleichzeitig alles steuern zu können.Außerdem lenke das Starren auf Handys die Kinder von direkten Erfahrungen und direkter Kommunikation ab. Winterhoff fordert deshalb: „Kindergärten und Grundschulen müssen digitalfreie Oasen sein“. Anstatt Kinder zu Digitalisierung zu ermutigen, müsse man sie laut dem Experten sogar davor schützen.Er erklärt auch, dass sie das in ihrem späteren Leben nicht einschränken wird – im Gegenteil: „Ein Mensch mit entwickelter Psyche kann sich mit jeder Technik auseinandersetzen, für die er sich interessiert“. Viel mehr, fährt er fort, bräuchten wir Erwachsene, die Ideen haben, weitsichtig sind und kreativ denken.Lesen Sie auch:Fazit: Wir lassen unsere Schutzbefohlenen allein: Kinder brauchen Bindung!Von „Verwahrlosung“ spricht Winterhoff, wenn er daran denkt, wie Erwachsene Kinder heute alleine lassen. Wie sie in der Schule immer weniger lernen und über immer weniger soziale und emotionale Intelligenz verfügen, die sie für ein reibungsloses Zusammenleben in der Gesellschaft allerdings dringend benötigen würden.„Es ist eine große Not, in der sich unsere Gesellschaft in zehn, zwanzig Jahren befinden wird“, erklärt Winterhoff: Denn ein soziales Miteinander könne nur eine begrenzte Anzahl Menschen vertragen, die sich wie Autisten, Narzissten oder Egomanen benehmen. Und genau da steuere unser Nachwuchs derzeit hin. Denn aus Kindern mit nicht entwickelter Psyche würden Erwachsene mit nicht entwickelter Psyche. Hier den Newsletter "Gesundheit" abonnieren Berichte, Videos, Hintergründe: Von Montag bis Freitag versorgt Sie FOCUS Online mit den wichtigsten Nachrichten aus dem Gesundheitsressort. Hier können Sie den Newsletter ganz einfach und kostenlos abonnieren. „Wird nicht umgehend die Bildungspolitik wieder auf die Bedürfnisse des Kindes eingestellt und mit der Irrlehre aufgeräumt, dass ein Kind weder Bindung noch Beziehung braucht, ist das gesamte Gefüge unserer Gesellschaft in Gefahr“. Der aktuelle Fachkräftemangel sei dann nur „ein laues Lüftchen vor dem Sturm“, warnt der Mediziner. Wenn Sie diese 2 Regeln beachten, essen Ihre Kinder gesünder Lesen Sie auch Let's block ads! (Why?)
    Quelle: Focus FamiliePubliziert am 11-11-2019
  • 3 Thesen von Michael Winterhoff – Kinderpsychiater: Wegen unserem System verdummt Deutschland
    3 Thesen von Michael Winterhoff : Kinderpsychiater: Wegen unserem System verdummt Deutschland „Deutschland verdummt“, das moniert Michael Winterhoff in seinem neu erschienenen, gleichnamigen Buch. Denn unser Bildungssystem verbaue seiner Ansicht nach die Zukunft unserer Kinder. FOCUS Online stellt drei seiner Thesen vor. Michael Winterhoff ist Facharzt für Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie. Seit 30 Jahren behandelt er die Jüngsten Deutschlands in seiner Bonner Praxis. Über seine Beobachtungen und Ansichten hat er bereits mehrere Bücher geschrieben: „Warum unsere Kinder Tyrannen werden“, „Lasst Kinder wieder Kinder sein“ und „Die Wiederentdeckung der Kindheit“ sind nur einige seiner Titel.In seinem neuesten Werk rechnet er jetzt mit Deutschlands Bildungssystem ab: „Deutschland verdummt“ heißt es und diskutiert, wie unser Bildungssystem die Zukunft der Menschen bereits im Kindesalter gefährdet. Drei seiner Thesen lesen Sie hier.These 1: Kinder sind keine kleinen ErwachsenenEin großer Dorn im Auge ist dem Psychiater der Begriff autonomes, also eigenständiges Lernen. Denn er ist überzeugt, dass das Kindern nicht möglich ist – es habe sogar einen gegenteiligen Effekt: Wenn Kinder keinen Erwachsenen haben, der sie an die Hand nimmt und ihnen den Weg zeigt, dann könne sich laut dem Facharzt ihre Psyche nicht richtig entwickeln. Spannend, aber gerade keine Zeit? Die Folge: Menschen bleiben ein Leben lang in ihrer Kleinkind-Psyche verhaftet. Das bedeutet, dass sie als Erwachsene beziehungs- und arbeitsunfähig sind und ihnen emotionale wie soziale Kompetenzen fehlen. Ihnen fehlen Fähigkeiten wie Arbeitshaltung, Sinn für Pünktlichkeit und Strukturen und Abläufe erkennen sie ebenfalls nicht – außerdem, so Winterhoff, sei ihnen das Handy wichtiger als der Kunde. Klingelt’s? These 2: Ohne Anleitung keine EntwicklungUm Fortschritte machen zu können, brauche ein Kind die Aufforderung eines Erwachsenen. Jemanden, der ihm sagt: „Komm‘, versuch‘ das mal!“. Das Konzept des offenen Unterrichts, in dem Kinder sich selbst aussuchen sollen, welche Aufgaben sie bearbeiten möchten, verurteilt der Facharzt scharf: „Vor die Wahl gestellt, suchen sich Kinder das aus, was sie schon können“, weiß er – eben genau so, wie Erwachsene auch.Winterhoff ist überzeugt, dass Erwachsene, die Kinder in den offenen Unterricht stecken wollen, ihre eigenen Wünsche und Gefühle auf die Jünglinge projizieren: „In der Psychoanalyse nennt man das Projektion“. Das Kind werde somit zum Avatar des Erwachsenen, den er mit seinen eigenen Bedürfnissen füllt. Deshalb haben die Erwachsenen, die diese Unterrichtsart unterstützen auch das Gefühl, die Kinder damit zu „befreien“. Ein Beispiel, das der Psychiater nennt: Ein Kind muss einen Pullover anziehen, weil die Mutter schnell friert. These 3: Digitale Medien sind okay – aber erst ab zehn JahrenDie frühe Konfrontation mit digitalen Medien fördere laut Winterhoff „narzisstische und egomanische Verhaltensweisen“ bei Kindern. Sie bestätigten sie in ihrem Kleinkinder-Weltbild: „Ich wische, also passiert etwas“. Das sorge für permanente Lustbefriedigung, was wiederum dazu führen könne, dass Kinder den Eindruck verfestigen, jederzeit alles bekommen zu können, was sie wollen – und gleichzeitig alles steuern zu können.Außerdem lenke das Starren auf Handys die Kinder von direkten Erfahrungen und direkter Kommunikation ab. Winterhoff fordert deshalb: „Kindergärten und Grundschulen müssen digitalfreie Oasen sein“. Anstatt Kinder zu Digitalisierung zu ermutigen, müsse man sie laut dem Experten sogar davor schützen.Er erklärt auch, dass sie das in ihrem späteren Leben nicht einschränken wird – im Gegenteil: „Ein Mensch mit entwickelter Psyche kann sich mit jeder Technik auseinandersetzen, für die er sich interessiert“. Viel mehr, fährt er fort, bräuchten wir Erwachsene, die Ideen haben, weitsichtig sind und kreativ denken.Lesen Sie auch:Fazit: Wir lassen unsere Schutzbefohlenen allein: Kinder brauchen Bindung!Von „Verwahrlosung“ spricht Winterhoff, wenn er daran denkt, wie Erwachsene Kinder heute alleine lassen. Wie sie in der Schule immer weniger lernen und über immer weniger soziale und emotionale Intelligenz verfügen, die sie für ein reibungsloses Zusammenleben in der Gesellschaft allerdings dringend benötigen würden.„Es ist eine große Not, in der sich unsere Gesellschaft in zehn, zwanzig Jahren befinden wird“, erklärt Winterhoff: Denn ein soziales Miteinander könne nur eine begrenzte Anzahl Menschen vertragen, die sich wie Autisten, Narzissten oder Egomanen benehmen. Und genau da steuere unser Nachwuchs derzeit hin. Denn aus Kindern mit nicht entwickelter Psyche würden Erwachsene mit nicht entwickelter Psyche. 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    Quelle: Focus FamiliePubliziert am 11-11-2019
  • Noten sind kontraproduktiv – "Vermittelt kein nachhaltiges Wissen" – Schulleiter fordert: Schafft die Schule ab
    Noten sind kontraproduktiv: "Vermittelt kein nachhaltiges Wissen" - Schulleiter fordert: Schafft die Schule ab Kann die Schule jungen Menschen auf die Komplexität der heutigen Zeit vorbereiten? So wie sie jetzt funktioniert nicht, glaubt Oliver Hauschke. Der Lehrer und selbst Vater von zehn Kindern ist überzeugt: "Momentan bereiten wir unsere Kinder auf unsere Vergangenheit vor und nicht auf deren Zukunft." "Stellen Sie sich vor, sie würden gerne Bäcker werden wollen und darüber, ob sie erfolgreich die Gesellenprüfung ablegen, entscheidet mit, wie gut sie eine Mauer hochgezogen und eine Heizung eingebaut haben“, schreibt Oliver Hauschke in seinem neu erschienen Buch "Schafft die Schule ab". Die Botschaft des Schulleiters und zehnfachen Vaters wird darin schnell klar: In der Form, in der Schule heute existiert, funktioniert sie nicht.Denn wir leben in einer Welt, die immer komplexer wird. Aber statt unsere Kinder dafür angemessen auszubilden, bereiteten wir sie eher auf eine Welt vor, die längst Vergangenheit ist. Der Lehrer ist daher sicher: "Wir sollten mehr Mut zur Vielfalt aufbringen und die Schüler/innen frühzeitiger stärker nach eigenen Interessen, Talenten und Schwerpunkten entscheiden lassen, welchen Fächern und Themen sie sich verstärkt zuwenden." Und streichen könnte man auf der Liste der verpflichtenden Inhalte sowieso eine Menge.Wir haben Oliver Hauschkes Thesen im Gespräch hinterfragt. Spannend, aber gerade keine Zeit? FOCUS Online: Herr Hauschke, Sie sagen, wir sollten die Schule abschaffen. Warum?Oliver Hauschke: Ich glaube, so wie Schule momentan funktioniert, vermittelt sie unseren Kindern kein nachhaltiges Wissen und keine nachhaltige Bildung. Und das muss eigentlich Ziel sein. Wenn eine Einrichtung zwischen zehn und dreizehn Jahre unserer Kinder in Anspruch nimmt und im Endeffekt das Ergebnis sehr gering ist, dann brauchen wir die Schule nicht – zumindest in dieser Art nicht. Wir haben durchaus gute Schulen in Deutschland, aber die Zahl derer ist verschwindend gering. FOCUS Online: Was macht aus Ihrer Sicht denn eine gute Schule aus?Hauschke: Eine gute Schule muss Kindern beim Lernen unterstützen, sie begleiten und motivieren. Sie muss Schülern Freiräume bieten, das zu lernen, was sie möchten – und wann sie es möchten. Wenn ein Schüler beispielsweise im Physikunterricht merkt, dass er nach 90 Minuten mit einem Problem noch nicht fertig ist und gerne weiterarbeiten möchte, dann wird er an heutigen Schulen herausgerissen und muss zum Beispiel Französisch lernen. Das Kind ist also geistig mit einem Problem beschäftigt, was es gerne lösen möchte, soll sich aber gleichzeitig auf ein anderes Thema konzentrieren, was momentan nicht im eigenen Interessenbereich liegt. Wenn das Kind deswegen geistig abwesend ist oder sich nicht anstrengt, bekommt es eine negative Bewertung. Am Ende ist der Lernerfolg in dem einen sowie dem anderen Fach nicht der, der er sein könnte.Auch zwingen wir ältere Schüler schon zwischen 7.30 und 8.10 Uhr in die Schule und lassen sie zu einem Zeitpunkt aufstehen, wo sie nach wissenschaftlichen Erkenntnissen eigentlich in ihrer zweiten Tiefschlafphase wären. Gute Schule muss solche Dinge, die wir aus der Entwicklungspsychologie, der Chronobiologie, der Hirnforschung etc. kennen, berücksichtigen. Oliver Hauschke studierte Wirtschaftswissenschaften, Geschichte und Politik. Seit 2000 unterrichtete er verschiedene Fächer an Gymnasien und Gesamtschulen. Als Schulleiter baute er ab 2009 erfolgreich eine gymnasiale Oberstufe auf. Er ist Vater von zehn Kindern, sechs davon schulpflichtig. Einst Fürsprecher klassischer Schulbildung, sieht er heute die Dringlichkeit radikaler Veränderungen in unserem Bildungswesen, erlebte er doch selbst, wie schwierig dies in Schulen wirklich ist. All das, was Schulen im Augenblick machen, nämlich Noten geben, Schülern zu bestimmten Zeitpunkten ihr Versagen vorzuhalten, sie darauf zu eichen, dass lernen nur dann sinnvoll ist, wenn es in der Schule mit Lehrern stattfindet und mit irgendwelchen Ziffern versehen wird, ergibt keinen Sinn.FOCUS Online: Sie halten Notengebung also für kontraproduktiv?Hauschke: Ich halte Noten per se für ungerecht und auch für kontraproduktiv. Wir haben 30 Schüler in einer Klasse und oft um die 1000 Schüler in weiterführenden Schulen. Das sind 1000 Individuen. Diese in ein Ziffernsystem von eins bis sechs zu stecken, macht gar keinen Sinn. Ich kann auch als Lehrer im Grunde nicht differenzieren: Ist eine Note eine 3-, eine 3 oder ist sie schon eine 4+. Es ist definitiv so gut wie unmöglich, 30 Individuen in so ein enges Raster zu zwingen.Auch lernen Schüler ja nicht um des Lernen Willen, sondern ausschließlich für eine Note. Sie wissen, eine Note bedeutet ein gewisses Vorankommen oder Scheitern in unserer Gesellschaft. Daher ist sie für sie überlebenswichtig. Wenn ich Unterricht gebe, dann ist am Ende einer Stunde oft die Frage: Was bekomme ich heute für eine Note? Wir reden selten oder fast nie darüber, was nachhaltig gelernt worden ist und wo jemand vielleicht noch Schwierigkeiten hat.Wir müssen uns davon verabschieden, dass wir glauben, wenn ein Schüler zu einem bestimmten Zeitpunkt ein völlig willkürlich festgelegtes Thema in irgendeiner Weise wiedergeben kann, dass er besser ist oder mehr gelernt hat als ein Schüler, der das zu diesem Zeitpunkt nicht kann. Schüler lernen einfach individuell. Wir legen willkürlich einen Maßstab fest. Danach beurteilen wir, ob jemand es wert ist, weiterzukommen. Damit zeigen wir auch gesellschaftlich, dass es Menschen gibt, die mehr wert sind als andere. Ob man das jetzt so wie in der Schule   über Zeugnisse und Noten macht oder wie in Indien über ein Kastensystem oder wie im Mittelalter über die Ständeordnung – im Grunde ist es das Gleiche.Lesen Sie auch:FOCUS Online: Wie könnten Schulen denn gerechter vorgehen?Hauschke: Ich denke, wir müssen uns davon verabschieden, dass wir alles in der Schule zu beurteilen haben. Meine Kinder werden sogar darin beurteilt, wie gut sie einen Kopfsprung von einem Sprungbrett im Schwimmbad machen. Ich weiß nicht, wie lebensrelevant das ist.Junge Menschen merken sehr schnell, ob sie etwas gelernt haben oder nicht und sind bemüht, Dinge hinzubekommen. Wenn ich einem Schüler sage: „Du hast hier ein Wort, das du fast richtig geschrieben hast, zwei Buchstaben hast du nur falsch.“ Dann ist er daran interessiert, welche Buchstaben er falsch gemacht hat. Dann muss ich ihm nicht erst eine Vier geben, um ihn zum Lernen zu motivieren.Es gibt unzählige Möglichkeiten, Feedback
    Quelle: Focus FamiliePubliziert am 06-11-2019
  • Trotz Fridays for Future – Umfrage an Hamburger Schulen: Jede vierte Klassenfahrt ist eine Flugzeugreise
    Trotz Fridays for Future: Umfrage an Hamburger Schulen: Jede vierte Klassenfahrt ist eine Flugzeugreise An weiterführenden Schulen in Hamburg wird der Begriff Klassenausflug offenbar wörtlich genommen: Wie eine Befragung der Schulbehörde ergeben hat, fand ein knappes Viertel der Ausflüge mit dem Flugzeug statt. Wie die "Bild"-Zeitung unter Berufung auf die Stichprobe der Behörde berichtet, gab es im laufenden Jahr 370 Klassenreisen an 17 befragten weiterführenden Hamburger Schulen. In 23 Prozent der Fälle, insgesamt 84 Mal, reisten die Jugendlichen an Bord eines Flugzeugs.In Zeiten der Klimaproteste von Fridays for Future, für die Schüler freitags häufig den Unterricht bestreiken, um für mehr Umweltschutz zu demonstrieren, sei dies bedenklich, findet Hamburgs SPD-Schulsenator Ties Rabe. "Flugreisen sind nicht grundsätzlich auszuschließen, aber die Anzahl ist deutlich zu hoch! Ich appelliere an die Schulen, hier mit Augenmaß und unter Berücksichtigung des Klimaschutzes zu handeln", sagte der Politiker der "Bild"-Zeitung.Spitzenreiter ist eine "Klimaschule" aus dem Stadtteil Neugraben-FischbekSpitzenreiter bei den Schulflugreisen ist das Gymnasium Süderelbe im Stadtteil Neugraben-Fischbek. Die sogenannte "Klimaschule" absolvierte 10 von 23 Klassenfahrten mit dem Flieger. Die Gymnasiasten besuchten zum Beispiel weit entfernte Ziele wie Shanghai oder Indien sowie Metropolen wie London und Rom.Als Musterbeispiel geht aus der Untersuchung die Heinrich-Hertz-Schule im Stadtteil Winterhude hervor: Jede der 15 Klassenfahrten wurde mit Bus oder Bahn absolviert. Revolutionär: 14-Jährige beseitigt "Tote Winkel" im Auto Lesen Sie auch Let's block ads! (Why?)
    Quelle: Focus FamiliePubliziert am 05-11-2019
  • „Null Toleranz“ – CDU-General will Eltern von Schulschwänzern die Sozialleistungen kürzen
    „Null Toleranz“: CDU-General will Eltern von Schulschwänzern die Sozialleistungen kürzen Die CDU beobachtet mit Sorge die steigende Zahl von Schulschwänzern und Schulabbrechern. CDU-Generalsekretär Paul Ziemiak will deshalb Eltern schulpflichtiger Kinder stärker in die Pflicht nehmen. Ihnen drohen künftig finanzielle Einbußen. So will Ziemiak Eltern von Grundschülern, die dem Unterricht unentschuldigt fernbleiben, die Sozialleistungen kürzen. „Wenn Kinder in der Schule fehlen, muss der Staat sofort eingreifen“, sagte Ziemiak dem FOCUS. Ähnlich äußerte er sich diese Woche auch bei einem CDU-Treffen im schleswig-holsteinischen Mölln. Beim Schuleschwänzen müsse es „null Toleranz“ geben, so der Generalsekretär.Immer mehr Schüler schwänzen den UnterrichtNach Angaben mehrerer Bundesländer fehlen immer mehr Schüler unentschuldigt. So stieg die Zahl der Schulschwänzer in Hamburg innerhalb eines Jahres um 22,5 Prozent. In Thüringen verdoppelte sich die Zahl innerhalb von sieben Jahren. Gerade an Schulen in sozialen Brennpunkten mit zum Teil hohem Migrantenanteil würden Schüler unentschuldigt fehlen, erklärte Lehrerverbandspräsident Heinz-Peter Meidinger.Deutschlands oberster Pädagoge unterstützt deshalb Ziemiaks Vorstoß und plädiert für ein „mehrstufiges Verfahren“. Danach soll es mehr Gespräche von Schulen und Jugendämtern mit betroffenen Eltern und Schülern geben. „Andererseits muss der dauerhafte Verstoß gegen die Schulpflicht ohne Nachsicht vom Staat, etwa durch Kommunen, geahndet werden“, sagte Meidinger.„Auch Sitzenbleiben muss es in jedem Schuljahr geben“Neben härteren Strafen für Eltern soll es mehr Unterstützung für Schüler geben. CDU-Generalsekretär Ziemiak verlangt, dass leistungs-starke und leistungsschwache Schüler besser gefördert werden. Dafür sei es nötig, die Realschulen beizubehalten, Klassen zu verkleinern und an der Vergabe von Schulnoten festzuhalten. „Auch Sitzenbleiben muss es in jedem Schuljahr geben“, sagte Ziemiak.Das Leistungsniveau an deutschen Schulen stagniert seit Jahren. Im jüngsten „Bildungstrend“ des Instituts für Qualitätsentwicklung im Bildungswesen (IQB) erzielten Neuntklässler in Naturwissenschaften in etwa die gleichen Ergebnisse wie 2012. Zugleich stieg die Quote der Schulabbrecher im vergangenen Jahr von 5,7 Prozent auf 6,3 Prozent, wie die Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM) im August ermittelte. Unter Ausländern betrug das Plus sogar 3,9 Punkte auf 18,1 Prozent. „Unser Ziel muss es sein, aus jedem Kind, das in Deutschland lebt, die Elite von morgen zu machen“, sagte Ziemiak.Der CDU-Politiker verlangt außerdem mehr Respekt vor Lehrern. Aus diesem Grund plädiert Ziemiak für die bundesweite Einführung von Kopfnoten für Schüler. Die Lehrer sollen künftig in den Zeugnissen auch „Ordnung, Fleiß und Respekt der Schüler“ bewerten. Heftiges Feuer zerstört beliebtes Weltkulturerbe in Japan beinahe komplett Lesen Sie auch Let's block ads! (Why?)
    Quelle: Focus FamiliePubliziert am 01-11-2019
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    Quelle: Focus FamiliePubliziert am 31-10-2019
  • 3 Thesen von Michael Winterhoff – Kinderpsychiater klagt an: Das Bildungssystem macht unsere Kinder dumm
    3 Thesen von Michael Winterhoff : Kinderpsychiater klagt an: Das Bildungssystem macht unsere Kinder dumm „Deutschland verdummt“, das moniert Michael Winterhoff in seinem neu erschienenen, gleichnamigen Buch. Denn unser Bildungssystem verbaue seiner Ansicht nach die Zukunft unserer Kinder. FOCUS Online stellt drei seiner Thesen vor. Michael Winterhoff ist Facharzt für Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie. Seit 30 Jahren behandelt er die Jüngsten Deutschlands in seiner Bonner Praxis. Über seine Beobachtungen und Ansichten hat er bereits mehrere Bücher geschrieben: „Warum unsere Kinder Tyrannen werden“, „Lasst Kinder wieder Kinder sein“ und „Die Wiederentdeckung der Kindheit“ sind nur einige seiner Titel.In seinem neuesten Werk rechnet er jetzt mit Deutschlands Bildungssystem ab: „Deutschland verdummt“ heißt es und diskutiert, wie unser Bildungssystem die Zukunft der Menschen bereits im Kindesalter gefährdet. Drei seiner Thesen lesen Sie hier.These 1: Kinder sind keine kleinen ErwachsenenEin großer Dorn im Auge ist dem Psychiater der Begriff autonomes, also eigenständiges Lernen. Denn er ist überzeugt, dass das Kindern nicht möglich ist – es habe sogar einen gegenteiligen Effekt: Wenn Kinder keinen Erwachsenen haben, der sie an die Hand nimmt und ihnen den Weg zeigt, dann könne sich laut dem Facharzt ihre Psyche nicht richtig entwickeln. Spannend, aber gerade keine Zeit? Die Folge: Menschen bleiben ein Leben lang in ihrer Kleinkind-Psyche verhaftet. Das bedeutet, dass sie als Erwachsene beziehungs- und arbeitsunfähig sind und ihnen emotionale wie soziale Kompetenzen fehlen. Ihnen fehlen Fähigkeiten wie Arbeitshaltung, Sinn für Pünktlichkeit und Strukturen und Abläufe erkennen sie ebenfalls nicht – außerdem, so Winterhoff, sei ihnen das Handy wichtiger als der Kunde. Klingelt’s? These 2: Ohne Anleitung keine EntwicklungUm Fortschritte machen zu können, brauche ein Kind die Aufforderung eines Erwachsenen. Jemanden, der ihm sagt: „Komm‘, versuch‘ das mal!“. Das Konzept des offenen Unterrichts, in dem Kinder sich selbst aussuchen sollen, welche Aufgaben sie bearbeiten möchten, verurteilt der Facharzt scharf: „Vor die Wahl gestellt, suchen sich Kinder das aus, was sie schon können“, weiß er – eben genau so, wie Erwachsene auch.Winterhoff ist überzeugt, dass Erwachsene, die Kinder in den offenen Unterricht stecken wollen, ihre eigenen Wünsche und Gefühle auf die Jünglinge projizieren: „In der Psychoanalyse nennt man das Projektion“. Das Kind werde somit zum Avatar des Erwachsenen, den er mit seinen eigenen Bedürfnissen füllt. Deshalb haben die Erwachsenen, die diese Unterrichtsart unterstützen auch das Gefühl, die Kinder damit zu „befreien“. Ein Beispiel, das der Psychiater nennt: Ein Kind muss einen Pullover anziehen, weil die Mutter schnell friert. These 3: Digitale Medien sind okay – aber erst ab zehn JahrenDie frühe Konfrontation mit digitalen Medien fördere laut Winterhoff „narzisstische und egomanische Verhaltensweisen“ bei Kindern. Sie bestätigten sie in ihrem Kleinkinder-Weltbild: „Ich wische, also passiert etwas“. Das sorge für permanente Lustbefriedigung, was wiederum dazu führen könne, dass Kinder den Eindruck verfestigen, jederzeit alles bekommen zu können, was sie wollen – und gleichzeitig alles steuern zu können.Außerdem lenke das Starren auf Handys die Kinder von direkten Erfahrungen und direkter Kommunikation ab. Winterhoff fordert deshalb: „Kindergärten und Grundschulen müssen digitalfreie Oasen sein“. Anstatt Kinder zu Digitalisierung zu ermutigen, müsse man sie laut dem Experten sogar davor schützen.Er erklärt auch, dass sie das in ihrem späteren Leben nicht einschränken wird – im Gegenteil: „Ein Mensch mit entwickelter Psyche kann sich mit jeder Technik auseinandersetzen, für die er sich interessiert“. Viel mehr, fährt er fort, bräuchten wir Erwachsene, die Ideen haben, weitsichtig sind und kreativ denken.Lesen Sie auch:Fazit: Wir lassen unsere Schutzbefohlenen allein: Kinder brauchen Bindung!Von „Verwahrlosung“ spricht Winterhoff, wenn er daran denkt, wie Erwachsene Kinder heute alleine lassen. Wie sie in der Schule immer weniger lernen und über immer weniger soziale und emotionale Intelligenz verfügen, die sie für ein reibungsloses Zusammenleben in der Gesellschaft allerdings dringend benötigen würden.„Es ist eine große Not, in der sich unsere Gesellschaft in zehn, zwanzig Jahren befinden wird“, erklärt Winterhoff: Denn ein soziales Miteinander könne nur eine begrenzte Anzahl Menschen vertragen, die sich wie Autisten, Narzissten oder Egomanen benehmen. Und genau da steuere unser Nachwuchs derzeit hin. Denn aus Kindern mit nicht entwickelter Psyche würden Erwachsene mit nicht entwickelter Psyche. 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    Quelle: Focus FamiliePubliziert am 28-10-2019
  • Eltern oft überfordert – Cybermobbing: Eine neue Checkliste soll jetzt helfen, wenn Ihr Kind gemobbt wird
    Eltern oft überfordert: Cybermobbing: Eine neue Checkliste soll jetzt helfen, wenn Ihr Kind gemobbt wird Cybermobbing kann jeden treffen, vor allem Kinder und Jugendliche. Eltern fühlen sich überfordert, an den Schulen fehlen Zeit und Mittel. Genau da setzt ein neuer Leitfaden an. Kurz nach Schulbeginn im Herbst ziehen sich manche Kinder und Jugendliche plötzlich zurück, sind niedergeschlagen, haben Schlafstörungen oder Bauchschmerzen und meiden den Kontakt zu ihren Freunden und Klassenkameraden. Erstaunlicherweise legen einige sogar Computer und Smartphone in die Ecke. Eltern sind zunächst ratlos. Doch deuten alle Symptome darauf hin, dass ihr Kind ein Mobbing-Opfer wurde. Smartphones und die Dauernutzung von Social Media machen aus kleinen Schulhof-Sticheleien schnell jenen omnipräsenten Psychoterror, aus dem manche keinen Ausweg mehr sehen.„Die Grenzen zwischen Mobbing und Cybermobbing sind heute fließend“, so  Birgit Dittmer-Glaubig, Konrektorin der Münchner Mittelschule an der Simmernstraße. „Vieles fängt auf dem Schulhof an und wird dann im Internet weitergeführt.“ Eine Wochenstunde Informatik in den unteren Klassen ist jedoch zu wenig, um Kindern die nötige Kompetenz und das Selbstvertrauen zu vermitteln, mit solchen Angriffen alleine fertig zu werden.Dittmer-Glaubig setzt auf Prävention. Sie geht Problemen nicht aus dem Weg, sondern reagiert lieber proaktiv und stellte daher ihre Schule mitten im European Cyber Security Month 2019 gerne für ein Experiment zur Verfügung. Just an dem Tag, als im Ausschuss für Bildung und Kultus des Bayerischen Landtags das Thema „Mobbing in der Schule“ verhandelt wurde, wagte die Simmernschule auf der anderen Seite der Isar den Praxistest. Spannend, aber gerade keine Zeit? Chatten auf dem StundenplanGemeinsam mit der Initiative „Deutschland sicher im Netz“ (DsiN) und dem Cybersicherheitsspezialisten Kaspersky lies Online-Reputationsexperte Christian Scherg 30 Schüler der neunten Jahrgangsstufe in einem Experiment per Chat bestimmen, wohin die nächste Klassenfahrt gehen soll. Zur Wahl standen Berlin und der Münchner Vorort Poing, der allenfalls mit seinem Wildpark glänzt. In einem engen Zeitrahmen sollten die Neuntklässler möglichst viele sachliche Gründe für ihren Favoriten finden und diskutieren. Doch was, wenn nach wenigen Minuten die Argumente ausgehen? Fängt dann einer an, im Chat persönlich und beleidigend zu werden, machen sofort andere mit. Statt um Berlin oder Poing geht es plötzlich nur noch um Geld, Kleidung, Aussehen, Herkunft und Familie, also die typischen Angriffspunkte unter Jugendlichen. Birgit Dittmer-Glaubig, Konrektorin „Vieles fängt auf dem Schulhof an und wird dann im Internet weitergeführt.“ "Für mich wären meine Eltern die ersten Ansprechpartner“Natürlich hat Scherg, der sich sonst eher um die Reputation von Stars, Politikern und Unternehmen kümmert, dieses Verhalten im Anschluss ausgiebig mit den Schülern diskutiert. Die 14-jährige Zara brachte dabei das Problem auf den Punkt: „Im Internet wird echt viel falsch verstanden, und alles geht viel schneller als in der realen Welt rum“, sagt sie. Doch was tun, wenn man Opfer von Cybermobbing wird? „Reden hilft, und für mich wären meine Eltern die ersten Ansprechpartner“. Yasmina (14), die ebenfalls am Experiment teilgenommen hat, ergänzt: „Mit Lehrern oder Freunden zu reden, kann aber auch hilfreich sein“. Sie hat Cybermobbing als typisches Gruppenphänomen erkannt: „Wenn nicht jeder gleich auf den Zug aufspringen würde, wäre echt viel geholfen.“ Auch Lehrerin Isabel Franz kennt krasse Beispiele von ihren Schülern. Das geht oft bis in die Nacht. „Wir stärken präventiv in den unteren Klassen mit vielen Sozialprojekten den gegenseitigen Respekt. Und Klassenchats nachts um drei sollte es sowieso nicht geben. Hier liegt aber die Verantwortung auch bei den Eltern.“Eltern oft überfordert und ratlosKaspersky hat jüngst die Eltern schulpflichtiger Kinder in Deutschland zwischen 12 und 18 Jahren befragt. Demnach befürchtet nur etwa jeder Fünfte, dass sein Kind selbst zum Cybermobber werden könnte. Immerhin 40 Prozent machen sich Sorgen, ihr Kind könnte von anderen digital gemobbt werden könnte. Etwa 30 Prozent sind unbesorgt und fast jeder Fünfte hält Cybermobbing ohnehin für eine völlig überbewertete Gefahr. Echtes Problembewusstsein sieht anders aus.Hinzu kommt auf Elternseite große Hilflosigkeit. Jeder Vierte wüsste nicht, was er seinem Kind raten sollte, würde es Cybermobbern zum Opfer fallen. 30 Prozent würden in einem solchen Fall Instagram und Co ihrem Nachwuchs verbieten, 38 Prozent würden dies nicht tun und 39 Prozent öfter mit ihren Kindern über Cybermobbing sprechen. Damit handeln sie intuitiv richtig, denn „Verbote bringen nichts mehr, dieser Zug ist abgefahren“, so Konrektorin Dittmer-Glaubig. Die Schülerinnen Zara und Yasmina pflichten ihr bei. Der Verzicht auf Social Media mag kurzfristig die Gemüter beruhigen helfen, bietet aber dauerhaft eher weitere Angriffsflächen gegen Mobbingopfer.Hilfestellung per ChecklisteAufklärung tut also Not. Deshalb hat DsiN jetzt gemeinsam mit Kaspersky einen neuen Leitfaden erarbeitet, die „Checkliste Anti-Cybermobbing“. Drei informative Seiten, die erklären, was Cybermobbing ist, wie man es erkennt und verhindert, was im Ernstfall zu tun ist und wo man sich Hilfestellung holen kann. „Wir engagieren uns seit Jahren gegen Cybermobbing, weil es ein Sicherheitsrisiko in der vernetzten Welt ist“, sagt dazu Anne Mickler, Leiterin Unternehmenskommunikation DACH bei Kaspersky. „Die Checkliste ist ein weiterer Baustein, Kenntnisse zu vermitteln und Bewusstsein zu schaffen, damit Verbraucher die Chancen der neuen Technologien nutzen können.“ „Wir freuen uns, dass wir zusammen mit Kaspersky eine neue Checkliste herausgeben können“, ergänzt Nadine Berneis. Sie ist bei DsiN als Bereichsleiterin für junge Verbraucher zuständig und weiß, wie wichtig es ist, das Problem Cybermobbing rechtzeitig anzusprechen. „Wenn ein Kind sein erstes Smartphone bekommt, müssen die Eltern mit dem Nachwuchs klären, welche Apps und Messenger installiert werden. Genauso wie Lehrer mit ihren Schülern gemeinsam die Regeln für die Nutzung eines Klassenchats aufstellen und dann auch technisch umsetzen sollten.“ Christian Scherg „Cybermobbing kann man nicht entkommen. Deshalb ist es so wichtig, sich in der realen Welt Schutz und Hilfe zu holen.“ Ursachen klären und Experten ins Boot holen„Cybermobbing ist nicht nur ein Cyberthema“, sagt Kommunikationsexperte Scherg. Ursachen und Hintergründe liegen oft in der realen Welt. Außerdem spielt in der Schule die Anonymität der Angreifer kaum eine Rolle. Die Schüler wissen genau, wer wen disst. „Cybermobbing kann man nicht entkommen. Deshalb ist es so wichtig, sich in der realen Welt Schutz und Hilfe zu holen“, rät Scherg. Der Leitfaden gibt Tipps, welche
    Quelle: Focus FamiliePubliziert am 25-10-2019
  • Prüfungs-Coach erklärt – Gegen Prüfungsangst: 5 Tipps, wie Sie Ihre Nervosität in den Griff bekommen
    Prüfungs-Coach erklärt: Gegen Prüfungsangst: 5 Tipps, wie Sie Ihre Nervosität in den Griff bekommen Kaum einer ist davor gefeit: Angst vor Prüfungssituationen. Ob Vorstandssitzung, Bewerbungsgespräch oder Gehaltsverhandlung – fast jeder bekommt schon Tage vorher weiche Knie und schläft schlecht. FOCUS-Online-Expertin und Prüfungs-Coach Marion Klimmer erklärt, wie Sie damit am besten umgehen. 1. Verschaffen Sie sich einen ÜberblickGanz wichtig ist es sich einen Überblick über die Gesamtsituation zu verschaffen: Sie sollten sich überlegen, welche Inhalte für das Gespräch oder die Prüfung wichtig sein werden. Um dies auf einen Blick sehen zu können, macht es Sinn, sich eine Liste zu erstellen, auf der alle wichtigen Punkte aufgeführt sind.Diese können Sie auch grafisch darstellen, die Punkte nach Priorität zum Beispiel farblich markieren. Durch die visuelle Darstellung der Themen werden Sie einen besseren Überblick bekommen. Oftmals fällt schon bei der Erstellung so einer „Mindmap“ auf, welche Punkte weniger wichtig sind und in den Hintergrund geschoben werden können. Über die Expertin Marion Klimmer arbeitet nach mehrjähriger Führungserfahrung seit 14 Jahren als Mental-Trainerin und Emotions-Coach. Als Expertin für Stress und Ängste löst sie neben Lampenfieber auch Prüfungsängste auf. Hierfür hat sie persönliche und online-gestützte Angebote entwickelt. In ihren Sitzungen vermittelt sie auch Selbstcoaching-Instrumente – genauso wie in Ihrem Buch „So coachen sich die Besten – Persönliche Höchstleistungen erzielen.“  Mehr Infos unter www.mental-coaching.hamburg Dies ist wichtig, um sich auf das Wesentliche zu konzentrieren und keine Zeit mit unwichtigen Punkten zu verlieren.Lesen Sie auch:2. Klären Sie das "Warum"Ganz wichtig ist die Motivation. Denn die ist der Brennstoff für den eigenen Erfolgs-Motor: weitermachen, mehr machen, intensiver üben, um den Erfolg sicherzustellen.Also sollten Sie sich die Frage stellen, warum die Prüfung oder das Gespräch so wichtig ist, und was Sie sich davon erhoffen: Welches übergeordnete Ziel erreiche ich damit (etwa als angehender Steuerberater/Wirtschaftsprüfer den Zugang zu mehr und meist besser bezahlten Jobs; als Jurist mit Prädikatsexamen der Zugang zu internationalen Anwaltskanzleien oder Wunschpositionen; als Auszubildender der finale Zutritt zur Arbeitswelt – mit interessanten Aufgaben und guten Verdienstmöglichkeiten; vielleicht ist es auch die Anerkennung anderer oder Werte wie „Freie Wahl haben“ oder Stolz auf sich selbst sein)? Hier den Newsletter "Wissen" abonnieren Berichte, Videos, Hintergründe: Jede Woche versorgt Sie FOCUS Online mit den wichtigsten Nachrichten aus dem Wissensressort. Hier können Sie den Newsletter ganz einfach und kostenlos abonnieren. Wer genau weiß, warum er etwas erreichen möchte, wird schneller zum Ziel kommen.3. Üben Sie Ihren AuftrittIn der Theorie erscheint vieles ganz anders als es sich in der Praxis tatsächlich anfühlt. Deshalb ist es wichtig, zu üben und die Situation wirklich zu fühlen. Wer eine wichtige Rede halten soll oder vor einem entscheidenden Gespräch steht, sollte dies vorher mit Freunden, Familie, Kollegen, Trainern oder Vorgesetzten üben und sich ein ehrliches Feedback geben lassen. Auch Videoaufzeichnungen können helfen, den eigenen Auftritt kritisch zu betrachten.Zum Einen können Sie damit Ihren Auftritt optimieren, zum Anderen gewöhnt sich das Unterbewusstsein durch die Übung an die Situation. Das Ergebnis ist, dass Sie sich wohler und sicherer fühlen werden. Und wer sich wohl fühlt, der erbringt souveräner, schlagfertiger und kreativer seine Leistung. Die Neurobiologie sorgt für besseres Abrufen und flexibles Kombinieren von Wissen.4. Coachen Sie sich selbstNicht zu unterschätzen ist die große Wirkung des Selbstcoachings. Dabei trainieren Sie sich Methoden an, die für eine mentale und emotionale Balance sorgen – auch unter Prüfungsstress oder gar Prüfungsangst. Dies funktioniert häufig schon mit ermutigenden Sätzen, die Sie sich innerlich immer wieder sagen sollten.So ein Satz könnte beispielsweise lauten „Ich bin bestens vorbereitet“. Wichtig ist, dass Sie den Satz nicht einfach nur „herunterleiern“, sondern ihn auch wirklich meinen. Die Worte müssen verinnerlicht werden, Sie müssen ihre Bedeutung auf sich wirken lassen. Nur so kann der Satz sich in positive und beruhigende Emotionen entfalten. Das perfekte Vorstellungsgespräch! Unser PDF-Ratgeber erklärt Ihnen, wie Sie Bewerbungsgespräch und Assessment-Center meistern und fiese Fragen clever beantworten. Eine sehr gute Methode ist es auch, sich die Prüfung im Vorfeld schon als Erfolg auszumalen, sich vor dem geistigen Auge immer wieder vorzustellen, wie die Prüfung oder das Gespräch erfolgreich enden.Insgesamt kann der Lernerfolg noch effektiver gestaltet werden, indem Sie sich zwischendurch immer wieder Musik über den Kopfhörer anhören, die Verarbeitungsprozesse im Gehirn anregt und gleichzeitig den Stresspegel senkt. Solche Musik finden Sie beispielsweise über die Wingwave-App, die ein Gratisstück enthält, oder auch anderswo über das Stichwort „bilaterale Hemisphärenstimulation“.5. Bereiten Sie sich auch körperlich vorGanz wichtig ist natürlich auch die eigene Fitness. Wer am Abend vor der Prüfung rechtzeitig ins Bett geht, wird am nächsten Morgen ausgeschlafener und schneller im Gehirn sein. Viel zu Trinken ist wichtig und eine vollwertige Ernährung – nicht nur am Tag der Prüfung – ist selbstverständlich.Vorsicht bei zu viel Obst: Dieses puscht den Blutzuckerspiegel nur kurzfristig. Wenn Sie auf Obst nicht verzichten möchte, sollten Sie zu Beeren greifen und diese mit Nüssen kombinieren. Auch interessant: Stylingexperte verrät: Durch einen einfachen Trick sehen Sie sofort schlanker aus Lesen Sie auch Let's block ads! (Why?)
    Quelle: Focus FamiliePubliziert am 25-10-2019
  • Doris Unzeitig im Gespräch – Ex-Direktorin von Brennpunktschule: „Wir fahren eine ganze Generation an die Wand“
    Doris Unzeitig im Gespräch: Ex-Direktorin von Brennpunktschule: „Wir fahren eine ganze Generation an die Wand“ Drohungen, gewalttätige Schüler, aggressive und ignorante Eltern: So sah der Alltag von Doris Unzeitig als Direktorin einer Berliner Brennpunktschule aus. Inzwischen hat sie hingeschmissen. Sie fühlte sich im Stich gelassen. Die Politik habe auf dem Schulhof versagt. Verlierer sind die Kinder. „Eine Reise aus der Idylle in die Niederungen des Großstadt-Dschungels.“ So beschreibt Doris Unzeitig ihren Wechsel von einer Dorfschule im Salzkammergut in den ober-österreichischen Bergen an die Spreewald-Grundschule in Berlin-Schöneberg.Sie liegt in einem Problemkiez, gilt als Brennpunktschule mit extrem vielen Schülern aus extrem schwierigen Verhältnissen. Gewalt, Armut, Drogen, auch Prostitution, sind Themen, mit denen sich Lehrer hier auseinandersetzen müssen. Viele Kinder stammen aus dem bildungsfernen Milieu, sprechen zuhause öfter Arabisch oder Türkisch als Deutsch und erfahren durch das Elternhaus kaum bis keine Unterstützung in Sachen Schule. Sie zu fördern und zum Lernen zu motivieren, ist eine Mammutaufgabe für Lehrer.„Wollte keine Bildungspolitikerin werden“Doris Unzeitig wollte sich dieser Herausforderung stellen, ließ sich 2009 aus Österreich dorthin versetzen, von wo die meisten ihrer Kollegen am liebsten ganz schnell wieder wegwollen. Der Alltag an ihrer alten Schule war ihr zu eintönig geworden, zu wenig aufregend, wie sie sagt. „Ich wollte über den Tellerrand meiner Schule in einem 1000-Seelen-Dorf hinausschauen. Ich wollte Dinge verändern, mich für die Kinder einsetzen“, erklärt Unzeitig im Gespräch mit FOCUS Online.Ihr Fazit zehn Jahre später: ernüchternd. Die großen Ambitionen von damals sind passé. „Ich habe den Verwaltungsapparat unterschätzt und die Unterstützung von Vorgesetzten und Politik überschätzt“, sagt die ausgebildete Montessori-Pädagogin. „Ich bin Lehrerin, doch in Berlin habe ich mich oft wie eine Bildungspolitikerin gefühlt. Das wollte ich nie.“ Spannend, aber gerade keine Zeit? Die Gründe dafür sieht Unzeitig im deutschen Schulwesen begründet: Die Kompetenzen seien kompliziert verteilt, die Verfahren lang, das Geld immer knapp. „Als Praktikerin vor Ort Dinge zu verändern, ist immens schwierig“, sagt Unzeitig. „Teilweise konterkarieren übergeordnete Instanzen ganze Beschlüsse, die in der Schule helfen könnten.“Kinder, die mit Stöcken aufeinander einprügelnDie Zustände, die die ehemalige Schulleiterin schildert, sind erschreckend und beschämend. Sie erzählt von Kindern im Grundschulalter, die ihren Klassenkameraden Löcher in die Klamotten schneiden, Haare ausreißen, mit Fäusten und Stöcken aufeinander einprügeln, die sich bedrohen und auf das Übelste beschimpfen mit Ausdrücken, die so ordinär sind, dass sie nirgendwo hingehören, auf keinen Fall jedoch auf den Schulhof. „Ich töte ihn. Ich schneide ihn auseinander“ bedrohte einmal ein Elfjähriger einen Mitschüler.Vor allem in der Retrospektive mache sie vieles, das sie über die vergangenen fünf Jahren hinweg an der Spreewald-Schule erlebt hat, fassungslos, schreibt Unzeitig in ihrem gerade erschienenen Buch. Manches widere sie an. „Es gab keinen Tag, an dem kein Schüler, kein Kollege oder Elternteil auf mich zu kam, weil etwas passiert war.“ Schulleiterin engagierte Wachdienst für den PausenhofWeil sich die Situation partout nicht besserte, engagierte sie im März 2018 sogar einen privaten Wachdienst – an den Behörden vorbei, „als letzte Möglichkeit, um die Situation in der Schule zu entspannen“, wie Unzeitig sagt.Denn die Muskel-Berge der Sicherheitsleute nötigten nicht nur vielen Vätern, denen es schwerfiel, eine blonde Frau als Autoritätsperson zu akzeptieren, die sie „Nutte“ schimpften, weil sie einen Rock trug, mehr Respekt ab als den Lehrkräften, sondern sie sprachen vielfach auch die Sprache der Kinder. Ein entscheidender Vorteil, wie die Pädagogin findet.„Untereinander unterhalten sich viele Schüler auf Türkisch oder Arabisch. Von den Lehrkräften versteht das aber nur eine Handvoll“, erklärt die ehemalige Schulleiterin die Situation. „Für die Kollegen war es oft schwierig, rechtzeitig entsprechend zu reagieren, weil sie schlicht nicht verstanden haben, was sich Schüler gegenseitig an den Kopf geworfen haben.“ Die Sicherheitskräfte, die Unzeitig zufolge zum Großteil aus dem Ausland stammten, einen Migrationshintergrund hatten, hätten geholfen, solche Streitigkeiten unter den Kindern früher zu antizipieren und ihnen den Wind aus den Segeln zu nehmen, ehe sie eskalierten.Doch Sicherheitspersonal auf einem Schulhof, muss das sein? Darf das sein? Die Reaktionen auf die ungewöhnliche Aktion der Berliner Schulleiterin waren geteilt. Ihr Einsatz wurde inzwischen eingestellt.„Respekt der Schüler habe ich mir hart erkämpft“Gegen sich selbst hat die Österreicherin in ihrer Zeit an der Berliner Brennpunktschule keine Gewalt erlebt. „Ich bin aber auch entsprechend aufgetreten“, sagt die heute 49-Jährige. „War immer schick und adrett gekleidet und bin bestimmt aufgetreten. Den Respekt der Schüler und Eltern habe ich mir hart erkämpft.“So glimpflich ging es nicht für alle Kollegen ab: Einer schwangeren Kollegin schlug ein Schüler einmal in den Bauch. „Um zu testen, ob es ihr weh tut“, wie Unzeitig in ihrem Buch schreibt.Andere Kollegen haderten noch mehr mit den Umgangsformen an der Grundschule: Vor allem Quereinsteiger, die aus Personalnot heraus in Klassen aushelfen sollten, wollten mitunter gar nicht mehr unterrichten, so überfordert waren sie mit dem, was in den Klassenräumen abging, erzählt Unzeitig. „Teilweise musste ich sie daran erinnern, dass sie einen Arbeitsvertrag haben und dafür bezahlt werden, zu unterrichten und die Kinder zu fördern.“Was wir gegen Ghetto-Schulen tun könnenDie unzureichende Kompetenz mancher Kollegen, die zu theoretische und zu wenig praktische Ausbildung der Lehrkräfte, das sieht Unzeitig als einen Grund, warum es an vielen Schulen heute anders zugeht als es sich Eltern, Lehrer und Gesellschaft idealtypisch vorstellen. Die Spreewald-Grundschule ist ein Extrem-Beispiel, doch die Pädagogin sieht auch anderswo immer größere Baustellen, die sich auf Pausenhöfen und in Klassenzimmern auftun.Auch die Tatsache, dass sich Eltern aussuchen könnten, an welche Schule sie ihre Kinder schicken, kritisiert Unzeitig. „Dadurch durchmischen sich verschiedene Klientel, Einkommens- und Herkunftsgruppen kaum noch. Das schadet dem Klima in den Klassen und schafft Ghetto-Schulen wie in Schöneberg.“Außerdem auf der To-Do-Liste der Bildungspolitiker in Berlin, aber auch deutschlandweit, sieht Unzeitig die Entbürokratisierung des Schulwesens sowie eine bessere Zusammenarbeit innerhalb der Lehrer-Kollegien. „Sonst fahren wir eine ganze Generation gegen die Wand.“Unzeitig boxte kostenloses Mittagessen durchNur negativ war ihr Ausflug aus dem Salzkammergut in den Großstadt-Dschungel allerdings nicht. So ist das Mittagessen heute für Kinder, die eine Ganztagsklasse besuchen, in allen städtischen Schulen in Berlin kostenlos. Unzeitig boxte es maßgeblich durch die Instanzen.Trotzdem konnte sie die Zustände irgendwann nicht mehr verantworten, wie
    Quelle: Focus FamiliePubliziert am 24-10-2019
  • IQB-Bildungstrend 2018 – Studie offenbart das Mathe-Problem von Deutschlands Neuntklässlern
    IQB-Bildungstrend 2018: Studie offenbart das Mathe-Problem von Deutschlands Neuntklässlern In mehreren Bundesländern sind Neuntklässler in den vergangenen Jahren in Mathematik, Biologie, Chemie und Physik zurückgefallen. Insgesamt blieb das Niveau aber weitgehend stabil, wie die am Freitag in Berlin präsentierte Studie IQB-Bildungstrend 2018 zeigt. Sie war von der Kultusministerkonferenz in Auftrag gegeben worden. Teils deutlich zurückgegangen sind die Leistungen in den meisten der genannten Fächer zwischen 2012 und 2018 in Brandenburg und Sachsen-Anhalt. Auch in Thüringen, Rheinland-Pfalz, Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen und dem Saarland gibt es in jeweils mehr als einem der gemessenen Fächer Verschlechterungen.Bundesweit blieben im vergangenen Jahr rund 24 Prozent der getesteten Schülerinnen und Schüler in Klasse neun unterhalb des für den mittleren Schulabschluss (MSA) nötigen Mindeststandard in Mathematik. Fast 45 Prozent erreichten bereits in dieser Jahrgangsstufe ein Jahr vor dem MSA dagegen sogar den höheren Regelstandard. In Biologie, Chemie und Physik lagen die Anteile der Schülerinnen und Schüler unterhalb des Mindeststandards bei 5 bis 17 Prozent.Jungs von Negativtrends häufiger betroffenIn einigen Ländern wie den Stadtstaaten Berlin, Bremen und Hamburg schneiden mehr Schülerinnen und Schüler schlechter ab. In Bayern und Sachsen erreichen überdurchschnittlich viele Schüler gute Leistungen. Brandenburg und andere Länder mit negativen Tendenzen liegen dennoch im Bundestrend, weil sie von gutem Niveau aus gestartet waren.Ungünstig entwickelten sich die im Durchschnitt erreichten Werte in den Gymnasien. Zudem sind Jungen laut der Studie von Negativtrends häufiger betroffen als Mädchen. Der Anteil an Schülerinnen und Schülern aus zugewanderten Familien nahm bundesweit von 2012 bis 2018 um rund 7 Prozentpunkte auf 33,6 Prozent zu. „Ich glaube, er war saufen“: Sido feuert angeblich verkatertes „The Voice“-Talent Lesen Sie auch Let's block ads! (Why?)
    Quelle: Focus FamiliePubliziert am 18-10-2019
  • Schule aus NRW – 13-Jährige stirbt auf Klassenfahrt in London – Ermittlungen gegen Aufsichtspersonen
    Schule aus NRW: 13-Jährige stirbt auf Klassenfahrt in London – Ermittlungen gegen Aufsichtspersonen Eine 13-jährige Schülerin stirbt auf Klassenfahrt. Mitschüler erheben schwere Vorwürfe gegen Lehrer. Vier Beschuldigte stehen unter dem Verdacht der fahrlässigen Tötung. Rund zwei Monate nach dem Tod einer 13-jährigen Schülerin auf einer Klassenfahrt ermittelt die Staatsanwaltschaft Mönchengladbach gegen vier Beschuldigte. Gegen die „Aufsichtspersonen“ besteht der Tatverdacht der fahrlässigen Tötung, wie ein Sprecher der Staatsanwaltschaft mitteilte.Die vier Beschuldigten seien als Aufsichtspersonen bei der Fahrt nach London dabei gewesen. Nach Schilderungen von Mitschülern sollen Lehrer trotz wiederholter Hinweise, dass es dem zuckerkranken Mädchen gesundheitlich schlecht gehe, nicht nach der 13-Jährigen geschaut haben. Ein Anwalt der Familie hatte Anzeige erstattet.Schüler und Lehrer seien vernommen worden, sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft Jan Steils. Mitschüler hatten laut früheren Angaben des Anwalts der Familie, Klaus Voßmeyer, ein dramatisches Geschehen geschildert. Das sei Grundlage für die Anzeige des Vaters bei der Staatsanwaltschaft gewesen: Demnach soll sich die 13-Jährige bereits am Ankunftstag nach dem Essen immer wieder übergeben haben.Medizinische Unterlagen aus England werden ausgewertetDie Kinder hätten vergeblich versucht, einen Lehrer ausfindig zu machen. Auch nach Hinweises der Kinder am nächsten Morgen habe kein Lehrer nach der Schülerin geschaut. Als das Kind bei der Abreise am nächsten Tag zu schwach war, sich aufzurichten, wurde nach früheren Angaben des Anwalts ein Rettungswagen gerufen. Am Tag darauf starb das Mädchen im Krankenhaus.Die aus England angeforderten medizinischen Unterlagen würden jetzt ausgewertet, sagte Steils. Dann werde entschieden, ob „weitere Maßnahmen“ notwendig seien. Möglicherweise könne der bisher noch nicht befragte Vater noch etwas zur Erkrankung seiner Tochter sagen.Bislang sei nicht geklärt, ob die Diabetes-Erkrankung der Schülerin Ursache oder Mitursache für den Tod der Schülerin gewesen sei, teilte die Bezirksregierung Düsseldorf als Schulaufsicht mit: „Die vier Lehrer sind im Dienst.“ Die Behörde werde das Ergebnis der staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen abwarten. Die Staatsanwaltschaft machte keine Angaben dazu, ob die beschuldigten Aufsichtspersonen Lehrer sind. Als Linken-Politikerin Merkel mit Reichskanzler vergleicht, weist sie CDU-Mann scharf zurück Lesen Sie auch Let's block ads! (Why?)
    Quelle: Focus FamiliePubliziert am 17-10-2019
  • Mehr Kontinuität bei Schulferien – Berlin und Hamburg wollen neue Regelung für Sommerferien
    Mehr Kontinuität bei Schulferien: Berlin und Hamburg wollen neue Regelung für Sommerferien Sie gilt als die schönste Zeit des Jahres: Doch wann genau sich Eltern und Kinder auf die Sommerferien freuen können, ändert sich in vielen Bundesländern von Jahr zu Jahr. Zwei Länder wollen mit neuen Ansätzen für mehr Kontinuität sorgen. Die Länder Berlin und Hamburg wollen neue Regeln für die Sommerferien in Deutschland einführen. Bei der Kultusministerkonferenz (KMK) am Donnerstag und Freitag in Berlin wollen beide Länder beantragen, die freien Tage künftig zeitlich weniger zu strecken. Generell sollen die Sommerferien demnach erst ab dem 1. Juli beginnen, die unterschiedlichen Termine der Länder enger zusammenrücken und die jährlichen Verschiebungen möglichst gering ausfallen.Ziel sei "mehr Kontinuität" im Schuljahresablauf, sagte Berlins Bildungssenatorin Sandra Scheeres der Deutschen Presse-Agentur. "Vor allem Sprünge von einem späten Ferientermin auf einen frühen Ferientermin führen zu einer Verkürzung von Schuljahren." Die derzeit geltende Regelung hat aus Sicht der SPD-Politikerin negative Auswirkungen auf die Lernzeit der Schüler, die Belastung der Lehrkräfte, "schulorganisatorische Prozesse" sowie auf den Zeitraum bei den Abschlussprüfungen.Auch angesichts eines gemeinsamen Pools von Abituraufgaben seien teils erhebliche Schwankungen bei der Länge der Schulhalbjahre nicht mehr zeitgemäß, sagte Scheeres. "Die Ferien sollten zwischen dem 1. Juli und dem 10. September liegen." So könnten sich die Länder besser dem Ziel annähern, ein bundesweit vergleichbares Abitur durchzuführen. Daher bringe Berlin die Vorlage gemeinsam mit Hamburg auf der KMK ein.Neue Ferienregelung: Reaktion anderer BundesländerAndere Bundesländer reagierten auf dpa-Anfrage zurückhaltend bis ablehnend auf den Vorstoß. Schleswig-Holstein sieht keinen Handlungsbedarf. "Ein zu enger Ferienkorridor in ganz Deutschland könnte negative Auswirkungen auf den für unser Land so wichtigen Tourismus haben, wenn die Saison dadurch deutlich kürzer würde", sagte ein Sprecher des Bildungsministeriums in Kiel.Auch Sachsen-Anhalts Bildungsminister Marco Tullner (CDU) kann keine Vorteile bei der Idee erkennen. Die Zahl der Ferientage insgesamt sei einheitlich geregelt. "Natürlich erwarte ich, dass alle Länder eine gewisse Flexibilität an den Tag legen und sie sich nicht nur auf ein Wunschmodell festlegen", so Tullner. Wichtig für Sachsen-Anhalt sei: "Die zentralen Abiturprüfungszeiträume dürfen nicht durch Alleingänge einzelner Länder in Gefahr geraten."Nordrhein-Westfalens Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP) sagte: "Jedes Gesetz und jede Regelung sollte von Zeit zu Zeit daraufhin überprüft werden, ob es noch sachgerecht und zeitgemäß ist. Das gilt auch für die komplizierte Sommerferienregelung. Aufgrund der langfristigen Festlegung der Ferienpläne wird es jedoch keine schnellen Entscheidungen geben können." Damit rechnet auch Thüringens Bildungsminister Helmut Holter (Linke) nicht. Für ihn sei wichtig, dass die Länder sich weiter einvernehmlich abstimmten.Termine: Sommerferien 2020Bisher haben aus historischen Gründen lediglich Bayern und Baden-Württemberg jedes Jahr weitgehend im gleichen Zeitraum Sommerferien. Bei den übrigen Ländern wechseln die Termine permanent. So beginnen im kommenden Jahr die Sommerferien in Mecklenburg-Vorpommern bereits am 22. Juni und enden am 1. August, in Baden-Württemberg als letztem Bundesland starten sie am 27. Juli und enden am 12. September. Handy zu langsam? So räumen Sie Speicherplatz auf dem Android-Smartphone frei Lesen Sie auch Let's block ads! (Why?)
    Quelle: Focus FamiliePubliziert am 16-10-2019